RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 06.04.2019 | 22:14

also erst mal finde ich es schwierig, dir zu folgen. Nun, das ist ja keine vwl-analyse. das ist ein grundlegener erklärbär-artikel für leute, die sich nie mit vwl befasst haben die thematik aber interessiert oder leute, die eine einfache zusammenfassung möchten. und geld ist halt immer noch nichts. es ist eine recheneinheit, die man irgendwo hinzufügen kann und auch wieder streichen kann. der wahre wert einer volkswirtschaft liegt in dem analagevermögen. es ist zwar möglich, eine art schneeballsystem mit schulden zu starten, aber das sind halt tatsächlich nur recheneinheiten. in, bspw., einer hyperinflation oder einer schweren wirtschaftskrise wird das geld so schnell vernichtet, wie die schulden zurückgezahlt werden. das bedeutet schulden sind zwar geld, aber geld ist halt nichts. man kann das besteuern, weginflationieren oder es wird durch den wegfall der verbindlichkeit, etwa, wenn der kredit nicht zurückgezahlt wird, vernichtet. es existiert dann halt nicht mehr. darum nur mal kurz mein verständnis von keynesianischen wachstum: es muss anlagevermögen gebildet werden, als sachwerte, die die produktion und produktivität gewährleisten. alles andere sind halt nur zahlen in einer bilanz. vielleicht kann man das durch neue schulden aufpumpen, aber das ist halt kein realer wert. geld ist halt ne zahl in irgendeiner bilanz.

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 22:26

Kann ich so nicht sagen. Ich höre das zum ersten Mal. Hört sich aber ähnlich an, wie die Ziele der Gemeinwohlökonomie. Aber ich bin immer Skeptisch, wenn man aus den Menschen etwas machen möchte, was sie nicht sind. Wenn man bspw. etwas für die Ökologie tun möchte, dann müsste man, wie Heiner Flassbeck vorschlägt, den Ölpreis erhöhen um Anreize zu schaffen, alternativen zur Ölnutzung zu finden. Man muss Preisanreize schaffen.

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 21:59

Wenn alle Leute isch mit Keynsianismus beschäftigen und dann selber Lösungen sehen können. Sonst nicht. Das dringeste Problem ist aber wohl die niedrigen Löhne weltweit.

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 21:59

Wenn alle Leute isch mit Keynsianismus beschäftigen und dann selber Lösungen sehen können. Sonst nicht. Das dringeste Problem ist aber wohl die niedrigen Löhne weltweit.

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 21:35

zu 1) kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Ich traue den Menschen weit weniger zu. Für Kommunismus ist die Menschheit noch nicht bereit zu 2) Mit dem Gelddrucken ist das so eine Sache. Geld muss halt in Nachfrage verwandelt werden und so dann in Investitionen umgesetzt werden. Sonst verschwindet das Geld einfach wieder, sobald Kredite zurückgezahlt werden. Denn Geld entsteht durch Kredite und verschwindet wieder mit dem Kredit.

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 21:05

Naja. 1. Was wäre wohl los, wenn die Leute erkennen würden, dass man Geld einfach Drucken kann? Welchen Anreiz gäbe es dann, noch Arbeiten zu gehen? 2. Das wäre mit Staatsschulden verbunden, die derzeit leider ein wenig unpopulär sind.

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 20:45

Ja, man kann Geld einfach "drucken", es den Armen geben und die hätten ein besseres Leben. Da hat er vollkommen Recht.

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 20:43

Das ist dir sehr gut aufgefallen! 1) 2) 3) 4) Wie ich schrieb, fehlt das Ausland. Und im Text steht auch explizit, dass das Ausland fehlt. Das Ausland ist aber ein eigener Sektor. In Deutschland ist der Sektor Ausland hoch im Minus aufgrund der negativen Außenhandelsbilanz. Ebenso schrieb ich, dass I nicht S ist, sondern dass I S sein soll. Wenn man sich die Verteilgung, wie in der Saldenmechnanik, ansieht, wird klar, dass es einen "Sparüberschuss" der Haushalte gibt. Man stellt sich das am besten als eine Bilanz vor: Die Haushalte nehmen Kredite auf und Sparen. Aber sie sparen unter dem Strich mehr, als sie an Krediten aufnehmen. Zudem geht es dabei immer um Netto-Schulden. Die Entsprechenden Statistiken für Deutschland sind für alle einsehbar bspw. hier: https://www.bundesbank.de/resource/blob/750016/52ffd278c3063db4e2175e97c2fcc154/mL/statso-4-ergebnisse-der-gesamtwirtschaftlichen-finanzierungsrechnung-2012-2017-data.pdf Dort unter Tebellen I ist für 2017 das beispielsweise:Vermögensbildung (Geld und Sachkapital) 40 mrd.

Staat -2 mrd.

Private Haushalte 31 mrd.

Übrige Welt 257 mrd.

Das sind insgesamt 326

Das Sparen (eine Spalte darunter) beträgt insgesamt auch genau 326 mrd. (bzw. 327 mrd. aufgerundet)5) Das verstehe ich leider nicht so genau. Ich habe keine wissenschaftliche Abhandlung geschrieben, sondern einen groben Einstieg. Ich könnte genauso fragen, was Du mit "Vermögenszunahme" meinst? Ist die Geldvermögenszunahme gemeint oder Anlagevermögen oder die Brutto- oder Nettovermögensbildung? Finanzkrise 2008:Du hast vollkommen recht, dass das Geld durch Schulden entsteht. Aber hier beachtest du nicht, wie der Zins letztendlich bezahlt wird. Der Zins wird nicht durch die Enstehung neuer Kredite finanziert, denn das funktioniert ja, wie du ganz richtig sagst, nicht. Der Zins wird ganz klassisch durch Arbeit bezahlt, oder besser, durch die Steigerung der Produktivität und die damit steigenden Löhne. Das wäre die klassische Wachstumstheorie der Keynesianer. Das Wachstum entsteht duch Anlagekapital und stellt das eigentliche Vermögen einer Volkswirtschaft dar. Es sind Maschinen, LKWs usf. die das Vermögen ausmachen. Dies wird allerdings in Geldeinheiten ausgedrückt um ihnen einen Wert zu geben. Natürlich kann man die Finanzmärkte Brutto aufpumpen, mit geliehenem Geld. Aber das ändert nichts an den Netto-Verhältnissen. Und duch das erwirtschaftete Vermögen wird der Zins finanziert. Derzeit ist der Zins übrigens bei genau Null. Teilweise sogar in negativen Bereich!

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 13:53

Gutes Beispiel. Schulden MÜSSEN sein. Anders geht es nicht. Wenn die Unternehmen und die Haushalte keine Schulden aufnehmen wollen, dann muss es halt der Staat tun. Und genau das zeigt die Verschuldung der Staaten weltweit.

RE: Was ist eigentlich Keynesianismus? | 05.04.2019 | 12:41

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chinas-schulden-steigen-auf-250-prozent-des-bip-a-982213.html