RE: Die Große Bibliothek bleibt offline | 16.07.2018 | 19:07

Ich verstehe nicht, wo Sie in dem Text eine Lobpreisung von eBook-Piraterie ausfindig machen. Wenn überhaupt, argumentiert der Text an seinem Ende dafür, dass es einen komfortablen und erschwinglichen (legalen, und damit natürlich monetarisierten) Zugang zu Büchern geben soll. Sie können natürlich die enorme Nachfrage nach Komfort und Digitalprodukten auf dem Buchmarkt einfach ignorieren und so tun, als müsse man nur kräftig genug die Augen verschließen, dann würden die Digital Natives schon wieder anfangen, Bücher zu kaufen. Dann machen Sie aber vielleicht den gleichen Fehler, wie ihn die Musikindustrie lange gemacht hat. Ja, dort wurde ein ganzes Kultursegment erodiert, die Künstler verdienen wenig an den Streams, das ist richtig. Aber hätte man deswegen diesen Absatzmarkt einfach totregulieren/verunmöglichen und dann den illegalen, gänzlich unvergüteten Schwarzmarkt weiter florieren lassen sollen? Der Bundesverband Musikindustrie stellt im Übrigen jedes Jahr seine Zahlen zur Digitalisierung vor und zeigt sich zunehmend zufrieden, auch im Sinne der Künstler. Es ging da zwischenzeitlich mal ums nackte Überleben. Jetzt hat man die Konsumenten zu großen Teilen wieder im (legalen) Boot und kann zumindest wieder über Preise diskutieren. Ist das nicht nachvollziehbar? Im Übrigen klappt hier auch das Belangen der Plattformen, wie es nun auch für Text geplant ist, ganz gut. Ich behaupte im Text an keiner Stelle, dass das eine schlechte Idee sei. Im Übrigen verdienen die Autoren so oder so schäbig, sofern sie nicht die Helene Fischer unter den Schreibenden sind. Das war vor der Digitalisierung so und das wird auch nach einer Urheberrechtsreform bis auf weiteres so bleiben (siehe Kommentar direkt über mir). Ich glaube, als Autor kann ich mir die Anmerkung erlauben, dass es nicht die Schuld der Digitalisierung ist, dass Kunst und Kultur im Kapitalismus grundsätzlich unter Rechtfertigungs-, weil Verwertungszwang stehen. Digitalisierung ist, wie jeder technische Fortschritt im Kapitalismus, ein widersprüchlicher Auswuchs des Kapitals, da er einerseits Arbeit entwertet/überflüssig macht, andererseits ja aber gerade Wachstum und Verwertbarkeit schaffen soll. Diesen Widerspruch werden Sie nicht aufheben können, wenn Sie nur seine Symptome betrachten. Die Konsumenten werden nicht für etwas bezahlen, was sie schlicht nicht wollen. Im Zweifelsfall wird dann einfach nicht mehr gelesen. Und das kann ja nicht das Ziel sein.

RE: Notwendige Symbolik | 22.05.2018 | 19:30

Habe die Quelle trotzdem ergänzt. Danke für den Hinweis.

RE: Notwendige Symbolik | 22.05.2018 | 18:32

Dieser Artikel vom Tagesspiegel klärt über die Zahl 100.000 auf: https://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungsnot-leerstand-in-berlin-alles-spekulation/22590984.html Darin wird auch deutlich, dass es problemfreie Daten zum Wohnungsleerstand nicht gibt, da verschiedene Erhebungsinstitutionen den Wohnraum als unterschiedlich bewohnbar einschätzen oder bei der Erhebung schlampig vorgehen (Mikrozensus). Der Berliner Mieterverein kommt ebenfalls auf die 100.000: https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0912/091218.htm?hilite=%27leerstand%27 Die Leerstandsquote sinkt seit Jahren stark, gleichzeitig wird aber auch ständig gebaut. Wie viele Einheiten tatsächlich leer stehen und wie viel davon auf Spekulationen zurückzuführen ist, lässt sich schwer sagen. Deswegen gibt der Text an dieser Stelle lediglich die Ansicht der Besetzer wieder und macht dies auch deutlich.

