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Profil nicht mehr nötig. Alles Gute, der dFC und dem dF.
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RE: Privatrecht zur Ausbeutung | 23.05.2018 | 16:57

Der Konsequenz des Kapitalismus, steht in einem noch viel größeren Maße die Inkonsequenz seiner politischen und gesellschaftlichen Kritiker entgegen, die mehrheitlich untereinander lieber ausdiskutieren wollen, wer die Geburts- und Rederechte zum "einzig richtigen" Gegenfeuer innehabe.

Dann drohen endlose Ausschließeritis- Diskurse und Abhandlungen zu Begriffsbestimmungen. Viele Linke halten theoretische Unschärfe, Überschneidungen und fremde Vokabulare einfach nicht aus. Lieber gehen sie nur auf die eigenen "Parties".

Religiöse und Religionen will man nicht dabeihaben. Eliten, recht eigentlich nur, wenn sie das selbe theoretische Brot durchkauten. Eine große Scheu herrscht, sich auch einmal mit Technik, Naturwissenschaften und den verpönten Funktionseliten (Juristen, Mediziner, Ingenieure, IT- Leuten, Bürokraten) einzulassen. Und auch der Einfluss unter Kulturschaffenden schwindet, weil man da eben "sinistren", vagantischen und experimentierenden Menschen Vertrauen schenken müsste.

Sie haben das völlig richtig benannt. Es geht um die Abschaffung aller Möglichkeiten der Waffengleichheit und der Augenhöhe, bei Dienstleistungsverträgen und bei Arbeitsverträgen. Der Kunde oder Arbeitnehmende soll isoliert werden. Dafür werkten jedoch in den letzten 25 Jahren alle professionalisierten Funktionärsparteien, die es in eine Bundesregierung schafften oder wichtige Bundesländer vertraten.

Erstaunlich ist nur, dass die Rechten und Populisten, die an diesen Patronatsverhältnissen gar nichts ändern wollen, nun solchen Zulauf haben, weil sie die nationale Fahne schwenken und, wie gerade in Italien, einfach unhaltbare Versprechen in die Welt setzen.

Neben der vertragsrechtlichen Isolierung, geht es um Arbeitsverträge, existiert ja auch noch eine weitere, umfassende fiskal- und finanzpolitische Isolierung, die genau umgekehrt in diesem Sinne wirkt.

Großes Kapital und große Profite sind recht umfassend vor einer Offenlegung geschützt und das ermöglicht es, sie von einer gerechten Beteiligung am Steueraufkommen abzukoppeln.

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Privatrecht zur Ausbeutung | 23.05.2018 | 16:13

Natürlich sammeln Sozialverbände und Gewerkschaften Material und die SPD wird das, wie andere Parteien auch, nicht anders halten. Viel Gratismaterial gibt es bei der Bundeszentrale- und den Landeszentralen für politische Bildung und bei den etablierten Parteistiftungen (Besonders bei der F. Ebert- Stiftung und der Hans Böckler- Stiftung, sowie der Rosa Luxemburg- Stiftung). Gute Artikel allerdings meist in E.,Fr. und It, finden sich mit dem offenen Archiv HAL-SHS. Das ist ein Verbundnetzwerk französischer Hochschulen, die unter SHS viel zum Neoliberalismus und seinen realen, sozialen Auswirkungen publizieren.

Ich kann die Webseite von Dr. Johannes Steffen empfehlen. Der wird auch von Professor Sell gerne zitiert. Unter www.portal-sozialpolitik.de finden sich statistisches Material, ein Newsticker und Chroniken zu den sozialpolitischen "Glanzleistungen" (;-)).

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Privatrecht zur Ausbeutung | 22.05.2018 | 19:35

Bei uns läuft die arbeitsrechtliche Entwertung über die Aufkündigung der Mitgliedschaften in den Tarifverbänden. Einerseits den regionalen Wirtschaftsverbänden, andererseits den Gewerkschaften.

Auffällig ist ja auch, dass in den Boom- Branchen der deutschen Wirtschaft die Gewerkschaften selbst und die Betriebsräte in den Großfirmen, relativ selten aktiv und mit dauerhaftem Ehrgeiz gegen ein Schattenreich von Scheinselbstständigen und Leiharbeitern vorgingen, obwohl die Informationen dazu greifbar waren.

