Sabine Kebir

Publizistin
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RE: Vom Förster | 03.10.2018 | 17:56

Liebe Magda, ich freue mich, dass Sie das Weigel-Buch lesen. Dann brauche ich die Diskussion nicht groß fortzuführen. Mittenzwei war übrigens mein Lehrer und er hat meine Forschungen und Standpunkte als die einer neuen, emanzipierteren Generlration geschätzt. Auch Bunge verdanke ich einiges. Er stellte mir sein noch nicht gedrucktes Manuskript über Ruth Berlau zur Verfügung für die Erstausgabe des ´Akzeptablen Mann?". Für mein eigenes Berlau-Buch habe ich dann allerdings nicht die von ihm bearbeiteten Gesprächsprotokolle verwendet, sondern die Originaltyposkripte der Gespräche. Da ergeben sich erhebliche Unterschiede wie auch zu anderen Quellen. So ist Ruth Berlau überhaupt nicht mit dem Fahrrad nach Moskau gekommen, sondern nur bis Helsinki - das zeigen ihre eigenen Originalreportagen aus der Zeit, die ich auch einbezogen habe. Die Fahrradreise hat ihr natürlich der sowjetische Botschafter in Helsinki nicht genehmigt. Sie war in Moskau, aber ab Helsinki per Flugzeug und Zug.

Aber Quellenbezug ist eine Sache und ihre Bewertung eine andere. in dem Berlau-Buch kann ich anhand ihres (zuvor noch nie ausgewerteten) Jugendtagebuchs zeigen, dass dieselben Schwierigkeiten (u.a. krankhafte Eifersucht) nicht erst in der Beziehung zu Brecht aufgetreten ist, sondern auch schon in ihrer vorherigen Ehe, in der sie nicht einmal akzeptieren wollte, dass Kinder aus 1. Ehe den Vater besuchten, davon wurde sie krank und musste sich ins Bett legen. Eine ähnliche neurotische Anlage hatte ihre Schwester, die ein viel schlimmeres Schicksal erlitt, das ich auch recherchieren konnte: als "liebeskranke Frau" kam sie in die Psychiatriet, während Brecht immer versuchte, Berlau in Lebens- und Arbeitsprozesse zu integrieren, wozu er am Ende seines Lebens auch sein Theater zwang, trotz aller Skandale, die sie vom Zaun riss und die einen ganzen Probentag zunichte machen konnten. Das war integration einer psychisch fragilen Person wie es noch heute nicht überall üblich ist. Beste Grüße - Sabine Kebir

RE: Vom Förster | 03.10.2018 | 17:56

Liebe Magda, ich freue mich, dass Sie das Weigel-Buch lesen. Dann brauche ich die Diskussion nicht groß fortzuführen. Mittenzwei war übrigens mein Lehrer und er hat meine Forschungen und Standpunkte als die einer neuen, emanzipierteren Generlration geschätzt. Auch Bunge verdanke ich einiges. Er stellte mir sein noch nicht gedrucktes Manuskript über Ruth Berlau zur Verfügung für die Erstausgabe des ´Akzeptablen Mann?". Für mein eigenes Berlau-Buch habe ich dann allerdings nicht die von ihm bearbeiteten Gesprächsprotokolle verwendet, sondern die Originaltyposkripte der Gespräche. Da ergeben sich erhebliche Unterschiede wie auch zu anderen Quellen. So ist Ruth Berlau überhaupt nicht mit dem Fahrrad nach Moskau gekommen, sondern nur bis Helsinki - das zeigen ihre eigenen Originalreportagen aus der Zeit, die ich auch einbezogen habe. Die Fahrradreise hat ihr natürlich der sowjetische Botschafter in Helsinki nicht genehmigt. Sie war in Moskau, aber ab Helsinki per Flugzeug und Zug.

Aber Quellenbezug ist eine Sache und ihre Bewertung eine andere. in dem Berlau-Buch kann ich anhand ihres (zuvor noch nie ausgewerteten) Jugendtagebuchs zeigen, dass dieselben Schwierigkeiten (u.a. krankhafte Eifersucht) nicht erst in der Beziehung zu Brecht aufgetreten ist, sondern auch schon in ihrer vorherigen Ehe, in der sie nicht einmal akzeptieren wollte, dass Kinder aus 1. Ehe den Vater besuchten, davon wurde sie krank und musste sich ins Bett legen. Eine ähnliche neurotische Anlage hatte ihre Schwester, die ein viel schlimmeres Schicksal erlitt, das ich auch recherchieren konnte: als "liebeskranke Frau" kam sie in die Psychiatriet, während Brecht immer versuchte, Berlau in Lebens- und Arbeitsprozesse zu integrieren, wozu er am Ende seines Lebens auch sein Theater zwang, trotz aller Skandale, die sie vom Zaun riss und die einen ganzen Probentag zunichte machen konnten. Das war integration einer psychisch fragilen Person wie es noch heute nicht überall üblich ist. Beste Grüße - Sabine Kebir

