Psychologin über hochfunktionale Angststörung: „Man will alles unter Kontrolle behalten“
Die britische Psychologin Lalitaa Suglani spricht über das Phänomen der hochfunktionalen Angststörung – ein Krankheitsbild, das verbreitet ist. Interessant: Betroffene funktionieren in der Leistungsgesellschaft besonders gut
Giftschlamm tötet Arbeiter: Wie deutsche Elektroautos in Indonesien Menschenleben kosten
Brunnen versalzen, Flüsse vergiftet, Wälder zerstört: Indonesien ist zum größten Nickel-Produzenten der Welt aufgestiegen. Während deutsche Autobauer profitieren, zahlen Indigene und Arbeiter einen hohen Preis für den Boom. Eine Reportage
Hans-Eckardt Wenzel zum 70.: Seine Lieder passen in Ost und West
Der große ostdeutsche Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel feierte seinen 70. Geburtstag mit einem Konzert und langjährigen Wegbegleitern wie Christoph Hein. Wenzels Musik begleitet bis heute seine Generation
Für einmal keine Gräfin Dönhoff: Margarete Solty, Landarbeiterin aus Masuren
Unser Autor schreibt mit den Biografien seiner proletarischen Groß- und Urgroßeltern eine Gegengeschichte Ostpreußens. Nach dem Weltkrieg findet diese Geschichte eine Fortsetzung in einer Flüchtlingssiedlung in Mönchengladbach
Es ist für die russische Führung ein Risiko, auf Kriegsziele zu verzichten
Der Ausgang des Krieges in der Ukraine – auf dem Gefechtsfeld ausgekämpft oder bei Verhandlungen ausgehandelt – ist eine für die Großmacht und den Staat Russland existenzielle Frage. Zusammenhalt und innere Stabilität hängen davon ab
Überfahrt von Frankreich nach Großbritannien: Schlauchboote stechen im Morgengrauen in See
An der französischen Kanalküste bei Gravelines und Dünkirchen imponiert die Willenskraft der Migranten aus Afghanistan und Westafrika, gegen den die Politik wenig ausrichten kann
Wir sollten uns eingestehen: Putin will derzeit nicht verhandeln
Vielleicht war es Wunschdenken, dass Putin im Ukraine-Krieg zu Verhandlungen bereit ist – Trumps Scheitern legt es nahe. Was macht das mit uns, die wir diesen Krieg doch immer durch Friedenspolitik und Diplomatie beenden wollten?
Warum der ecuadorianische Drogenboss Fito an die USA ausgeliefert werden wollte
José Adolfo Macías Villamar alias „Fito“ war Ecuadors meistgesuchter Drogenboss – nun wurde er an die USA ausgeliefert. Doch seine Festnahme löst nicht das Problem: Die Gewalt eskaliert, der Drogenhandel floriert weiter
Arbeitskampf bei Lieferando: Schattenflotte gegen Streikfront
Lieferando-Kuriere streiken für bessere Bedingungen und einen Tarifvertrag. Statt Zugeständnissen kündigt der Konzern 2.000 Fahrer*innen – viele davon in Städten mit Betriebsräten. Was steckt hinter dem Konflikt?
90 Sekunden vor Mitternacht: Droht jetzt ein neues nukleares Wettrüsten?
Globale nukleare Abrüstung war einmal: Putin und die USA modernisieren ihre Atomwaffen. Mit China könnte es nun ein unkontrolliertes Rüstungswettrennen zu dritt geben
Griechenland sagte: „OXI!“, dann folgte der Verrat – Ein kritischer Rückblick auf 2015
Am 5. Juli 2015 sagte Griechenland „Oxi“ zur Austeritätspolitik der EU – und versetzte Brüssel in Panik. Was folgte, war Enttäuschung. Zehn Jahre später ist der linke Aufbruch Geschichte. Was bleibt vom Traum, Europa zu verändern?
