dame.von.welt
06.10.2013 | 12:35 129

Falls es die Aufmerksamkeitsökonomie erlaubt

Krieg an den Grenzen Ein Vortrag von Elias Bierdel über die Realität von Flucht nach Europa, deren illegaler militärischer Abwehr und dem Schweigen der Medien

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied dame.von.welt

Falls es die Aufmerksamkeitsökonomie erlaubt

Es geht um den veränderlichen Umgang der EU mit Flüchtlingen seit Gründung der Cap Anamur zur Seenotrettung der boat people auf der Flucht vor vietnamesischen Kommunisten, die Anklage in Italien wegen Schlepperei und Menschenhandel, als 37 Flüchtlinge von einem manövrierunfähigen und Luft verlierenden Schlauchboot gerettet wurden, Flucht im allgemeinen, Frontex + deren strukturelle und ständige Gesetzesverletzungen mit militärischen Mitteln nebst Kriminalisierung der Seenotrettung, um Schlepper und dem Schweigen unserer Medien im besonderen.

Es geht um Minengürtel an der türkisch-griechischen Grenze, Kosmetik an touristischen Stränden, Leichenteile in Fischernetzen, anonymisierte Boote der Küstenwache, Schusswaffengebrauch gegen u.a. Angler, Schlauchboote, die von Booten der Küstenwache überfahren und glatt durchschnitten werden, Ertrunkene, die anonym unter Friedhofswegen verscharrt werden und die Verlängerung von Trossen, um Schreie nicht mehr zu hören.

Und nun schalten wir um zur Frontex-Eigenwerbung

Weltflüchtlingszahlen: Höchster Stand seit 1994 Irregular Arrivals (in der Spalte rechts): sinkende Zahlen Das interessante Mißverhältnis zwischen beidem beinhaltet die illegalen push backs, die unterlassene Rettung aus Seenot und etwas in gefährlicher Nähe zu Mord durch Überfahren von Booten, Unbrauchbarmachung von Motoren etc. durch Frontex. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex ist keine Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – sie produziert Schiffbrüchige. Das ist die direkte Folge ihrer Arbeit. Die 155 Überlebenden in Lampedusa sehen btw Geldstrafen von bis zu 5000 Euro entgegen: wegen illegaler Einwanderung.

medico international Fluchtursache Reichtum Rohstoffhandel und Migration in Westafrika + ein extrem sehenswerter Film (gefunden bei Rahab, danke!) über die Wechselwirkungen von Rohstoffausbeutung/Umweltzerstörung/Steuerflucht zwischen Sambia und der Schweiz Afrika - Der ausgeraubte Kontinent

Weitere FC-Blogs anläßlich der >300 Toten vor Lampedusa: Peter Nowak Die toten Flüchtlinge und die Einheitsfeier Ebertus Lampedusa ist überall Mehr als Betroffenheitsökonomie? Jazariel Die Leichen Europas Rael Wolle mer se reinlasse? Badday Empört Euch nicht! ed2murrow Das Rettungsfloß Für eine Handvoll Stimmen mehr Unser Meer Felix Werdermann Das Unglück der Sprache

Passend zum Thema erscheint mir auch der Blog über den soeben mit dem Fernsehpreis geadelten ZDFneo-scripted-Reality-Flüchtlings-Porno Auf der Flucht von Walid Malik Political Correctness auf medialen Abwegen

Last but not least: Helon Habila Afrika schweigt

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (129)

dame.von.welt 06.10.2013 | 13:14

Was ich auch gern in Erinnerung rufen möchte: der offene Brief der Bürgermeisterin von Lampedusa vom Ende des letzten Jahres:

Ich bin die neue Bürgermeisterin von Lampedusa. Ich wurde im Mai 2012 gewählt, und bis zum 3. November wurden mir bereits 21 Leichen von Menschen übergeben, die ertrunken sind, weil sie versuchten, Lampedusa zu erreichen.

Das ist für mich unerträglich und für unsere Insel ein großer Schmerz. Wir mussten andere Bürgermeister der Provinz um Hilfe bitten, um die letzten elf Leichen würdevoll zu bestatten. Wir hatten keine Gräber mehr zur Verfügung. Wir werden neue schaffen, aber jetzt frage ich: Wie groß muss der Friedhof auf meiner Insel noch werden? Ich bin über die Gleichgültigkeit entrüstet, die alle angesteckt zu haben scheint; mich regt das Schweigen von Europa auf, das gerade den Friedensnobelpreis erhalten hat, und nichts sagt, obwohl es hier ein Massaker gibt, bei dem Menschen sterben, als sei es ein Krieg.

Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass die europäische Einwanderungspolitik diese Menschenopfer in Kauf nimmt, um die Migrationsflüsse einzudämmen. Vielleicht betrachtet sie sie sogar als Abschreckung. Aber wenn für diese Menschen die Reise auf den Kähnen den letzten Funken Hoffnung bedeutet, dann meine ich, dass ihr Tod für Europa eine Schande ist.

Wenn Europa aber so tut, als seien dies nur unsere Toten, dann möchte ich für jeden Ertrunkenen, der mir übergeben wird, ein offizielles Beileidstelegramm erhalten. So als hätte er eine weiße Haut, als sei es unser Sohn, der in den Ferien ertrunken ist.

Gezeichnet: Giusi Nicolini

Robert Zion zitiert in seinem Blog dazu Spinoza: Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zur Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit.

Wir führen Krieg.

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Ehemaliger Nutzer 06.10.2013 | 14:03

@dame.von.welt

Wir führen Krieg.

Der Dritte Weltkrieg ist längst ausgebrochen, wir merken es nur nicht unmittelbar, weil die Kriegsschauplätze (noch) weit entfernt von uns sind.

1990 produzierte die BBC einen Film, "Der Marsch" (The March).

Ein charismatischer Führer, Issa al Mahdi (Malik Bowens), bricht an der Spitze einer Gruppe verzweifelter Menschen aus dem Sudan auf, um nach Europa zu ziehen. Nur dort sieht er eine Chance, seine Gefolgsleute vor dem Hungertod zu retten, den die ökologische und klimatische Katastrophe in der Region unausweichlich macht.

Auf dem Marsch nach Spanien schwillt der Strom der Flüchtlinge aus dem Trockengürtel Afrikas auf Millionen an.

In Europa hat das Denken "Festung Europa" bereits Form gewonnen; in Brüssel wird über das Verhalten der EG diskutiert. Die Entwicklungskommissarin Clare Fitzgerald (Juliette Stevenson) votiert für humanitäre Lösungen. Zugleich stellt ihre eigene Familie sie vor Probleme. Die Flüchtlinge setzen mit Booten zum spanischen Festland über und finden dort eine militärische Festung vor.

Damals war das Social-Fiction, heute läßt sich das Drehbuch aus den Tagesnachrichten gestalten.

Der Anführer des Marsches sagt in dem Film: "Wir glauben: wenn ihr uns vor euch seht, werdet ihr uns nicht sterben lassen."

Er irrte.

Ciao

Wolfram

goedzak 06.10.2013 | 14:27

Diese Worte von Frau Nicolini sind sehr beeindruckend. Der Brief nimmt einen sehr für diese Frau ein. Außerdem zeigt er, wie man sich als Bürgermeisterin empathisch und aufrichtig zu solchen Ereignissen im eigenen Zuständigkeitsbereich äußern kann. Davon könnten sich die Bürgermeister deutscher Städte, in denen Faschisten auf Migrantenjagd gehen, mit ihren ritualisierten "Betroffenheits"-Äußerungen, die nur auf eines aus sind: Imageschadensbegrenzung, eine Scheibe abschneiden.

dame.von.welt 06.10.2013 | 14:46

Er irrte.

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Hier ein Artikel aus dem Guardian über boat people im März 2011, die zu 72 Passagieren in Tripolis in Richtung Lampedusa losfuhren und nach 16 Tagen mit 11 Überlebenden (am Ende waren nur noch 9, einer starb sofort nach Bergung, ein weiterer nach unterlassener medizinischer Betreuung in einem libyschen Gefängnis) in der Nähe von Misrata an Land gespült wurden, wegen a combination of bad luck, bureaucracy and the apparent indifference of European military forces who had the opportunity to attempt a rescue.

Das Boot verlor Treibstoff, setzte per Satellitentelefon einen Notruf an einen italienischen Priester ab, der die italienische Küstenwache informierte, das Boot war in Kontakt mit u.a. einem Armee-Hubschrauber unbekannter Nationalität, der Trinkwasser und Kekse abwarf, verschwand und nicht mehr gesehen ward + einem französischen Flugzeugträger.

Und wer jetzt glaubt, in Brüssel, Berlin, Warschau und sonstwo würde bloß nicht genug Guardian gelesen, der könnte kaum mehr irren. Minutiös aufbereitet und mit dringenden Empfehlungen zu zukünftiger Vermeidung solcher 'Koordinierungsfehler' versehen wurde das am 29.03.2012 im EU-Parlament vorgetragen.

Daniel Domeinski 06.10.2013 | 15:29

Ich fand diesen Kommentar treffend:

http://theconversation.com/italy-ignores-real-cause-of-lampedusa-refugee-tragedy-18928

Außerdem musste ich wieder an Sätze denken, die ich letztens bei der RBB Abendschau zu hören waren:

Auch in seinem neuen Amt will Woidke die Themen Kriminalitätsbekämpfung und ausreichend Polizisten für Brandenburg nicht aus den Augen verlieren. Das Land habe die längste Grenze nach Osten und Berlin als Kriminalitätsschwerpunkt in der Nachbarschaft. "Daraus muss man Konsequenzen für die Arbeit und die Stärke der Polizei ziehen."

http://www.rbb-online.de/politik/thema/neue-landesspitze/Innenminister-Woidke-Abschied-von-Brandenburger-Polizei.html

Vielleicht hat Woidke, jetzt Ministerpräsident der Rot-roten Koalition in Brandenburg, es nicht "so" gemeint, bei mir löste es unangenehme Assoziationen aus...

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Ehemaliger Nutzer 06.10.2013 | 15:41

http://www.wsws.org/de/articles/2011/07/liby-j28.html

+was bedeuten sanktionen ? (nicht: was sind sanktionen...)

was bedeutet bombenterror für nachweislich nicht begangene "anschläge" ?

was bedeutet "grundeinkommen" - ohne arbeit mit ordentlich "westfernsehen" nebst studienaufenthalten in entsprechenden staaten?

was bedeuten "reparationszahlungen"/entschädigungen durch ehemalige kolonialstaaten?

wer war verantwortlich für die "bulgarischen krankenschwestern"-verurteilung usw ?

das/ein "frontex vor ort"-versprechen/deal ist "ruhe" (relative, je nach bedarf und willigkeit der ex-kolonien)

wer betreibt/betrieb (auch personell) die "camps" vor ort ("flüchtlingslager")

usw usf...

wer hat wie in rostock agiert?

