Klaus Fürst

Es ist die unüberwindliche Irrationalität, die dem Menschen den Ausgang aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit versperrt.
Klaus Fürst
RE: Wer sind eigentlich Thunbergs Hintermänner? | 28.09.2019 | 10:40

Der Beitrag stellt weder eine relevante Frage, noch gibt er eine fundierte Antwort. Die Frage ist irrelevant, weil sie im Verhältnis zur Bedeutung der in diesem Kontext stehenden Prozesse einfach nur Pillepalle ist. Wer dennoch eine Antwort auf diese Pillepalle-Frage haben will, sehe sich den Faktencheck an, auf den bereits pleifel verwiesen hat. Aber wen interessieren schon Fakten?

freitag20 schreibt: "Denn es ging VOR IHR um Umwelt, um Plastik, um Artensterben, um Verelendung." Da muss ich die Frage stellen: Wann wurden all diese Themen denn stärker in den Fokus von Gesellschaft und Politik gerückt als heute? Und das ist allein den Aktionen der fridays for future und extinction rebellion zu danken.

Es ist peinlich, gerade in dieser Community zu lesen, wie das Engagement der Millionen Menschen, die weltweit auf die Straße gehen, verunglimpft wird, so als wäre es eine in blinde Extase gefallene Masse, die einem Guru hinterher läuft. Mit Thunberg kam etwas ins Laufen, was ich gegenwärtig als die einzige Hoffnung für diesen Planeten sehe. Die Rolle, die sie jetzt und künftig spielt, ist dabei recht belanglos; die Bewegung als Ganzes ist längst nicht mehr auf sie fokussiert oder von ihrem Tun und Lassen abhängig.

RE: Mit der Moralkeule gegen den Klimawandel | 24.09.2019 | 22:09

Dem Inuit muss ich das nicht beibringen, denn der bewegt sich innerhalb seines (natur-)rechtlichen Rahmens.

RE: Mit der Moralkeule gegen den Klimawandel | 24.09.2019 | 14:56

Moral ist etwas, das ich nur im Rahmen der mir zustehenden Rechte und Freiheiten leben kann. Insofern ist das wirklich nichts, in das sich der Staat einzumischen hat.

Für die von Ihnen angeführten Beispiele trifft das aber nicht zu. Es liegt nicht im Bereich der mir zustehenden Rechte und Freiheiten, unbegrenzt Fleisch zu essen, Ressourcen zu verbrauchen und die Umwelt zu belasten. Wer das tut, begeht (globales) Unrecht. Also erzwingt der Staat mit seinen Lenkungsmaßnahmen keine Moral sondern rechtskonformes Verhalten. Und das wäre in diesem Fall dringend geboten.

RE: Brasilien MUSS gar nichts! | 27.08.2019 | 20:01

Genau deshalb müssen auch Lieschen und Jens Müller aus Herne dafür bezahlen, dass der Regenwald geschützt wird, und nicht nur Lucia und Juan Perez aus Rio.

RE: Brasilien MUSS gar nichts! | 27.08.2019 | 15:07

Ich teile Ihre Sicht vollkommen. Mir ging es nur darum, klarzustellen, dass wir keinen Anspruch haben, dass diese Länder ihre Natur schonen. Die Menschheit muss die Natur als Gemeingut betrachten und deren Schutz gemeinsam stemmen. Die Starken haben gerechterweise dabei den größten Anteil zu leisten, und nicht diejenigen, in deren Hohheitsgebiet zufällig die Regenwälder liegen.

RE: Zum Zustand der Deutschen Sprache | 11.06.2019 | 17:55

"Dass der Großteil der (gebildeten, sich für den Klimawandel interessierenden) Deutschen aufgrund von World-War-Vergangenheit und Erinnerungskultur mehr Schwierigkeiten hat, sich mit seinem Land zu identifizieren, als ungefähr alle anderen Bürger der Welt ist Konsens."

Nein, ist es nicht. Ich jedenfalls kann das nicht bestätigen und halte es für ein Klischee. Es sei denn, Sie hängen das Attribut "gebildet" so hoch , dass es nur auf eine marginale Minderheit zutrifft.

