Proustisch oder, wie Frauen schreiben: Professor Schütz empfiehlt Sachbücher
Wie jeden Monat empfiehlt unser Autor Sachbücher: Prof. Erhard Schütz liest über das Jüdische bei Proust und von schreibenden Frauen, die in Vergessenheit gerieten. Über den Glamour als lustvoll geführte, wirksame Waffe
Zeit ist Macht: Teresa Bücker fordert mehr Zeitgerechtigkeit
Zeit haben die einen mehr als die anderen: Die Feministin und Journalistin Teresa Bücker findet, dass Zeit eine der wichtigsten Ressourcen unserer Gesellschaft ist und fordert eine gerechtere Verteilung
Merkel-Dokumentation: Am Kochtopf keine Kanzlerin
In ihrem Dokumentarfilm „Merkel – Macht der Freiheit“ konzentriert sich die Regisseurin Eva Weber weniger auf die Politik der Kanzlerin als auf ihren zurückhaltenden Charakter
„Bones and All“: Luca Guadagnino erzählt vom jugendlichen Hunger auf mehr
Luca Guadagnino erzählt in seinem Film „Bones and All“ von Coming-of-Age und Außenseitertum mit ausgesprochen viel Blut, Haut und Knochen
Die wahre Geschichte des modernen Fußballs: Warum die WM anders läuft als Vereinsfußball
Fußball-Weltmeisterschaft 2022: Wer jetzt mitreden will, muss Christoph Biermanns „wahre Geschichte des modernen Fußballs“ lesen
Elżbieta Sikora und Luigi Nono: Kurz vor dem Zerspringen
Elżbieta Sikora und Luigi Nono zeugen sehr unterschiedlich von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Die „Klangwerkstatt Berlin“ setzt beider Werke in Beziehung
Freiheitsrechte? „Der Sandkasten“ ist ein hochkarätiger Corona-Roman von Christoph Peters
Was geschieht, wenn Akteuren der politisch-medialen Welt der moralische Kompass verloren geht, davon erzählt Christoph Peters in „Der Sandkasten“
Johannes Groschupfs „Die Stunde der Hyänen“: In Berlin brennen Autos
Ein Prophet ohne Jünger, eine Polizistin, die sich behaupten muss und ein schüchterner Pyromane: Johannes Groschupf flicht in seinem dritten Berlin-Thriller „Die Stunde der Hyäne“ einen durchweg packenden Plot
Bitcoin via Paypal: Angriff auf unsere kritische Infrastruktur
Kritische Infrastrukturen sind mehr denn je Orte des Risikos. Tom Hillenbrand, Andreas Brandhorst und Heiko von Tschischwitz erzählen in ihren Thrillern davon
„Solothurn blickt in den Abgrund“ von Christof Gasser: Die Leichen im Keller der Schweizer
Was die Schweiz verdrängt, holt Krimiautor Christof Gasser in seinen Romanen hervor: Wer viel Geld anzieht, hat auch viel Blut an den Händen
„Emil“ von Mariam Kühsel-Hussaini: Die Psychopathologie des Nationalsozialismus
In den gelungenen Teilen liest „Emil“ sich wie eine Chaplin’sche Satire, dann wieder wie revisionistischer Nazi-Kitsch: Mariam Kühsel-Hussainis Tatsachenroman über Emil Cioran
Ruth Wolf-Rehfeldts Schreibmaschinengrafiken: „Tippe deine eigene Kunst“
Mit der Wende 1989/1990 stellte die Künstlerin Ruth Wolf-Rehfeldt die Arbeit an ihren Schreibmaschinengrafiken ein. Ihr Werk wird jetzt erst umfassend gewürdigt
Esoterik, Erzengel, Emanzen: Ziemlich machohaft ist das Turin von Davide Longo
In deutschen und italienischen Feuilletons wird Davide Longo für seinen literarischen Anspruch gelobt. Jetzt ist wieder ein Roman von ihm erschienen: „Schlichte Wut“
„Hyäne Fischer“: Vulvavulkan und biblische Brachialsprache
Marlene Engels „totales Musical“ an der Volksbühne Berlin will hin zum goldenen Matriarchat. Das ist nett anzusehen, doch es fehlt eine erkennbare Sinnhaftigkeit
„The Crown“ Staffel 5: Die Fassade bröckelt
Die fünfte Staffel von „The Crown“ befasst sich mit einem besonders desaströsen Jahrzehnt des britischen Königshauses. Das mag ein Grund sein, weshalb Netflix in der Debatte über die Fiktionalität der Serie erstmals nachgibt
Zum Amüsement der Libertins
Der Briefroman „Gefährliche Liebschaften“ von 1782 ist ein Spiel aus Intrigen und menschlichen Abgründen. Die Serienadaption von Lionsgate+ liefert jetzt eine „origin story“ zu den legendären Libertins. Und verdreht das Thema des Originals
„Tote Winkel“ bei Sophie Sumburane: Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung
Psychologisches Dickicht: Die Figuren in Sophie Sumburanes Roman „Tote Winkel“ belügen und manipulieren nicht andere, sondern in erster Linie sich selbst
Guns N’ Roses: Für immer Mo’fucker?
„Use Your Illusion I + II“ wird mit sehr viel Schnickschnack neu aufgelegt. Guns N’ Roses wirkten schon vor 30 Jahren komplett aus der Zeit gefallen, und doch kam man an ihnen nicht vorbei. Und heute?
Kunstaffin, diskursfähig: der Serienkiller in Ute Cohens „Falscher Garten“
So manch ein Psychothriller braucht hunderte von Seiten, in Ute Cohens „Falscher Garten. Eine schwarze Kapriole“ kommt die Autorin schneller zur Sache
Australien-Western „The Drover’s Wife“: Gewalt und Wildnis
Die Regisseurin Leah Purcell rückt in ihrem Australien-Western „The Drover’s Wife“ die Themen Kolonialismus, Rassismus und Misogynie in den Mittelpunkt
Michelangelo Frammartinos Film „Il Buco“: Ein echtes Höhlengleichnis
Michelangelo Frammartinos Film „Il Buco“ geht einer Höhlenexpedition von 1961 nach. Entstanden ist sehr viel mehr als eine Quasi-Dokumentation
Tod im Wahlkampf: Attica Lockes neuer Krimi „Pleasantville“
Schwarzer Demokrat gegen weiße Republikanerin: Die Stimmung im Bürgermeisterwahlkampf in Houston ist schon angespannt, da wird ein Mädchen getötet. Meisterhaft und spannend erzählt Attica Locke von der komplizierten texanischen Gemengelage
Bugs Bunny siegt: Wagner an der Staatsoper Berlin ohne Kaninchen
Keine Kaninchen mehr und auch keine Meerschweinchen: Die Staatsoper in Berlin will ab Frühjahr 2023 keine (lebendigen) Kleintiere mehr als Requisiten für ihre Inszenierungen nutzen. Für Tierschützer:innen ist das ein Happy End
Sie kleckert nicht, sie klotzt: 60 Jahre zurückgehaltene Aufnahmen von Barbra Streisand
60 Jahre lang hielt Barbra Streisand Aufnahmen aus einem New Yorker Club zurück, in dem sie, mit gerade mal 18 Jahren, für 125 Dollar die Woche sang. Jetzt erscheinen sie auf dem Album „Live at the Bon Soir“