Im Schatten des Ukraine-Kriegs: „Debates on Europe“
Die diesjährigen „Debates on Europe“ standen im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der KSZE-Schlussakte. Manche Beiträge wirken hilflos, es fehlen auch nicht wohlfeile Appelle für Diplomatie und Frieden
Wie es zur Phantomdebatte über eine gefährliche Querfront kommen konnte
„Querfront“ ist am politologisierenden Stammtisch gerade so etwas wie ADHS in der Psychocoaching-Bubble. Dafür gibt es Gründe
Kaufland entlässt sogar Mütter in Elternzeit! Handelt der Discounter noch legal?
325 Menschen verlieren bei Kaufland ihren Job – ersetzt durch Werkvertragskräfte aus Osteuropa. Trotz Milliardenumsatz spart der Konzern am Personal. Was aus den Entlassenen nun wird, zeigt ein neuer Bericht
Bürgergeld nur für Deutsche? Die Wahrheit über Sozialleistungen für Migrant*innen
AfD-Chefin Alice Weidel bedient beim Thema Bürgergeld rassistische Ressentiments – mit falschen Zahlen und menschenverachtenden Forderungen. Wie viele Migranten aber bekommen wirklich Bürgergeld? Ein Faktencheck
Die Grenzen in Europa sind unverletzlich, verkündet die KSZE-Schlussakte im Sommer 1975
Mitten im Kalten Krieg einigen sich Ost und West auf Gewaltverzicht und vertrauensbildende Maßnahmen wie die gemeinsame Beobachtung von Militärmanövern und die Ankündigung von Truppenbewegungen
Miriam Lang über grünen Kolonialismus: „Plünderung gilt jetzt als Klimaschutz“
Miriam Lang kritisiert, dass die Energiewende in den Industriestaaten zulasten des Globalen Südens vorangetrieben wird. Im Grunde habe sich an der Logik der Plünderung, die die Kolonialzeit prägte, nichts geändert
Wer baute die Pyramiden? Zwischen rechter Mythenbildung und linker Komfortzone
Rechte träumen von Arier-Skeletten in Gizeh, Linke von postkolonialer Wiedergutmachung. Dazwischen steht eine Wissenschaft, die sich gegen politische Vereinnahmung behaupten muss – und dabei selbst nicht immer unschuldig ist
Von Gaza kann man nur in Kurzgeschichten erzählen. Ist die letzte schon geschrieben?
Mehrmals war unsere Autorin in Gaza. Etwa 2014/15 und 2018/19 – da erlebte sie eine sich stetig verändernde, pulsierende Stadt. Davon ist nichts übrig. Was bleibt, wenn Orte nur noch in der Erinnerung existieren?
Salzwiesen im Watt: Wo noch die Portulak-Keilmelde blüht
Salzwiesen gehören zu den besonders schönen und besonders schützenswerten Lebensräumen im Nationalpark Wattenmeer. Hier leben unter rauen Bedingungen ausgesprochene Spezialisten. Ein Ortsbesuch
Sardinen statt Kabeljau: Der Klimawandel hat die Nord- und Ostsee schon komplett verändert
Können wir 40 Jahre Nationalpark Wattenmeer wirklich feiern? Der Klimawandel verändert Nord- und Ostsee rasant – doch es gibt immer noch kein Umdenken in der Politik
Die Gott-in-Frankreich-Hymne in Burgund intoniert Marine Le Pen
Der ultrarechte Rassemblement National (RN) hat vor einem Jahr im Städtchen Saulieu die Parlamentswahl gewonnen. Die Provinz ist halt so anmutig wie nationalistisch
Kurort in Georgien: Die alte Sowjetpracht erhält eine zweite Chance
In den verwitterten, teilweise verfallenen Bauten früherer Erholungsheime aus den 1930er Jahren wohnten jahrzehntelang Flüchtlinge aus Abchasien. Nach und nach ziehen die nun aus, während Investoren die Gebäude zu sanieren beginnen
Rike van Kleef: „In der Musikbranche hat #metoo nicht viel verändert“
Obwohl sexualisiserte Gewalt in der Musikindustrie häufiger öffentlich thematisiert wird, hinter den Kulissen werden Frauen immer noch marginalisiert