Die Interessenvertretung privilegierter Arbeiter- und Angestelltengruppen, z.B. im Maschinen- und Fahrzeugbau, z.B. in der Chemieindustrie, sorgt eben nicht unbedingt für Solidarität mit prekärer Arbeit. Von den öffentlichen Angestellten und den Beamten darf man sowieso keinen Elan in diesen Fragen erwarten.

So hat die Politik leichtes Spiel, selbst wenn in Medien und von Universitäten (z.B. der nimmermüde Prof. Sell aus Koblenz) Kritik laut wird.

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Privatrecht zur Ausbeutung | 22.05.2018 | 19:21

Die Trump- Adminstration hat vom ersten Tage ihrer Regierung an auf dieses Datum gewartet und begrüßt die Entscheidung des Supreme Court. Wieder ein Stück Obama politics weniger. Die Vorgängeregierung plante die Stärkung des Labor-Realations Acts. Fox- News berichtete auf seinen Webseiten, nicht in den gesendeten News, recht sachlich. Dort war man wohl überrascht. Schließlich steckte das Unternehmen in mehreren Verfahren, bei denen Mitarbeiterinnen entweder gegen sexuelles Fehlverhalten im Sender klagten oder auf Gleichheit in den Honorarverträgen pochten. Triumphialistisch feiert man nun die Rückkehr zu geordneten Verhältnissen. - Im Grunde ist dieses Supreme Court- Urteil auch ein Rückfall hinter Franklin Delano Roosevelts Pakt (New Deal) mit der Arbeit. Eine retropolitische, juristische Entscheidung, die die Gesellschaft weiter spaltet.

Sie haben sicher Recht damit, dass die Tragweite der Entscheidung von den Trump- Wählern wohl oftmals garnicht erkannt werden kann, weil sie sich monoform aus einer oder zwei TV- Network Quellen informieren. Allerdings gibt es das ja auch bei uns.

Man denke nur einmal an das Jahrzehnt der Deregulierung und Privatisierung von Lebensrisiken unter Schröder I und II, sowie Merkel I. - Allerdings spielten bei uns die höchsten Gerichte ebensowenig den Helfer bei der Abwicklung, wie der EuGH. Also musste hierzulande alles von einer, mit überwältigender Mehrheit gewählten, informellen GroKoPlus, seit 1999/2000, erledigt werden. Das hatte dann eine kaum zu schlagende Legitimität.

Das auf Sozialität mehrheitlich angewiesene Wahlvolk, rettet den Sozialstaat nicht. Eine politische Weisheit, die leider immer noch nicht bei den irgendwie Linken und den echten, roten Linken angekommen ist.

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Ein königliches Beispiel | 20.05.2018 | 18:50

Mit gewissem Mutterwitz, verstehen Sie das schon. Wir "Doitsche", können natürlich nicht zu Royalisten werden, aber vielleicht ein wenig öffentlich schmunzeln, zu Pfingsten, zu einer Herzschmerzgeschichte, durchaus mit ernsthaften Hintergründen, die Magda doch andeutete. Eine gewisse Sehnsucht schlummert da.

"Arbeiterkaiser" war einst der "Frauenversteher" Bebel und meine Himmelskönigin, sie endete brutal tragisch, heißt nicht nur Rosa, sondern trug die Farbe auch, während mir seit der Kindheit nur Blau wirklich gut steht.

Was aber nun Heiraten, Familienerweiterungen und sonstige weiche Faktoren, die das Leben ausmachen, angeht, zeigen sich die britischen Royals schon länger fortschrittlicher als ihr eigenes Land und aufgeschlossener als die Politiker und viele Wahlbürger ihres abgespaltenen Sprosses, den USA.

Warum weinte Frau Markels Mutter, mehr als Mütter nun einmal weinen, bei solchen Gelegenheiten. Warum sang ein Gospel- Chor und nicht eine englische Ausgabe der "Choristes"? Warum durfte Michael Bruce Curry die Predigt halten?

Bei aller Privatheit, setzen diese jungen Royals Zeichen, mit ihren bürgerlichen Frauen und sie reden auch nicht mehr abgehobenes und völlig sinnloses Zeugs zu wichtigen Themen oder sondern unwichtiges Gebrabbel zu Nebensächlichkeiten ab.

