Columbus

Profil nicht mehr nötig. Alles Gute, der dFC und dem dF.
Columbus
RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 17.11.2018 | 16:50

Haben Sie schon einmal was von Dringlichkeitshierachien gehört, Grenzpunkt 0? Hier, in diesem Blogartikel, geht es um die Geschlechterungerechtigkeit und nicht um ihren Nörgeluniversalismus.

"Quoten bei Wahlen führen auch nicht zu mehr Gerechtigkeit, weil sie keinen Einfluss auf die reale Politik haben würden." - Das wird von jenen Parteien widerlegt, die sich partiell oder auf allen Ebenen, schon für Quotierungen entschieden haben. Die Frauenquotierung brachte diese Themen in die Wahlorgane. Sie wissen das auch ganz genau und bauen hier nur weiter eine Luftnummer, nach der nächsten. Hagestolz und ernsthaft rechtschaffen mag das sein. Es hat aber was von Sturheit.

Die Parteien stellen zu wenig nach der Wahl- und Wohnbevölkerung, sowie nach Differenzkritierien auf, das ist unbestritten. Bisher gibt es zu wenige Instrumente, sie schneller zu mehr Ausgleich zu bewegen. Darum eben Quotierung, die ja gestaffelt eingeführt werden kann und nach Erfolg oder Misserfolg gesteuert wird. So macht man Politik und nicht durch ein Zereden mit absurden Beispielen und ständigem Ebenenwechsel.

Kein vernünftiger Mensch fordert, die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse nach einem Lebenstil-, Ernährungstypus- oder Risikoprofil auszureichen. Das ist der Daseinsvorsorge- Bereich.

Gerade die umgekehrte Politik, wäre interessant und zukunftsweisend neu. Eine Einheitsversicherung, in der alle, wirklich alle, versichert sind, in der auch die meisten Leistungen, einschließlich Zahnersatz und weiteren Hilfsmitteln, angeboten und die individuellen Beiträge, nach Leistungsfähigkeit gestaffelt, eingezogen werden.

Ich finde, wir drehen uns nun im Kreise. Sie wollen mich missverstehen und ich finde, es reicht nun mit dem Austausch unterschiedlicher Standpunkte zum Thema und vor allem mit einer völlig unsachlichen Ausweitung der Diskussion.

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 17.11.2018 | 15:21

Knapp: "Dorfbewohner" (Landbewohner) werden, bezüglich des Gewichts ihrer Stimmen, auch in Deutschland, wie in vielen anderen Demokratien, durch die geringere Anzahl an Wählern pro Wahlkreis häufig bevorzugt! Der Gesetzgeber begrenzt das Ungleichgwicht auf im Schnitt 15% und maximal, in Ausnahmefällen, 25%.

Siehe hierzu: Wieviel ist meine Stimme wert? https://www.geoportal.de/SharedDocs/Downloads/DE/Geoportal/Bundestagswahl2017.pdf?__blob=publicationFile

"Dorfbewohner" werden noch in einer anderen Hinsicht bei den Mandaten bevorzugt.

Weil der Ausländeranteil (EU, Nicht-EU) in Städten deutlich höher ist, aber bei den Wahlkreiszuschnitten nicht berücksichtigt wird, kommt es dazu, dass in Städten erhebliche Teile der Wohnbevölkerung nicht bei Wahlen berücksichtigt werden.

Zumindest auf kommunaler Ebene, sollte dies durch ein Ausländerwahlrecht für ständige Bewohner geändert werden. Auf Länder- und Bundesebene wäre das vielleicht in einer fernen Zukunft einmal denkbar. Schließlich wirken die Länder und Bund an der Änderung der Verfassung und wesentlicher Gesetze mit. Da sollte die Wahl der MandatsträgerInnen immer an eine Staatsbürgerschaft (evtl. doppelte Staatsbürgerschaft) geknüpft sein.

Ihr Fluggastbeispiel war schief, ich habe es auf die Realität zurückgeführt.

Sie verwechseln Gleichstellung und Solidaritätprinzip!

Wer individuell sein Recht auf Gleichberechtigung/Gleichstellung nicht einfach nutzen kann, weil ein unabweisbares Handicap, eine Krankheit, eine angeborene Behinderung, dem entgegensteht, dem soll solidarisch geholfen werden, ohne ihn mit Mehrkosten und/oder großen Umständen zusätzlich zu belasten. Denken Sie an Barrierefreiheit, spezielle Arbeitsplatzausstattungen, Personenhilfe/Assistenz, in bestimmten Berufen.

Abschließend möchte ich einfach nur noch anfügen, dass für mich, das Ringen um die Gleichstellung und die Reduktion von Diskriminierungen jeglicher aller Art eine zentrale, letztlich nie endende Aufgabe der Demokratie darstellt. Die ständige Mühe darum ist konstitutiv!

Männer werden ja ebenfalls, wenn auch in deutlich geringerem Umfang, bei bestimmten Berufen diskriminiert.