Sie haben recht: es ist nicht beunruhigend, "dass sich die Deutsche Sprache jetzt vielleicht ein bisschen schneller verändert als normalerweise". Beunruhigend ist jedoch, warum sie sich verändert. Und das hat in erster Linie weder mit Migranten zu tun, noch äußerst es sich in der Grammatik. Die Ursache ist das unter dem Zwang politisch korrekten Sprechens betriebene Glattbürsten der Sprache. Robert Pfaller ("Erwachsenensprache") hat das gut zusammengefasst: "Teile der Eliten und die gehobenen Mittelschichten, die von der neoliberalen Politik entweder profitieren oder dies erhoffen, betreiben ein zunehmend verkrampfteres und elitäres Saubersprechen; und alle anderen ergehen sich - vielleicht auch trotzig - in immer dumpferem und unflätigerem Gerülpse."

RE: Greta Thunberg und ein Kommentar-Rekord | 23.05.2019 | 15:33

Ja, das ist es. So könnte Aufklärung gelingen, wenn die Botschaft fruchtet: Faktenwissen ist geil.

RE: Radikalisiert euch! | 14.04.2019 | 09:45

Wenn die fridaysforfuture-Bewegung etwas nicht braucht, dann diesen Aufruf zur Ideologisierung und Radikalisierung. Nur weil sie diese Fehler der Altrevoluzzer nicht wiederholt, hat sie überhaupt die Chance, zu einer Massenbewegung zu werden und die Sympathie der Gesellschaft zu gewinnen. Mit dem, was Frau Nowak vorschlägt, lässt sich kein gesellschaftlicher Konsens herstellen, nur Zerrissenheit. Und genau das spielt den Mächtigen in die Hände: Teile und Herrsche. Und Teilung haben wir in diesen Zeiten schon mehr als genug.

RE: Die Grundeinkommens - Woche (14/2019) | 11.04.2019 | 18:03

Ich kann nachvollziehen, dass Nil die Debatte aufgibt. Sie möchten alle allgemein anerkannten Begriffe umdefinieren. Das können Sie gern tun, aber dann werden Sie in keinen sachlichen Dialog treten können, denn kein potentieller Gesprächspartner wird Ihre Begrifflichkeiten annehmen. Kapitalismus ist klar definiert, wenn Sie darunter etwas ganz anderes verstehen, ist eine Diskussion unmöglich.

RE: Die Grundeinkommens - Woche (14/2019) | 08.04.2019 | 17:01

Natürlich habe ich mich mit dem Beitrag beschäftigt, sonst hätte ich diese Wertung nicht abgeben können.

Die "Grundeinkommens-Woche" ist ein kurzer Abriss des Geschehenen einer Woche. Er soll Interessierten Lesern Anregung zur Weiterbeschäftigung mit dem Thema geben. Eine ausführliche Behandlung der Einzelereignisse ist hier nicht möglich. Ich kann Ihnen aber gern meine Einschätzung begründen:

"fundamentalen Unwahrheit der Bedingungslosigkeit und der ökonomischen und moralischen Giftmischung, deren Rezept da lautet, die einen auf Kosten der anderen zu füttern"

Hätte sich die Autorin mit der Thematik wirklich beschäftigt, wüsste sie, dass es nicht das Rezept des BGE ist, die einen auf Kosten der anderen zu füttern. Das BGE ist kein Almosen, sondern ein Menschenrecht, was von vielen Autoren ausführlich begründet wurde (zum Beispiel hier).

"Wenn sich aber niemand findet, dem die entstehenden Güter ausser ein paar netten Worten so viel wert sind, dass er dafür bezahlt, dann verkehren sich Motivation und Kreativität sehr schnell in Frustration und Bitterkeit."

Damit stellt die Autorin Sinn und Antrieb jeglicher Kunst in Frage, die eben nicht deshalb geschaffen wird, dass jemand dafür bezahlt. Kreativität geschieht zu allererst für sich selbst. Ob andere dann daraus einen Genuss oder sonstigen Nutzen ziehen werden, ist erst einmal zweitrangig. Genau dafür schafft das Grundeinkommen die existentiellen Voraussetzungen.

"Ohne Aussicht auf Gewinn tut der Mensch nichts. ... Nimmt man dem Menschen den Schublieferanten „Gewinn“, nimmt man ihm nicht nur ein Gutteil seines Menschseins, sondern das Leben schlechthin."

Es tut mir Leid für die Autorin, dass sie zu diesem Menschenbild gefunden hat. Aber genau den Menschen, die dieses Bild nicht verkörpern, wird mit dem Grundeinkommen die Möglichkeit gegeben, Gutes und Sinnvolles jenseits von Gewinnerwartung zu tun.