RE: Warum ging diese Aktion nach hinten los? | 02.05.2021 | 07:50

Die Aktion ging eben nicht nach hinten los. Sie war ein Volltreffer. In diesem Fall beweisen das allein schon die Reaktionen.

RE: Das unerreichbare Ziel | 06.04.2021 | 13:14

Lieber Jakob Augstein, herzlichen Dank für diese Einschätzung.

Ich habe das nicht von Anfang an so gesehen, zunächst prägten die Bilder aus China, dann Bergamo. So war ich im Lockdown 1 - zumindest am Anfang - widerwilliger Unterstützer. Nie von allen Maßnahmen. Was sollten Ausgangssperren? Warum durfte ich nicht auf einer Bank im Park sitzen? Warum musste ich auf leeren Bahnsteigen oder im völlig leeren ICE eine Maske tragen? Der Teil der Maßnahmen, der mich zum Deppen degradierte störte von Anfang an.

Die Isolationshaft meiner Mutter im Altenheim störte mich, tat weh, raubten ihr die letzten Lebensmonate. Aus heutiger Sicht :Warum wurden dort - dort gehören sie hin - nicht spätestens 3 oder 4 Wochen nach Pandemieausrufung Tests für alle möglich und die Untersuchungshaft von Menschen in ihren letzten Lebensmonaten aufgehoben?

Ich teile ihre Einschätzung, dass eine Lockdownstrategie, die Maßnahmenstrategie nicht mit bürgerlicher Demokratie und Kultur vereinbar ist.Das wäre sie nicht einmal, wenn es sich um Ebola, Pest, Cholera handeln würde, Krankheiten mit 50, 60 Prozent Sterbequote. Vielleicht müssten wir dann die Demokratie beerdigen um nicht in eine Situation zu kommen, in der niemand mehr jemanden beerdigen kann. Niemals sollte ein solcher Notstand in neue Qualitäten des Daseins und der volksgemeinschaftlichen Solidarität schöngeredet werden.Es geht um die Ablehnung einer Strategie, deren Ziele in einer freien Gesellschaft nicht erreichbar sind. Das hätte theoretisch, also wissenschaftlich vorab geklärt werden können. Nun haben wir in etlichen westlichen, (vormals ?)bürgerlich demokratischen Gesellschaften Lockdown in allen Varianten mehrfach durch. Nach diesen großen Freilandversuchen, diesen riesigen Humanexperimenten sollten wir wissen, was wir vorher hätten wissen können: Es funktioniert nicht.Jetzt - Morgenmagazin vom 06.03. - fordert die Vorsitzende der demokratisch-sozialistischen Linkspartei den totalen Lockdown. Den schnellen und harten Lockdown. Solidarisch natürlich. Als wenn es ein solidarisches demokratisches Diktat der Unfreiheit geben könnte. Abgesehen davon, dass es im Kapitalismus - Sozialistinnen sollten das wissen - auch keinen ökonomisch solidarischen Lockdown geben kann. Abgeshen davon, jetzt bewege ich mich wieder innerhalb der Lockdown-Logik:Seit einer Woche stagniert oder sinkt der Inzidenzwert. Seit Ostern sinkt er.Dazu wird von Deutschlandfunk bis Morgenmagazin mitgeteilt: Über die Feiertage würde weniger getestet....daher der niedrigere Inzidenzwert.Ab Kalenderwoche (KW)10, just jener KW nach Lockerungsbeschlüssen und Stufenplan vervielfachten sich die Corona-Tests. Nie wurde zu der Bekanntgabe des sich langsam erhöhenden Inzidenzwerts hinzugefügt; seit KW 10 wird erheblich mehr getestet, geschweige denn, dass irgendwo die Zahl der hinzugekommenen Test kommuniziert wurde. Wird es bis heute nicht.RKI-Chef Wieler behauptet sogar, das hätte keinen Einfluss auf den Inzidenzwert.Das ist wissenschaftlich oder sachlich in etwa so haltbar wie das Theoriegebäude der Kreationisten zur Evolution.Hier trifft sich beides: Die nicht machbare (Lockdown)Strategie führt beinahe zwangsläufig zur Inkonsistenz ihrer Bestandteile und Maßnahmen. Zu Widersprüchlickeiten, die nur mit Wegschauen, Manipulation, Gläubigkeit und Angsverbreitung zu übersehen oder zu übertünchen sind.Ohne methodischen Kreationismus und Mendeln ist kein Lockdown mehr machbar.

RE: Amazons Strategie: Macht durch Infrastruktur | 13.03.2021 | 11:19

Amazon "möchte" beides, auf Kosten der ihren Imperium zugeschlagenen oder untergeordeneten "Opfer" leben, den Markt bereinigen, wo sich nicht untergeordnet wird. Ich würde ökonomische Zwerge, denen sich ein Imperium nährt und sagt: Wir sind die Borg......nicht als Konkurrenz bezeichen.

