RE: Der Bauch irrt nie | 06.04.2018 | 16:24

Der Wortlaut der Vorwürfe der Friedensdekade gegen Steimle findet sich in dieser Pressemeldung: http://www.friedensdekade.de/wp-content/uploads/2018/02/Pressemitteilung-Aufl%C3%B6sung-Schirmherrschaft-Uwe-Steimle.pdf

Auf welche Äußerungen Bezug genommen worden sein könnte, findet sich unter anderem hier: https://www.shz.de/top-thema/fernsehkabarett-da-wo-der-antisemitismus-blueht-id9907466.html

RE: Der Bauch irrt nie | 06.04.2018 | 13:12

Steimle hat nach Überprüfung per WebArchive unterschrieben, ab dem 29.3. ist seine Unterschrift nicht mehr zu finden. Der Text erschien in Druckausgabe 13 des Freitag vom 29.3., wurde also dementsprechend vorher geschrieben. Warum die Unterschrift mittlerweile verschwunden ist, ist mir nicht klar – ein Statement gab und gibt es von ihm dazu nicht.

RE: Atemlos durch das Dach | 13.12.2017 | 11:13

Hallo, Herr Sinatra war allerdings auch Zeit seines Lebens nicht derart unterirdischen öffentlichen (eben nicht privaten) Beleidigungen ausgesetzt. Ich kritisiere an Swifts neuem Album, dass sie gern böse und rebellisch wäre, dies aber eben nur halbherzig rüberbringt, weil sie nicht ihre Konsumenten vergraulen möchte. Ich bin mir sicher, Herr Sinatra wäre sich in diesem Fall treuer geblieben und hätte es auf seine Art ("My Way") gemacht, auch wenn er dafür ein paar Platten weniger verkauft hätte. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Liebe Grüße

RE: Unglaube und Angst | 12.11.2016 | 21:13

Ich habe den entsprechenden Satz aus dem Text nun gestrichen. Die Recherche war dennoch nach bestem Wissen und Gewissen.

RE: Unglaube und Angst | 12.11.2016 | 21:09

Addendum zum Text: Als ich den Text geschrieben habe, meldeten zahlreiche US-Medien eine überdurchschnittlich hohe Wahlbeteiligung, wohl geschätzt anhand der vielen Schlangen vor den Wahllokalen in einigen Gegenden der USA. Im Nachhinein stellte sich heraus: Die Wahlbeteiligung war so niedrig wie lang nicht (laut CNN seit 20 Jahren).

RE: Das Trauma bleibt | 13.09.2016 | 18:29

Wenn nun jemand den von Ihnen vorgeschlagenen Modellversuch unternehmen würde, und er verläuft wie die "offizielle" Version, dann wären Sie vielleicht überzeugt, aber viele andere nicht: Ganz sicher fänden sich unzählige, die den Maßstab anzweifeln, die Ausführenden, das Institut, die Neutralität, die Werkstoffe und selbst wenn Sie sich die größte Mühe geben, alles so neutral und nachprüfbar wie möglich zu machen, dann kommt Ihnen einer entgegen wie hier in den Kommentaren und sagt: da haben aber ein paar Milisekunden gefehlt im Livestream, da hätte man was reinmontieren können. Oder, wie Herr Böhermann vorzüglich gezeigt hat: Das ist alles im Nachgang visuell montiert worden, von "denen da oben" oder von wem auch immer. Daher - nochmal - im übrigen das ganze erkenntnistheoretische "Geschwafel": Sie müssen einen Punkt ziehen, an dem Sie nur noch glauben, weil Sie nie wissen können. Das unterscheidet die Verschwörer vom Rest. Nur so: Noch bis heute glauben Menschen an einen gewissen Herrn, der über Wasser gelaufen sei. Sie glauben sogar so sehr, dass sie es zu wissen glauben.

RE: Das Trauma bleibt | 13.09.2016 | 17:54

Was "hinlänglich dokumentiert" ist und was nicht, das entscheiden Sie, richtig? Ich denke, wenn Sie bereits Ihren eigenen Augen nicht trauen, dann können Sie sich auch das Lesen sparen.