+++

für welche tätigkeiten wird heutzutage der "deutsche zoll" ausgebildet und praxis-erprobt (eine eh nem äußert rechten rand zuzuordnende cuisine ließ sich da bis vor kurzen ausbilden) ?

die "nette" neue "lastenverteilung" auf europa bezogen gabs schon länger, ähnlich , wenn nicht gar handgreiflicher richtung afrikanischer staaten...

was mich stört am gesamtvortrag ist das fehlen der druckmittel, der gewalt, die ausgeübt wurde und wird auf diese art "drittstaaten" , bei binnenwanderungen durch die neueren geschaffenen kriege ("bürgerkriege") wird das sehr deutlich abermals... das ist nicht thema (des vortrags und solls wohl auch hier nicht sein/werden) und ich kanns nichtmal schnell ausm ärmel (festplatte) schütteln...

und ja, , der ton dieses mannes "nervt" elend... ka, wie ne drauffolgende diskussion da "klären" sollte, klären zb wie mensch zur annahme kommt, irgendein, irgendsoein flüchtling wisse nichts um ne "schädlichkeit" von gesoffenem meerwasser...

zynismus is das eine, verständlich auch, vielleicht auch die erfahrungen mit "ihr sollt uns nicht helfen" , egal was zu diesem "ton" führt, es klingt durchweg im gros ein vorwurf an die "flüchtlinge" durch, der irgendeine "empörung" über frontex und co überwiegt/-schattet ... woher kommt das, wie kommts zu diesem ton?

http://felixfeatures.photoshelter.com/gallery/Senegal-Gambia-The-Departed-by-Robin-Hammond/G0000WqfMO5y0eiE/

http://felixfeatures.photoshelter.com/gallery/Sudan-A-Lost-Boy-Returns-Home-by-Sven-Torfinn/G0000hbe4VM7A2to/

http://felixfeatures.photoshelter.com/gallery/Deadly-escape-bu-Jiro-Ose/G0000jc22uisD7bg/

http://felixfeatures.photoshelter.com/gallery/Refugees-in-Congo-by-Sven-Torfinn/G0000HrCeYJNJsoA/

http://felixfeatures.photoshelter.com/gallery/Kenya-Drought-on-the-Horn-by-Francesco-Zizola/G00009rKAWXPOUZw/

http://felixfeatures.photoshelter.com/gallery/Hunger-Stalks-The-Horn-by-Robin-Hammond/G0000s9jraiiDZlE/

demokratie (=sich dem weltmarkt öffnen/erschließen lassen) , "zivilisiertheit" (menschenrechte) , ...

der koloniale vorschriftenkatalog ist immens und zu sehen ist werbung,werbung,werbung... jede/r kennt (va) einen, ders geschafft hat "dort" und seine familie nun "reich" macht (ausreichend, um vieh zum schutz zu umzäunen zb) und weil es allenorts und immer und wenn auch hunderte kilometer entfernt diese/n "einen" gibt, ziehen sie los, wenn nicht auf der flucht vorm abgeschlachtetwerden ...

WAS unterscheidet diese "ich kenne einen,der..." von irgendwem hier ? ... gibts hier wen, der`s geschafft hat? oh ja, einige hmm? wasn geschafft= das hab und gut einzäunen zu können, schützen zu können, auf daß es sich ungestörter vermehren kann? ...

gegen all "den kram" hilft nur noch militanz, aber...haaaaaaaalt, wir kennen ja einen, der....ja, wir kennen einen, der....

hail gandhi ...

na, schwein gehappt, also ab in die boote, auf zu neuen ufern!

Oberham 06.10.2013 | 16:09

.... ups.... "öffentliche" Institutionen gibt es längst nicht mehr.

Staat- und Staatsorgane sind nichts weiter als outgesourcte Utility-Management and Execution departements des finanzfaschistischen Komplexes.

Das doofe, wir Masselebendgüter, strampeln zu 99,99 % willig für diesen Moloch, nähren ihn und halten ihn am Laufen.

Warum debattieren wir hier gerade jetzt?

Warum regen wir uns nur situationsbedingt auf?

Jeder Tag den die Massen länger mitspielen ist ein verlorener Tag für die Zukunft der Menschen als Teil des Kreislaufs von Kommen und Gehen, jeder Tag den wir länger mitspielen befeuern wir die Hoffnung der erfolgreichsten, maßlosesten Recoursensammler, auf den Jungbrunnen und das ewige Leben.

Mich freut nur eines, falls sie es je "gewinnen", wird die Erde ein furchtbarer Ort sein, vielleicht leben sie dann ewig in der vom Menschen erschaffenen Hölle, vielleicht ist es dann die Rache der Geschundenen, der Mutlosen, jener die Mitgelaufen sind, obwohl sie wußten, in welche Richtung sie laufen, vielleicht hat alles nur diesen einen Zweck, die ganze Schuld und das ganze Leid jenen zu vererben, die es bewußt orchestrieren.

Wir könnten jeden Tag tausende von Verbrechen schildern, tausende von blindwütigen, dummen, irrsinnigen Handlungen, all dies - kann nur durch uns geschehen, in Summe, ergibt sich das Bild - das Bild einer wahnsinnigen Menschenhorde, die nicht daran denkt inne zu halten, umzukehren und sich ihrer Vernunft zu entsinnen.

Ersaufen ist kein schöner Tod!

Oberham 06.10.2013 | 16:35

.... leider kann ich es nicht mehr aus dem Netznirvana extrahieren - schon 1990 gab es in Alberville ein Intranet bei den Winterspielen, ich war damals in La Plagne - schrieb in dieses Netzt einen Satz wie diesen:

Vorsicht 92 in Barcleona, morgens Strandpatroullie - ungünstige Strömungen könnten unliebsames Treibgut an den Strand schwemmen - unbedingt vermeiden, das die versammelte Jugend der Welt mit solchem Schmutz konfrontiert wird.

Verflucht das Thema ist Jahrzehnte alt!

Verflucht wieviele Juden wurden vergast, da sie keinen Fluchtpunkt hatten!

Verflucht, keiner muss sich wundern, wenn mal wieder Bajonette die Bäuche seiner Kinder aufreissen!

Verflucht, ihr delliriert in wohliger Wohlstandsdebilität dahin, und regt euch auf, ihr regt euch auf, über die Welt die ihr gestaltet!

Warum ich in La Plagne war?

Damals hatte ich auch noch dieses gespaltene Art zu leben - einerseits kritsch refektieren, andererseits willig im System mitspielen.

Heute hab ich Holz gesammelt, Walnüsse gesammelt und Äpfel gesammelt - Holz für ca. 20 Stunden Wärme, Walnüsse für mindestens drei Wochen und Äpfel für einen Monat.

Jeder Cent den ihr umsetzt ist Kollaboration, ist braves mitmorden!

Verflucht, schreit endlich auch mal auf, säuselt nicht immer nur wie ein Hintergrundchor, der den Wahnsinn anklagt, aber dabei selber Teil des Wahnsinns bleibt!

Wenns gut läuft bin ich in zwei Jahren in meinem selbstgebautem Lehmhaus und hab eine Südterasse die sich gewaschen hat - weitab vom Zivilisationsirrsinn - und dort werd ich eine Waffe haben, der mich vertreiben will, dem wird mein Hirn ins Auge spritzen und ich hab dann gehofft und doch verloren.

Haut ab aus dem Moloch, dreht euch weg, lebt individuell ohne die Maschine, werdet zum kleinsten möglichen Staat - dem Einmenschenland, das nicht mit der Irrsinnswelt koaliert, paktiert und kollaboriert.

Wer sich selbst als Land etabliert, der kann ja beginnen andere zu suchen, andere zu finden, nur - er sollte keine Kompromisse machen - es gibt besseres als so weitermachen als bisher, es ist besser zu krepieren, wenn man es nicht schafft, als weiter mitzuspielen!

Habt doch mal den Mumm es anzugehen - ich habe ein Außenministerium, man kann meinen Außenminister gerne kontaktieren - einzige Bedingung, kein Job im Mainstream, kein Einkommen über 500 Euro, maximal 100 Euro Kollaborationsnotabgabe (Umsatzsteuern...) - wer darüber liegt, der gönnt sich zuviel Anpassung, der mag tippen was er will, er belügt sich täglich selber!

archinaut 06.10.2013 | 16:56

Liebe Dame von Welt,

vielen Dank für diesen Beitrag, der uns eindringlich vor Augen führt, wie hoch die Mauern, Sperranlagen und Todesstreifen in unseren Köpfen (und Medien) schon ausgewachsen sind.

Kapitän Francesco Schettino muss sich für 32 Tote verantworten, die bei der Kenterung der Costa Concordia ihr Leben verloren (die Herbeiführung eines Schiffbruchs ist in Italien ein eigener Straftatbestand), medial begleitert wurde selbst die Bergung des Edel-Schrotts, aber: The sinking of three illegal vessels in a storm off Libya, and the deaths of perhaps 300 people - one of the worst maritime disasters in modern Mediterranean history - barely made the news. An estimated one in every eight migrants who try to travel across the ocean to Europe don't make it, their bodies carried out into the cold Atlantic. Those who perish are identified only by chance, their skeletons dredged from the sea by Italian and Spanish trawlers, or their bodies washed on to beaches used by holidaymakers (Link zum Text: http://felixfeatures.photoshelter.com/gallery/Senegal-Gambia-The-Departed-by-Robin-Hammond/G0000WqfMO5y0eiE/ )

Entschlossene Grüße

archie

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Ehemaliger Nutzer 06.10.2013 | 17:13

danke :-) ich vergaß : photo anklicken ---> "geschichte" , in allen serien! (felix ist einer der drei von der "libyen civil war"-site ... auch er hat dabei erst so einiges "begriffen" ... vielleicht auch die hauptseite anklicken, gibt endlos viele serien, verschiedendste... (leider wurd den "jungs" syrien schnell "wichtiger" nun und h. is die einzige, die weiterhin unermüdlich sammelt, wobei sie -wie ich auch- auf die analysefähigkeit -auch technik+erfahrung- der jungens angwiesen wäre :-( )

dame.von.welt 06.10.2013 | 17:39

Ich nehme nur mal einen Punkt raus, weil der mir speziell auf Deutschland bezogen wichtig ist: wer hat wie in rostock agiert?

Den Osten nach der Wende kann man sich auch als Resozialisierungsprogramm für abgehalferte und unfähige westdeutsche Politiker, Richter, Oberpolizisten und nicht gar so unfähige westdeutsche Rechtsextremisten vorstellen. Über das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen und deren Protagonisten hat popkontext mal einen Blog geschrieben, reichlich links, auch zum Nachklapp, in dessen Diskussion.

Der verstümmelte Artikel 16 GG in Folge des Pogroms war die Blaupause für die europäische Flüchtlingsabwehr mit 'sicheren Drittstaaten' und Frontex.

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Ehemaliger Nutzer 06.10.2013 | 17:51

ich kenn den blog und hatte mich sehr darüber geärgert :roll: , sorry, weiß nicht, wo meinem ärger luft gemacht...

meine freundin k. nebst den andren aus unsrem haus und weiteren aus den anderen häusern (greifswald, rostock, bad freienwalde usw) wurden nämlich weggefangen und in ne turnhalle in käfige gesperrt, bunt gemixt und ohne klogang erstmal bis zum nächsten tag... weil sichs angekündigt hatte, netzwerk, hinfahren, möglichst in ner vielzahl und abgefangen werden von der bullerei... da waren möglicherweis auch "zu wenige einsatzkräfte", weil die ihre kräfte in nem gürtel an den zufahrtswegen bündeln mußten ...

ich saß derweil "allein im haus" , netterweise hatten sich alle potenziellen angreifer schon überwiegend ums dortige "heim" versammelt ...

diese zeit ist NICHT vergangen, ist KEINE vergangenheit, ist gegenwart und bleibt es, wenn ... siehe oben...

dame.von.welt 06.10.2013 | 18:39

Weiß nicht, worüber Sie sich so geärgert haben. Daß die Polizei extrem eigenartige Prioritäten an den Tag legte, nämlich den Mob wüten zu lassen, um lieber die Gegendemonstranten zu verhaften, hat sie erwähnt. Außerdem war in ihrem Blog u.a. die Doku The truth lies in Rostock verlinkt, in dem genau das ebenfalls Thema (die Videos sind aus eigenartigen Gründen aus dem Blog verschwunden).

diese zeit ist NICHT vergangen, ist KEINE vergangenheit, ist gegenwart und bleibt es, wenn ... siehe oben...

