„Tausend und ein Morgen“ von Ilija Trojanow: Unter dem Plastik liegt viel Strand
In Ilija Trojanows großartigem Zukunftsroman versuchen die zukünftigen Menschen die alte Welt zu verstehen. Per Zeitreise geht es zurück in unsere Zeit, die längst vergangen ist. „Tausend und ein Morgen“ endet ungewöhnlich hoffnungsvoll
„Bleibefreiheit“ von Eva von Redecker: Einfach nie wieder Tschüss sagen
Etwas anachronistisch liest sich Eva von Redeckers Konzept der „Bleibefreiheit“
Comiczeichnerin Anke Feuchtenberger: „Wir sind alle Schleim“
Ein Dorf im Osten von den 1960ern bis zu den 90ern: Anke Feuchtenberger erzählt in „Genossin Kuckuck“ anders davon
„Der Vorweiner“ von Bov Bjerg: Ein Rest an Trauerbedürfnis
Bov Bjergs neuer Roman erzählt eine eingetretene Klimapokalypse als Realsatire. Bjerg witzelt nicht, „Der Vorweiner“ ist eine große poetische Reflexion mit vielleicht einem Problem – sie ist zu kurz!
Nur eins kapiert ChatGPT nicht
Unser Autor ist Literaturwissenschaftler. Hier erklärt er, warum KIs ganz logisch die besseren Dichter_innen sind
Mit falschem Pathos wird hier nichts aufgedonnert
Prof. Erhard Schütz liest Bücher über Mode, Grottenolme und die unsterbliche Maria Callas
Linke Lehrer von A bis Z: Die bösen Seiten des Kapitalismus im Unterricht
Um seine „offen linksradikalen Lehrer“ zu provozieren, will Helmut Aiwanger die antisemitische Schmähschrift verfasst haben, die Bruder Hubert herumtrug. Was linke Lehrkräfte bei unseren Autor*innen bewirkt haben und woran man sie erkennt
„Ich traf Hitler!“ von Dorothy Thompson: Die erste Starreporterin
Dorothy Thompsons legendäre Reportage „I Saw Hitler!“ von 1932 ist im Wiener Verlag Das vergessene Buch in einer Neuübersetzung erschienen
Franz Rogowski: „Ich nähme am liebsten alle Emotionen raus“
Wortkarge Sonderlinge, zwischen Härte und Verletzlichkeit: Franz Rogowski fordert das Publikum heraus mit den Typen, die er spielt. Begegnung mit einem Schauspieler, für dessen Energie das deutsche Kino längst zu eng ist
Podcast von Carsten Linnemann: Was „einfach mal machen“ bedeutet
Carsten Linnemann ist nicht nur CDU-Generalsekretär, sondern auch Podcaster. Was treibt er in „Einfach mal machen“? Über ein Format zwischen Kuriosum und Blick auf das konservative Selbstbild
Mathematikprofessor David Sumpter: Wie ich dank Chaostheorie eine glückliche Ehe führe
David Sumpters Frau plant gerne vor, er geht es lieber lockerer an. Hier erklärt er, wie die Mathematik ihnen dabei hilft, mit ihren unterschiedlichen Ansätzen klarzukommen
„Deadloch“: Den Wald vor lauter Lesben
Die Krimiserie „Deadloch“ nimmt die traditionellen Krimi-Rollen aufs Korn und verdreht sie zum „feministischen Noir“
„Nachhausekommen“ von Jan Peter Bremer: Enfants terribles aus Westberlin
Jan Peter Bremer lässt das Groteske und Absurde hinter sich und begibt sich mit seinem neuen Roman in eine von Künstlern geprägte Kindheit – seine eigene im Wendland, damals „Zonenrandgebiet“
„Zeiten Ende“: Von Harald Welzers neuem Buch sollte man mindestens die erste Hälfte lesen
Ein Intellektueller macht seinen Job: Doch Harald Welzers „Zeiten Ende. Politik ohne Leitbild, Gesellschaft in Gefahr“ ist eine Kritik der Eliten, die einen von deren schlimmsten Fehlern wiederholt
„Systemsturz“ von Kohei Saito: Kapitalismuskritik auf Japanisch
In Japan verkaufte sich Kohei Saitos Buch „Systemsturz“ eine halbe Million Mal. Das ist erstaunlich für eine marxistische Kampfschrift. Wie kommt dieser Hype zustande und: ist er berechtigt?
Aiwangers Flugblatt: Ein Lehrstück über die Funktionsweise von Antisemitismus
Ein wütender Schuljunge schreibt halt mal ein antisemitisches Hetzblatt – so klingt die Erklärung des Bruders Hubert Aiwangers. Seine Begründung zeigt den Mechanismus psychischer Entlastung, der dem modernen Antisemitismus innewohnt
Nachruf auf Bert Papenfuß: „Für mich kam er vom Himmel und war perfekt“
Einige Jahre war man im Westen verzückt über diese Szene im Prenzlauer Berg, von den jungen, unangepassten Dichtern, die auch mal in Bands spielten, mit benachbarten Malern Ausstellungen machten. Bert Papenfuß war einer von ihnen
„Risse“ von Angelika Klüssendorf: Streng, lakonisch, niemals geschwätzig
Wie Angelika Klüssendorf in „Risse“ eine triste Kindheit in der DDR erinnert, ist ein literarisches Ereignis. Klüssendorf steht mit ihrem Roman auf der Longlist des Deutsches Buchpreises. Zu Recht
„Judenfetisch“ von Deborah Feldman: Das gestörte Verhältnis der Deutschen zum Judentum
Ihre Flucht aus orthodoxen Verhältnissen kennen Millionen. In ihrem neuen Buch „Judenfetisch“ schreibt Deborah Feldman über jüdische Obsessionen in Deutschland und Israel. Ein mutiges und wichtiges Buch
Werner Grassmann: Der Kinoerzähler
Werner Grassmann war Regisseur, Produzent und erfand mit dem Hamburger Abaton das Programmkino. Ideen dafür steuerte er bis zu seinem Tod mit 96 Jahren bei
Lausitz Festival: Komm, Schöpfer Geist
Das Lausitz Festival eröffnet mit Zimmermann und Verdi: In geistlicher Musik erklingt die Hoffnung auf eine bessere Welt
Besuch im Londoner Globe Theatre: Shakespeare als Kräuter-Gin
Unsere Kolumnistin wollte möglichst nah ran an die Blood-Crime-Love-Revenge-und-Sex-Ästhetik von Shakespeare. Aber alles, was sie im Londoner Globe Theatre fand, war ein gut bestückter Merchandise-Shop und mittelmäßiges Sprech-Theater
Robert Wilsons „Ubu“ beim Kunstfest Weimar: Antifaschistische Meditation
Das Kunstfest Weimar positioniert sich offen gegen das Erstarken der Rechten in Thüringen. Robert Wilsons Meditation über Alfred Jarrys antiautoritäre Groteske „Ubu Roi“ mit rekonstruierten Kostümen von Joan Miró passt da gut ins Programm
Berlins Plan für den Molkenmarkt: Kommt jetzt der touristengerechte Historismus?
Seit den 1990ern ringt der Berliner Senat um den Molkenmarkt in Mitte. Jetzt liegt der Rahmenplan für die Bebauung vor. Imitate sollen nicht überhandnehmen, sagt der Senator. Konservativ sind die Pläne dennoch