Also, bis demnächst

Christoph Leusch

RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 17.11.2018 | 13:32

Ihre übergewichtige Argumentation erinnert schwer an die 1960er Jahre. Da wurde auch mit allerlei abwegigen "Gewichtigkeitsproblemen" an den Fakten zur Geschlechtergerechtigkeit vorbeidiskutiert.

Übrigens müssen XXL- Passagiere heute, überschreiten sie die Sitzplatzgröße deutlich, mit einer Umplatzierung, sofern Kapazität vorhanden ist oder mit der teilweisen oder vollständigen Bezahlung eines zweiten Sitzes, sowie mit einer Flugumbuchung einverstanden sein, ohne auf ihre Ethnie, ihr Geschlecht oder ihre Religionszugehörigkeit hin diskriminiert zu werden. Behinderte, manche Formen von XXL erfüllen tatsächlich dieses Kritierium, erhalten Sonderkonditionen, wenn die Behinderung autorisiert festgestellt ist.

Sie müssen keine Quote basteln, Grenzpunkt 0, sondern einfach nur ein Gesetz verabschieden oder eben parteiinterne Regeln (weil freiwillig, wird das nur von den Grünen und zum Teil von der Linken und der SPD praktiziert) schaffen.

Für andere Fälle, z.B. den Proporz der Kandidaten aus den Landesverbänden und einen entsprechenden Ausgleich für unterrepräsentierte Regionen, gibt es diese politischen Fairnessregeln schon lange, und sie werden bis auf Kabinettsebene angewandt.

Schönes Wochenende

Christoph Leusch

RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 17.11.2018 | 13:09

Am Verhältnis von Politik und Recht, in dieser Frage ändert sich nur dann schneller was, ohne das formale Verhältnis umzudrehen, wenn in der Politik und an Gerichten Frauen mehr Repräsentanz erhalten. Ansonsten gilt, was auch in der Wirtschaft passiert. Die Überzahl bleibt weitgehend unverändert, weil Überzahlen überzählig kooptieren.

Wohin das führt, zeigt sich ja an einigen Fraktionen des Deutschen Bundestags und am Rückschritt der Zahlenverhältnisse, der zur letzten BT- Wahl eintrat. Es kommt auf die KandidatInnen- Aufstellung an!

Bei Bildungs- und Berufsabschlüssen und weiteren Qualifikationen, auch bei Qualifikationen für die Politik, schneiden Frauen regelmäßig etwas besser ab, als Männer, da müssen wir keine Qualitätsverluste befürchten. Allerdings würden manche Themen mit anderen Schwerpunkten diskutiert und es wäre eben gerechter.

"Und man sollte sich klarmachen, daß das Recht eine menschliche Hilfskonstruktion ist, um als ungerecht empfundene Zustände zu korrigieren. Recht ist die zivilisatorische Antwort auf das natürliche Prinzip des „Rechts des Stärkeren“, insofern „ungerecht“. - Schlechte Argumente werden auch breitgetreten nicht sinnvoll.

Die Natur weiß nichts von einem Recht des Stärkeren, weiß nichts von Recht oder Unrecht. Insofern kann die zivilisatorische und kulturelle Antwort, ein humanes Kennzeichen, diesbezüglich auch nicht "ungerecht" sein.

Das mit den "goldenen Regeln", die die Menschen wohl sehr früh erfunden haben, für ihr Leben, Zusammenleben und Überleben, muss ich Ihnen nicht erklären. Leider kommt bei ihnen auch nur die Teilbibel zu Wort. Gleiches gilt übrigens auch für den Koran, der ausdrücklich das Prinzip "Auge um Auge", weil es unter den Stammes- und Nomadenvölkern so viel Schaden anrichtete, durch Recht ersetzt sehen möchte.

Zuletzt: Schauen Sie nochmal nach, warum ich die Bundeswehr- Frauen erwähnt habe. Das war eine Antwort auf "Moinmoin", der dort Ungrechtigkeit verspürte, die sich dort derzeit auflöst.

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Antizyklisch | 16.11.2018 | 22:18

Fakt ist, dass ihre Beiträge eher uninteressant sind, in der "Blase" dFC und außerhalb. Das lässt sich leicht checken.

Ganz ehrlich. Ich habe mir ihre Beiträge durchgelesen. Die erinnern mich stark an den unbedingten Willen mancher Leute, die man im Englischen "Stinker" nennt.

Die müssen in virtuellen Foren auch immer Markierungen ihrer angeblichen Überlegenheit in Fakten und Meinungen kundtun und kleben daher ihre abgkauten Kaugummis überall drauf.

Schönes Wochenende

Christoph Leusch

RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 16.11.2018 | 22:09

Ich beobachte ja ihre und die Beiträge Grenzpunkts. Hier nun, haben Sie beide doch versucht, dem Blogautor Unbedarftheit und Unwissen vorzuwerfen, gegen die Fakten.

Noch eine Beobachtung: Mir scheint, so manchem, zur schnellen Wertung neigenden Foristen, fehlt es erkennbar am Respekt für andere und vor allem an Introspektionsfähigkeit, um auch einmal den Splitter im eigenen Auge zu erkennen oder das Bett vor ´m eigenen Kopf wegzunehmen.

