Junge Menschen können mit der Friedensbewegung nicht mehr viel anfangen

Antikriegstag Je länger der Ukraine-Krieg dauert, desto älter wirkt die Friedensbewegung. Warum sind kaum junge Stimmen gegen Aufrüstung und Militarisierung zu vernehmen?
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 35/2022
Junge Menschen können mit der Friedensbewegung nicht mehr viel anfangen

Illustration: Mari Kinovych

Die Jugend ist vernünftig. Die Jugend strebt nach Harmonie. Die Jugend hält still. Die Jugend will bloß nichts falsch machen. Die Jugend ist mit der Klimarettung beschäftigt. Und mit ihren Klausuren und Beziehungen – „es ist kompliziert“. Da kann sie sich nicht auch noch um Krieg und Frieden kümmern.

Jeder dieser Sätze begeht Unrecht an den Einzelnen, und doch sind kaum junge Stimmen gegen Aufrüstung und Militarisierung zu vernehmen. Wer, trotz zu erwartender Diffamierung als „Putinist“, öffentlich nach den Ursachen des laufenden Krieges fragt, gehört eher zu den älteren Semestern. Zwar hatte etwa der AStA Hamburg im Juli zur bundesweiten Friedensdemo aufgerufen und „NEIN zur Aufrüstung – JA f