Von Academy Award über Kokoschka bis Lafontaine: Alle Oskars
Keiner weiß, weshalb der wichtigste Filmpreis der Welt Oscar heißt. Dass Louis de Funès’ „Oscar“ 1967 keinen Oscar bekam, ist frech. Aber warum heißt es „frech wie Oskar“? Das oscarträchtige Lexikon
Oscars-Gewinner „Im Westen nichts Neues“: Produzent Malte Grunert spricht über den Erfolg
Ein Gespräch mit Malte Grunert, dem Produzenten von „Im Westen nichts Neues“. Der deutsche Film gewinnt vier Oscars. Was ist das Geheimnis seines Erfolgs?
Grandios unlesbar: „Die Schwerkraft der Verhältnisse“ von Marianne Fritz
Marianne Fritz sabotierte die Normsprache, um von jener proletarischen Wirklichkeit zu erzählen, von der die bürgerliche Literatur nichts wissen will. Die österreichische Schriftstellerin wird endlich wiederentdeckt
„Ich schreibe am eigenen Leben entlang“: Judith Hermann erkundet ihr Schreiben
„Wir hätten uns alles gesagt“ von Judith Hermann ist eine faszinierende Erkundung über das Leben und Schreiben einer Schriftstellerin. Die einzelnen Geschichten sind Aneinanderreihungen psychoanalytischer Fallgeschichten
„Siegfried“ von Antonia Baum: Der geschrumpfte Held
Das Chaos der Welt spiegelt sich hier im handlichen Format der Familie. Alle sind überfordert. Antonia Baums neuer Roman „Siegfried“ beweist: Die 39-jährige Schriftstellerin gehört zu den interessantesten deutschen Gegenwartsautorinnen
„Saint Omer“ von Alice Diop: In den Augen der Mütter
Eindrucksvolles Gerichts-Drama: In ihrem preisgekrönten Film „Saint Omer“ geht es der Filmemacherin Alice Diop, selbst Tochter senegalesischer Eltern, nicht mehr um die Repräsentation migrantischer Frauen. Warum gerade das hochpolitisch ist
Ich schlafe schlecht: Priya Guns’ „Dein Taxi ist da“
Priya Guns’ rasanter Roman „Dein Taxi ist da“ hält so manchen Leser:innen den Spiegel vor und liest sich dabei wie ein wütender TikTok-Roman
Dinner für fünf: Eine Gesellschaftssatire von Teresa Präauer
Mit entstellender Komik nimmt die Österreicherin Teresa Präauer in ihrem Roman „Kochen im falschen Jahrhundert" die Bigotterie der gut situierten Mittelschicht auseinander. Aber Vorsicht: Das Buch hat hohes Identifikationspotenzial!
Klimawandel-Sci-Fi „Extrapolations“: Die unschöne Welt von morgen
Der Klimawandel ist im Film bisher erstaunlich wenig Thema. Die Serie „Extrapolations“ (Apple TV) rechnet deshalb nun die ökologischen Probleme von heute für die Zukunft hoch. Mit dabei: Halb Hollywood
Poetischer als sein Ruf: Das Mediengenie Bertolt Brecht
Die Sonderbriefmarke zu Bertolt Brechts 125. Geburtstag zeigt den Dramatiker und Theaterregisseur mal wieder als politischen Aufrüttler. Dabei war Bertolt Brecht in erster Linie Lyriker und ein großer Poet
Diskurspogo wie bei Shakespeare: „Mr. Loverman“ von Bernadine Evaristo
Er liebt Männer, seine Ehefrau glaubt an Treue: Bernadine Evaristo erzählt in „Mr. Loverman“ vom Dilemma einer Ehe. Ein großartiger, urkomischer Roman – in dem niemand sich politisch korrekt verhält
Ulrike Draesners „Die Verwandelten“: Die Kraft einer Frau
Das Schicksal einer deutsch-polnischen Familie: Die Schriftstellerin und Lyrikerin Ulrike Draesner erzählt im dritten Teil ihrer Trilogie von Krieg, Flucht und Vertreibung. In „Die Verwandelten“ wirkt das blutige 20. Jahrhundert nach
Macht der Unterwerfung: Eine Begegnung mit Eva Tepest