Vor Jahren habe ich einmal geschrieben, dass Prince Charles, Windsor, der "Höschenprinz", mehr gute und kompetente Reden zu den Böden der Welt und der globalen Landwirtschaft gehalten hat, als die Regierungsmitglieder aller Regierungen ihrer britischen Majestät zusammen und er dafür auch, seinen eingestanden großen Reichtum (Nichts im Vergleich zu britschen, US- amerikanischen, russischen, chinesischen und mexikanischen Oligarchen), in der Praxis einsetzte.

Die Windsors machen offensichtlich vieles aus Liebe und Leidenschaft. Zum Beispiel auf den Thron zu verzichten, auf dem es sich., über alles, recht komfortabel, supersicher und sozial gesichert, sitzen und leben lässt. Usw.

Also, mit einem Augenzwinkern: Lesen Sie Sinclair Lewis, der, anders als es die "Rezension" andeutete, keine "tiefe und erschütternde", sondern eine bitterböse Geschichte zum Rassismus geschrieben hatte, die nur durch seinen Humor, seine Einfälle und sein theatertaugliches Sprachtalent erträglich lesbar blieb.

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Ein königliches Beispiel | 20.05.2018 | 16:15

Bei allem und besonders bei der gemischten, britischen Band, Hot Chocolate, volle Zustimmung, Magda.

Linke müssten an der Spitze des Internationalismus und Multikulturalismus stehen und sich für eine weitestgehende Akzeptanz und Toleranz einsetzen. Sie sollten Vordenker und Propagandisten in der Europapolitik sein. Sie müssten sich der Tatsache bewusst sein, dass sich auf praktisch natürliche Art und Weise eine Weltgesellschaft einstellen wird, die von familiärer und ethnischer Mischung, vom Ortswechsel und von der Inklusion an fast jedem Ort lebt, ohne die jeweiligen kulturelle Wurzeln erbarmungslos kappen zu wollen, um homogene Gesellschaften zu erschaffen, die sich nur noch mit Zwang herstellen lassen.

Nur zum Zitat aus dem Rezensionstext (Sekundärtext), kann ich nicht beifällig nicken. Denn das spiegelt Sinclair Lewis bitterböse Satire nicht. - Darum handelt es sich jedoch und erklärt, warum weiße Suprematisten sogar verlangten, das FBI solle sich mit dem Autor befassen, der die staatliche und gesellschaftliche Ordnung in Frage stellet.

Seine Erzählung ist, wie schon das längere Zitat des Schlusses belegt, von fast schon zynischem Humor geprägt und trifft damit ja auch die notwendige Gesellschaftskritik, in der durch Nachkriegsboom und Aufstieg zur ersten Weltmacht gerade entstehenden Affluent society der USA, die in Wahrheit von tiefstem Rassismus geprägt blieb.

Wie wir heute sehen, hat gar ein einziger schwarzer Präsident, dazu noch einer, der nun alle bürgerlichen und intellektuellen Tugenden in sich vereinte, gereicht, die Alltagsaffekte und schlummernden Vorurteil zu einer neuen, weißen und männlichen Dominanz- Politik zu amalgamieren, deren zweite Hauptthese, neben "America first", auf die kapitalismusfreundliche Formel hinausläuft, jeder sei sich selbst der Nächste.

Ich glaube, dass diese Politik von den meisten Kulturschaffenden, von Intellektuellen und Wissenschaftlern, aber eben auch von der Mehrzahl der Küstenstaatenbewohner der USA, abgelehnt wird.

Zurück zu den Royals. Mir kam, dass diese kitschig- schöne Hochzeit, bei bestem Wetter, viel mit einem shakespearischen Tag in "Illyria" und "Fairyland" gemein hatte. Schloss Windsor, die Hochzeit und das glückliche, kommune Volk, für einen Tag in der Rolle von Pyramus, Thisbe und Wand.

Der Wunschtraum, es möge in der Liebe und im Leben alle Tage so sein, ist Kommödie und Lebenselexier zugleich.

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Ein königliches Beispiel | 19.05.2018 | 21:56

Da sind wir ja schon zwei linke Royalisten, Magda. Die Royals sind ganz offensichtlich weiter, als so mancher Brite. - Gut, sie haben es auch leichter, im Empire, das nicht durchgängig weiß ist.

Bei Engländerinnen dürfte es sich mit der Weite und Liebe der Gedanken natürlich besser anlassen, schließlich sind das Frauen.

