Gunnar Jeschke

Naturwissenschaftler, in der DDR aufgewachsen, gelebt in Schwarzheide, Dresden, Wako-shi (Japan), Bonn, Mainz, Konstanz und Zürich.
Gunnar Jeschke
RE: Kein Fleisch für niemand | 13.04.2019 | 10:10

Ja, die Definition ist so richtig und so ist es auch gesund. Der Anteil tierischer Produkte war ja über den grössten Teil der Evolution des Menschen nicht sehr hoch und unser Verdauungssystem ist ganz klar nicht das eines Fleischfressers. Es ist aber eben auch nicht dasjenige eines reinen Pflanzenfressers.

Richtig ist, dass der Verbrauch tierischer Nahrungsmittel gegenwärtig in westlichen Gesellschaften im Durchschnitt höher ist, als es gesund wäre. Richtig ist aber auch, dass eine vegane Ernährung ohne Nahrungsergänzungsmittel eine Mangelernährung ist.

RE: Kein Fleisch für niemand | 13.04.2019 | 08:00

"Die pflanzenfressenden Tiere leiden nicht unter einem Vitamin-B12-Mangel, sonst wären sie längst ausgestorben"

Nun ja, Rinder haben einen Pansen und können sogar Zellulose verdauen. Unvernünftige Leute haben sie deshalb früher mit Tapetenkleister gefüttert.

Allein, obgleich mein Sternzeichen Stier ist, steht mir kein Pansen zur Verfügung. Ich kann mich nicht von Gras und Blumen ernähren. Meine Spezies ist als Allesfresser evolviert und daraus folgt, dass die einfachste Art, sich gesund zu ernähren, eben Mischkost ist.

RE: Kein Fleisch für niemand | 13.04.2019 | 07:49

Mein Punkt ist aber, dass Vitamin-B12-Mangel bei MIschkostessern in aller Regel erst mit über 60 Jahren auftritt (of deutlich später), während es bei unkontrolliert veganer Lebensweise ein Problem für Kleinkinder ist.

Bereits in ein er Untersuchung von Sanders & Purves (J Hum Nutr. 1981 Oct;35(5):349-57) wurde festgestellt, dass vegan ernährte Kleinkinder (1-5 Jahre) weniger Energie, Kalzium und Vitamin D aufnahmen als empfohlen. Se waren etwas kleiner und leichter als die Vergleichsgruppe. Alle Eltern in dieser Untersuchung haben Präparate zur Vitamin-B12-Ergänzung gegeben (die werden aus Bakterienkulturen oder Hefe extrahiert).

Fallstudien an Erwachsenen finden sich hier (alles Ergebnisse veganer/vegetarischer Ernährung):

Azenha C, Costa JF, Fonseca P. You are what you eat: ophthalmological manifestations of severe B(12) deficiency. BMJ Case Rep. 2017 May 6;2017.

Biyani S, Jha SK, Pandey S, Shukla R. Acute bilateral useless hand syndrome: a rare presenting manifestation of vitamin B12 deficiency. BMJ Case Rep. 2015 Oct 16;2015.k

Førland ES, Lindberg MJ. [Severe macrocytic anaemia and secondary hyperparathyroidism in a vegan]. Ugeskr Laeger. 2015 Aug 10;177(33).

Eine längere Liste findet sich hier.

RE: Kein Fleisch für niemand | 12.04.2019 | 21:30

Es gibt gute Gründe, nicht vegan zu leben, gerade für Kinder. Einer davon heisst Vitamin B12.

Was wissenschaftlich nicht bewiesen ist, aber nach Beobachtungen irgendwie plausibel erscheint: Veganismus macht den Menschen intolerant.

RE: Das Phänomen Greta Thunberg | 07.04.2019 | 20:28

"Darüber sollten Sie einen Beitrag schreiben!"

Was hindert Sie daran, einen eigenen zu schreiben?

RE: Das Phänomen Greta Thunberg | 06.04.2019 | 19:20

"über den Abgasskandal genau so ausgiebig ausgelassen haben wie über die paar Tausend Jugendliche, die sich um das zukünftige Klima sorgen, das sie betreffen wird"

Wenn Sie glauben, es ginge in meinem Blog um ein paar Tausend Jugendliche, sollten Sie den Text vielleicht doch noch einmal gründlich lesen.

RE: Alles Schlampen! | 03.04.2019 | 21:03

"Im Internet finden Männer immer einen Weg, dem weiblichen Geschlecht die Schuld zu geben"

Na, wenigstens in dieser Hinsicht scheint es schon keine Genderdifferenzen mehr zu geben...

RE: Über das Verschwinden von Wissenschaft | 20.03.2019 | 20:28

Die Fields-Medaille (tatsächlich der angesehenste Mathematik-Preis) wurde 2014 auch einmal von einer Frau gewonnen, Maryam Mirzakhani. Sie war übrigens auch IMO-Teilnehmerin (volle Punktzahl, Platz 1 im Jahr 1995, Platz 23 im Jahr 1994, beides für die Islamische Republik Iran). Leider ist sie sehr jung gestorben.

RE: Über das Verschwinden von Wissenschaft | 20.03.2019 | 20:08

"Was will er denn beweisen, der Mathematiker? Dass sein Rechenmodell was beweist?"

Er will nichts beweisen (ausser, dass die Herleitungen seines Modells mathematisch richtig sind, das beweist er tatsächlich in seinem Artikel). Er bietet ein Modell an, das einen empirisch beobachteten Effekt erklären könnte, für dessen Erklärung es vorher noch kein formalisiertes Modell gab. Nicht mehr und nicht weniger.

Normalerweise funktioniert Wissenschaft so, dass das Modell dann kritisiert und verbessert wird und dass eventuell alternative Modelle gesucht werden. Wissenschaft funktioniert nicht so, dass man einen Teil der empirischen Befunde als tabu für jegliche Modellbildung erklärt.

RE: Über das Verschwinden von Wissenschaft | 20.03.2019 | 20:02

Ich freue mich, Sie wieder einmal in der Kommentarspalte unter einem meiner Blogs zu finden, @Magda.

Natürlich gibt es hervorragende Mathematikerinnen. Wenn Sie eine junge talentierte deutsche Mathematikerin suchen, schauen Sie mal nach Lisa Sauermann. Sie ist auf Platz 3 der Allzeit-"Hall of Fame" der Internationalen Mathematikolympiade (IMO). Es gibt sie auch in der Wikipedia. Zur Zeit ist sie Doktorandin bei Jacob Fox an der Stanford University. Lustigerweise hat sie ihren ersten Artikel zusammen mit Christian Reiher geschrieben, (Platz 5 der Allzeit-"Hall of Fame" der IMO, aber in paar Jahre älter).

Richtig ist aber auch, dass in der Allzeit-"Hall of Fame" der IMO Mädchen sehr knapp sind.