Schönes Wochenende

Christoph Leusch

RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 16.11.2018 | 21:34

Selbstverständlich gibt es auch ein gleiches Recht auf Fehlentscheidungen und für alle Dinge, deren Wohltat oder Übel umstritten bleibt. So schrieb ich es doch. Wollen Sie da wirklich Unterschiede machen?

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 16.11.2018 | 21:31

In ganz einfachen Worten: Es hört nie auf, dass Forderungen gestellt werden müssen, solange erkennbare Unterschiede in fast allen Lebensbereichen existieren, Grenzpunkt O

Wenn alles ungefähr 50/50 ist, da, wo es drauf ankommt, wäre das Ideal, das Ziel, die Vorgabe GG, erreicht und eine spezielle Politik unnötig.

Das gilt selbstverständlich auch für andere Formen der Diskriminierung und es gilt für jedes Land, das sich international verpflichtete, Grundrechte umzusetzen.

Ich denke, dass das eine universelle Ideologie ist, und so muss das auch sein.

Ihr Argument wurde in den 70er laut, als man glaubte mit den 68ern wäre schon alles erreicht. Dann kam die Diskussion in den späten 1980ern erneut auf und hielt sich in den 90ern, nachdem man dachte, die in diesen Dingen fortschrittlichere DDR färbte zumindest ein wenig ab. Und nun, 2018, stehen wir doch wieder vor dem gleichen Problem. - Ich finde, man muss praktische und verbindliche Vorgaben machen, damit es schneller vorwärts geht und kann nicht auf die Ewigkeit warten.

Schönes Wochenende

Christoph Leusch

RE: Noch weit entfernt von Gleichstellung | 16.11.2018 | 18:36

Wenn sich die Skatrunde trifft, um den Konsens herzustellen, was für sie Wirklichkeit ist, kommen Kommentare zustande, die die Wirklichkeit ignorieren, weil es ja eh nur um den Feierabendskat geht.

Mir wäre das peinlich, Herrn Muhammet Kaan Arier mit lauter Sophistereien entgegenzutreten.

Die Gleichberechtigung muss, das ist doch die Erkenntnis auf allen Kontinenten, nach so langer Zeit der Versuche über Predigten und gute Absichten, damit sie Wirklichkeit werde, wohl mit verbindlichen Gesetzen, Regeln und Sanktionen hergestellt werden, damit aus ihr Gleichstellung wird. Da geht es immer noch ans Eingemachte, und es herrscht immer noch die Versuchung, die Besitzstandswahrung sophistisch zu verschleiern.

Etwas einfacher ausgedrückt: Helfen gute Absichten und Aufforderungen nicht, muss es eben Quoten und Auflagen, sowie nach einer Anstandsfrist, Strafen geben.

NB: Seit 2001 dürfen Frauen freiwillig, in jeder Truppengattung der Bundeswehr, Dienst tun. Ob zum Übel oder zum Wohl, wird sich noch weisen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

RE: Was wollen die Bücher? | 16.11.2018 | 18:14

Tatsächlich ist es schade, über diese Frage, was der in Büchern geronnene Wille und die darin vorhandene fixierte Vorstellungskraft tatsächlich bewirkt, so einfach hinwegzuhoppeln, Miauxx. Das hat auch was von Hasenfüßigkeit, angesichts der enormen Wirkung vieler literarischer Texte.

Wenn Sie schon auf die Antike zu schreiben kommen, dann gilt für diese, dass die frühesten und prägenden Texte Absicherungen sind, die im Grunde "Verträge" festhalten. Das können Vertragstexte mit Göttern oder dem einen Gott sein, aber auch banale Verträge zu Erbschaften, Steuern und Abgaben.

Tatsächlich steckt im "Buch", als steinerner Tafel, als Rolle, als Text auf möglichst haltbarem Material, dazu zählt auch der Text auf säurefreiem Papier oder einer Kuhhaut und der verdienstvolle Versuch, die holzhaltigen Verfallsbücher zu retten, sehr häufig ein aktiver Wille, mehr als nur einen Menschen zu binden, mit einem guten Buchrücken. Noch erstaunlicher, dass dies tatsächlich mit Schriften und Büchern gelingt.

Die Bindung reicht von religiösen Sachverhalten, bis zum Humanismus der Charta der Vereinten Nationen. Von den Modellbildungen Sigmund Freuds, über den Aufbau der Person, bis zur Negation der Person, in der Ansicht, dass Menschen biologische Maschinen seien und letztlich für keine ihrer Handlungen wirklich verantwortlich zeichnen.

Sie haben, wie andere KommentatorInnen, allerdings Recht, dass das Studium rechter Texte, mag auch Literatur darunter sein, immer hilft, Rechte zu verstehen. Linke denken allerdings sehr oft so kritisch über die eigene Produktion nach, dass der Eine die Andere nicht versteht.

Ob also daraus eine Resignation folgt, man könne den Rechten auf Plätzen und Straßen, im Parlament und sozialen Foren, in Medien aller Art, nichts entgegensetzen oder aber, der Glaube und Wille erwächst, es zumindest zu versuchen, ist eine zweite Frage.

Beste Grüße

Christoph Leusch