Absolut. Auch wegen der deutschen Blockadehaltung gegen Einführung halbwegs anständiger Flüchtlingsstandards auf EU-Ebene. Das ist eine Thematik, zu der mir hier Rahabs juristischer Sachverstand einmal mehr schmerzlich fehlt.

dame.von.welt 06.10.2013 | 19:02

Da gibt's in Italien noch mindestens einen Bürgermeister mehr: Domenico Lucano. Der hat den Preis des großartigsten Bürgermeisters der Welt gewonnen, nachdem er sein Dorf Riace in Kalabrien zur Heimat der Flüchtlinge erklärte, während das restliche Europa lieber Krieg gegen sie führt.

"Hilfe ist in Riace keine Einbahnstraße", sagt Bürgermeister Lucano. "Wir versuchen, den Flüchtlingen hier ein Zuhause zu bieten, und im Gegenzug helfen sie uns, dieses Zuhause am Leben zu halten." Flüchtlinge, die andernorts aufgrund fehlender Papiere abgeschoben werden, erhalten in Riace Arbeit, werden in den Dorfalltag integriert – und helfen dabei, einen Ort wiederaufzubauen, der vor gut 14 Jahren fast ausgestorben war.

Das Dorf liegt inmitten einer der strukturschwächsten Regionen des Landes. In Beton gegossene Tristesse, schlecht bezahlte Jobs und zu viel Spielraum für die Mafia. Seit Jahrzehnten hatte es die Menschen weggezogen. Von einst 3.000 Einwohnern waren gerade noch etwa 800 in Riace geblieben. Die letzten Pizzerien und Eisdielen im Ort hatten dicht gemacht. "Unsere geliebte Heimat", sagt Lucano, "war wie ein Patient, der im Sterben liegt und nur noch den Tod erwartet."

Da geschah das, was die Menschen in Riace noch heute als ein Wunder bezeichnen: In der Nacht des 1. Juli 1998 trieb ein Boot an die Küste, in dem 218 Kurden saßen. Sie wollten nach Griechenland fliehen, waren aber vom Kurs abgekommen. Unterkühlt, erschöpft und halb verhungert hatten die meisten von ihnen die Hoffnung bereits aufgegeben. Lucano sorgte dafür, dass die Flüchtlinge versorgt und von den Einheimischen aufgenommen wurden.

Als mit den Jahren immer mehr Flüchtlinge kamen, sah er, wie sie seine Heimat belebten. Lucano nahm für die Gemeinde ein Darlehen auf, um die heruntergekommenen Häuser wieder herrichten und den Zuwanderern Löhne zahlen zu können. Und er beantragte bei der kalabrischen Regierung eine Sondergenehmigung für die unbürokratische Aufnahme von Migranten.

Nach Angaben des italienischen Roten Kreuzes kostet die Unterbringung von Flüchtlingen in kalabrischen Auffanglagern etwa 55 Euro pro Person und Tag. Riace dagegen benötigt für jeden Migranten nur halb so viel Geld.

ebertus 06.10.2013 | 19:26

Wie soll beispielsweise die

"Einführung halbwegs anständiger Flüchtlingsstandards auf EU-Ebene"

konkret aussehen. Eine Frage, die meinerseits und abseits vom Freitag auch mit dem "juristischen Sachverstand" einer Bloggerin nicht immer in Übereinstimmung gebracht werden konnte. Sind es qualitative oder quantitative Standards; oder gar beides bzw. nichts davon?

Das Land hier ist nicht leer, und dies meint nicht die geografische Ausdehnung im Verhältnis möglicherweise zur Bevölkerungszahl, sondern das nicht leere Denken derer, die bereits hier sind; eben kein Arendt'scher Neubeginn qua Geburt. Und auch kein Jungbrunnen an zahlenmäßig eher marginaler, verstehender Intellektualität; eher Ausdruck derer Hilflosigkeit, mich eingeschlossen.

dame.von.welt 06.10.2013 | 20:01

Und hiermit fortfahren.

Was das nicht leere Denken angeht: aus purem deutsch-europäischen Flüchtlingsvermeidungseigeninteresse sollte bei Innenfriedrichs darüber nachgedacht werden, daß 1 syrischer Kriegsflüchtling auf 2-3 Libanesen, um Trinkwasser konkurrierende syrische Kriegsflüchtlinge und Jordanier, in den gewalttätigen und instabilen Irak flüchtende Syrer und der Wunsch nach möglichst wenigen Flüchtlingen in Deutschland keine Akademiker- und Christen-Auslese im Rahmen der Aufnahme von 5000 Syrern/Jahr zuläßt.

5000 Kriegsflüchtlinge aus Syrien werden pro Tag in nur einem (1) Lager in Jordanien aufgenommen. Gönnt man sich in Deutschland auch weiterhin ein Verschontwerden von Kriegsflüchtlingen, wenn nicht möglich, Wünsche nach Rosinenpickerei unter utilitaristischen statt humanitären Gesichtspunkten, wirkt man als Innenfriedrich aktiv an 3-4 weiteren Bürgerkriegsoptionen mit, in deren Folge sich vielvielviel mehr Flüchtlinge nach Europa retten.

Das nicht leere Denken ist erschreckend voll von Das Boot ist voll (eine Drecksparole, die angesichts des Massengrabs Mittelmeer an Zynismus kaum zu toppen ist). Volle Boote in Deutschland kann man getrost in den Bereich der modernen Mythen einordnen. Das Boot ist voll in Libanon, nicht in Deutschland, wo syrische Familien nicht mal ihre Verwandten auf eigene Kosten aufnehmen dürfen.

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Ehemaliger Nutzer 06.10.2013 | 20:44

nun, die leuts, die ich meine, sind nicht zum "demonstrieren" im später praktizierten sinne hochgefahren ;-) deshalb mußten sie ja weggesperrt werden, demonstranten passiert sowas auch manchmal, ja, stimmt, ja, genau, da gabs statistiken zu :roll:

(hatte meinen ärger, glaub, bei rahab ot natürlich kundgetan ;-) )

zum italienischen dorf :

jupp, würd mir für hier auch vorschweben, sind ja nicht nur "leerstehende häuser" , sondern bei vielen einfach freie wohnungen im haus bzw in jedem fall ne unzahl an "zuviele zimmer" , sanitäreinrichtungen in doppelter ausführung muß irgendwann in mode gewesen sein, sodaß wenn keine abgeschlossene wohnung, so aber -wie bei uns- zwei küchen und zwei bäder ... der hiesige bürgermeister schickt auch an alle neuzugezogenen "herzliche willkommensgrüße" mit der bitte, sich doch am vom aussterben bedrohten dorfleben zu beteiligen usw usf... nur weiß ich nicht, wie/ob hier sowas wie "sicherheit" zu gewährleisten ist... am besten wärs aber, wenn all der "leere raum" belebt würde mit so vielen "fremden", wie herkommen wöllten... erleichterte möglicherweise, "fremdheit" in interesse zu wandeln, ka, wie dies italienische dorf "eingebettet" war, gäbs ausschließlich nur noch "die alten", wärs kein problem , es sind die jüngeren, die mittelständler, einmannhandwerksbetriebler usw, es dürfte "unter keinen umständen" ihr "geld kosten" :roll: , zusammen mit so einigen jugendlichen schwant mir da n dörflicher mob, sobald sie meinen, ihr gürtel wäre zu eng geschnallt nunmal langsam :roll: ... unds is soviel nunmehr unbeackertes land da, weil die alten nicht mehr können, aber die sicherheit "landbesitz" -verständlicherweise- auch nicht aufgeben wollen, die wären glücklich, wenns wer nutzte (wie sie einst) und verlangten nichtmal geld dafür! und viele "gastarbeiter" sind techniker, sind handwerker, sind -auch- landarbeiter (+innen), man könnt voneinander lernen, denn auch die "migranten" kommen nicht mit "leeren köpfen"!!!!! es mag nichts sein, was "irgendeine wirtschaft" als "benötigt" empfindet, aber "arbeit" im sinne von "wissensaustausch" ...

hier in der gegend gehts teils zu wie früher bei uns (im osten), aus verschiedenen (land)maschinen, maschinenteilen wird ne brauchbare für diesen/jenen speziellen einsatz gebastelt, aus drei autos wird ein tüftaugliches gebastelt, aus drei halbverfallenen häusern wird eins neu aufgebaut usw usf...

naja, wie ich rahab (+jap) verstanden hab, scheiterte solches aber schon vorab an nem berg von bürokratie der wohl irgendwannmal als migrantenschutz errichtet wurde, da so einige "private" "asyl" ähnlich verstanden wie andre private die aufnahme von heimkindern :roll: = abkassieren+ausbeuten

ebertus 06.10.2013 | 21:00

Ja, werde mir die 64 Seiten PDF dieses Schweizer "Grassroots" Thinktank mal runterladen, ausdrucken und im Ohrensessel lesen; mit Sicherheit dann weitgehend konform gehen.

Der erste Kommentator dort bei "foraus" bringt es dennoch wohl bereits auf den Punkt:

..."Mal redet ihr von Entwicklung (und definiert diese nicht genau) und mal von Entwicklungshilfe."...

a) würde ich diese fehlenden, wohl nicht spezifizierten Definitionen nicht in primär juristischer Fachliteratur nachlesen wollen, Auch nicht in umfangreichen Statements via grassroots - sondern in wenigen, aussagefähigen Sätzen nebst realitätsnaher Beispiele konkreten Seins - und

b) ist es ja genau dieses Spannungsverhältnis von Zuwanderung vs. Entwicklungshilfe (herkömmlicher Art?). Das, was die aktuellen Weltordnungskriege, das Nationbuilding der Brunnenbohrer und Mädchenschulenbauer etc. sprich: unsere globalen wirtschaftlichen Interessen (Dank an Ex BuPrä Köhler) zunehmend infrage stellen, diese Art "Völkerwanderung" nicht nur implizit auslösen - sowie

c) eben das von verstehender intellektueller Seite gern verdrängte nichtleere Denken zumindest auf den diskursiven Radarschirm zu nehmen, eine wenigstens theoretische Adressierung vorzunehmen, Szenarien und mögliche Konsequenzen anzudenken.

ebertus 06.10.2013 | 21:26

???

Könnte das mit dem "dekontaminieren" jetzt lokal, innerdeutsch, gar persönlich verstehen, weil meinerseits auf verschiedenen Ebenen immer mal gern Stellung bezogen, real involviert war und bin...

oder eben -hier eher zielführend- global. Entwicklungshilfe bedeutet(e) dabei vielfach und mit Sicherheit das Aufrüsten lokaler, dem Westen genehmer Herrschaftsstrukturen. Und genau das bricht nun vielerorts zusammen, richtigerweise wohl. Aber was daraus folgt bleibt vorerst offen...