RE: Das Trauma bleibt | 13.09.2016 | 17:39

Selbes Prinzip: So lange an der Wahrnehmung rütteln, bis absolut nichts mehr geht. Haben Sie die Soldaten gesehen? Waren Sie vor Ort? Wie läuft dieser Entscheidungsprozess ab, welchen visuell-erfahrbaren Bildern Sie glauben schenken und welche Sie für manipuliert halten können? Dreht man da an einem Glücksrad, oder könnte es sein, dass man das so auswählt, wie es einem am besten in den Kram passt?

RE: Das Trauma bleibt | 13.09.2016 | 17:13

Das ist in der Tat wahr und überhaupt erst der Grund, warum ich mich eingangs zu verteidigen versucht habe. Mir gefällt der Begriff "Verschwörungstheorie" auch nicht so ganz, weswegen ich auch versucht habe, ihn im Text zu vermeiden. Tatsächlich kenne ich aber keinen anderen Begriff, der das, was gemeint ist, besser beschreibt. Jede Kritik zu "silencen" war allerdings nie meine Absicht. Nur: Die berechtigte Kritik und die seriöse Forschung vom irren herumfabulieren am Bildschirm zu Hause abzugrenzen, das ist mir ein Anliegen. Ich möchte jedenfalls nicht zu der Sorte Autor gehören, der die "Wahrheit" wie vom Allmächtigen persönlich empfangen präsentiert und keine Kritik zulässt. Ebensowenig möchte ich das Kommentar-Schlachtfeld allerdings denen überlassen, die glauben, ich schriebe jedes Wort mit einer Kanone im Nacken, vom BND, der NSA, dem FBI oder wem auch immer – oder schlimmer noch: die mich für "herrschaftstreu", den "Systemmedien" zugehörig etc. halten, so dass ich all das aus intrinsischer Motivation heraus schreibe und sozusagen bereits völlig eingelullt und zur adäquaten Wahrnehmung von Fakten gar nicht mehr fähig bin.

RE: Das Trauma bleibt | 13.09.2016 | 03:58

Herrlich, dass Sie das bringen, das lag mir auch schon die ganze Zeit auf der Zunge. Es ist die Gretchenfrage für jede Theorie und ich meinte das, als ich "cui bono?" fragte. In diesem Punkt ähnelt die Debatte so sehr der Chemtrail-"Theorie": Es wird die ganze Zeit obsessiv und fieberhaft nach immer kleineren Details und immer komplizierter zu rekonstruierenden/zu erforschenden Symptomen gesucht, dass eine seriöse Wissenschaft kaum hinterherkommen kann, jeden Einzelfall zu prüfen. Das soll sie auch gar nicht, denn "die stecken ja alle unter einer Decke" etc. Wenn sie es tut, sind sie gekauft. Wenn sie es nicht tut, haben sie "Angst".

Das Große und Ganze verlieren die Theoretiker dabei, wie bei den Chemtrails, sehr gern aus den Augen: Wem bringt das was? Wer sprüht gern giftige Chemikalien über die Welt, auf der er lebt? Wer bringt Gebäude zum Einstürzen und tötet im eigenen Land?

Es ist das unbedingte Bedürfnis, dass jemand Schuld sein muss und die Suche nach der Erlösung von der Unerträglichkeit, dass Systemlogiken selten einen konkreten "Schuldigen" haben, sondern dass man immer auch ein klein wenig selbst mit dran Schuld ist. Das schmerzt.

Der Heidenspaß der Verschwörer ist am Ende nur, der "Erleuchtete" zu sein, und sich gegen jede Kritik voll immunisiert zu haben. Sie ist zirkelschlüssig selbstevident und deswegen kann man sie nicht mehr mit Vernunft aushebeln. Das ist der Moment, wo sich die Tastaturkrieger kurz den Schaum vom Mund abwischen und eine Hand von der Armlehne nehmen, um sich selbstlobend auf die Schulter zu klopfen: "Denen habe ich's gezeigt, die werden schon sehen! Und jetzt zurück zum Alltag..." Verschwörungstheorien sind Fingerzeig-Kampfsport, auf – zugegeben – Schwarzgurtniveau. Zum Glück nimmt von denen keiner selbst irgendetwas in die Hand – Forschung, Bildung oder Politik. Zumindest meistens nicht.