Ulrike Baureithel

Autorin und Vielfachbewegte in Berlin
Ulrike Baureithel
RE: Auf schmalem Grat | 07.09.2018 | 10:15

Was mich selbst anbetrifft, so bin ich "fein raus," denn meine Organe sind zu alt, um noch begehrt zu werden

Da muss ich Sie enttäuschen: In den letzten Jahren werden immer mehr "alte" Organe entnommen und verpflanzt, auch hier gibt der Tätigkeitsbericht der DSO Auskunft

RE: Auf schmalem Grat | 07.09.2018 | 10:13

Das Euthanasie-Argument würde ich auch in Frage stellen. Vor allem geht es darum, dass hirntote Patietnen sterbende und keine toten Patienten sind - sie werden ja mittels Apparate am Leben erhalten, bis die Explantation vollzogen ist und unter Umständen sogar mit Relaxantien ect. ruhiggestellt. Ein würdiger Tod sieht anders aus.

Was ich aber auch in Frage stellen würde, die die Zumutung, von anderen Menschen zu erwarten, das sie mich bzw. Teile ihres Körpers am Leben erhalten.

RE: Auf schmalem Grat | 07.09.2018 | 10:09

Nein, ich denke nicht, dass man von Pontius zu Pilatus laufen muss, in Österreich kann man sich z.B. in ein zentrales Widerspruchsregister eintragen lassen. Aber es wird wohl darauf spekuliert, dass die meisten Leute - eben wie derzeit - vor allem bequem sind und sich gar nicht darum kümmern.

RE: Auf schmalem Grat | 07.09.2018 | 10:06

Wieviele hirntote Spender gab es und gibt es heute? Spenden wir weniger oder sind wir nur weniger Hirntod?

Wenn Sie sich über Zahlen informieren wollen, können Sie einen Blick in den Tätigkeitsbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantion werfen:

https://www.dso.de/

Aber Sie haben Recht, wenn Sie danach fragen, ob es weniger hirntote Patienten gibt oder einfach weniger gespendet wird. Hirntote Patienten werden ja "produziert" in dem Sinne, dass der Hirntod in der Klinik in einem vorgeschriebenen Prozedere festgestellt werden muss, erst dann kann ein Patient zum potentiellen Organspender erklärt werden. Und genau daran haben die Krankenhäuser, siehe oben, nicht unbedingt Interesse. Ja, Spahn geht es um mehr potentielle Spender, die übrigens nicht unbedingt durch die Widerspruchslösung in reale verwandelt werden, es gibt europäische Länder, in denen die Widerspruchslösung gilt und dennoch stagnieren die Zahlen oder gehen sogar zurück.

RE: Sie haben es nicht verstanden | 26.07.2018 | 09:18

"Ich freue mich über solche Fotos, sofern sie nicht nur als PR-Veranstaltung gedacht sind, sondern einen Gesinnungswechsel signalisieren." Ich weiß nicht, ob solche Fotos wirklich einen Gesinnungswechsel, wie Sie schreiben, signalisieren oder vielmehr angestoßen werden von einer Generation, die in den sechziger, siebziger Jahren zu kämpfen gelernt hat und nun erlebt, wie die eigenen Eltern ins Pflegeheim kommen (und demnächst sie selbst). Was ich damit sagen will, ist, dass ich durchaus eine Umpolung der Politik beobachte, die aber eher extrinsisch als intrinsisch ist.

RE: Fesseln statt kümmern | 23.07.2018 | 18:59

"Mittlerweile wäre man nicht wirklich überrascht, irgendwo zu lesen, dass auch das Mittel zwangsweise verabreichter Elektroschocks wieder zum Einsatz käme."

Ich habe eine ähnlich lautende Zuschrift bekommen und werde weiter recherchieren. Danke für diesen ausführlichen Beitrag.

RE: Regierung im Burnout | 17.07.2018 | 18:48

Ja, Sie stellen richtig die Verteilungsfrage, aber diese ist nicht abstrakt: Worum es mir geht, ist, dass sie in Bezug diejenigen falsch gestellt wird, denen es noch schlechter geht - das wollte ich damit sagen.

RE: Yes, they can! | 07.06.2018 | 22:04

warum "bezeichnend!? Ich würde sagen: stringent. Verbrauchende Forschung - egal ob an Embryonen oder Versuchstieren - ist forschungsethisch problematisch, weil es Versuchstiere oder eben Embryonen zum Material, zum Objekt einer "dritten Sache" macht. Mit der Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch hat das nichts zu tun,.

RE: Das Geld ist nie genug | 23.04.2018 | 19:00

Ja, das versoffene Häuschen der Oma kenne ich auch. Aber wie schon im Beitrag gesagt wird: Es ist eine bürgerliche Tugend, die sozial absinkt, bei manchen kam sie nicht an, aus Mangel an Mitteln oder Disziplin.

RE: Keine Zeit für Gerechtigkeit | 21.01.2018 | 19:44

ja, hätte ich auch, haben wir doch zu viel Stehvermögen erwartet.