Aber wenn das von Ihnen kommt und Mr. Sinclair Lewis, den Sie ruhig einmal hätten wörtlich zitieren können, statt eine Rezension abzuschreiben, zählt der wahre Kitsch, der unsere Herzen öffnet und uns auch intellektuell weiter bringt, noch mehr. Er ist dann, mit dem Ende von "Kingsblood", formvollendet:

>>At their head was Detective Matozas. He and his gallants must havehad careful orders. They seized Neil and Phil, but at Vestal, who stood just inside the door with Sophie beginning to bandage herarm, Matozas growled, "Get back in the house there, you. We don'twant you. We just want these niggers--starting all this riot, shooting prominent citizens!"Vestal put aside Sophie's ministrations with an affectionate pat,and spoke to Mr. Matozas clearly: "Then you'll have to take me. Didn't you know I'm a Negro, too?" One policeman muttered to another, "I didn't know she was a tar-baby," and his mate revealed, "Don't be so dumb. Can't you see it by her jaw?"Matozas commanded, "Well, we're not GOING to take you, no such adamn thing, and you get back in there and quit trying to work upsympathy!" He reached for her arm."Oh, you'll take me!" said Vestal, quite sweetly, and brought the butt of her automatic down on the detective's head. As she was herded with Neil toward the patrol wagon, she squeezed his arm. "Are you as scared as I am? Will you hold my hand in the wagon? It looks so dark in there, but if you hold my hand, I shan't be too frightened. What a wonderful start this is for little Booker T.! Neil! Listen! Listen to Josephus Smith bawling out the policemen. There must be lots of good white men, aren't there?" "Keep moving," said a policeman."We're moving," said Vestal. << , ...."zeigt Sinclair Lewis uns in einer hinreißenden Darstellung, die sein Buch zum tiefen und erschütternden Erlebnis werden lässt.“

Heute endete alles mit einem Kuss und startete gewiss mit einem. Meine beiden royalen Liebesschwüre, die von der Toleranz und Akzeptanz, die von den Windsors ausstrahlt, motiviert waren, fanden allerdings keine Anerkennung in der dFC.

Ich hoffe, das bleibt Ihnen, bei aller Mühe die Sie sich gegegen haben, erspart (https://www.youtube.com/watch?v=laozKcIz5Y8 ).

Der Geist kommt eben an Pfingsten, über die rückständigeren Teile der Menschheit.

Nur weiter

Christoph Leusch

RE: Aggressivität schlägt Vielfalt und Ausgleich | 18.05.2018 | 21:03

ad@

Ich schlage vor, dass die erregten Herren, die beteiligten anonymen Nicks und eventuell darunter auch Damen, ein eigenes Blog eröffnen und ihre Streitgkeiten, sowie das absolut nötige Revolutionstribunal gegen den Beklagten "Columbus", dort mit verteilten Rollen weiter fortsetzen.

Es mag ja amüsant für sie alle sein. Aber es ist eben für mich, der den Blog- Artikel stiftete, sterbenslangweilig. Erlösen Sie mich bitte, von ihren erweiterten Kindereien und Dummheiten, meine Herren (und Damen).

Möge der heilige Geist der Erleuchtung und Einsicht über sie kommen. Es ist hohe Zeit.

Christoph Leusch

RE: US-Sanktionen gegen europäische Firmen? | 18.05.2018 | 17:00

Ist es nicht so, dass die allermeisten Wahl- und BundesbürgerInnen zwar rudimentär was vom Jahreshaushalt mitbekommen, privat und politisch, jedoch schon die mittelfristige Finanzplanung eher arkan bleibt?

Ich glaube von mir, über die Zukunft, auch die mittelfristige, fast gar nichts oder doch nur sehr wenig zu wissen. Mich überforderte es, da weitreichende Aussagen zu treffen. Daher staune ich immer wieder Bauklötze, manchmal ärgere ich mich gar, wie selbstsicher andere Menschen politische und gesellschaftliche Prognosen abgeben. Vorsicht kann ich bei deren Vorgehen nicht erkennen.

Vielleicht erhalte ich ja pfingstliche Ausgießungen des heiligen Geistes, damit ich wieder bei den avanciertesten Eschatologien in der dFC zumindest mitdenken kann. (;-))

Christoph Leusch

RE: Das europäische Paradox | 18.05.2018 | 16:31

Wenn es ihrer Wahrheitsfindung und Unterhaltung dient, lachen Sie, amüsieren Sie sich, locken Sie weiterhin aus der Reserve. Ich nehme an, Sie agieren so aus Daffke.

Schönes Pfingstwunder

Christoph Leusch