RE: Bizarre Blüten | 03.05.2020 | 08:59

Lieber Jakob Augstein,

der Beitrag "Bizarre Blüten" bringt vieles verdammt gut auf den Punkt....Eine andere Diskussionkultur und andere Methoden, die nicht auf die direkte Ableitung eines alleinseligmachenden Weges von einer Wissenschaft setzen, würden zu anderen gesellschaftlichen Strategien führen, sehr wahrscheinlich zu ähnlichen, wie in Schweden.https://www.freitag.de/autoren/stephan-krueger/schwedischen-weg-gehenVielleicht war "unser" Lockdown, obwohl methodisch in vielfacher Hinsicht bereits falsch zustande gekommen, vorübergehend richtig.....vielleicht.Spätetens jetzt ist diese elementare Einschränkung wichtigster Grundrechte nicht mehr länger hinnehmbar, die sozialen und ökonomischen "Kollateralschäden" (Leid, soziale und pschychische Deformationen, Krankheiten, Menschenleben, Verarmung, sozialer Abstieg) der Virusbekämpfung, das Leid vieler, die Existenzängste und Einsamkeit nicht mehr ertragen, nicht mehr ertragen können, der menschliche und materielle Schaden der "Maßnahmen" könnten größer werden als der Schaden, den der Virus anrichtet. Darüber sollten diejenigen, die anderen eine verkümmerte Ethik vorwerfen zumindest nachdenken.Aktuelle Nachrichten, 2./3. Mai 2020Reproduktionszahl in Schweden <1, WHO sagt, man könne von Schweden lernen, Zitat Münchner Merkur:

"Update vom 02. Mai, 21.37 Uhr: Der Weg in Schweden im Kampf gegen die Corona-Pandemie scheint offenbar erfolgreich zu verlaufen. Zumindest meldet die nationale Gesundheitsbehörde, dass die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen Tagen zurückgegangen sei.

Darüber hinaus bestätigte der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell im schwedischen öffentliche-rechtlichen Fernsehen, dass Reproduktionszahl seit einigen Tagen unter 1,0 liege."

RE: Was uns Linke eint: Wir haben keine Ahnung | 03.05.2020 | 07:43

Wir (Linken ) könnten aber etwas mehr Ahnung haben....Die heutigen Zahlen und Bewertungen zu "Schweden möglicherweise Vorbild" (WHO), Reproduktionszahl < 1, (ntv, merkur, dlf, BLÖD u.a.) lagen noch nicht vor, klar war schon, dass aus dem Primat der Virusbekämpfung und aus Ignoranz und Verleumdung gegenüber möglichen alternativen Wegen keine (richtige) Gesamtstrategie abgeleitet werden kann. Aus Angst schon gar nicht. Gerade Linken sollte das klar sein.https://www.freitag.de/autoren/stephan-krueger/schwedischen-weg-gehen

RE: Das kommende Beben | 18.10.2018 | 14:52

"Ende der 1960er Jahre war es so weit: Nach Erreichen der Vollbeschäftigung waren Gewerkschaften, Sozialdemokratie und Intellektuelle in die Offensive gegangen. Der linke Zeitgeist, Verteilungskämpfe, steigende Inflation und der Aufstieg der Sozialdemokratie erleichterten es den Neoliberalen, die Gleichgewichtstheorie wieder durchzusetzen. Sie legitimierte die Ent-Fesselung der Finanzmärkte."Starke Gewerkschaften waren ein guter Geleitschutz für den Keynsianismus, mir ist nicht klar, warum genau das den Neoliberalismus befördert haben soll.Wurde nicht gerade die abnehmende Bedeutung gewerkschaftlicher Kampfkraft zur notwendigen Voraussetzung bei der Durchsetzung des Neoliberalismus?

RE: GroKo macht Maaßen zum neu-rechten Helden | 20.09.2018 | 09:29

Wenn Seehofers Handeln so isoliert wäre, dann wäre er längst entlassen worden. Die Kanzlerin tut das nicht, weil die Rechtskonservativen das nicht zulassen. Seehofer macht den Rammbock für Spahn und Co. er ist dabei keineswegs "verrückt", sondern handelt taktisch und strategisch klug und äußerst erfolgreich.

RE: Chef als Programm | 23.01.2015 | 23:59

Auf wessen Kosten sollte sich diese Wandlung vollziehen? ......Vielleicht ausnahmsweise mal auf Kosten der 1-3 Prozent, die über 50 Prozent aller Vermögenswerte besitzen - die also bisher auf Kosten aller anderen leben. Eigentlich das einzig denkbare Modell für Griechenland und den Rest der Welt.

RE: Veganer gegen Biobauern | 11.10.2014 | 13:39

Selbst im Bereich der guten alten K-Gruppen wurde selten ein Streit ähnlich ideologisch determiniert geführt. Das heißt: Die Teilnahme an dieser Art "Diskussion" ist einfach überflüssig. Und so verbleibe ich als Nachfahre von Allesfressern als ein etwas nachdenklicherer Allesfresser, der nicht mehr alles "frisst". Nur bitte nehmt die Vokabel "natürlich" als fundamentales "mach alle platt, die anders denken" aus der Diskussion: Außer Chemie-Nahrung und Fleisch aus Massentierhaltung ist so ziemlich alles "naürlich" was wir so zu uns nehmen. Unabhängig von sonstigen gesundheitlichen oder moralischen oder ethischen Kriterien.

RE: Wutbürgerin und Grande Dame | 02.03.2012 | 15:49

Schöner Artikel, allerdings mit zwei Schönheitsfehlern. Die Sarkorzy-Bewunderung von Beate Klarsfeld, die zudem noch in einem gewissen Widerspruch zu ihrem antifaschistischen Engagement steht bleibt gänzlich unerwähnt, warum?
Wo die Autorin die mir nicht bekannten immer wieder vorkommenden antisemitischen Ausfälle bei Teilen den Linken hernimmt - ein Rätsel. Bei Klasfeld wird was Wesentliches weggelassen, bei der Linken etwas Selbstgestricktes hinzugefügt.