Richard Zietz

Linkspopulist, Popkultur-Fanatiker, Putinversteher. Grundhaltung: Das Soziale ist das große Thema unserer Zeit.
Richard Zietz
RE: Männer, Männer über alles | 21.10.2017 | 10:23

Nimmt man den Babyface-Diktator in NK als »Linksextremen«, gibt’s zugegeben einen gewissen Sinn. Aber wer tut das? Angesichts des delirierenden Reichsverwesers in NK kriegen doch selbst die sonnenverwöhnten Linkspopulisten in Lateinamerika Schüttelfrost-Anfälle.

RE: Männer, Männer über alles | 21.10.2017 | 10:18

Ums kurz zu machen: Dass Putin die »Linksextremen« (wer soll das sein?) um seinen kleinen Finger gewickelt hat, halte ich für eine Mutmaßung, die meilenweg weg ist von der tatsächlichen Realität. Ähnlich der Satz zu Trump. Der allerdings noch einen weiteren Fehler enthält: Zwischen Weltfrieden und Trump liegen nach derzeitiger Situation leider Auseinandersetzungen atomaren – also ziemlich infernalischen – Ausmaßes. Und ob Trump Präsident bleibt selbst in dem Fall, dass er selbige »gewinnt« – daran würde ich stark zweifeln. Nicht nur in Anbetracht der Tatsache, dass sich selbst ein Hardliner wie George W. Bush kürzlich explizit gegen ihn positioniert hat und ich meine Wette, dass T. geimpeachment wird, naturgemäß gewinnen will.

RE: Männer, Männer über alles | 21.10.2017 | 07:32

Um ein bißchen von dem Penis-Penis-über-alles-Thema wegzukommen: Die Lampe final ausgeknipst bei falscher Berichterstattung kriegt man nicht nur in Putins Reich. Wie hier zu lesen, lebt es sich auch im Supi-Dupi-EU-Land Malta riskant, wenn man den Steuervermeidungspraktiken großer Konzerne wie BMW, Lufthansa und BASF auf den Grund zu gehen versucht.

Will sagen: Auch in »gefestigten« Demokratien kann der Meinungsaustausch zwischen Bürger und Macht durchaus mortal enden. Das spricht zwar nicht für Putin oder die russischen Zustände. Zeigt allerdings, dass die kritisierten Praktiken durchaus über Russlands Grenzen hinausreichen.

RE: #metoo: Sexuelle Gewalt und kollektive Wut | 21.10.2017 | 07:11

Ich antworte mal zum Off Topic-Aspekt der Usualibity im derzeitigen Online-Freitag. Die ist mittlerweile unter aller Sau. Die aktuellen Rudimentär-Kommentarfenster sind zum Kommentarunfall-Produzieren geradezu angelegt. Darüber hinaus fällt fast alles flach, was früher normal war: kursive und fette Auszeichungen, andere Formatierungen, Bilder einstellen, Clips einstellen. Lediglich die Möglichkeit, Absätze zu schalten, scheint wieder zu funktionieren. Beim Verfassen von Artikeln sind die Bearbeitungsmöglichkeiten geringfügig besser. Allerdings fällt auch dort zwischenzeitlich alles ins Wasser, was mit Bildern, Movies oder ähnlichem zu tun hat. Wenn die Redaktion kein Aufmacher-Bildlein spendiert (motivtechnisch natürlich aus eigener sachverständiger Auswahl), ist

Die Kommunikation über den Stand ist mittlerweile auf den Nullpunkt abgesackt – die Lage kann somit nichts anderes als eine gewollte Sache sein. Gelandet hier bin ich lediglich deswegen, weil ich neugierdehalber den Community-Link angeklickt habe. Ein Bild der Trostlosigkeit. Und nun bin ich auch schon wieder weg.

RE: Links ist Geschichte | 21.10.2017 | 06:54

Danke für die informative Hintergrundanalyse.

RE: Es ist nicht ansteckend | 20.10.2017 | 07:51

Leider geht der Artikel am Wesentlichen vorbei: der Tatsache, dass sich zusammen mit der Präsenz der Rechten auch der Charakter der Buchmesse ein Stück hin in eine bedenkliche Richtung gewendet hat.

Die Ereignisse, die mit der Präsenz von Antaios und speziell dem Auftritt von Björn Höcke einhergingen, sind eigentlich »schlagend« genug. Zwei Linke – ein Frankfurter Stadtverordneter der PARTEI sowie der Trikont-Verleger Achim Bergmann – wurden auf direkte Weise körperlich attackiert (hier zu dem Ganzen ein Artikel mit Fakten anstatt wohlklingend-aktrakter Schönwetterreden): PARTEI-Mitglied Nico Wehnemann im Zug von Protesten gegen eine klar auf Provokation angelegte Veranstaltung, Bergmann lediglich deswegen, weil er als zufällig vorbeikommender Passant eine – den Rechten offenbar nicht genehme – Meinung äußerte.