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Ehemaliger Nutzer 06.10.2013 | 21:37

Sie sollten hinreichend "depleted uranium" anverseucht worden sein bei rahab, aber sicher, Sie lesen mich genausowenig "gern" wie ich Sie ...!

wollnse "wissen" ?

http://tomgard.blog.de/2011/08/02/bericht-biologischen-auswirkungen-einsatzes-toxischer-kriegsmunition-11592757/

http://wolfsmilch.blog.de/2012/05/05/sometimes-only-sometimes-13633240/

auch in libyen , Sie schnösel und in somalia und in ... und in...

+++

was "daraus" folgt?

überlasse ich Ihnen,

gutnacht

Oberham 07.10.2013 | 08:46

... wer privat Menschen Asyl gewährt, muss für sämtliche Kosten der Abschiebung aufkommen.

Ich könnte privat Asyl gewähren, leider hat bisher niemand Lust verspürt in meiner armseeligen Hütte mit unterzukriechen - die Abschiebungskosten könnte ich ohnehin, mangels Masse, nicht tragen - wer weiß, vielleicht würde ich dann Zwangsasyl im Knast erhalten, als Schuldner des Staates, der das Ticket des Menschen nicht bezahlen konnte, dem er Untschlupf gewährte.

Doch meine Erfahrungen mit den Flüchtlingen sind leider die, dass sie geradewegs nach dem Konsumparadies schielen, sich keinesfalls auf ein karges Leben in unserem Land einlassen möchten - meine Ansätze waren immer vergebens, lieber im Asylantengefängis, als bei mir - eine regelmäßige Antwort.

Aber - ich möchte nicht wissen, wieviele von Euch noch Wasser aus Plastikflaschen trinken - wer nicht einmal nur Leitungswasser trinkt und eine Mehrwegflasche zum Abfüllen desselben besitzt, der outet sich doch schon als hemmungsloser Ignorant!

Die meisten - auch hier - (wo doch schon relativ interessierte, vermeintlich reflektierte Zeitgenossen versammelt scheinen) - würden eher Merkel wählen, als auch nur 10 % Ihres Wohlstands opfern zu müssen, um beispielsweise damit den ärmsten sauberes Wasser zukommen zu lassen.

Ich hab wohl 95 % aubgeworfen, dafür hab ich mir das gute Gefühl gegeben, euch aus tiefstem Herzen angehen zu können, die Freude nichts verlieren zu können, den selbst mein Leben ist in der Mitte von Wahnsinn und Eigennutz ja völlig wertlos - reiner Selbstzweck, da man kaum soziale Kontakte wahrhaftig pflegen kann.

Der Leichengestank klebt an Euch, ihr die ihr manchmal eine Freizeitsolidarität pflegt, um euch von euren widerlichen Taten im Beruf reinzuwaschen, ihr, die ihr spürt, dass es falsch läuft unter uns, doch die ihr zu feige seid, euch dem zu verweigern.

Jault weiter eure Empörung über die Politik in die Netzkloake, tragt die Daten zusammen, zählt die Toten, trauert über das Leid, doch vergesst nicht eure 40 Stunden die Woche dem Moloch zu dienen, konsumiert euch durch die Zeit die euch bleib!

Die Irren die - wie ich - am Rand stehen und keiffen, die bellen wie tollwütige Hunde, die jucken euch nicht, doch eure Taten, werden euch bald jucken, sie werden euch wie ein Bummerang ans Hirn klatschen, was für ein trauriges Ende, es tut mir leid -

es tut mir leid, dass niemand den Schlüssel zu euren Herzen findet, niemand euch den Mut machen kann, endlich dem Wahnsinn zu widerstehen und das Leben als das zu nehmen was es sein könnte, ein wunderbares Abenteuer in der Daseinsform eines denkenden Wesens, das Güte und Schönheit empfindet, Solidarität und Freude weit über die vermeintlichen Zwänge stellt, die euch dieser Alltag im Wahnsinn abverlangt.

Ihr gebt den Zwängen nach, ihr fügt euch, da nutzen auch die kleinen guten Taten nichts - wer 10 Stunden in der Woche den schwachen hilft, aber 40 Stunden in der Maschine mitdreht, der sollte erkennen, wie falsch sein Leben läuft.

Aber bei der Plastikflasche fängt es ja schon an!

ebertus 07.10.2013 | 11:46

Hallo @Oberham, auch wenn ich mich, weil hier kommentierend, ebenfalls ein Stück weit angesprochen fühle, den beinahe reflexartigen Blick in den Spiegel nicht vermeiden kann, so ist dennoch viel Wahres, die gewisse wenngleich subtile Bigotterie Entlarvendes in dem Kommentar enthalten.

Die gerade von staatsräsonaler Seite hervorgebrachte Betroffenheitsökonomie sollte, ja muß nicht unbedingt und wenn auch unfreiwillig durch eine zu intellektueller Differenzierung zwar fähigen, dennoch faktisch hilflosen Betroffenheit ergänzt werden. Und wenn ich in dem obigen Link zu "foraus" lese:

"Der Graswurzel-Think-Tank foraus zählt schweizweit über 550 Mitglieder. Die Mehrzahl sind AkademikerInnen, Studierende und junge Berufstätige, welche in ehrenamtlicher Arbeit neue Denkanstösse für die Schweizer Aussenpolitik entwickeln."

so ist dies mit Sicherheit unterstützenswert, ist ein hehres Denken; und dennoch sind (mal böse unterstellt) behütete Töchter und Söhne bürgerlicher Eliten dahingehend vereint, sich eine neue, schöne Welt zu erschließen, die mit dem nur wenig zu tun hat, was eine wachsende Zahl der Menschen gerade in den sog. westlichen Wohlstandsgesellschaften zunehmend und in allem Ernst betrifft.

"Das Land ist nicht leer" schrieb ich oben in einem etwas übertragenen Sinne, aber was das in der Realität, jenseits der auch hierzulande wohl zunehmenden sog. Gated Communities bedeutet, das wird eher selten bis überhaupt nicht thematisiert.

Habe dazu und mit noch etwas weiter gehenden Implikationen einen Text verfasst. Ob ich den auch hier einstellen werde, da bin ich mir nicht sicher. Zu leicht wird bei diesem Thema, wo nichts zu gewinnen ist, wo (eigene) Hilflosigkeit auch schon mal durch Aggressivität überlagert wird, der doch so herrschaftsfreie Diskurs unter (zumindest impliziter) Zelebrierung von Godwin's Law etc. in eine Richtung gedrängt wird, der ich mich dann relativ schnell verweigere.

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Ehemaliger Nutzer 07.10.2013 | 12:33

oberham, deine tiraden (jaja, ich tiradiere auch gern, ich weiß) sind schleifen, endlosschleifen, sind "das" hamsterrad, denk, das merkste ja selbst ...aber das liegt nicht an den anderen (nicht vorwiegend).

hast du schonmal erlebt, daß jemand es vorzog zu sterben (sich das leben zu nehmen, suizid) als sich von dir gen leben (weiterhin) pushen zu lassen? nein? gut, ich wünsch es dir nicht, nein, aber stell dir solches nurmal vor und grübel vielleichtmal ne runde über "respekt", das gibts nämlich auch "positiv besetzt", für mich jedenfalls... wenn "hilfe" nicht angenommen wird, biste beleidigt und stülpst jeglichen (allen) sich-dir-verweigernden diese immerwiederkehrende "konsumkritik" über...

mensch kann nur anbieten, nur wenigstens solches tun/tun können, das wär schonmal viel, ja... und sei es, die leuts wolln was andres, was solls, was ?

wenn mir etwas angeboten wird, muß dies irgendwie "zufällig" geschehen, ich kann nunmal schlecht hilfe annehmen, denk diesen leuts gehts möglicherweise nicht allzu abweichend ähnlich... ich würd mir von dir auch nicht helfen lassen, es macht immer den eindruck, daß du bedingungen stellst , machste ja, siehe oben...und sagte ich dann : hmm, also ich hätt aber gern n eimerchen neben dem klo fürs allragelmäßige, fürs allmonatliche, so könnts einer mit dir passieren, daß solch eimerchen nunmal nicht in die spartanische denkkonstruktion paßt, die du hamsters, was das zeug hält... (mir fällt nun grad nix andres ein, grad vom putzen zrück ;-) + werd auch den rechner ausschalten+auslassen nun -hoff)... du läßt niemandem seinen/ihren willen, sei es, es seien "falsche willensbekundungen" wie ein "falsches bewußtsein", wie "infizierte", wie "nichtklardenkenkönnende" ... daß menschen interessen haben, kann doch bitteschön nichts "falsches" sein, egal welche interessen...und sei es, fünf sechstel der welt würden sich belügen und interessen verfolgen, die ihnen schaden ... dann wollen sie das nuneinmal, darunter kannst du leiden, darunter kann ich leiden und jedermensch kann solch leid äußern, klardoch, aber das einzige was mensch gegen derlei leiden tun kann, ist -in unterschiedlicher form- das eigene leid zu minimieren, sei es dein "spartanisch", sei es meine suche nach "mitstreitern" ("niemand schafft DAS allein" ;-) ) und natürlich auch massig enttäuschungen (scheitern) vergnusen... gelingt mal besser, zumeist natürlich schlechter, aber irgendwie rappelts eine/n ja doch immer wieder...

stell dir einfach vor :

-alle diese menschen denken

-alle menschen wollen irgendwas (haben willen)

-alle menschen verfolgen interessen

-alle menschen treffen entscheidungen

usw usf...

am offensichtlichsten "irre" wird die wut/jaulerei usw zwecks abgelehnter "hilfe" eben im obengenannten beispiel und ja, mir wurd die absudität meines "wunsches" bzw das anmaßende meines wunsches klar: dieser andre mensch hat gefälligst am leben zu bleiben, weil ich das so will ... (mit allerlei ausschmückung meines willens als des besseren natürlich) ...

es ist derselbe ton wie der des jungen manns da ganz oben in den verlinkten videos von DvW ...

ich weiß nicht, s wär halt einfach schon angenehm, anbieten zu können, wenn doch so viel platz (+meinerseits natürlich arges interesse an austausch, müßt ich halt n bissel runterschlucken, will ja niemanden "ausnehmen" ;-) ) ... die sache mit "abschiebekosten" wurd mir noch nicht "erzählt", interessant, danke dafür! ...

lg

jana

Oberham 07.10.2013 | 13:11

... Privatasyl googeln, gibts ne Menge Berichte drüber.....

.... widerspreche Dir nicht - ja ich schrei, dreh das Hamsterad mit meiner Litanei

.... doch was tun, irgendwie ist mir eben die Ungerechtigkeit nicht einerlei ....

... die kann ich nur bekämpfen, indem ich abseits steh,

... klar, dann ist man aus dem Spiel.

Doch wohl bewußt ist mir,

hier steh ich und hier bin ich

daneben stehen 7 Milliarden ebenso

sind ebenso

nur.....

wie?

