RE: „Die Klimawende ist nicht sozial genug“ | 25.12.2021 | 14:07

Eines der größten Probleme der Energiewende bleibt nicht ihre Existenz im Kapitalismus, damit müssen wir uns wohl als gegeben abfinden. Es ist die Übertragung einer so wichtigen Aufgabe in die Hand von StartUps und Jungeunternehmern, die unter Nachhaltigkeit Kaffeelieferungen mit dem Lastenfahrrad und unter sozialer Verantwortung die Vergabe von "Volontariaten" und Praktika unter Mindestlohn ansehen.

Wie soll man diesen Leuten, ein Beispiel wäre das Kölner Unternehmen Next Kraftwerke, eine gesellschaftliche Aufgabe wie die Energiewende übertragen die nicht kaltes, dünn grün-lackiertes Gewinnstreben, sondern gesellschaftlichen und sozialen Altruismus erfordert?

Von Politikern insbesondere der Grünen wurden die Gründer Sämisch und Schwillt solange hofiert, bis sie ihren ganzen Laden an Shell verkauften. Da war er dann aus, der grüne Traum.

Solange die Politik nicht steuernd eingreift, auf europäischer Ebene, vielleicht könnten hier die Montanunion oder die Euratom vorbildhaft sein, wird das nichts. Schon gar nicht mit der FDP, der SPD und auch nicht mit den längst gelbschimmernden Grünen.

RE: „Die Klimawende ist nicht sozial genug“ | 25.12.2021 | 14:07

Eines der größten Probleme der Energiewende bleibt nicht ihre Existenz im Kapitalismus, damit müssen wir uns wohl als gegeben abfinden. Es ist die Übertragung einer so wichtigen Aufgabe in die Hand von StartUps und Jungeunternehmern, die unter Nachhaltigkeit Kaffeelieferungen mit dem Lastenfahrrad und unter sozialer Verantwortung die Vergabe von "Volontariaten" und Praktika unter Mindestlohn ansehen.

Wie soll man diesen Leuten, ein Beispiel wäre das Kölner Unternehmen Next Kraftwerke, eine gesellschaftliche Aufgabe wie die Energiewende übertragen die nicht kaltes, dünn grün-lackiertes Gewinnstreben, sondern gesellschaftlichen und sozialen Altruismus erfordert?

Von Politikern insbesondere der Grünen wurden die Gründer Sämisch und Schwillt solange hofiert, bis sie ihren ganzen Laden an Shell verkauften. Da war er dann aus, der grüne Traum.

Solange die Politik nicht steuernd eingreift, auf europäischer Ebene, vielleicht könnten hier die Montanunion oder die Euratom vorbildhaft sein, wird das nichts. Schon gar nicht mit der FDP, der SPD und auch nicht mit den längst gelbschimmernden Grünen.

RE: In Kens Kaninchenbau | 03.08.2021 | 08:13

Wie ich weiter unten länglicher ausgeführt habe: KJ ist als perfekter gekränkter Narzisst ein Cyborg, gesteuert durch die Software des Youtube-Algorithmus. Da habt ihr mal eine Verschwörungstheorie zum durchkauen.

RE: In Kens Kaninchenbau | 03.08.2021 | 08:07

Puh was blubbert denn hier aus dem Sumpf hoch? Vielleicht sollte auch mal direkt mein Kommentar "gesichert" werden... kommt die Diskette dann im Garten in eine wasserdichte Tonne?

Meiner Auffassung nach ist KJ ist vor allem verwirrt, so könnte man Magdas Eklektizismus auch etwas prosaischer beschreiben. Auf der Suche nach einer Audience, die ihm zuhört und beipflichtet, ist der objektiv ziemlich gute Schnellsprecher und -denker leider vollkommen vom Kurs abgekommen. Was die Weltverschwörergemeinde gerne übersieht: Gelenkt haben ihn dabei nicht sein Aufklärungswille oder irgendein auf irgendeinem Wohnwagen in ihn gefahrener Geist, sondern die simple und effektive Algorithmenlogik und sein narzisstisch befeuerter Geschäftssinn

KJ ist ein Medienunternehmer von Tag 1 an, er ist auf den Zuspruch seines Publikums angewiesen. Das der Algorithmus von Youtube auf den Affekt ausgerichtet ist, sei er nun positiv oder negativ, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. Ihm, dem geschasstem, ehemals erfolgreichem und breit akzeptierten Radiomoderator, der meistens schneller spricht als er denkt, ist eine heftige narzisstische Kränkung widerfahren. Kommt beides zusammen, entsteht ein explosives Gemisch aus dem Wunsch nach Popularität und Zuspruch um jeden Preis und dem einzigen medialen Boomwachstumsmarkt der letzten 20 Jahre: Dem Weltverschwörungskosmos.

