Hans-Peter Waldrich

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Schmaler Grat ins Leben

Wissen | 09.12.2010 | 15:00 Hans-Peter Waldrich
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14.12.2010 | 19:25 Hans-Peter Waldrich
Nun erreicht mich per Mail ein Leserbrief, der mir Angst machen könnte, wenn die Absenderin (eine Mutter, die als Physikerin arbeitet) wüsste, wo ich wohne. Da ist von "Schmierenjournalismus" die Rede und meiner betonten Absicht, Frauen sexistisch wieder zu "Muttertieren" zu degradieren! Dem Freitag wird angedroht, ihn nun rechts liegen zu lassen. (Also, was mich angeht, so stehe ich links vom Freitag, das nur am Rande.) Und ansonsten: Es ist gnadenlos, welch gewaltige Emotionen in so einem Thema stecken! Kaum werden (so guts in ner Zeitung halt geht) Ergebnisse von Studien berichtet, ensteht der Pulverdampf eines Schlachtgetümmels. (Dabei hab ich ja bloß Studien referiert, die - ich gebs ja zu - bis auf eine davon nicht so neu sind und für jeden Fachpsychologen schichtes Basiswissen.) Aber nun mal gesellschaftliche gewendet: Ist es so ganz unmöglich, zur Kenntnis zu nehmen, dass in aller Regel der weibliche Teil der Menschheit bereits im eigenen Leib eine enge B e z i e h u n g zur Leibesfrucht aufbaut, die sich augenblicklich nach der Geburt folgenreich fortentwickelt? Wen sollte man für diese Festestellung prügeln müssen? Und ist jemand, der es mitteilt, ein Sexist? Noch einmal: frühe Bindung (man braucht sie auch nicht unbedingt als "Liebe" zu bezeichnen) ist nach allem was wir bislang wissen, offenbar eine der stärksten Einflussfaktoren der Persönlichkeitsentwicklung. Das wars was gesagt worden war und kaum mehr.
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Schmaler Grat ins Leben

Wissen | 09.12.2010 | 15:00 Hans-Peter Waldrich
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11.12.2010 | 08:57 Hans-Peter Waldrich
Der Beitrag hatte schon redaktionell Stirnerunzeln hervorgerufen. Man sollte ihn eigentlich nur lesen dürfen, wenn man zunächst einmal normative Fragen von empirischen sauber zu trennen bereit ist. Weshalb? Die psychologische Bindungsforschung gehört unterdessen mit zu den am besten abgesicherten Bereichen der Psychologie. So weit Psychologie überhaupt so etwas verfügen kann, handelt es sich hier einfach um Fakten. Aber: Für mich gibt es auch einen normativen Anteil, der mich eigentlich zu diesem Artikel bewogen hat. Immer deutlicher ist nachweisbar, in welchem Ausmaß Menschen Wesen sind, die auf Liebe angewiesen sind. Liebe ist fast schon ein Teil ihrer seelischen und körperlichen Gesundheit und ihrer Lebenserwartung. Aus den sentimentalen Bereichen romantischer Empfindungen hat sich das zu einem harten Faktum der Wissenschaft entwickelt, was übrigens auch für die Stressforschung gilt. Daraus könnte man nun eine ganze Menge gesellschaftliche Konsequenzen ziehen – natürlich auch die Konsequenz, den Vätern eine ganz andere Rolle zuzusprechen oder vielleicht auch die Konsequenz, an die Stelle der Kleinfamilie andere Formen des Zusammenlebens zu etablierten. Nur eben: ohne früh vermittelte Liebe und Bindung geht es nicht!! Zum Thema selbst gibt es eine Menge Literatur. Ich empfehle vor allem als soziologisch vernetzten guten Überblick: Christel Hopf, Frühe Bindung und Sozialisation. Eine Einführung, Weinheim und München 2005
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16.09.2010 | 10:34 Hans-Peter Waldrich
Liebe(r) Bluecat, Ihr Kommentar rührt mich. Ja, Gleichheit ist es. Soweit ich mich erinnere war dies auch die Lösung von Karl Marx in seiner Schrift "Zur Judenfrage": Die Emanzipation des Juden ist gleichbedeutend mit der Emanzipation des Menschen, also kein Sonderproblem. Edo Medicks, den ich in meinen kleinen Blog erwähnte, ist ein junger Mann, der - so verstehe ich ihn - sein Judentum abschütteln möchte. Er wandert aus Israel aus und vielleicht gelingt es ihm einfach ein Mensch zu sein. Liebe(r) Bluecat, manchmal verstehe ich nicht, dass wir diese seltsamen Differenzierungen immer noch ernst nehmen. Was mich angeht, so bin ich eine "Promenadenmischung", auch türkischer Herkunft, was für mein Selbstverständnis aber keine Rolle spielt.
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Happy Fisting