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Ehemaliger Nutzer 07.10.2013 | 13:23

ich fragte DvW, du fragst mich und ein blogfreund sagte:

http://lyrics.blog.de/2013/10/02/zeitschiene-16486055/#c19503578

und der hat -leider- mehr von dieser blöden/unangenehmen massenschlachtungswelt gesehen als irgendwer sonst hier ...

niemand kann antworten nirgens,

nur jede/r für sich selbst entscheidungen treffen und hey, entscheidungen treffen/sich an sie binden (bis anders entschieden wurd ;-) ) ist nicht wenig, oder?

lg

Oberham 07.10.2013 | 13:27

... meine Hilflosigkeit drückt sich in der Tat, in der Aggressivität aus - ich bin mir wohl bewußt, dass meine Kommentare keine neuen Erkenntnisse liefern, immer nur in jenen Wunden bohren, die ich eben so empfinde.

Man kann als Musterbeispiel die 68er heranziehen, die sogar praktische Versuche in relativ großer Zahl gestartet hatten - eine Dekade später, kroch der Großteil von Ihnen unter die Decke des Mainstream und exekutierte jene Prozesse, die sie vorher zutiefst verabscheuten - eben - aus vermeintlichem Pragmatismus heraus.

Ich komm mir vor wie ein Wesen in einem Aquarium, ich plärre wie irre, bin vielleicht irre, doch ich seh wie die Bude brennt und niemand hat Lust sie zu löschen.

Es scheint in der Tat so, entweder springt man in das kühle Nass und ist weg - oder man bleibt im Feuer und brennt mit ab - geistig, moralisch und seelisch.

Irgendwann fängt das Wasser wohl auch zu kochen an, dann gibts keinen Fluchtpunkt mehr.

Übrigens, ich denke hier sollte man wirklich alles was man so denkt einstellen, mir gefallen emotionale Triaden besser, als das pseudo-reflektierte Gequake, das ist mindestens so monoton und uniform - wenn nicht gar schlimmer.

Die Fakten liegen seit Dekaden offen auf dem Tisch, was verborgen bleibt - ist doch noch viel furchtbarer, doch das Sichtbare genügt wirklich völlig, um selber mal an eine Richtungsänderung zu denken - ja - und ich unterstelle den meisten hier - sie würden nichts lieber tun, als sich mal neu zu orientieren.

Ich blogge eh nicht mehr - und kommentiere nur, gerade aus dem Grund, da ich nichts Neues mehr zu sagen habe und immer den gleichen Frustschrei loslasse.

Man könnte - angefangen bei der Plastikflasche voll "Mineralwasser" - bis hin zu Atomkraftwerken sekündlich ein Steinchen im Mosaik unseres täglichen Wahnsinns in die Finger nehmen und vor Wut verbal zerreissen - ich versuch es in meinem täglichen Leben zu praktizieren - man kann dem Wahnsinn großteils aus dem Weg gehen - es ist gar nicht so schwer.

Würden wir das tun, würde sich auch global einiges ändern - ich bin überzeugt zum Besseren.

ebertus 07.10.2013 | 13:45

Das wollte ich nicht nur verstehen, das nehme, ja sauge ich auf...

Ja, so ein West-Berliner 68er bin ich auch ein Stück weit, wurde dann ebenfalls "vom System" determiniert, das Richtige zu wissen, zu tun. Insofern spricht auch nichts gegen die behüteten Biildungsbürgerkinder; sie müssen ja nicht gleich eine neue RAF gründen...

Andererseits heute, mich ohne existentielle Not nur noch vor den Ärzten krumm machen zu müssen, so denke ich manchmal über ein wohl perspektivisch notwendiges BGE nach, führt dies zurück hier zum Blogthema. Denn nur bei einem total anderen Verständnis von Gesellschaft, von menschlicher Existenz wäre dieses "Problem" namens Asyl etc. möglicherweise lösbar.

Unter dem aktuellen Paradigma einer postindustriellen und dennoch der Akkumulation von Mehrwert (für Wenige) sklavisch verpflichteten Gesellschaftform scheint dies jedoch unmöglich.

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Ehemaliger Nutzer 07.10.2013 | 14:23

Ich denke nicht, dass man Oberham mit einem BGE besänftigen könnte, soll doch dieses BGE an jeden Bürger des Landes gezahlt werden, also auch an jedes Baby, jeden Schüler, jeden fremdbestimmt Arbeitenden, jeden selbständigen Unternehmer, jeden Politiker und natürlich jeden Rentner.

Immer völlig unabhängig ob sie andere Einkommen haben oder nicht, also zusätzlich zu dem, was sie jetzt schon haben.

Einzig bei den Menschen mit ALG II ist bislang unklar, ob sie das BGE zusätzlich, oder anstelle des ALG II erhalten sollen.

Also würde im letzteren möglichen Fall das materielle Gefälle zwischen den "Oberhams" (nicht persönlich gemeint) und den von ihm Kritisierten, größer, statt kleiner, was auf den Status quo sicher keinen Fortschitt bedeutete, und die Kritik von Oberham eher befeuerte.

Oder glaubst Du im Ernst, dass dadurch die Bereitschaft der privaten Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden signifikant stiege?

Abgesehen davon dürfte das BGE in dieser (bedingungslosen) Form eine nicht finanzierbare und damit symbolhafte Monstranz bleiben, die von selbsternannten Linken und gesättigten Alt-68igern gerne in Alibifunktion solange vor sich her getragen wird, bis auch der Letzte nicht mehr daran glaubt.

Oberham 07.10.2013 | 15:12

Denn nur bei einem total anderen Verständnis von Gesellschaft, von menschlicher Existenz wäre dieses "Problem" namens Asyl etc. möglicherweise lösbar.

In der Tat, so sehe ich das auch, daher bin ich im Aquarium - im Übrigen sind die Paradigmen einer solchen anderen Gesellschaft in unserem sozialen Wesen verankert - leider wurden sie über die Jahrtausende von anderen Eigenschaften überlagert und verdrängt.

Aus dem sozialen Wesen wurde ein psychopathisches Monstrum - so sehr bei manchen auch die sozialen Aspekte wirken mögen - er ist damit nur ein Heiler des Wahnsinns, so wird die Güte in unserer Art zum Kathalysator, der dem Verbrechen Bahn bricht und es schmiert - so paradox das klingen mag.

Oberham 07.10.2013 | 15:20

In der Tat, so wie derzeit das BGE propagiert wird, ist es schlicht eine Monstranz der Arroganz, sie entlarvt die Befürworter als einen elitären Haufen, der sich auf einer Insel der Seeligen wähnt.

Wenn man über Verteilungspolitk spircht, dann sind alle Theorien, die eine maximal vorgegebene Ungleichheit propagieren die zielführendsten Ansätze - aber nicht 1:20 sondern bestenfalls 1:10!

Meiner Meinung nach, würde weder Motivation noch Problemlösungsfähigkeit der Menschheit dadurch beeinträchtigt.

Die Mähr vom Manager, der zig Millionen verdienen muss, da er sonst woanders anheuert und man keinen fähigen Leute fände - sie entlarvt uns doch als minderwertigkeitskomplexbeladene Masse!

Solange Menschen auf dieser Welt des Überflusses verhungern, hab ich keinen Bock auf Pary!

Das sag ich, das plarr ich raus, und ich spuck jenen verbal in die Suppe, die gerne lecker schlürfen, auch wenn ich sie damit bevormunde!

Es juckt sie ohnehin nicht - nur mir tut es gut, wenn ich es tippe - so und jetzt geht es raus, noch scheint die Sonne, die gibt mir eine Wonne, die ich nehmen mag, damit bestehle ich keine anderen Menschen.

Oberham 07.10.2013 | 16:40

Den BG -Theoretikern empfehle ich mal über gerechte Recourcennutzung nachzudenken.

Eine gerechte Gesellschaft muß sich mäßigen, das ist ein schlichtes Prinzip der Natur, wir sind schlichter Bestandteil dieser Natur.

Solange man es einzelnen Menschen erlaubt ein unbegrenztes Maß an Recourcen für sich zu beanspruchen, ohne Rücksicht auf die Natur zu nehmen, solange müssen wir nicht über ein BG reden.

Sobald man ein sinnvolles Maximum für ein Individuum definiert hat, kann man über eine Minimum sprechen, das jeder erhält, global - und zwar nicht in Geld, sondern in RE´s Ressourseneinheiten.

Dabei werden die RE´s die in der Region für öffentliche, vergemeinschaftete Einrichtungen und Dienste benötigt werden angerechnet - sowohl beim Minimum als auch in entprechendem Verhältnis - beim Maximum.

In dieser Bandbreite kann sich dann die Verteilungsungleichheit bewegen.

Desto mehr einer für sich an RE´s beansprucht, desto mehr wird ihm der öffentliche Anteil zugerechnet - sprich wer doppelt soviel wie das Minimum beansprucht - der muss sich auch das Doppelte für das Allgemeinwohl anrechnen lassen.

Schlicht gesagt 1 RE ist das MInimum davon 0,1 RE für die öffentlichen Strukturen -

10 RE sind das Maximum - davon 1 RE öffentlich.

Die regionale Typisierung, ergibt sich dann wie diese Bandbreiten genutzt werden, wie die Vereilungskurve innert dieser Bandbreite verläuft und welchen öffentlichen Anteil die jeweilige Region beschließt.

Dabei sollten relativ kleine Regionen autark ihre RE Verteilungspolitik bestimmen können - ohne Regierungsapparate und Verwaltungsapparate, man müsste lediglich die Transformationskurve auf die globale Welt adjustieren und sie entsprechend regionalisieren.

Diese Aufgabe könnten Ressoursenevaluierungsteams erledigen - das wäre die einzige notwendige Bürokratie.

Der ganze Rest spielte sich in demokratischen Strukturen ab, die Menschen in den Regionen würden durch schlichte Volksabstimmungen die öffentlichen Anteile definieren und entsprechend umsetzen - ansonsten würden freie Wirtschaftsstrukturen in eingener Verantwortung maximal effiziente Ressourcenökonomie praktizieren.

So sähe meine Welt aus.

.... ich bin überzeugt - die Motivation ein maximal mögliches Niveau mit gegebenen Mitteln zu schaffen - für alle - da ja der sogenannte Leistungsträger immer auch profitiert, steigt das Niveau - er darf ja das zehnfache des Minimums bekommen.

Wir könnten längst eine Welt ohne Hunger, mit einer mindestens genauso hohen Individualmobilität, mindestens gelichwertigem Versorgungsniveau in Sachen Gesundheit und Kultur, mindestens ebenso hoher Individualitätsbandbreite wie in Europa - weltweit darstellen, bei einem Ressourcenverbrauch, der wohl weniger als die Hälfte des derzeitigen betrüge.

Sagen wir - bei einem Ökofußabdruck von Eins - für 8 Milliarden Menschen.

Nur - es gäbe keine Milliardäre, keinen Privaten Airbus A 380 für einen Scheich, keine 100 Meter Luxusyachten für eine Privatperson, keine Armeen, keine Jursiten, keine Steuerberater, keine Regierungsapparate, keine Geheimdienste, keine Krankenindustrie, keine sinnlose Konsumgüterpsychosen, keine, keine, keine.....

Es wäre schlicht die Vernunft die regierte - und die haben alle Menschen gleichermaßen, sobald sie in einer Welt leben, in der nicht der Wahnsinn regiert!

Sorry - so einfach wäre es, würde man schlicht nach dem Prinzip der Natur leben.

Leider glaubt die herrschende Klasse, sie stünde darüber - leider trotten wir - die Massen - dieser Herrschaftsschicht treudämlichdebil hinterher - obwohl wir alle wissen, es ist grundfalsch - oder?