Erfolgreiche, pardon, Ausgeburten der Hölle wie Alex Jones nehmen hier dieselbe Vorbildfunktion ein wie Elon Musk für den frischgegelten BWL-Absolventen im Van-Laack-Hemd: Da weiß einer wie es geht und wer skrupellos genug ist, die in einer Gesellschaft der wachsenden Ungleichheit exponentiell wachsende Frustration als Goldmine anzuzapfen, wird sich einen goldenen Föhn verdienen.

Als kleine Hypothesenstütze für den "Geschäftssinn" Jebsens kann sein Ausflug auf die Krim dienen: Hier ist ein echter Startupper am Werk, eine Profession, bei ein Gewissen nur hinderlich sein kann. Der offensichtlichen Blödsinn verkauft und diesen Quatsch schließlich selber glaubt - "love your product", die alte Vertriebsmaxime. Das man an seinem Erfolg schließlich besoffen wird und vollkommen die Bodenhaftung verliert, stundenlang durch ein Backofenrost spricht und sich das Gesicht bepinselt - nun, da haben unzählige Hollywoodstars und Politiker schon besser vorgelegt. KJ ist Narzisst auf Weltniveau mit Geschäftssinn, ohne Gewissen und wahrscheinlich behandlungsbedürftig - aber keinesfalls der Retter der freien Meinungsäußerung.

Wer das ganze mal von der satirischen Seite sehen will, mag sich auch mal meinen jüngsten Beitrag reinpfeifen: Next Adolf, das ganz besondere Startup.

https://www.freitag.de/autoren/maettesw/next-adolf

RE: Der Empath | 21.07.2021 | 09:37

Tja, da kommt dann die Sache mit den Werbeanzeigen ins Spiel, egal ob digital oder in print. Ich weiß aus sehr sicherer Quelle: Früher wurden für die Wahlwerbung der CDU die Plakatstellen eines bekannten Düsseldorfer Waschmittelkonzerns geräumt - natürlich kostenfrei. Solche Verbindungen dürften auch noch heute bestehen und die Wirtschaft hat angesichts des grünen Grauens die Hosen nach wie vor gestrichen voll - egal wie viele Ahr- und Wuppertäler absaufen.

RE: Der Empath | 20.07.2021 | 21:53

Eigentlich lernt jeder siebtklassige CDU/CSUler bereits im kommunalpolitschen Larvenstadium, also bevor er eine dicke Land- oder Bundestagsmade wird, wann er bedröppelt zu gucken und die Schnauze zu halten hat: Volkstrauertag, Beerdigung des langjährigen Vorstands vom Taubenzuchtverein, jemand hat in die Stadtkasse gegriffen - die Mimik ist einstudiert und muss sitzen. Das sie nicht sitzt, zeigt m.E. deutlich weniger Regierungsfähigkeit bei Herrn Laschet als bei der angeblich so unbedarften Frau Baerbock und auch Herr Scholz wusste bislang, wann er schlumpfig grinsen darf und wann nicht.

RE: Der Empath | 20.07.2021 | 16:51

Grundsätzlich erst einmal Zustimmung. Was da passiert ist, ist menschlich. Aber: Von Politikern, speziell Bundeskanzlern, darf und muss stellenweise "Übermenschliches" erwartet werden. Zumindest im Bezug auf die zur Schau gestellten Emotionen. Mit anderen Worten: Ungehemmte Gesichtskirmes darf die vielleicht öffentlichste Person des Landes nicht zulassen. Ein Kanzler, auch ein Kanzlerkandidat, ist immer auf Sendung. Was hätte die Springerpresse aus dem gleichen Vorgang bei Frau Baerbock gemacht?

Wer sich um diesen Platz im Staat bewirbt, was sie oder er ja freiwillig tut, ist sich des permanenten Sendens eigentlich bewusst, hoffentlich auch der Würde des Amtes. Oder es geht Laschet um etwas anderes? Die schiere Macht, vielleicht auch Geld, speziell nach der Amtszeit oder die Verbreitung einer Botschaft/Lebensauffassung - mit Herrn Liminski im Hintergrund sicherlich nicht unproblematisch.

Es geht nicht darum, menschliche Schwächen bloßzustellen. Menschlich ist das verständlich, auf (privaten!) Beerdigungen wird gelacht. Aber es wäre auch menschlich verständlich und sympathisch, im Bewerbungsgespräch dem künftigen Chef zu sagen, das man gerne pünktlich nach Hause geht und diesen ganzen Laden nicht ganz so ernst nimmt wie er - zielführend wäre es wahrscheinlich nicht.