24.07.2010 | 15:08 Hans-Peter Waldrich
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28.07.2010 | 15:32 Hans-Peter Waldrich
Liebe(r) Phineas Freek, zum "Deppen" machen wir uns ja immer irgendwie, wenn wir in schriftlicher Kurzform etwas in die Öffentlichkeit entlassen. Gelegentlich missverstanden zu werden, gehört dann einfach dazu. Bei Ihnen (Dir) höre ich einen "anarchistischen" Unterton heraus. Ist der beabsichtigt? Darüber nachzudenken, wie wir v o r aller Herrschaft wären, finde ich durchaus gut und wichtig. Grüße! Lieber Gero Steiner, auh ich bin fest davon überzeugt, dass die "Klickrate" das sexuelle Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher steuert. Und hinter der Klickrate stehen wiederum kommerzielle Interessen. "Erziehung" wird daher nicht etwa von verantwortlichen Erziehern betrieben, sondern von Kalkulationen oder so etwas wie "Maschinen". Für mich ist das Entfremdung oder Verdinglichung wie sie im Buche steht. Auch handelt es sich - das sage ich im Hinblick auf Phineas Freek - um eine Form der Herrschaft, denn die Kids würden sich ja wesentlich anders verhalten, wenn nicht mit Tausenden von Fisting-Seiten Kasse gemacht würde.
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Happy Fisting

24.07.2010 | 15:08 Hans-Peter Waldrich
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28.07.2010 | 09:16 Hans-Peter Waldrich
Die "Gesamtheit aller gesellschaftlichen Institute" - das wäre nicht mehr, aber auch nicht weniger als alles, was uns überhaupt beeinflussen kann. Der Mensch (oder auch ein "Rotzbengel") jenseits aller gesellschaftlichen Institute wäre zum Beispiel ein "edler Wilder" oder ein "Wolfskind". Immer wieder hat man nach Beispielen von Menschen gesucht, die völlig unbeeinflusst waren von jedwedem gesellschaftlichen Einfluss. Man ist aber eigentlich nur auf Menschen gestoßen, die nicht lebensfähig waren, so wie Kaspar Hauser. Aber freilich ist es sehr nachdenkenswert, was alle diese "gesellschaftlichen Institute" aus uns machen. Und die institutionalisierte Erziehung ist stets mehr als fragwürdig. Die nicht institutionalisierte, wie etwa die Erziehung über das Internet, ist es aber noch mehr... Herzliche Grüße!
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Happy Fisting

24.07.2010 | 15:08 Hans-Peter Waldrich
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27.07.2010 | 08:42 Hans-Peter Waldrich
Tschuldigung! Hatte es eilig, und Internetkommunikation hat ihre Tücken. Aber wie stehen Sie selbst zum Thema? Herzliche Grüße von Hans-Peter Waldrich
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Happy Fisting

