Charlie Schulze

»Heut’ mach ich mir kein Abendbrot, heut’ mach ich mir Gedanken.« (Wolfgang Neuss)
Charlie Schulze
RE: Die gute alte Homophobie | 05.04.2018 | 19:07

Achje. So viel Wind um eine Äußerung von Dieter Dehm - eine größere Freude kann man dieser aufgeblasenen Knalltüte wohl kaum machen.

RE: Career wordings | 28.03.2018 | 12:11

Zum Thema PR-Sprech und Journalismus ist vielleicht noch dieses interessant...

Zu "is wegen Karriere": So, wie ich mir das vorstelle, ist der Denkweg im Journalistenhirn wohl selten so kurz. Vielmehr neigen ja Menschen überhaupt dazu, die eigenen Handlungen eher positiv (wenn nicht moralisch) zu begründen. Will sagen: Die Verwendung von Bullshit-Floskeln und PR-Sprech gründet in vielen Fällen wohl auf einer bestimmten Vorstellung von "Professionalität" und auf echten Überzeugungen - und sei es nur die, einem Sachzwang zu unterliegen (Verkürzung, Hektik, Aufmerksamkeitsökonomie). Oder auch: Sprachlich mit "wording"- und "framing"-Geschnösel besonders hip zu sein. Bzw: Die journalistische Verantwortung der "Einordnung" wahrzunehmen.

RE: Career wordings | 25.03.2018 | 15:12

Die ausführlichste (mir bekannte) Listung bösartigen Bullshits (im deutschen Sprachraum) gibt es hier.

RE: Zurück ins Leben! | 24.03.2018 | 12:59

Eine positive, ja, ermutigende Meldung vom Sorben aus Sachsen - wie erfreulich! Da ist es doch angebracht, zu reagieren, also: Ein herzliches "Willkommen zurück!"

RE: Abservierte Community | 23.03.2018 | 19:27

//Hier wird de facto abgebaut. ... Möglich natürlich, dass das Ganze im Hinblick auf Klickraten und somit Werbeeinkünfte einen gewissen Sinn ergibt. Renommiertechnisch jedoch halst sich der Freitag mit dieser auf Simulation reduzierten Form von Beteiligung ein nicht unbeträchtliches Problem auf.//

Ja - genau das ist es, was ich auch sehe, was ich mir nicht anders erklären kann und was mir dennoch nicht in den Kopf rein will. Bis vor der letzten, großen Renovierung war derFreitag qualitativ sehr weit vorne unter den Online-Medien, was die Qualität der Tools, der Community-Beteiligung, der Kommentare und Debatten angeht... Wie kann man dieses bereits Erreichte willentlich aufgeben bzw abwürgen?

Doch nur, wenn man das Vertrauen in Qualität und ihre Durchsetzungskraft aufgegeben hat und meint, eine Oberflächenpolitur und ein paar schicke Floskeln täten es bei weniger Aufwand genauso: mutig, kritisch, meinungsstark my ass.

RE: Abservierte Community | 23.03.2018 | 13:02

Immerhin war auf diesem Weg zu erfahren, dass es SIE hier noch gibt! Habe Ihre sternengeschmückten Kommentare eine Zeitlang vermisst und freue mich aufrichtig über dieses Lebenszeichen. xxx

RE: Abservierte Community | 23.03.2018 | 12:57

//Mein Vorschlag wäre der, dass eine genügend kritische Masse von Stamm-Usern die neuen Hürden bezüglich der Kommentarfenster-Höhe dahingehend goutiert, nur noch zweizeilige Kommentare zu schreiben.//

Protest-Aktionen der Community sind (soweit ich das überschaue) von der Redaktion in der Regel mit schlichter Ignoranz beantwortet worden. Kritik und tiefer gehende Fragen in Blog-Form ebenso. Insofern bleibt es auch von meiner Seite zwangsläufig bei Spekulationen über Motive, Hintergründe, Ziele des redaktionellen Handelns. Diese Spekulationen gestalten sich aber zunehmend argwöhnisch... z.B.:

Ob eine Tendenz zum zweizeiligen Kommentar vielleicht sogar von derFreitag anvisiert/gewünscht wäre. Weil es eben ausdrücklich nicht um Inhalt geht, sondern um schiere Masse... bzw: Traffic, Klickzahlen, Community-Anmeldungen im Stundentakt - alles Faktoren für, nehme ich an, die Markt-Relevanz, aus der sich der Preis für Reklame-Anzeigen ergibt...?

Ob also eine dF-Community einfach zur Markt-Positionierung gebraucht und benutzt wird, in der Praxis aber eher lästig ist und deshalb bis an den Rand der reinen Simulation gestutzt werden soll...?

RE: Gomringer Gedichte und Gender | 22.02.2018 | 12:22

//(wenn ich beitrags-reife erlangt hab, laß ichs Sie wissen)//

Ja, bitte! :-)

RE: Gomringer Gedichte und Gender | 22.02.2018 | 12:20

Das ist natürlich wahr - aber ebenso ein wohlfeiler Debatten- und Gedanken-Killer: Angesichts des Elends der Welt noch über Hausfassaden, Lyrik oder irgendwas anderes zu reden = Luxus = illegitim? Latenter Sexismus in Wort und Bild in unserer Gesellschaft = lächerlich, anderswo werden gerade Menschen gefoltert? Klar, vor diesem düsteren Hintergrund ist es total versnobbt, überhaupt noch an einer Kulturleistung teilzunehmen - also auch Kommentare in ein Internetforum zu schreiben.