Timo Al-Farooq

Freier Journalist aus Berlin in London・IG: @talrooq
Timo Al-Farooq
RE: Der religionsfeindliche Hochstapler | 09.07.2016 | 22:35

In meinem Artikel geht es um Asif Mohiuddin, nicht Avijit Roy. Würden Sie die Namen Thomas Müller und Thorsten Schneider etwa auch verwechseln?

RE: Der religionsfeindliche Hochstapler | 05.07.2016 | 22:07

Und Barack Obama für seine Drohnenkriege und die EU für ihre Abschottungspolitik, die Tausende jährlich im Mittelmeer ertrinken lässt, den Friedensnobelpreis: Soviel zur Bedeutung von Preisen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-12/usa-drohnenangriffe-obama

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/tote-fluechtlinge-im-mittelmeer-kommentar-zur-eu-grenzpolitik-a-1017936.html

RE: Der religionsfeindliche Hochstapler | 03.07.2016 | 11:27

Wenn sich hier jemand entschuldigen müsste dann Sie für ihre haltlosen Anschuldigungen: Zu keinem Zeitpunkt in meinem Artikel wurden Herr Mohiuddins Worte auf eine Stufe mit "Mord und Vergewaltigung" gestellt oder ihm unterstellt, seine Empörung sei gleichbedeutend mit "Mord, Folter und Vergewaltigung" (warum sie so fixiert auf Mord und Vergewaltigung sind, und was diese Dinge mit meinem Artikel zu tun haben, ist mir schleierhaft) Ich habe lediglich einen bangladeschischen Blogger für seine ignoranten und hetzerischen Aussagen kritisiert, sowie einige seiner Gesinnungsgenoss_innen. Wenn Sie das auf alle anderen Blogger_innen, Aktivist_innen und zivilgesellschaftlichen Akteur_innen beziehen und darin eine Verharmlosung des religiösen gewaltbereiten Extremismus und eine Herabwürdigung der Opfer von Gewalt sehen, dann kann ich Ihnen nicht helfen, und schon gar nicht meine Kommentarspalte. Denn auch ich gewinne, wie Herr Strunz, den Eindruck, Ihnen geht es hier gar nicht um die Sache, sondern vielmehr um kindische Rechthaberei. Darüber hinaus scheint es, als würden Sie unreflektiert mit Ihrem gefährlichem Halbwissen zu Ihnen fremden Diskursen beitragen wollen, ohne sich dabei ausreichend mit Islam im Allgemeinen und Islam im subkontintinentalen und spezifisch bangladeschischem Kontext im Besonderen beschäftigt zu haben . Ja, "Kritik muss immer erlaubt sein". Aber der Ton macht die Musik. Und "stolz" und "Deutschland" in einem Satz? Ganz schwierig der Herr, um nicht zu sagen "abscheulich", um Sie mal beim Wort zu nehmen. Sie scheinen eh in einem gänzlich anderen Deutschland zu leben als ich, wenn Sie glauben "Die Flüchtlinge die hier bleiben tun das, weil es ihnen hier erheblich besser geht als in ihrem Herkunftsland. Sonst würden sie nicht bleiben oder gar nicht erst kommen". Residenzpflicht, Brandanschläge, Polizeigewalt, menschenunwürdige Unterkünfte, etc.: ja auf dieses Deutschland kann man wirklich stolz sein! Und ein Land wo es Juden besser geht als in Europa? USA. Und Israel. Und wo es Muslimen, die nicht zu den führenden Schulen gehören, besser geht als hier? In Senegal, Mali, Marokko, Tunesien, im multikonfessionellen Libanon, in verfassungsrechtlich multikulturellen Staaten wie Kanada und Südafrika, in Tansania, um nur einige Orte zu nennen (die Ahmadiyya im Norden Torontos haben mit Unterstützung der kanadischen Regierung ein eigenes Wohnviertel namens Peace Village erbaut mit Straßennamen wie Ahmadiyya Avenue und Noor-Ud-Din Court; in Deutschland hingegen wird jeder Moscheebau zum rassistischen Politikum und heißen Strassen nach wie vor noch Mohrenstrasse oder sind nach rassistischen Massenmördern wie Carl Peters benannt: soviel zum Thema, wo es Minderheiten besser haben). Und in den meisten osteuropäischen EU-Staaten ist es alles andere als unproblematisch, LGBT-Identitäten auszuleben, um das mal vorsichtig zu formulieren. Was gender-equality angeht: da liegen die skandinavischen Länder zwar vorn, aber laut Global Gender Gap Index liegt Deutschland lediglich auf Platz 11 (zum Vergleich: das ostafrikanische Ruanda erreicht Platz 6 und die südostasiatischen Philippinen sind auf Platz 7) und die EU-Mitglieder Slowakei, Ungarn und Zypern liegen gerade mal auf Platz 97, 99 und 100! Hören Sie also bitte auf, Deutschland und Europa als zuckersüßen Zufluchtsort für die Entrechteten dieser Welt zu stilisieren: Viele Geflüchtete sind nicht hier, weil es hier so toll ist, sondern weil sie keine andere Wahl hatten. Und was den deutschen Völkermord an die Herero und Nama angeht: Halbherzige Absichtsbekundungen nach über einem Jahrhundert sind noch lange keine Aufarbeitung. Das sage ich Ihnen aus meiner "bequemen, sorgenfreien Position" heraus, die Ihnen ja bestimmt vertraut ist, weil wir uns auch so gut kennen Herr Marxreiter. Zum Schluss also der Rat: nicht zu Dingen und Menschen eine Meinung wagen, die einem unbekannt sind: man könnte eines Besseren belehrt werden!