Lust und sexuelle Identität im Spiegel gesellschaftlicher Konventionen: Autor:in und Aktivist:in Eva Tepest schreibt in ihrem Essyband „Power Bottom“ über Ambivalenzen queerer Sexualität und das Potenzial der unterlegenen Position
„Der Magier im Kreml“: Guiliano da Empoli zeichnet Putins Aufstieg nach
Mitten ins Herz: Giuliano Da Empolis Roman „Der Magier im Kreml“ erzählt von Putins einflussreichstem Berater Wladislaw Surkow. Eine schattenhafte Instanz in Wladimir Putins Machtapparat
„Gier“ am Schauspiel Zürich: So nah, dass es unsagbar weh tut
Nach „Das neue Leben“ gelingt Christopher Rüping mit Sarah Kanes „Gier“ erneut ganz großes Theater. Ein Abend über Missbrauch, Verzweiflung und eine späte Befreiung
Knittelverse von Uwe Tellkamp bleiben hinter der Komplexität der Welt zurück
Die beiden Schriftsteller Lukas Rietzschel und Uwe Tellkamp wollen in der Dresdner Frauenkirche über Meinungsfreiheit sprechen. Doch Tellkamp spricht vor allem mit sich selbst – muss er ja auch, wenn er glaubt, nicht gehört zu werden
Wandbilder aus der DDR: Die Gespenster der Vergangenheit
200 Metallplatten: Das Wandbild „Produktivkraft Mensch“ des Künstlers Hans-Hendrik Grimmling, das 1981 in der DDR für einen Chemieanlagenbau entstand, taucht jetzt in Leipzig an einem neuen Ort wieder auf. Und es ist nicht das einzige
18. Architekturbiennale: „Alles soll einen Nutzen haben“
Repariert mehr! Auf der kommenden Biennale in Venedig wird der Deutsche Pavillon zur Werkstatt gemacht. Anne Femmer und Florian Summa erzählen im Gespräch, warum es wichtig ist, Reparaturen auch in der Architektur mehr zu wertschätzen
Von Proletariern über Pippi Langstrumpf bis Punica: Unser Lexikon über Limonade
Punica verschwindet aus den Regalen, der Fruchtsaft wurde einst durch Kohlensäure zur Limo. Doch woher kommt das Sprudelgas? In Wien konnten Frauen zuerst nur in Gifthütten Brause trinken, in italienischen Bars ist „non alcolico“ elegant
Autorin Antonia Baum: „Gut, am Ende steht dann der Herzinfarkt“
„Siegfried“ von Antonia Baum ist ein Familienroman. Die Erzählerin ist eine moderne, junge Frau, der eines Tages alles zu viel wird. Ein Gespräch über die Frage nach dem „männlichen Blick“, Geschlechterrollen und Rollenverhältnissen
Rainald Goetz ist zurück: Keine Fäuste und ein Hallelujah
Rainald Goetz, einer der großen Chronisten der Gegenwart, fehlte zuletzt einigen Menschen im öffentlichen Diskurs. Jetzt ist er zurück: Bei einem Vortrag vor randvollem Haus verkündete er eine überraschende Wende
Opernregisseur Dmitri Tcherniakov: Die große Desillusion
Demontierung des russischen Selbstbilds: Dmitri Tcherniakov inszeniert an der Bayerischen Staatsoper in München „Krieg und Frieden“. Um seinen Anspruch als Opernregisseur zu verstehen, sollte man 2001 in Russland anfangen
Cate Blanchett über Lydia Tár: „Sie nahm in meinen Träumen ein Eigenleben an“
Die Stardirigentin Lydia Tár ist die kontroverseste Rolle, die Cate Blanchett bisher gespielt hat. Wie geht die Oscar-Favoritin mit den teils heftigen Vorwürfen gegen den Film um?
„Ventilator und Badethermometer fehlen“: Was das Kunstmuseum Bochum so im Keller fand
Inventur: Viele Museen wissen gar nicht, was in ihren Sammlungen so lagert. Das Kunstmuseum Bochum geht dieses Problem offensiv an – und holt für die Ausstellung „Ist im Keller noch Museum?“ einfach alles nach oben