RE: Vom Förster | 03.10.2018 | 17:56

Liebe Magda, ich freue mich, dass Sie das Weigel-Buch lesen. Dann brauche ich die Diskussion nicht groß fortzuführen. Mittenzwei war übrigens mein Lehrer und er hat meine Forschungen und Standpunkte als die einer neuen, emanzipierteren Generlration geschätzt. Auch Bunge verdanke ich einiges. Er stellte mir sein noch nicht gedrucktes Manuskript über Ruth Berlau zur Verfügung für die Erstausgabe des ´Akzeptablen Mann?". Für mein eigenes Berlau-Buch habe ich dann allerdings nicht die von ihm bearbeiteten Gesprächsprotokolle verwendet, sondern die Originaltyposkripte der Gespräche. Da ergeben sich erhebliche Unterschiede wie auch zu anderen Quellen. So ist Ruth Berlau überhaupt nicht mit dem Fahrrad nach Moskau gekommen, sondern nur bis Helsinki - das zeigen ihre eigenen Originalreportagen aus der Zeit, die ich auch einbezogen habe. Die Fahrradreise hat ihr natürlich der sowjetische Botschafter in Helsinki nicht genehmigt. Sie war in Moskau, aber ab Helsinki per Flugzeug und Zug.

Aber Quellenbezug ist eine Sache und ihre Bewertung eine andere. in dem Berlau-Buch kann ich anhand ihres (zuvor noch nie ausgewerteten) Jugendtagebuchs zeigen, dass dieselben Schwierigkeiten (u.a. krankhafte Eifersucht) nicht erst in der Beziehung zu Brecht aufgetreten ist, sondern auch schon in ihrer vorherigen Ehe, in der sie nicht einmal akzeptieren wollte, dass Kinder aus 1. Ehe den Vater besuchten, davon wurde sie krank und musste sich ins Bett legen. Eine ähnliche neurotische Anlage hatte ihre Schwester, die ein viel schlimmeres Schicksal erlitt, das ich auch recherchieren konnte: als "liebeskranke Frau" kam sie in die Psychiatriet, während Brecht immer versuchte, Berlau in Lebens- und Arbeitsprozesse zu integrieren, wozu er am Ende seines Lebens auch sein Theater zwang, trotz aller Skandale, die sie vom Zaun riss und die einen ganzen Probentag zunichte machen konnten. Das war integration einer psychisch fragilen Person wie es noch heute nicht überall üblich ist. Beste Grüße - Sabine Kebir

RE: Vom Förster | 02.10.2018 | 02:12

Leider, liebe Magda, sind Sie den Mythen der Männerfeministen aufgesessen, von denen ich einige genannt habe, den letzten und schlimmsten, John Fuegi konnte ich aus Platzmangel nicht mehr unterbringen. Quellenfundiert ist das alles nicht und trieft von spießger 19.-Jahrhundert- Moral. Falls Sie mir Ihre Adresse zukommen lassen, schenke ich Ihnen gern mein Buch über Ruht Berlau.

RE: Die Schlacht ist vermeidbar | 23.09.2018 | 20:51

ich habe den Verdacht, dass die Schlimmsten bereits ausgesiebt und unter uns sind. Der Rest wird verraten und womöglich verbraten, um Assad weiter als Mörder seines Volkes darstellen zu können. S. Kebir

RE: Wo alles begann | 05.08.2018 | 21:19

Die westlilchen Drahtzieher des Syrienkonflikts sind in anderen Artikeln im Freitag immer wieder genannt worden, auch von mir. Da sich aber offenbar doch auch viele Syrer in den Konflik hineinziehen ließen - offenbar Millionen, wenn man an die Flüchtlingszahlen denkt - halte ich es doch auch für richtig, von einem Bürgerkrieg zu sprechen. Sabine Kebir

RE: Ab in die Sahara | 30.07.2018 | 18:57

Niger will keine Menschen aus anderen Staaten der Westafrikanischen Union einreisen lassen, mit denen es Freizügigkeit vereinbahrt hat. Aber wie man sieht, offenbar auch nicht die eigenen Bürger. Algerien hat mit keinem Land Freizügigkeit vereinbahrt. Lediglich für Tunesien brauchen Algerier kein Visum. S.K.

RE: Die müden Füße des Mufflons | 02.07.2018 | 22:04

Ich glaube, Sie haben den Text missve. rstanden. Der algerische Präsident wird vom Westen unterstützt, weil man das Land im Moment braucht. Die Kritik kommt von innen. Sabine Kebir

RE: Szenarien der Eskalation | 29.05.2018 | 19:38

Sicher haben Sie weitgehend recht. Netanyahu hat mit seiner Einwilligung zu dem Angriff es Putin "zeigen" wollen. Dass der nicht ganz einverstanden gewesen sein kann, zeigt dann allerdings der Bruch des Schweigeabkommens, über das der Sender Israel 24 wirklich sehr empört war.