RE: Schwarz-Rot-Gold 2016 | 03.07.2016 | 09:56

"Die billigste Art des Stolzes ist hingegen der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte." - Arthur Schopenhauer -

Schöner und wichtiger Artikel Herr Mitzschke!

RE: Der religionsfeindliche Hochstapler | 28.06.2016 | 15:16

Äußerst uninformierter und undifferenzierter Kommentar: der unermüdliche Einsatz von Leuten wie Polizeikommissar Babul Aktar gegen gewaltbereite religiöse Extremisten wurde jüngst mit der brutalen Ermordung seiner Ehefrau in Chittagong beantwortet. (vgl. http://bdnews24.com/bangladesh/2016/06/05/militants-behind-murder-of-police-officers-wife-says-bangladesh-home-minister). Nur ein Beispiel dafür, dass die Verharmlosung dieser Morde durch den Staat, die auch leider tatsächlich geschieht, nicht allgemeingültiger Konsens ist: Die Mehrheit in den bangladeschischen Polizeibehörden (Bangladesh Police und die Sondereinheit Rapid Action Battalion) sehen im religiösen Extremismus eine Gefahr für den säkularen Staat und bekämpfen diesen so gut sie dies im Rahmen ihrer strukturellen Möglichkeiten können, manchmal leider auch auf gesetzeswidrige Art. Und dass ein Aufschrei aus der Bevölkerung ausbleibt ist schlichtweg falsch: immer wieder gibt es - besonders im Zuge des Kriegsverbrechertribunals, bei dem Parteimitglieder der radikalen Jamaat-e-Islami zum Tode verurteilt worden sind für Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Massenvergewaltigungen und Massaker an der Zivilbevölkerung während des Unabhängkeitskrieges gegen Pakistan - große Demonstrationen im Namen des Islams und der säkularen Staatsordnung Bangladeschs gegen religiösen Extremismus. Daher ist es äußerst ignorant, der Religion von 1,3 Milliarden Menschen die Schuld für das irregeleitete, orthodoxe, bisweilen radikale Islamverständis von einer - wenn auch gefährlichen - Minderheit von Extremisten zu geben. Und meine Kritik geht nicht gegen "die bösen dummen Blogger", sondern gegen DEN EINEN ignoranten Blogger Mohiuddin, der im Gegensatz zu vielen anderen seiner Kolleg_innen in Bangladesch, die sich konstruktiv und respektvoll mit Glaubensfragen auseinandersetzen - lediglich blanken Populismus zu betreiben scheint, der leider auch die wachsenden islamophoben Vorurteile des linksliberalen Spektrums hierzulande bedient, zu dem ich auch Amnesty und Leser_innen des Freitags zähle. Dies ist viel gefährlicher als die einschätzbare und zu managende Gefahr von Rechtsaußen. Und last but not least: um Religionskritiker zu sein, muss man sich lange und intensiv mit Religionen befassen: dies hat Mohiuddin definitiv nicht getan. Gleiches gilt für uninformierte Meinungsäusserungen über Bangladesch und die Rolle von Islam in einem säkularen Kontext, wie er nach wie vor in Bangladesch gegeben ist. Bitte beim nächsten Mal erst sich informieren, dann kritisieren.

RE: Der religionsfeindliche Hochstapler | 28.06.2016 | 13:41

Aufgeklärter Islam? Was christliche/atheistische/agnostische "Aufklärung" bedeuten sehen wir ja hierzulande und in der EU gerade mit aller Deutlichkeit: Gewalt gegen Geflüchtete, struktureller Rassismus und Alltagsdiskriminierung von Minderheiten, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit (bei weitem kein Monopol von Muslimmehrheitsgesellschaften), Demokratieabbau in Ungarn und Polen, menschenfeindliche europäische Grenzpolitik, Brexit, Rechtspopulismus, Mord(versuche) an Politikerinnen (Henriette Reker und Jo Cox), Unter-den-Teppich-Kehren von Kolonialverbrechen und Vökermord (statt aktionistisch eine Armenien-Resolution auf den Weg zu bringen, sollte Deutschland sich mal mit seinem Vernichtungsfeldzug gegen die Herero und Nama befassen), eine neoliberale Weltwirtschaftsordnug, die auf Ausbeutung beruht, nicht nur des Globalen Südens, sondern auch der sozial Schwachen in den eigenen Gesellschaften, uswusf. Soviel zum Thema westliche Aufklärung!

RE: Eine Mauer für Sachsen | 24.02.2016 | 00:31

Sehr gelungener Artikel. Sollte vervielfältigt und über das "Tal der Ahnungslosen" abgeworfen werden!

RE: Der unerträgliche Populismus der CSU | 30.08.2015 | 02:49

An dem Rassismus der CSU ist nichts "unterschwellig". Sogar die Nazis haben sich seit den 90ern scheinbar geistig weiterentwickelt: sie zünden keine Flüchtlingsheime mehr an, wenn Menschen drin sind. Das Weltbild und die Parolen der CSU dagegen, mit der Ersteres verbreitet wird, sind heute genauso geistig inzestuös und brandstifterisch wie damals. Danke an den gebildeten, reflektierten und eloquenten Sascha Lobo, dass er den bildungsarmen und rhetorisch beschränkten CSU-Herrmann mit Leichtigkeit zerlegt hat und ihn und somit die Partei, die er repräsentiert, treffend das genannt hat, was sie sind: Rassisten.