Gunnar Jeschke

Naturwissenschaftler, in der DDR aufgewachsen, gelebt in Schwarzheide, Dresden, Wako-shi (Japan), Bonn, Mainz, Konstanz und Zürich.
Gunnar Jeschke
RE: Bimbes und Buddy | 15.12.2018 | 17:33

Vielen Dank für die Antwort, noch dazu so schnell.

RE: Bimbes und Buddy | 15.12.2018 | 09:44

An sich ein interessanter Artikel mit viel Hintergrundinformation. Aber Herr Michal, woher haben Sie die folgende Information?

"in der Stichwahl unterstützte er Friedrich Merz"

Meines Wissens war die Stichwahl geheim und deren Ergebnis passt unter Beachtung des Ergebnisses des ersten Wahlgangs nicht zu der Hypothese, eine Koalition Spahn-Ziemiak-Linnemann habe für Merz gestimmt.

RE: Raider heißt jetzt Twix | 13.12.2018 | 20:33

Von Merz oder Spahn aus gesehen, ist Merkel ein linkes Twix und Kramp-Karrenbauer ein rechtes Twix.

Das gilt noch stärker für AfD-Anhänger. Es gilt auch aus SPD-Sicht. Von der Linken her gesehen sowieso und die FDP dürfte es nicht anders sehen. Die Grünen dürften eine leicht höhere Affinität zu Merkel haben, aber da Kramp-Karrenbauer mit ihnen wird koalieren müssen, wenn das mit der Kanzlerschaft je etwas werden soll, wird der Unterschied verschwinden.

RE: Raider heißt jetzt Twix | 13.12.2018 | 20:18

"die sich nicht wirksam wehren können"

Norbert Leisegang von Keimzeit hat es so ausgedrückt: "gut geschichtet die Hierachie".

Diejenigen, die sich und andere gut organisieren können, kauft das System auf. Das hat als Stabilisierungsmechanismus lange funktioniert, aber lange ist nun vorbei.

Moderne Kommunikation hat es leicht gemacht, eine Protestbewegung ohne viel Organisationsarbeit auf die Beine zu stellen. Dann hat man etwas wie die Gelbwesten in Frankreich, mit denen man nicht verhandeln kann, weil sie gar nicht so weit organisiert sind, Verhandlungsführer auszuwählen.

Die Kartellbildung in der Politik ("an der Macht ist die cdspgrüde", aus Kokon) wird von denjenigen, die anders denken als das Kartell, als Politikversagen empfunden. Da das Kartell um sich selbst kreist, werden das immer mehr. An irgendeinem Punkt wird das System instabil.

RE: Raider heißt jetzt Twix | 13.12.2018 | 07:02

Die Enttäuschung Spahns und der JU darüber, dass die Saurier um Wolfgang Schäuble mii dem Saurier Merz in die Schlacht gezogen sind, mag bei der Ziemiak-Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Irgendwie musste er ja auch vor sich selbst das schäbige Postengeschacher rationalisieren.

Das ändert allerdings nichts daran, dass knapp die Hälfte der CDU eher im Saurierlager steht. Deren Engagement wird tsark abnehmen, wenn man den tertiären Riesen kein Angebot macht, mit dem diese leben können.

RE: Raider heißt jetzt Twix | 13.12.2018 | 06:47

Ich glaube gar nicht, dass Kramp-Karrenbauer "links" ist, genausowenig, wie ich je geglaubt habe, Merkel wäre links.

Das Problem ist eher, dass sie beide lauwarm sind. Sie haben keine klare Richtung. Was sie politisch tun, ist eine Frage der Opportunität und -zumindets bei Merkel - nur der Opportunität. Bei Kramp-Karrenbauer habe ich zumindest noch keien anderen Anzeichen bemerkt.

Nun bin ich sehr für Pragmatismus, aber hinter diesem Pragmatismus muss klar erkennbar der Wille stehen, in eine bestimmte Richtung zu gehen und bestimmte Prinzipien zu verteidigen.

Lauwarm hat keine Zukunft.