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Ehemaliger Nutzer 07.10.2013 | 17:20

danke für die geschilderte interessante neue Weltordnung.

Es klingt so, dass Sie sich schon sehr lange damit beschäftigt haben, so weit ausgearbeitet wie es bei mir ankommt.

Interessant, dass sie "den Zehnt" eingebaut habe, was das einzige mir bekannte Maß in dem Gedankenspiel ist.

Recourceneinheiten als Währung ist ein faszienierender Gedanke, der zugleich weltweite Börsenspekulation verunmöglichen würde, ein wichtiger Punkt, der in Ihrer Aufzählung fehlt.

Ich fürchte jedoch, dass die Besitzenden zu verhindern wissen, dass solche Pläne Anwendung finden. Dazu müsste es einen weltweiten Neuanfang geben, in dem es keine materiellen Ungleichgewichte zwischen den Menschen gibt und somit alle sich ohne Not der neuen Weltordnung unterwerfen könnten.

Ein toller, aber auch ein "frommer" Wunsch.

Oberham 07.10.2013 | 19:08

.... ich lebe jedenfalls meine Resourcenparität - solange Menschen verhungern hab ich keine Lust auf Party - wo ich auftauche werde ich seit Jahren zum Stimmungskiller - klar - ich tauch somit auch kaum mehr auf.

Ressourcenparitätisch zu leben bringt aber eine Menge Freude - es ist ein schönes - leider einsames - Leben.

Derzeitige Hauptnahrung - Pflaumen und Walnüsse, Pilze und Löwenzahnblätter, Schnittlauch, Kartoffeln, Petersilie -

Hauptbeschäftigung - Spazierengehen, Essen sammeln, Holz sammeln, Lesen, Kochen, Essen und Trinken, ich bin nicht ganz alleine ;-)....., Sonne genießen wenn sie scheint, kuscheliges Bett genießen, wenn es draußen ungemütlich ist.

Kollaboration - dies Getippe, Musik aus der Konserve, ein 40 Jahre alter Plattenspieler - (ich mag Musik lieber von der Platte).......

Gerade Pflaumenmarmelade eingekocht, jetzt gehts noch aufs Rad - eine Runde durch den Wald und der Rucksack wird beim heimfahren weider voll Holz sein ;-)....

Abends riecht das Feuer gut, (klar CO2 Bilanz kann man mir um die Ohren knallen, nur - wenn ich die Logistikverschmutzung für eine moderne Öl-Heizung, Erdgasheizung etc. einrechne ist mein Kachelofen wahrscheinlich nicht schlechter - vor allem ich heize keine zig Dutzend m³ auf, sondern nur die Küche und die Stube.

Das einfache Leben ist für mich die Lösung - ich wäre in meinem Bandbreitenmodell auch ganz Unten angesiedelt, würde es funktionieren, das materialistische Syndrom konnte ich dekonditionieren, natürlich hat es mich als Kind und Jugendlicher auch voll erwischt - doch dies Theorie von den Ressourceneinheiten habe ich schon im Gymi in der 12. Klasse in meiner Facharbeit aufgestellt - im Fach Sozialkunde.

Inspiriert hat mich das Ehepaar Meadows mit ihrer Studie "die Grenzen des Wachstums" und Leopold Kohr "breakdown of nations", Letzterer plädierte schon seit der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts für lokale Strukturen und globale Synergie nur dort wo es Sinn macht - gegen den Moloch des Weltstaats, Erstere brachten 72 den Gedanken von der Endlichkeit der Ressourcen und dem Irrsinn grenzenlosen Wachstums auf den Punkt - sie lagen mit ihren Prognosen aus heutiger Sicht schon sehr gut -

Träumen darf man ja noch ungestraft, ich träum tatsächlich davon, dass plötzlich die Leute anfangen zu kapieren, würde es eine täglich Verdoppelung der Einsicht geben (sorry - wer glaubt wir schaffen es - wenn wir weiter machen wie gewohnt - der ist wohl auf dem Holzweg) - Kohr ist schon in den 90ern gestorben, Donella Meadows starb 01, ich wohl so in den 30ern - vielleicht 40ern, ich werde noch erleben, wie in Europa extreme Armut und völlige Unfreiheit einkehren - davon bin ich überzeugt -

Ich bin kein Misantrop, daher werde ich traurig sein, es besteht heute schon genug Grund für Traurigkeit, natürlich - auch die Möglichkeit glücklich zu sein.

Mein Lebensart macht mich glücklich, die Unfähigkeit anderen meinen Weg vermitteln zu können, tut heute nicht mehr weh.

Aber wie gesagt, der gemeine Mitteleuropäer ist noch nicht einmal bereit auf Mineralwasser in Plastikflaschen zu verzichten - doch das PCB in seinem Körper straft nicht wenige von diesen Ignoranten durch einen netten Zellenwildwuchs - die Trauer ist dann immer groß, wenn Eltern in den besten Jahren am Krebs verrecken.

Mir ist es schleierhaft, warum die Menschen so träge sind - ich kann den Gründe nicht nachvollziehen.

Ich kann nicht verstehen, wie Menschen für Geld ihr Leben wegwerfen, nur damit sie sich unnötige Dinge kaufen können.

Wahrscheinlich bin ich schlicht einer der wenigen Irren, die den parasitären Zweck des Menschseins nicht durchblicken, die nicht checken, dass unsere Spezies schlicht den Zweck einer evolutionären Umprogrammierung des Planeten hat, vielleicht erleben wir ja sogar die Klimax dieses Prozesses - absehbar ist sie allemal.

Unter diesem Aspekt kann jeder hemmungslos und maximal eigennützig agieren, er dient ja dem Wesen seiner Spezies.

So what - wärend ich dies schrieb verhungerten etwa 500 Menschen (10 Minuten) - "etablierte" Statistiken würden nur auf ca. 350 verweisen - wow - sind doch schon viel weniger - aber es wurden ja auch in Summe knapp 1600 Menschen mehr, die ihr Elend bewußt ableben dürfen - ach ja - einer davon wird ein "schönes" Maximalkonsumleben führen - der Gipfel im Arsenal des Haufens.

Dafür geht der Sonne in x Mrd Jahren der Saft aus.

Also - vor Lampedusa mögen noch tausende ersaufen, ist ja nur ein Gesprächsthema, eine kleine Axonenreizung im Hirn des reflektierten Weltbürgers, nur die Ersoffenen, die hatten ein intensives Ende.

Vielleicht sollte ich hoffen, man möge noch intensiver Konsumieren, dort wo man die Kaufkraft konzentriert und die Konsummenschen konzentriert, vielleicht sollte ich wirklich einfach das Laptop für immer zuschlagen und mir die Fingerkuppen nicht mehr am Plastik reiben - eine Holz - oder Hanftastatur kann ich mir nicht leisten.

Gesünder wäre es - insgeheim hoffe ich immer man haut mich hier - ob meiner unflätigen Schimpforgien endlich mal raus - aus der "FC" - das wäre wenigstens ein würdiger Abgang.

Den Gefallen tun sie mir leider nicht - na ja - ich find schon noch die Éinsicht, dass es genausogut ein Blatt, ein Bleistift und eine feste Unterlage tun..... - das Blatt kann ich dann immer zum Anheizen des Feuers verwenden, es wäre wirksamer, gesünder und wohl auch wahrhaftiger.

In diesem Sinne noch einen schönen Abend und eine friedliche Woche.

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Ehemaliger Nutzer 07.10.2013 | 19:36

ganz ehrlich? Ihre Erzählungen faszinieren mich, ich finde sie großartig und würde gerne mehr davon hören.

Vermutlich wird "die Dame" Ihnen bald das Wort entziehen, weil OT und so. Noch bedauerlicher fände ich den wahrscheinlich eher kokett gewünschten Bann aus der FC.

Insofern würde ich mir ein eigenes Blog von Ihnen wünschen, in dem Sie noch mehr von sich und diesem so "anderen" Leben berichten, das offensichtlich zukunftsträchtiger ist, als das, was die meisten von uns leben, nur Mut, ich würde mich freuen, und sicher noch ein paar andere mehr.

Oberham 07.10.2013 | 20:42

Von den Ersoffenen vor Lampedusa, über die Fischer die in den Knast gesperrt werden, so sie Leben retten, bis hin zur Ressourceneinheit zieht sich ein roter Faden - das ist nicht OT.

Die Afrikaner ersaufen, damit es einen Buffet geben kann, die Fischer kommen in den Knast, damit sie lernen zu gehorchen, die Ressourceneinheit wird es niemals geben, da die Menschen einen Buffet mehr verehren, als einen ersoffenen Afrikaner, der ihnen sowas von scheissegal ist, als einen mutigen Fischer, den sie sofort nachdem das Schloss in den Riegel gefallen ist, auch in der Nachbarschaft vergessen, als eine Ressourceneinheit, von der sie wohl Angst hätten, würde sie beschnitten, zuwenig für sich erhaschen zu können.

Meine Verallgemeinerungen dienen der Provokation, mir ist sehr wohl bewußt, dass auch andere Menschen Opfer bringen, den Irrsinn völlig klar vor Augen haben, die ertrunkenen betrauern und eine tiefe ohnmächtige Wut ob der Dinge empfinden - trotzdem beziehe ich sie mit ein, da die meisten von ihnen morgen um Acht zur Arbeit rennen werden - jede Kröte die man ihnen vorsetzt schlucken werden, ducken werden, funktionieren werden und somit sich selbst entwürdigen werden.

Ich hab hier ja ein paar Sachen - und unter Eremit Oberham (googeln) gibts auch ne Menge zu lesen.

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Ehemaliger Nutzer 08.10.2013 | 14:08

@Oberham

Meine Verallgemeinerungen dienen der Provokation, mir ist sehr wohl bewußt, dass auch andere Menschen Opfer bringen, den Irrsinn völlig klar vor Augen haben, die ertrunkenen betrauern und eine tiefe ohnmächtige Wut ob der Dinge empfinden - trotzdem beziehe ich sie mit ein, da die meisten von ihnen morgen um Acht zur Arbeit rennen werden - jede Kröte die man ihnen vorsetzt schlucken werden, ducken werden, funktionieren werden und somit sich selbst entwürdigen werden.

"Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner." (Luk. 18,11)

Ciao

Wolfram

kami 08.10.2013 | 16:26

Tatsächlich ist es in unserer gegenwärtigen Gesellschaft verpönt, dass die Starken den Schwachen helfen. Das erstreckt sich auf alle Bereiche und zeigt in diesem Flüchlingsdrama seine grausamste Fratze. Wenn man die Foren-Beiträge auf ZEIT-Online zum Thema Flüchlinge durchgeht, bekommt man eine Vorstellung davon, wie sehr der Gedanke an Mitverantwortung oder gar Hilfeleistung als Zumutung erfahren wird. Die Politiker handeln in dieser Hinsicht demokratisch im Sinne der Mehrheit der Bürger.

Rufus T. Firefly 08.10.2013 | 17:18

Wenn man die Foren-Beiträge auf ZEIT-Online zum Thema Flüchlinge durchgeht, bekommt man eine Vorstellung davon, wie sehr der Gedanke an Mitverantwortung oder gar Hilfeleistung als Zumutung erfahren wird. Die Politiker handeln in dieser Hinsicht demokratisch im Sinne der Mehrheit der Bürger.

