Warten auf Oskar
Ohne Lafontaine, das ist über die Partei hinaus unbestritten, wäre die Linke nicht so erfolgreich. Ihn für unverzichtbar zu erklären, ist aber ein Problem
Bloggen gegen die Baku-Clique
Der Prozess gegen zwei Internetaktivisten zeigt die Ohnmacht des Westens, aber auch die Existenz einer virtuellen Dissidenten-Republik im Staat des Präsidenten Alijew
Al-Qaidas Platz an der Sonne
Nicht regierbare Regionen wie Jemen oder Somalia sind für islamische Terroristen attraktiver als Pakistan oder Afghanistan. Für westliche Geheimdienste ein Alptraum
Muslime sind wichtige Verbündete
Das Profiling gewöhnlicher Muslime an den Flughäfen bedeutet Schikanen gegen all jene, deren Unterstützung wir brauchen, um al-Qaida in Schach zu halten
Die offene Wunde
Fünf Jahre nach Hartz IV doktert die SPD an den Narben der Agenda-Politik herum. Heilung ist noch nicht in Sicht. Eine Rhetorikmaschine sichert das Überleben
Kein deutscher Gaullismus
Der bisherige Kurs von Außenminister Westerwelle bietet nicht viel mehr als den Offenbarungseid eines durch die Gunst der Stunde ins Amt geratenen Traditionalisten
Drohnen gegen Al-Qaida-Camps
Nach dem Attentatsversuch von Detroit ist der Jemen mehr denn je Ziel von Anti-Terror-Operationen der USA
Jenseits der Schmerzgrenze
Fünf Jahre Hartz IV bringen vor allem eines: mehr Armut. Das entspricht dem Geist, aus dem die „Reform“ entsprang. Betroffene sprechen von "Überlebenstraining"
Eine Frage der Religion
Die Polisarisierung setzt sich fort. Opposition wie Regierung kämpfen um die Unterstützung religiöser Iraner. Ein unblutiger Machtwechsel scheint inzwischen ausgeschlossen
Im Büßerhemd nach Brüssel
Serbien hat sich gerade um eine EU-Mitgliedschaft beworben. Die EU-Regierungschefs überbieten sich mit Plattitüden und dem Gerede vom „historischen Moment“
Ende der Verdrängung
Wie sehr beim Bombardement von Kunduz vernebelt und gelogen wurde, steht inzwischen außer Frage. Ob der Untersuchungsausschuss für Klarheit sorgt, bleibt zweifelhaft
Wenn wir eine Opposition hätten
Die ungedeckte Klientelpolitik der Regierung stößt selbst in der Union auf Widerstand. Wenn das so weitergeht, übersteht die Kanzlerin die Wahlperiode nicht unbeschadet
Kugeln und Kartuschen
Die Proteste im Iran haben das Potential, um in eine Kampagne des sozialen Ungehorsams zu münden. Vieles erinnert an die erste Intifada der Palästinenser von 1987
Gänzlich geeignet
Die neue SPD-Spitze geht beim Thema Afghanistan auf ihre Basis zu. Alles nur Taktik fürs Image? Das hängt jetzt von den Mitgliedern ab
Den Koran in Brand gesetzt
Anders als bei früheren Zusammenstößen im Iran schlagen oppositionelle Demonstranten dieses Mal mit Gewalt gegen die Sicherheitskräfte zurück. Es droht eine Eskalation
Tor zur Hölle
Ein Jahr nach der Aggression gegen anderthalb Millionen Palästinenser im Gazastreifen erntet Benjamin Netanjahu die Früchte eines Krieges, den er nicht geführt hat
Obama? Oh weh!
Uri Avnery zum Jahrestag des Gaza-Krieges über die enttäuschende Nahost-Politik des US-Präsidenten
Immer geradeaus
Die Krise als Chance? 2009 begann mit Abgesängen auf den Kapitalismus. Doch für notwendige Veränderungen war es ein verlorenes Jahr
50 Jahre LPG
Zum Jahreswechsel 1959/60 stand die DDR an der Schwelle zu einem „sozialistischen Frühling“ auf dem Lande. Unerbittlich schlug die Stunde der Genossenschaften
Die Macht im Kopf
Präsident Lula da Silva hat sein Land geöffnet – und damit manch alten Anhänger enttäuscht. Besonders die Agrarreform blieb auf der Strecke
Russischer Tradition verpflichtet
Wo Russlands Präsident Dmitri Medwedjew im vergangenen Jahr auch immer an Statur gewonnen hat, es geschah selten zu Lasten von Wladimir Putin
Kerzenstummel für den Conducator
Vor 20 Jahren wurde Nicolae Ceausescus absurder Kommunismus durch eine Karikatur des Kapitalismus ersetzt. Was Ende 1989 genau geschah, ist bis heute ungeklärt
Der gnadenlose Blick der Öffentlichkeit
Der Haftbefehl gegen die Ex-Raf-Terroristin Verena Becker wurde vom BGH aufgehoben. Aber ihre Vorverurteilung in den Medien kann von keiner Instanz beseitigt werden
Wenn Visionäre zu Realisten werden
Politiker wie Paul Kagame (Ruanda), Jerry Rawlings (Ghana) und Yoweri Museveni (Uganda) beendeten einst eine Epoche der Autokratie und des postkolonialen Verfalls