RE: Der Empath | 20.07.2021 | 14:23

Ist es nicht und keine Sorge - exklusive Kenntnisse habe ich da nicht. Aber Laschet und seine vielen Nebenlaschets in der CDU schaden den vielen ganz normalen, netten und emphatischen alten weißen Männern sehr. Er wirkt wie der Prototyp von etwas sehr Problematischem, um es einmal abstrakt zu formulieren. Es dürfte selten ein Politiker in die Nähe der Bundesrepublik gerückt sein, der so viele negative charakterliche und fachliche Eigenschaften auf sich vereint. Da sind Kohl, Strauß und Dregger mit eingerechnet.

RE: Asymmetric Armin und des Teufels Nathanael | 14.07.2021 | 09:32

Danke für den Hinweis, meine Bibelfestigkeit ist wahrscheinlich ausbaufähig, gehört aber auch nicht zu meinen obersten Prioritäten ;-)

RE: Der Spagat zwischen Forschung und Familie | 07.07.2021 | 13:39

Kein einfaches Thema und ich bin sowohl als Mann wie auch als Nicht-Vater eigentlich nicht in der Lage, hierzu einen wirklich auf Erfahrungen fundierten Kommentar abzugeben. Einerseits. Andererseits bin ich vielleicht nicht Vater, aber Sohn pflegebedürftiger Eltern. Ich finde daher die Fokussierung der öffentlichen Diskussion auf die Betreuung von Kindern während der Arbeitszeit verengt und manchmal überstrapaziert.

1. Es ist eine freie Entscheidung, Kinder zu haben. Eltern hat man aber "von Geburt an" und damit einhergehend Verpflichtungen. Die Entscheidung für Kinder wird vom Arbeitsrecht vielfältig unterstützt - die Pflege hingegen nicht.

2. Es existiert eine einseitige Bevorzugung von Eltern gegenüber pflegenden Angehörigen in der derzeitigen Ausgestaltung der Pflege. Eltern können gesetzlich mehrere Sonderkrankentage für Kinder beantragen - pflegende Kinder jedoch nicht für ihre Eltern. Der Zeitaufwand, beispielsweise für die Pflege einer an Parkinson oder Demenz erkrankten Person. ist arbeitsrechtlich nicht vorgesehen.

Hier sich seitens der Politik auf Betriebsvereinbarungen zu verlassen ist fahrlässig. Insbesondere sogenannte agile (vulgo sozial uninteressierte) dynamische, junge Unternehmen und StartUps halten sich mittlerweile oberflächlich viel auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zugute - dies bezieht sich aber fast immer auf junge Eltern, nicht auf die Pflege älterer Angehöriger.

3. Es ist die Auffassung vieler junger Eltern, dass Kinder vom Tag der Geburt an frühestmögliche Förderung, Erziehung und Anleitung zur Selbstoptimierung bekommen müssen. Dies ist anstrengend und eigentlich ein Vollzeitjob - bleibt er aus, kommen "wohlmeinende" Fragen und sozialer Druck auf dem Spielplatz, dem Kitaumfeld und später in der Schule.

Ob dies nötig ist, möchte ich nicht beurteilen – aber: In diese - in meinem Umfeld mehrfach existierende - Realsituation passt ein Voll- oder Teilzeitjob eigentlich nicht hinein und wird dennoch mit Gewalt eingepropft. Während man es hier jedoch oft einfach entspannter angehen lassen könnte und es im Vergleich zur Pflege bezahlbare private Alternativen gibt, haben pflegende Angehörige diese Möglichkeit nicht: Die Doppel- und Dreifachbelastung dieser Familienpolitik un dem familiären Selbstverständnis auf die Produktion junger Leistungsträger für die Volkswirtschaft bei möglichst kostenoptimierter Abwrackung der Alten zahlen wir mit seit Jahren stark ansteigenden psychiatrischen Diagnosen.

Fazit:

Wer auch immer der/die nächste Bundesfamilienminister:in wird: Es sollte jemand sein, der nicht nur an seine eigene akademische Selbstoptimierung denkt, sondern Bedingungen schafft, in denen junge Eltern und Kinder alter Eltern finanziell so gestellt sind, dass auch ein Einkommen ausreicht und ein Elternteil/Kind sich um die Pflege kümmern kann und darf. Die einseitige Ausrichtung auf den Nachwuchs verkennt in einer rapide alternden Gesellschaft und verkennt die Realitäten.