RE: Der Bauch irrt nie | 06.04.2018 | 18:24

Der Wortlaut der Vorwürfe der Friedensdekade gegen Steimle findet sich in dieser Pressemeldung: http://www.friedensdekade.de/wp-content/uploads/2018/02/Pressemitteilung-Aufl%C3%B6sung-Schirmherrschaft-Uwe-Steimle.pdf

Auf welche Äußerungen Bezug genommen worden sein könnte, findet sich unter anderem hier: https://www.shz.de/top-thema/fernsehkabarett-da-wo-der-antisemitismus-blueht-id9907466.html

RE: Der Bauch irrt nie | 06.04.2018 | 15:12

Steimle hat nach Überprüfung per WebArchive unterschrieben, ab dem 29.3. ist seine Unterschrift nicht mehr zu finden. Der Text erschien in Druckausgabe 13 des Freitag vom 29.3., wurde also dementsprechend vorher geschrieben. Warum die Unterschrift mittlerweile verschwunden ist, ist mir nicht klar – ein Statement gab und gibt es von ihm dazu nicht.

RE: Atemlos durch das Dach | 13.12.2017 | 12:13

Hallo, Herr Sinatra war allerdings auch Zeit seines Lebens nicht derart unterirdischen öffentlichen (eben nicht privaten) Beleidigungen ausgesetzt. Ich kritisiere an Swifts neuem Album, dass sie gern böse und rebellisch wäre, dies aber eben nur halbherzig rüberbringt, weil sie nicht ihre Konsumenten vergraulen möchte. Ich bin mir sicher, Herr Sinatra wäre sich in diesem Fall treuer geblieben und hätte es auf seine Art ("My Way") gemacht, auch wenn er dafür ein paar Platten weniger verkauft hätte. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Liebe Grüße

RE: Unglaube und Angst | 12.11.2016 | 22:13

Ich habe den entsprechenden Satz aus dem Text nun gestrichen. Die Recherche war dennoch nach bestem Wissen und Gewissen.

RE: Unglaube und Angst | 12.11.2016 | 22:09

Addendum zum Text: Als ich den Text geschrieben habe, meldeten zahlreiche US-Medien eine überdurchschnittlich hohe Wahlbeteiligung, wohl geschätzt anhand der vielen Schlangen vor den Wahllokalen in einigen Gegenden der USA. Im Nachhinein stellte sich heraus: Die Wahlbeteiligung war so niedrig wie lang nicht (laut CNN seit 20 Jahren).

RE: Das Trauma bleibt | 13.09.2016 | 20:29

Wenn nun jemand den von Ihnen vorgeschlagenen Modellversuch unternehmen würde, und er verläuft wie die "offizielle" Version, dann wären Sie vielleicht überzeugt, aber viele andere nicht: Ganz sicher fänden sich unzählige, die den Maßstab anzweifeln, die Ausführenden, das Institut, die Neutralität, die Werkstoffe und selbst wenn Sie sich die größte Mühe geben, alles so neutral und nachprüfbar wie möglich zu machen, dann kommt Ihnen einer entgegen wie hier in den Kommentaren und sagt: da haben aber ein paar Milisekunden gefehlt im Livestream, da hätte man was reinmontieren können. Oder, wie Herr Böhermann vorzüglich gezeigt hat: Das ist alles im Nachgang visuell montiert worden, von "denen da oben" oder von wem auch immer. Daher - nochmal - im übrigen das ganze erkenntnistheoretische "Geschwafel": Sie müssen einen Punkt ziehen, an dem Sie nur noch glauben, weil Sie nie wissen können. Das unterscheidet die Verschwörer vom Rest. Nur so: Noch bis heute glauben Menschen an einen gewissen Herrn, der über Wasser gelaufen sei. Sie glauben sogar so sehr, dass sie es zu wissen glauben.

RE: Das Trauma bleibt | 13.09.2016 | 19:54

Was "hinlänglich dokumentiert" ist und was nicht, das entscheiden Sie, richtig? Ich denke, wenn Sie bereits Ihren eigenen Augen nicht trauen, dann können Sie sich auch das Lesen sparen.