Der Schweizer Kulturwissenschaftler Felix Philipp Ingold hat eine kluge Untersuchung zur russischen Kultur vorgelegt. Das Fremde wird unkritisch übernommen, sagt er>> mehr
Alle Befürchtungen bezüglich des Bachelor-Studiums haben sich inzwischen bestätigt. Wer zieht die Politiker zur Verantwortung, die es durchgesetzt haben?>> mehr
Landtagswahlen in Vorarlberg mögen für die politische Großwetterlage unbedeutend sein. Sie machen aber deutlich, wie in Österreich die Nazi-Vergangenheit ins Heute reicht>> mehr
Das österreichische Literaturfestival "Sprachsalz" ist in seinem siebten Jahr. Es kommt wohltuend unprätentiös daher und dient tatsächlich der Literaur>> mehr
Die Diagnose stimmt zu 100 %. Das Problem aber sind nicht die Straches, das Problem ist eine Bevölkerung, die rassistische, fremdenfeindliche und kaum noch verkappt nationalsozialistische Äußerungen mit bis zu 40 % der Wählerstimmen belohnt. Die zunehmenden Dreistigkeiten der rechtsradikalen Wortführerinnen und Wortführer zwischen Bregenz und Eisenstadt, zwischen St. Pölten und Klagenfurt sind kein Versehen: sie zielen auf eine Klientel, und sie haben den erwünschten Erfolg. Und die so genannten Volksparteien sind hilflos, weil sie sich an eben diese Klientel anbiedern müssen und zugleich leugnen, dass die Demokratie in Österreich bis heute nicht etabliert ist. Nur Realitätsblinde und Lügner können das für eine Übertreibung halten. Sie sind mit ihrem ewigen Leugnen Kollaborateure von Strache & Co.
@Tiefendenker: Ich glaube, ihr seid da gar nicht auseinander – die Abschaffung des Kapitalverhältnisses braucht man gar nicht ausdrücklich zu fordern, da die Forderung von Boni für Krankenschwestern i...
Lieber Holger Hutt, da stimme ich Ihnen vollkommen zu. Und die Information, dass der Schatzkanzler auf ein Veto gegen Boni verzichtet hat, wo es möglich gewesen wäre, ist so empörend und so sehr der Verbreitung würdig, dass jede Aktion, die darauf aufmerksam macht, zu begrüßen ist. Bleibt lediglich das Unbehagen über die Suggestion, dass die Menschen in erster Linie durch Steuern und nicht durch die Profite der Wirtschaft ausgebeutet werden. Klaus von Dohnányi, gewiss nicht des Linksradikalismus verdächtig, beklagte vor mehr als 20 Jahren, dass die Politik nicht mehr handlungsfähig und der Wirtschaft ausgeliefert sei. Will heißen: Billy Braggs Verweigerung müsste an den Kassen des Supermarkts beginnen.
Wer fände Billy Braggs Rebellion nicht sympathisch? Und es gäbe eine ganze Menge anderer staatlicher Ausgaben, die man mit seinen Steuern noch weniger unterstützen möchte als Boni: die Rüstung, den Krieg, die Verschandelung der Städte. Nur: das ist Pop, nicht Politik. Wenn man Billy Braggs Vorbild zum Prinzip macht, rechtfertigt man Sloterdijks Aufforderung an die Reichen, die Steuerzahlung zu verweigern. Und wenn die das tun, entgeht dem Staat - also auch den Krankenhäusern, den Rentnern, den Kindergärten und Schulen - weit mehr als bei Billy Braggs Steuerstreik. Die repräsentative Demokratie, zu der auch das Recht der Parlamentäre gehört, zu bestimmen, was mit den Steuern geschehen soll, hat ihre Schwächen. Aber eine Oligarchie derer, die Steuern bezahlen oder eben nicht bezahlen, ist nicht die Alternative. Statt pop-ulistischer und letzten Endes infantiler Verweigerung sollte man dazu beitragen, dass Vertreter in die Parlamente und Parteien an die Regierung kommen, die die Auszahlung von Boni unterbinden - und die Rüstung, den Krieg und die Umweltzerstörung abschaffen.
Die Situation des Freitags erinnert mich zunehmend an die Situation der SPD. Der Satz von Jakob Augstein Journalismus müsse aus einer bestimmten Haltung heraus kommen, könnte in der Form “Politik mu...
Ich muss gestehen - bei aller Liebe zu offenen Worten und heftigem Streit: soviel Hass raubt mir den Atem. Was mich stutzig macht in eyestars Attacke ist der Dr. vor meinem Namen. Abgesehen davon, dass damit ein alter antiintellektueller Topos aufgerufen wird (nirgends sonst werden in diesem Blog akademische Titel genannt) - ich habe meinen Titel nirgends erwähnt. Woher kennt ihn eyestar? Ich vermute, dass sich hinter dem Pseudonym jemand verbirgt, der eine private Rechnung zu begleichen hat. Wenn er den Mut hätte, das mit offenem Visier und unter seinem vollen Namen zu tun, wüsste ich wenigstens, was seine Motive sind. Aber wie dem auch sei. Wenn eyestars "Antipathie" auf Konsens stößt, bin ich an dieser Stelle tatsächlich überflüssig.