RE: Daddy’s Boy | 21.02.2017 | 11:20

Sehr interessant: Rassimus, Antisemitismus und Transphobie waren keine Gruende fuer den Verlag Simon&Schuster sich von Yiannopoulos zu distanzieren. Im Gegenteil, gerade sie sollten den Verkauf seines Buches anheizen. Die Grenze war jetzt erst erreicht, als es um Paedophilie ging.

http://www.thenewcivilrightsmovement.com/davidbadash/breaking_simon_schuster_finally_cancels_milo_s_quarter_million_dollar_book_deal

RE: Daddy’s Boy | 16.02.2017 | 18:38

Die individuelle psychische Verfasstheit von Herrn Yiannoupolos interessiert mich auch herzlich wenig, darum geht es in dem Artikel ja auch nicht. Was mich aber interessiert: Wie das Internet Anlass, Beispiel und Trainingsprogramm dafuer wird, wie Subjekte auch in der nicht-digitalen Oeffentlichkeit agieren. Deshalb liegen sie glaube ich auch falsch, EIGENTLICHSCHON, wenn sie sagen, diese Leute seien nicht besonders komplex. Denn da greifen digitale und politische Kultur auf machtvolle Weise ineinander, und die Hauptakteure in diesem Feld haben das entweder intuitiv oder bewusst begriffen. Deshalb ist es wichtig diese Prozesse zu verstehen, scheint mir.

RE: Macht und Weiblichkeit | 04.08.2016 | 15:25

Liebe Magda, sehr intressant! Ja die Autoritaet als Mutter, vielleicht kann man es so sagen, ist natuerlich eine instabile. Ausserdem hat sie ja ueblicherweise eher im Privaten der Familie Macht. Deswegen ist ja ihre Heraustreten im Wahlkampf der USA auch so auffaellig. Das deutsche "Mutti" als Name fuer Merkel uebersetzt diese Instabilit in eine ironische Geste, die ihre Geringschaetzung mit beinhaltet, da stimme ich zu. Mutti ist immer schon kurz vor Omi.

RE: Macht und Weiblichkeit | 04.08.2016 | 10:25

Das alte marxistische Argument, dass Geschlechterdifferenz nur ein Nebenwiderspruch und kein ernstzunehmender Faktor gesellschaftlicher Macht ist, halte ich fuer antiquiert and sozial fuer rueckwaertsgewandt. Mit anderen Worten: Ein Form von maennlicher heterosexueller Arroganz. Ich denke auch, dass Muslime, Schwarze, Latinos, Frauen, Lesben, Schwule und Trans sehr wohl einen Unterschied zwischen einer Praesidentin Clinton und einem Praesidenten Trump erkennen. Dass damit noch nicht zwangslaeufig die Logik neoliberalen Kapitals attackiert ist, Minderheitenpolitik und Neoliberalismus sich also bis zu einem gewissen Masse sehr gut vertragen, ist anderseits auch klar. Diese Diskussion habe ich in dem Artikel noch nicht gefuehrt. Hier unterscheiden sich Clinton und Sanders allerdings auch deutlich, von "rechter FDP" im Fall von Sanders zu sprechen - das verstehe ich nicht.

RE: Macht und Weiblichkeit | 04.08.2016 | 09:32

Liebe Lethe, ich stimme zu, dass die entscheidenden politischen Fragen innerhalb der Demokratischen Partei der USA gestellt werden u.a. auch weil sich die Republikaner aus einer ernstzunehmenden politischen Debatte verabschiedet haben und damit als Diskussionsparner quasi ausfallen. Was bei der Praesidentenwahl zur Wahl stehen muesste, waeren also die verschiedenen Positionen von Clinton und Sanders. Aber diese Situation haben wir bei dem 2-Parteiensystem der USA nicht. Anlaesslich der Gegenueberstellung von Clinton und Trump jetzt aber von einer Unterschiedslosigkeit der KandidatInnen zu sprechen halte ich allerdings fuer unverantwortlich.

RE: Macht und Weiblichkeit | 04.08.2016 | 09:27

Nicht ganz ueberraschend aber in dieser Eindeutigkeit doch auch interessant, dass ein Artikel ueber Hillary Clinton, Michelle Obama und Melania Trump zu einer (fast ausshliesslichen) Diskussion von Merkel fuehrt. Dazu nur eine Idee: Ich denke, in Deutschland wird das Geschlecht der Kanzlerin weniger thematisiert als das der Politikerinnen in den USA, zumal die Rechte in diesem Land (noch?) nicht die polemische Gewalt der Rechten in den USA einsetzt, wenn es um Genderfragen geht. Die deutsche Debatte ist weniger schrill und mehr konsensorientiert. Aber heisst das, die deutsche Oeffentlichkeit ist ueber den Geschlechtsunterschied erhaben? Oder wird er doch eher nur verdraengt? Ich tendiere dazu das Zweite zu glauben.

RE: Macht und Weiblichkeit | 04.08.2016 | 08:02

Vielen Dank fuer die freundliche Reaktion! Das Interessante bei Merkel ist natuerlich, dass sie als symbolishe Mutter taugen muss, gerade in Zeiten der Krise, dabei aber biologisch gar keine ist - was ihr ja mehr oder weniger unumwunden auch immer mal wieder zum Vorwurf gemacht wird. Interessant waere auch noch einmal zu untersuchen, ab welchem Zeitpunkt in ihrer Karreier hier die Rolle der "Mutter" auftauchte, und in welche Rolle dadurch ihre Kollegen und Konkurrentnen, gerade auch in der CDU, geraten.

RE: Homophobie hört nie auf | 16.06.2016 | 22:04

Mit drei Tagen Verspaetung ist bei Merkel doch noch der Groschen gefallen. So heisst es heute auf der FB-Seite der Bundesregierung


Bundesregierung8 Std. ·

‪#‎Orlando‬ – Nach dem entsetzlichen Attentat vom Sonntag hat Kanzlerin Merkel erneut ihre tiefe Anteilnahme ausgedrückt. Noch kenne man die Hintergründe der Tat nicht genau, dennoch wisse man: "Der Attentäter war sich vollkommen klar, dass er in dem Nachtklub lesbische und schwule Menschen antreffen wird, und genau auf diese Menschen war sein Attentat gezielt. Neben der tiefen Anteilnahme gegenüber den Angehörigen der 49 Opfer empfinde ich vor allen Dingen auch Beunruhigung darüber, dass wir gerade gestern wieder Umfragen gehört haben, dass sich die Haltung auch der Menschen in Deutschland zu den Homosexuellen, zu Lesben und Schwulen verändert hat und die homophobe Haltung zugenommen hat. Das ist ein Warnsignal", so die Kanzlerin.