Klaus Fürst

Es ist die unüberwindliche Irrationalität, die dem Menschen den Ausgang aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit versperrt.
Klaus Fürst
RE: Über die selbstgerechten Dogmen der Linken | 15.06.2021 | 12:05

Tut mir leid, aber ich glaube nicht an die unsichtbaren Mächte, die ihre Enttarnung fürchten. Weder Weg noch Ziel sind für mich plausibel. Das entscheidende Gegenargument aber ist, dass sie das gar nicht nötig haben. Sie brauchen sich ja nur auf die stabile Komponente der gesellschaftlichen Entwicklung zu verlassen : die grenzenlose Dummheit der Individuen. Die führt ganz von selbst da hin, wo es für die Mächtigen am besten ist.

RE: Über die selbstgerechten Dogmen der Linken | 15.06.2021 | 08:21

Das mit den "Einflussagenten" ist mir zu konstruiert. Ich wüsste nicht, von wem die platziert werden sollten, vor allem bei der unendlichen Zahl von Einsatzorten. "Nützliche Idioten" trifft es schon eher, aber auch da glaube ich nicht an einen zielgerichteten Einsatz. Der Aktivismus ergibt sich aus einer Reihe psychologischer Aspekte, die von den Autorinnen sehr gut analysiert werden. Dass die Arbeit der "nützlichen Idioten" dankbar von Demokratiefeinden angenommen wird (so wie der oben zitierte Steve Bannon), versteht sich von selbst.

Ihre Aussage, "aufklärende Schriften stören da nur", verstehe ich allerdings nicht.

RE: Kriminelle Energie gegen Annalena Baerbock | 07.06.2021 | 16:10

Die Quelle dürfte sich aber kaum ermitteln lassen.

RE: Kriminelle Energie gegen Annalena Baerbock | 07.06.2021 | 14:19

Das mag alles sein, und da kann man recherchieren und sachlich argumentieren.

Aber Sachen wie diese Video-Fälschung sind kriminell. Und das muss man so benennen, egal gegen wen es geht.

RE: Heinrich Mann - einer der fehlt | 28.03.2021 | 09:00

"Wo heutzutage militante Diskurskämpfer*innen als Gender-, Rasse- oder Klassenkämpfer*innen um Beachtung, Versorgung und Karrieremöglichkeiten rangeln und für sich selbst eine Diskriminierung, Unterprivilegierung und anderes ausweisen, um endlich zum Zuge kommen zu können; wo ihnen nicht minder aggressive Wahrheitsverkünder im Ton der ewigen Torwächter antworten, dass sie gerade nicht zum Zuge kämen, finden wir bei Heinrich Mann vor allem eines: Großzügigkeit. Im aktuellen Zeitalter der verallgemeinerten Kleinbürgerlichkeit, wo jeder distanzlos - und deshalb identitär und mit sich scheinbar identisch - „Ich“ ruft, um einen Anspruch auf Teilhabe zu markieren, nicht ohne dem anderen irgendetwas zu neiden, lehren die Texte von Heinrich Mann: freundliche Distanz zu sich und anderen, Ironie und Humanismus. Zurücktreten."

Danke für diese wunderbaren Worte!

RE: Geschlechtergerechte Sprache ohne Gendern | 25.03.2021 | 21:49

Ihre aggressive Rhetorik ist unangebracht. Ich habe keine Gegenseite herabgesetzt, weil ich gar keine Gegenseite habe. Nur weil jemand anders sprechen will als ich, ist er nicht mein Gegner, zumindest solange er mir nicht vorschreiben will , wie ich zu sprechen habe. Jeder kann sprechen und schreiben wie er will, ob mit Genderstern, Gap oder was auch immer. Ob andere Menschen sich das anhören oder gar in ihren eigenen Sprachgebrauch übernehmen, entscheiden wiederum sie selbst. So verändert sich Sprache, nicht über Regelwerke.

RE: Geschlechtergerechte Sprache ohne Gendern | 24.03.2021 | 19:41

Ach ja - als Kabarettist hätte ich das eigentlich merken müssen. Aber die Grenzen sind heute so fließend ...

RE: Geschlechtergerechte Sprache ohne Gendern | 24.03.2021 | 19:27

Der Vorschlag des Universalum stammt schon von Gender-Aktivistin Luise Pusch, allerdings mit dem universellen Pronomen "das". Sie haben Recht, es wäre auf jeden Fall einfacher und vor allem ästhetischer als die sog. gendergerechten Formen. Jedoch hat ihr Vorschlag einen Haken: er wird nicht benötigt.

Sie postulieren, es müsse eine Änderung vollzogen werden, weil "das generische Maskulinum immer mehr an Akzeptanz verliert". Woran machen Sie das fest? In allen Umfragen lehnen 70-90 % (je nach Fragestellung) Gendersprache ab. Ein Akzeptanzverlust ist nur innerhalb bestimmter intellektuellen Wohlstandsblasen zu registrieren, nicht aber im Volk, weshalb beispielsweise die Magdeburger Volksstimme hier begründet: "Warum kann eine Volksstimme Binnen-I, Gender-Gap oder Sternchen nicht einführen:"

Nur weil die in der Opferrolle sich dünkenden am lautesten schreien, bedeutet das nicht, sie hätten einen begründeten Anspruch darauf, dass alle Anderen ihren Animositäten Beachtung schenken.

RE: Gerechtigkeitsprobleme der Pandemiebekämpfung | 02.02.2021 | 18:45

Wir beide wissen zwar, dass es nicht Wirklichkeit wird, aber es macht schon Spaß zu überlegen, wie man das Notopfer abfordern kann. Vor allem müsste allen Sonderabschreibungen und Rückstellungen ein Riegel vorgeschoben werden, sonst würden die Gewinne in andere Zeitzonen transferiert. Das Konfiszieren der Boni und Dividenden wäre am einfachsten zu realisieren, denn wer sie einmal erhalten hat, kann es dann nicht mehr leugnen. Natürlich kann das auch einen Hotelier treffen, der seine Altersvorsorge über Aktienanlagen gestaltet. Der wäre dann doppelt geschädigt. Wenn er aber auf der anderen Seite vollumfänglich entschädigt wird, ist das okay. Naja, träumen wir halt weiter.

RE: GOTT von Ferdinand von Schirach | 24.11.2020 | 12:32

"Gequälter Themenabend." - So unterschiedlich ist das: für mich war es der spannendste deutsche Film seit ... ich weiß nicht wie lange, und ich habe jede Minute genossen.

Solche Stücke braucht das Land, das ist ethischer Diskurs, in den sich alle eingebunden fühlen.