Diese Wahrnehmung kann ich nur bestätigen, auf taz.de und anderen Seiten sieht es leider ähnlich aus. Daraus allerdings zu schließen, dass unsere Politiker in dieser Hinsicht demokratisch im Sinne der Mehrheit der Bürger handeln, halte ich für gewagt.

Die Quantität der vertretenden Meinungen im deutschsprachigen Netz ist nicht representativ für die Meinung der dt. Bürger. Abgesehen davon, dass nicht längst jeder seine Meinung kundtut, gibt es ja auch noch Manipulationsmöglichkeiten, also das Vortäuschen einer vorherrschenden Meinung.

Natürlich ist es möglich, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sich in Bezug auf das Thema von unseren Politikern gut vertreten fühlt, aber die Häufigkeit der vertretenden Meinungen in Foren und Kommentarspalten kann darüber nicht zwangsweise Auskunft geben.

Gruß, RTF

kami 08.10.2013 | 17:42

Stimmt schon, was die Mehrheit wirklich denkt, lässt sich naturgemäß nicht feststellen. Aber ich denke schon, dass sich unser Innenminister im Einverständnis mit dem größeren Teil der Bevölkerung wähnt.

Ich finde es gar nicht so einfach zu entscheiden, ob die Politiker sich dabei von Volkes Meinung führen lassen, oder ob sie dem Volk ihre eigene Haltung als einzig vernünftige unterjubeln.

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Ehemaliger Nutzer 08.10.2013 | 18:46

Zunächst wäre eine umfassende Aufklärung "der Bevölkerung" Bedingung, denn "die Mehrheit" hat nicht die geringste Ahnung, was in den Menschen vorgeht, die auf lebensgefährliche Weise ihre Heimat verlassen, um in eine für sie völlig unbekannte Welt zu fliehen.

Den Mut muss ein Mensch erst einmal haben. Ich glaube, niemand von uns wäre bereit dazu.

Mit den notwendigen Informationen dürfte es wesentlich leichter sein, eine zielführende Politik zu installieren, die den Flüchtlingen und Asylanten ein relativ humanes Leben ermöglichen könnte.

Für Oberham gäbe es dann viel zu tun, denn bei diesem Neuanfang könnte auch das Prinzip von Ressourcenparität eingehalten werden.

Rufus T. Firefly 08.10.2013 | 20:49

Aber ich denke schon, dass sich unser Innenminister im Einverständnis mit dem größeren Teil der Bevölkerung wähnt.

Worin sich unserer Innenminister wähnt ist ja nicht mal zweitrangig. Durch einen großen Bezug zur Realität hat sich Hans-Peter bisher ja nicht ausgezeichnet, ganz im Gegenteil... ;-) O.K., ich habs mit Absicht falsch gelesen. Also, ich hoffe Sie irren sich. Aber zugegeben, diesbezüglich ist der Wunsch Vater des Gedankens.

Ich finde es gar nicht so einfach zu entscheiden, ob die Politiker sich dabei von Volkes Meinung führen lassen, oder ob sie dem Volk ihre eigene Haltung als einzig vernünftige unterjubeln.

Die Medien sind an der Meinungsbildung wesentlich beteiligt. Wenn man sich anschaut, wem in Talkshows etc. häufig eine Plattform geboten wird, und wem wenig oder gar nicht, dann ist das doch vielleicht ein Hinweis darauf , dass die Politik dem Bürger eine Meinung generiert, die dieser unkritisch übernehmen kann. Da werden dann häufig z.B. Partikularinteressen als Gemeinwohl und alternativlos verkauft. Und einige Menschen nehmens dankend an. Wobei natürlich vorab auch gewisse Meinungstendenzen bei der Bevölkerung vorhanden sein müssen. Also die Politik vorhandene Tendenzen aufgreift, um Sie für sich in die richtige Bahnen zu lenken und zu ihrem Vorteil zu nutzen. Oder mal ich es jetzt zu schwarz? Ich fürchte nein.

Schönen Abend noch, RTF

Joachim Petrick 08.10.2013 | 21:38

"mit militärischen Mitteln nebst Kriminalisierung der Seenotrettung...."
Das ist der Punkt, der u. a. gestern in der "hart aber fair" Sendung von der CDU Europaabgeordneten Elmar Brok als gast immer wieder mit ausgesucht ablenekenden fragestellungen überlagert wurde-
Dazu mein freigeschalteter Kommentar zu der Sendung:
"hart aber fair " 7.10.2013, 21.00 Uhr ,
07.10.2013 22:00 UhrJoachim Petrick
Elmar Broks "Selbstanzeige":
Wir müssen auch über Verantwortung von afrikanischen Regierungen reden".
Heißt das, dass die unterlassene Hilfeleistung vor Lampedusa mit Vorsatz geschieht, um afrikanische Regierungen zum Handeln zu zwingen?
Bundespräsident Joachim Gauck spricht von unterlassene Hilfeleistung vor Lampedusa, reist aber nicht dorthin. Das finde ich empörend!

dazu siehe:


http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/2274892/
04.10.2013 · 12:10 Uhr

dame.von.welt 09.10.2013 | 12:39

Ich habe leider keine Zeit, um auf alle Beiträge in ihnen gebührender Form einzugehen, möchte aber alle darum bitten, die Diskussion ein bißchen enger am Thema zu führen (ggbfs eigene Blogs zu anderen Anliegen zu schreiben). Das Thema hier ist nicht BGE, Alt-68er, Privatasyl, Nutzerbeschimpfung, sondern strukturelle Rechtsbrüche von Frontex, sekundiert von Medien, die sie verschweigen, das Leid von Flüchtlingen nicht zum Thema machen, sondern bereitwillig den 'Das Boot ist voll'-Parolen und der Frontex-Image-Kosmetik folgen.

@Oberham

Ihren Weg des bescheidenen Eremitendaseins und der achtsamen Ressourcennutzung halte ich für einen äußerst respektablen, Ihre Schuldzuweisungen und Beschimpfungen an alle, die ihn nicht beschreiten wollen oder können, nicht. Vermutlich haben ziemlich viele hier Erfahrungen mit Versuchen des vorgeblich einfachen Lebens gesammelt - ich für meinen Teil in Südspanien mit u.a. der Erkenntnis, daß Arbeiten wie Holzsammeln, Lebensmittel konservieren, Trinkwasser organisieren, Garten pflegen etc.etc. sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, die mir zu wenig Zeit für meinen Beruf läßt. Um den immensen und nicht mal ein bißchen selbstverständlichen Luxus, gesetzlich garantiertes Trinkwasser aus dem Hahn zur Verfügung zu haben, weiß ich nach x Aufenthalten in anderen Ländern, das weiß jeder, der auch bloß bis Italien kam. Um zum Thema zurück zu rudern: ich kann nicht erkennen, daß ein Dasein als Aussteiger etwas gegen die Flüchtlingsabwehr der EU und gegen die Rechtsbrüche von Frontex ausrichtet.

@alles oder nichts

Ihre Unterstellungen sparen Sie sich in Zukunft bitte, danke.

@Jana, Ebertus, ed2m ->DU-Munition

Nur am Rande, da als 'nur' einer unter Fantastilliarden von Fluchtgründen ziemlich weit vom Thema hier entfernt: die Diskussion in Deutschland wurde durch den von Scharping eingesetzten Arbeitsstab Dr. Sommer (aka Herausgeber von Die Zeit), sekundiert vom damaligen 'Wissenschaftsjournalisten' Gero von Randow (klick, klack) medial beendet, während der xfach mit Preisen überhäufte Frieder Wagner bis heute keinen Verleih für seinen Film 'Deadly Dust' finden konnte (der versehentlich ein einziges Mal in den Öffentlich-Rechtlichen lief), eine knappe Zusammenfassung hier.

Bedeutsam erscheint mir das in diesem Zusammenhang, weil unsere Medien sich zum Thema Flüchtlingsabwehr/Frontex-Rechtsbrüche in sehr ähnlicher Weise instrumentalisieren lassen/Meinung + Politik machen (hier eine Zusammenfassung journalistischer Meinungsmache) und die allgemeine Aufmerksamkeitsökonomie angesichts von >300 Flüchtlingen, die durch die Praxis von Frontex/Küstenwachen 500m vor der Küste ertranken, etwa 1-3 Tage der Betroffenheitsbekundungen - nicht aber eine grundlegend andere Umgangsweise mit Flüchtlingen nach und in Europa ermöglicht.

@Jana

Natürlich nervt der Bierdel. Schließlich läßt er ein ganz klein bißchen Wahrheitshaltigkeit unterhalb der medial sekundierten Frontex-Image-Pflege bei der Flüchtlingsabwehr durchblitzen. (z.B. der absichtvoll veröffentlichten Frontexzahl von 180 Ertrunkenen im Mittelmeer in, ich glaube, 2011 - das waren nur die, bei denen Deutsche bei der Bergung dabei waren, ein bildschöner Manipulationsversuch - während der italienische Flüchtlingsrat für den gleichen Zeitraum von >2000 Ertrunkenen allein im Kanal von Sizilien spricht). Es geht hier aber nicht darum, ob der Bierdel sympathisch ja/nein ist (mir z.B. ist er unsympathisch - mein Eindruck: eitel), sondern, ob er glaubwürdig ist.

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Ehemaliger Nutzer 09.10.2013 | 12:53

es gab viel (neues für mich, va die technischen details zu "kriegsschiffe", überhaupt zum vermögen von egalwelchschiff auf "hoher see" bzw im küstenbereich) zu erfahren, daher , n bissel spät, ich weiß: dange für diese videos... + "deadly dust" hat auchn paar schwachstellen... ich schau mir eben zumeist an, was die leuts verlinken ;-) ...unabhängig von schwächen allenorts bitte verlinken, was so -va auch- im tv auch läuft, bzw in der tube daraufhin zu erspähen ist...zwecks ohn-tv)

lg

Der Kommentar wurde versteckt
Oberham 10.10.2013 | 14:14

Sorry, das einfache Leben ist die einzige Form von Widerstand die uns bleibt - doch wie sie schreiben, sie sehen keine Zusammenhänge in diesem Spektrum - ich hab sie x-hundertfach hier aufgedröselt, seit zwei Jahren - nur diese Einsicht ist für 99,99 % der Menschen schlicht nicht akzeptabel, da sie ja alles in Frage stellt.

Ergo, steckt man den Kopf in den Sand und macht einfach weiter wie gehabt.

Mein Beruf ist Überleben ohne anderen zu schaden - klar, bleibt mir da keine Zeit noch andere Berufe auszuüben, es ist ein Vollzeitjob!

Das ist wie mit all den Professoren, die kluge Büche über die Gesellschaft schreiben, selber aber vor lauter publizieren, reisen und dozieren auf die Hilfe der arbeitenden Menschen angewiesen sind, um zu überleben.

Im Übrigen, wär es noch erlaubt - hätt ich einen eigenen Brunnen!

.... ich hab mich hier schon oft genug selber der teilweisen Kollaboration angeklagt - nur ich bring mich nicht um, ich schau euch lieber zu - und mein Leben ist eben nicht ursächlich für die Zustände der Welt, eben auch die Ertinkenden im Mittelmeer, - es ist Eures - wären sie in Spanien geblieben, hätten sie Überleben als Profession weiter betrieben, wer weiß, hätten sie es aus Einsicht getan, wären sie wohl nicht minder glücklich, als sie es jetzt - hoffentlich - sind - doch nun, was sind sie nun?