Eine Provokation war auch die – die bekannten Proteste auf den Plan ziehende – Veranstaltung am Samstag: eine mit AfD-Rechtsaußen Björn Höcke prominent gehypte Buchpräsentation von Antaios auf einer prominent von der Buchmesse-Leitung zur Verfügung gestellten größeren Messehalle-Bühne. Sicher kann man die Frage aufwerfen, ob die (provozierten) Turbulenzen nebst Berichterstattung nicht der eigentliche, originäre Sinn der ganzen Buchmesse-Präsenz gewesen waren. Seriös beanworten lässt sich diese allerdings nur, wenn man das gegenteilige Szenario mit in die Rechnung aufnimmt: rechte Verlage inklusive Provo-Veranstaltungen mit prominent ausgewählten rechten Rednern und keinerlei Proteste dagegen.

Möglich, dass die Proteste im Kalkül der Identitären fest eingeplant waren. Durchkreuzt jedoch haben sie auf jeden Fall die Normaliät, welche die Rechten suggerieren wollen. Die Frankfurter Buchmesse-Leitung wird nunmehr damit leben müssen, dass die Präsenz und Agitation rechter Verlage und Einpeitscher nicht als »normal« hingenommen wird.

Meiner Meinung nach ist das gut so. Besser jedenfalls, als vor den Rechten schon dann in vorauseilendem Gehorsam zu kapitulieren, wenn sie – schlimm genug – erst bei 15 Prozent stehen. Und: Anders, als der Artikel es seinen Leser(inne)n weismachen will, haben Kubitschek und seine Identitär-Neurechten mit Sophie Scholl recht wenig am Hut.

RE: „Mein Porno ist sehr politisch“ | 20.10.2017 | 04:59

Sorry – aber Sky Deep und Interviewerin reklamieren im Interview einen Begriff, der in Bezug auf das gemeinte Werk (den als »Queer-Porno« beworbenen Film Enactone) schlichtweg falsch, unzutreffend, PR-Sprech ist. Enactone ist – sofern der Trailer einen Rückschluss auf den Filminhalt ermöglicht – ein Gothic-, Vampir-, Independent- und Underground-Movie. Möglich auch, dass er Bezüge zur Sexindustrie beinhaltet, sonstwie erotische / sexuelle Szenen oder queeres Lebensgefühl reklamiert. Dass das »Porno« sei, ist allerdings ein Mißverständnis der Art, wie es wohl nur Anhänger*nnen postmodern-neofeministischer Ideologiefragmente in die Welt setzen können.

Da die Butlerist*nnen unterschiedlicher Provinienz gern mit begrifflichen Nebelwerfern hantieren, hier gern nochmal zum Mitmeißeln: Porno hat per se mit Kunst nichts zu tun. In Pornos geht es um Sex. Pornos sind Stimulanzien für die südlich angesiedelten Regionen – egal wie heteronormativ, stupide oder sonstwie blöd sie sonst sein mögen. Bessere Pornos gibt es ebenfalls (wenn auch eher in Nischen des Metiers, etwa bei den Amateuren, als im »Mainstream«). Allerdings haben die nichts zu tun mit Kunst, Anspruch, Messages oder avanciert-verwackelten Underground-Bildern (im Porno will man meistens sehen, worauf es »ankommt«). Queere, lesbische, schwule oder einfach hierarchiearme Pornos werden durchaus gedreht – und finden auch ihre Konsument*nnen. Allerdings findet man auch die eher auf YouPorn als auf Arthouse-Filmfestivals.

Das will nichts gegen Kunst heißen – auch nicht gegen sexpositive, feministische und/oder »queere« Kunst. Nur bewegen wir uns da in anderen Sphären. Russ Meyer etwa hat durchaus sexy Filme gemacht (genauer: Filme mit sexy Frauen). Dass Sky Deeps Film sexy Momente hat, will ich ebenfalls nicht in Abrede stellen. Lediglich das Labeln als »Porno« ist in dem Kontext Etikettenschwindel. Es geht nämlich um Underground, Independent, um Genre-Crossover mit politischer Stoßrichtung. Nicht um Porno.

RE: Elke Twesten hat gewonnen | 16.10.2017 | 11:34

Soll »Twestens Lindnerfreunde« heißen. Obwohl: ein veritabler Test war ihr Übertritt zur CDU ja schon. Vielleicht macht sie auch mit Frauke Petry eine neue Partei auf – ebenfalls so als Test.

RE: Elke Twesten hat gewonnen | 16.10.2017 | 11:31

Elke Twesten hat gewonnen – wenn auch nur knapp. Allerdings: Eine Ampel werden Testens Lindnerfreunde sicher zu verhindern wissen. Ansonsten passt die Frau in unsere Zeit wie das Fraktur-Tattoo am Hals zum identitären Ultra. Wie man liest, ist Hopfen und Malz noch nicht verloren. Wenn sie mit dem »Führungskompetenz«-Studium fertig ist, kann sie ja als Bundeskanzlerin erfolgreich die zweite Chance im Leben in Angriff nehmen.

Denn: Wir leben in interessanten – um nicht zu sagen: großen – Zeiten.

RE: Historie, hartgekocht | 13.10.2017 | 16:24

Oups – in meinem Kommentar war der Fehlerteufel mit am Werk. Der anbietende Streamingdienst ist natürlich Sky – nicht Netflix. Situation sowie zu berappende Euronen à Monat sind allerdings gleich ;-).