24.07.2010 | 15:08 Hans-Peter Waldrich
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26.07.2010 | 17:44 Hans-Peter Waldrich
Lieber Wiglaf Droste, also für mich gibt es keine Rotzbengel, die es "ganz von alleine" können. "Ganz von alleine" ist auch ein Rotzbengel meistens ein prima Kerl. Zum Rotzbengel wird man in der Regel erst dann, wenn man in einer "verrotzten" Umwelt lebt und kein ausgleichendes Gegengewicht geschaffen wird. Andererseits sollte man sich auch mal die Freizeit- oder Ferienlagerpädagogik anschauen. Auf Klassenfahrten, Ferienlagern oder dergleichen werden auch Grenzen ausgetestet. Dass dort zum Beispiel gesoffen wird, ist ganz selbstverständlich, denn jeder muss mal erleben, wie sich ein Nahezu-Delirium anfühlt. Um mit solchen Verhaltensweisen umgehen zu können, braucht es jedoch Pädagogen, die sich mit den Extremen auskennen und die für die Jugendlichen Wege anbahnen, die das Leben auch jenseits der Extreme in Spannung versetzen. Darüber denkt die so genannte Erlebnispädagogik nicht erst seit heute nach. Es sieht aber so aus, als werde auch hier gespart und daher mit Hilfkräften billigen gearbeitet, weil Erziehung in dieser Gesellschaft wenig gilt und Kinder hüten ja schließlich jeder kann..
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Happy Fisting

24.07.2010 | 15:08 Hans-Peter Waldrich
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26.07.2010 | 14:52 Hans-Peter Waldrich
Ich will hier noch ein Zitat von Prof. Beier, Direktor des Instituts für Sexualwissenchaft in Berlin, unterbringen. Es bezieht sich auf die mögliche Wirkung allgegenwärtiger Pornographie auf Kinder und Jugendliche: "Aus meiner Sicht ist das Ganze ein großes Experiment an unserer Jugend - ein unethischer Meschenversuch." Alice Schwarzer sieht die Sache mit der Pornographie schon richtig, aber ich würde sie noch nicht abhängig von den Print-Zuhältern bezeichnen.
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Happy Fisting

24.07.2010 | 15:08 Hans-Peter Waldrich
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26.07.2010 | 09:10 Hans-Peter Waldrich
Es ist spannend zu verfolgen, wie die eigenen, übrigens sehr komprimierten Gedanken kommentiert werden. Ja, worum ging es m i r ? Keineswegs um die Frage, ob alles immer schlechter wird. Zeiten, in denen Kinder durch die schwarze Pädagogik psychiatriereif geprügelt wurden, waren gewiss keine besseren. Es geht um das Besondere unserer Gegejnwartskultur. Das Besondere ist vielleicht mit Begriffen zu fassen wie Ökonomisierung, Verdinglichung, totale Warengesellschaft, sexuelle Marktwirtschaft. Und aus diesen Bereichen heraus werden unsere Kinder sozialisiert. Leif Miles hat recht: "Oder könnte es doch sein, dass das, was mediale Aufmerksamkeit erfährt, deshalb auch praktiziert wird?" Und die mediale Aufmerksamkeit resultiert aus der Gewinnerwartung. Die Tausenden von Fistingseiten im Internet sind vermutlich alle kommerziell motiviert. Es geht also darum, die Totalisierung der Märkte auch als maßgeblichen Faktor für die Veränderung von Verhaltensweisen zu begreifen und damit für die Veränderung der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen.
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19.07.2010 | 07:06 ed2murrow
So, wie Sie die Frage stellen, liest sich das: Sind die Leser dafür, direkte Demokratie so zu gestalten, dass sie künftig ausschließlich vorbestimmte und gewünschte Ergebnisse und zwar im Sinne von "L...
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20.07.2010 | 09:34 Hans-Peter Waldrich
Lieber j-ap, natürlich hat das, was du mir hier unterstellst, nichts mit meiner Auffassung zu tun und schon gar nicht mit der Position der "Aktion Humane Schule e. V. " Demokratie hat auch was mit dem Aushalten von Spannungen und Widersprüchen zu tun. Demokratie ist zunächst eine "Form". Ihr formales Ergebnis ist immer zu respektieren (jedenfalls solange es die Grund- und Menschenrechte beachtet). Aber i n h a l t l i c h können der Vorgang der Abstimmung wie auch das Ergebnis durchaus beklagenswert sein. Eine solche Klage ist braucht noch lange keine Option für die Diktatur zu sein.
Hans-Peter Waldrich
Aller Beschreibung spottend.
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Logbuch
23:26
Fräuleinchen hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:25
luggi hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:23
ed2murrow hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:21
gweberbv hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:12
ideefix hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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