RE: Raider heißt jetzt Twix | 13.12.2018 | 06:28

"Sie stellen sich (wie Merz?) wahrscheinlich einen Markt vor, auf dem als Individuen (gesellschaftliche Atome, losgelöst von allen Prägungen) auf Parteien treffen und es nie eine Vorgeschichte, ein Milieu, eine bestimmte Kultur eine Rolle spielt"

Das ist noch nicht so, aber ja, in dieser Richtung geht der Trend. Milieubedingte Parteienbindungen sind heutzutage viel schwächer als sie früher waren und nehmen in der jungen Generation ab.

Deutschland ist in dieser Hinsicht sogar noch die Ausnahme, verglichen etwa mit Italien oder Frankreich. In Frankreich ist das alte Parteiensystem klinisch tot. Nicht von ungefähr stammt der Roman "Elementarteilchen" von Houellebecq aus diesem Land. Er beschreibt den Zerfall der Gesellschaft in ihre Atome.

Ansonsten gebe ich Ihnen Recht, dass es nach wie vor Lager gibt. Lagerpolarisierungen nehmen sogar eher zu, im Gegensatz zu Parteiloyalitäten. Genau deshalb ist es fatal, wie die Merkel- oder Kramp-Karrenbauer-CDU zwischen den Lagern stehen zu wollen.

RE: Raider heißt jetzt Twix | 13.12.2018 | 06:17

Da gehen unsere Meinungen gar nicht so weit auseinander. Natürlich ist Kramp-Karrenbauer kein Merkel-Klon.

Ich glaube nur, dass die zu erwartenden Veränderungen gemessen an den notwendigen Veränderungen vernachlässigbar gering sein werden.

RE: Raider heißt jetzt Twix | 12.12.2018 | 21:47

"Kramp-Karrenbauer hätte nobler gewirkt, wenn sie verloren hätte. "

Nur wirkt sie halt nach dem Ziemiak-Kuhhandel nicht mehr nobel.

RE: Raider heißt jetzt Twix | 12.12.2018 | 21:45

"da hinter den Kulissen die Absprache AKK mit Ziemiak offensichtlich bekannt war, "

Das wird wohl stimmen. So etwas lässt sich nicht geheim halten, weil Einzelne, die gefragt wurden, vermutlich Nein gesagt und andere vorgewarnt haben.

Auf F.A.Z. online werden übrigens Kommentare zensiert, die unterstellen, dass Ziemiak einen Block von Stimmen gegen das Generalsekretärsamt getauscht hat.

"an einer an der Realität vorbeigehende Hypothese zu stricken, Herr Merz habe sein Scheitern selbst herbeigeführt?"

Ich habe nicht explizit behauptet, er habe das bewusst getan und gebe gern zu, dass hier ich stark zugespitzt habe, was viel grauer ist.

Was ich meine - und zwar immer noch - ist, dass Merz mit der CDU, wie sie heute ist, nicht warm geworden ist. Deshalb fehlte ihm dann auch der politische "ring sense", um die Partei zu überzeugen.

Denn Ziemiak-Kauf hin oder her, wenn Merz eine Rede annähernd vom Format von Kramp-Karrenbauers Rede oder auch nur von Spahns Rede gehalten hätte, hätte es wohl im ersten Wahlgang gereicht.

Was ich mit der Zuspitzung meine: Einmal angenommen, Merz habe - im Gegensatz zu Kramp-Karrenbauer - wirklich ein Programm des Neuanfangs gehabt, dann hat er dieses deshalb nicht überzeugend dargelegt, weil er annehmen musste, dass er mit diesem Programm die Parteimehrheit nicht überzeugen würde.

Dass er das Amt nicht nötig hatte, meine ich rein wirtschaftlich. Dass seine Eitelkeit und Verletztheit durch Merkel das Amt nötig hatten, gebe ich gern zu.

Psychologisch kann es durchaus sein, dass er deshalb vom Wahlergebnis schwer enttäuscht war, obwohl er innerlich gar nicht bereit war, die Partei zu führen. Denn das war er sicher nicht, sonst hätte die Rede anders geklungen.

Kramp-Karrenbauer hätte nobler gewirkt, wenn sie verloren hätte. Auch das gebe ich gern zu.