Ein Mensch, der glaubt, unsere Lebensweise sei akzeptabel?

Lethe 10.10.2013 | 17:40

Machen wir uns nichts vor: Der Faschismus hat gewonnen in Europa. Vermutlich auch anderswo, aber das tröstet nicht. Und es wird keine effektive Gegenwehr mehr geben, weil seine Protagonisten es verstanden haben, ihn derart mit politischen und gesellschaftlichen Strukturen zu verknüpfen, dass jede ernst zu nehmende Gegenwehr als Verstoß gegen das staatliche Gewaltmonopol aufgefasst werden wird. Und die Menschen sind feige geworden, in ihren Wohlstandsinseln, ich nehme mich nicht aus.

Lasst uns dahin dämmern.

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Ehemaliger Nutzer 10.10.2013 | 18:03

hätten Sie Egoismus statt Faschismus, könnte ich dem Kommentar zustimmen, so allerdings nicht.

Ich kann auch den Fatalismus nicht gut heißen, zu dem Sie da aufrufen, das Gegenteil ist von Nöten.

Statt mit konfrontativer Informationspolitik den Boden für ein Umdenken in den Köpfen der "satten" EU-Bürger zu bereiten, wollen Sie den Status quo betonieren?

Das soll "linke" Denke sein? Na dann armes Europa!

Lethe 10.10.2013 | 18:46

Es war mir schon klar, Alles oder Nichts, dass ein derartiger Kommentar in einem irgendwie linken Forum nicht unkommentiert stehen bleiben würde. Ich lasse mich auch jederzeit gerne von den Fakten - Faktum != Proklamation - widerlegen und werde mit Vergnügen - und dem Eingeständnis meiner falschen Einschätzung - beobachten, wie die Bürger aufgrund "konfrontativer Informationspolitik" das Umdenken lernen werden. Vorwärts! Es wird alles immer noch besser werden! Wie schon seit 10000 Jahren. Ist es nicht herrlich, in welch wunderbarer Welt wir dank unserer koodinierten, konfrontativen Bemühungen leben?

Nur dass ich den status quo zementiere, die Unterstellung verbitte ich mir^^

dame.von.welt 11.10.2013 | 00:25

@Oberham

Bitte realisieren Sie, daß andere zu anderen Schlüssen kommen als Sie. Ihre Schlüsse/Konsequenzen mögen für Sie genau passen, für mich passen sie nicht. Ihren Doppelpost habe ich eingeklappt.

@alles oder nichts

Erneut: bitte sparen Sie sich Ihre Unterstellungen.

@Rechercheuse

Danke für die Verlinkung der Petition

@Lethe

Daß ich Ihrem Pessimismus zustimme, kommt nicht oft vor. Ich fürchte, Sie haben recht: der Faschismus hat gewonnen, in seiner Ausprägung reich gegen arm und mit dem Mittel von 'Teile und herrsche!' Ob das nun Anlaß zum dahindämmern bietet, lasse ich mal dahingestellt.

Oberham 11.10.2013 | 10:59

... ich realisiere es, sonst wäre ja die Welt eine andere, ich muss es auch akzeptieren, doch bitte - verzeihen sie mir, wenn ich immer wieder versuche Euch aufzurütteln, Euch verbal an den Schultern packe und rüttle, hilflos rüttle und - ja - anschreie.

Ich danke Ihnen, dass sie schlicht diese Versuche mit höflicher Sachlichkeit abschmettern, - glauben sie mir - gerne würde ich auf meine Pamphlete verzichten, - hier versagt meine Vernunft - hier kommt schlicht mein Bauchgefühl hervor und so lasse ich den Druck über meine Fingerkuppen ab.

Im Übrigen - meine Schlüsse - ach - das sind doch jahrtausendealte Schlüsse - im Grunde ist es doch die ethische Grundformel die sich die Menschen auf ihre Moral geschrieben haben - immer und überall - nur - leider haben sich die herrschenden nie an sie gehalten und die beherrschten Menschen somit überwiegend ebenso wenig.

Gäbe es nicht im System eine große Zahl von ehernen, gütigen und selbstlosen Alltruisten und sozialen Wesen, die Menschheit wäre längst aus dem Artenpool entfleucht.

Ihnen ein schönes Wochenende, (ach ja - und Danke für die Berichte - die lese ich immer gerne - da sie zumindest den Finger in die Wunden legen.... - ohne Ausflucht, nur eben leider - in meinen Augen - gefangen im Pragmatismus einer vermeintlichen Vernunft (sie werden meine als vermeintlich ansehen.....).

dame.von.welt 11.10.2013 | 15:59

Wie käme ich denn dazu, Ihre Vernunft als vermeintlich anzusehen? Bitte erlauben Sie mir und anderen trotzdem, zu anderen Schlüssen, Konsequenzen und Herauslösungen aus dem System der Herrscher und Beherrschten im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten zu kommen und um Diskussion dicht am Thema zu bitten.

Meine höfliche Sachlichkeit hier ist reine Maske, bzw. folgt der Erkenntnis, daß mit Wir-Ihr-Denke, Beschimpfungen und einer Attitüde nah am Pharisäertum kaum jemand zum Durchdenken der eigenen Position zu bewegen ist.

Freundliche Grüße

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Ehemaliger Nutzer 11.10.2013 | 18:11

pessimisten"treffen" in berlin, nahe oranienplatz ?

pessi:

-niedersachsen liegt (noch) nicht in berlin/brandenburg , das "zuviel" der räumlichkeiten im haus hier ist (noch) nicht ausreichend beheizbar (zwecks passable unterkunft) , hartzer können nicht so wirklich finanzielle hilfe leisten

opti:

-hartzer können anbaun und ernten und konservieren sowie frischfrucht so "packen", daß sie n paar wochen hält, hartzer können gar nicht so viel fuddern, wiese...usw... , im haus blieb einiges der vorbesitzer zurück und hartzer haben manchmal recht gutbegüterte verwandtschaft, die ausdauernd klamottenkartons und andre aussortierte marken abladen... masse decken, in-gang-zu-bringende gaskocher (leider keine flasche)... bekäms auto rappelvoll ...

keine ahnung, wie + ob erwünscht/benötigt usw...

da keine pn , mail : 1.9.8.4.J@web.de ?

Rufus T. Firefly 11.10.2013 | 19:45

Nee, nichts offizielles. Habe aber grad noch mal nach anderen Quellen gesucht. Auf ndr.de heißt es, dass die Beamten auf St. Pauli in zivil unterwegs waren, während die Polizei in St. Georg Uniformen trug.Die Mope hat ein Bild, auf dem die so freundlich wirkenden blauen Overalls zu sehen sind, offensichtlich inkl. "Rettungsmehrzweckstock", Schusswaffe und CS-Gas.

Gruß, RTF

Rufus T. Firefly 11.10.2013 | 19:48

Nachtrag:

"Die Flüchtlinge sollten nach Angaben der Innenbehörde noch am Freitagabend wieder freigelassen werden. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, die Flüchtlinge würden ins Untersuchungsgefängnis gebracht, bis die Ausländerbehörde über die Zukunft der Menschen entscheidet. Das sei in diesem Fall jedoch ausnahmsweise nicht so, wie ein Polizeisprecher später korrigierte."

Quelle ndr.de

Lethe 12.10.2013 | 11:50

Ob das nun Anlaß zum dahindämmern bietet, lasse ich mal dahingestellt.

Betrachten Sie die Aussage bitte nicht als Aufruf, sondern als Beschreibung der Situation. Man übersieht gerne, wenn man so agil und dynamisch ist, wie es manche/r Aktionist/in zu sein suggeriert, dass die Masse - dieses Wort benutze ich sehr bewusst - Mensch nichts anderes tut, als unerreichbar dahin zu dämmern. Außerdem bestreite ich nach wie vor, Pessimist zu sein^^ in dieser Zeit neigt der Unterschied zum Realisten aber zugegebenermaßen immer mehr dahin zu schwinden.

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Ehemaliger Nutzer 12.10.2013 | 13:31

ich schau seit febr, 2011 libyen zu, ohne irgendwas "tun" zu können, wenns jetzt hier ginge, nur das bisgen ginge ..... daraus speist sich n irrer aktionismus meinerseits. ich muß irgendwas tun, so blöd das ausschaut (ich weiß), sonst geh ich unter (selbstwahrnehmung derzeit) ... und wenn ich nicht nach libyen konnt, mich (janz körperlich und natürlich doof) entgegenzustellen, so tätsch mich supergern als menschliches schutzschild zur verfügung stellen, hier oder in berlin oder in...naja, da, wohin ich "reisen"/da-sein kann...

können sich die leuts dran belustigen, mir egal...

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Ehemaliger Nutzer 12.10.2013 | 18:21

Es gibt dank Konsum so viele fantastische Möglichkeiten, Neues zu probieren. Auch wachsen weder meine Zigaretten auf den Bäumen, noch habe ich nirgendwo gesehen, dass es iPads zu pflücken gibt.

Wenn Sie die Mineralölgesellschaften berechtigterweise boykottieren möchten, setzt das irgendwie voraus, dass Sie ein Auto Ihr eigen nennen. Und sei es nur, so eins: http://www.teslamotors.com/

Damit könnten Sie nach Straßburg fahren und Italien vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen. Alternativ mit der Bahn. Dass setzt aber auch Geldressourcen voraus. Ebenso wie für einen Anwalt.

Sie sind Teil von allem. Ob Sie wollen oder nicht.

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Ehemaliger Nutzer 12.10.2013 | 18:42

Danke für die Info.

Wiki: "Flüchtlinge aus dem Senegal beschreiben am 05.10.2009 in Report Mainz, wie ihr Boot auf See aufgebracht wurde: „Wir hatten nur noch drei Tage zu fahren, da hat uns ein Polizeischiff aufgehalten. Sie wollten uns kein Wasser geben. Sie haben gedroht, unser Boot zu zerstören, wenn wir nicht sofort umkehren. Wir waren fast verdurstet und hatten auch Leichen an Bord. Trotzdem mussten wir zurück nach Senegal.“ Amnesty International, Pro Asyl und der Evangelische Entwicklungsdienst bestätigen auf Anfrage von Report Mainz übereinstimmend solche Berichte.[32]"

Chef von Frontex ist der Finne Ilkka Laitinen. Damit ist er der Verantwortliche. Oberham? Problem erkannt?

dame.von.welt 12.10.2013 | 18:50

Anschließe mich.

Die EU schaut allerdings schon auch zu, wenn Italien Fischern die Rettung aus Seenot nicht mehr gestattet und den 155 Überlebenden in Lampedusa Geldbußen bis zu 5000€ reindrückt - wegen illegaler Einwanderung.

@Rise against

Das Thema dieses Blogs ist nicht Oberhams Lebensstil.

Zur Kenntnis bringen möchte ich der Gemeinde gern einen Film über Wirtschaftsflucht, auf zwei Ebenen (gefunden bei Rahab, danke). Es geht darin - beispielhaft - um Sambia, Schweiz und Glencore

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Ehemaliger Nutzer 13.10.2013 | 08:38

Nach der Ankündigung noch härterer Flüchtlings-Abwehrmaßnahmen kommen offenbar vermehrt Flüchtlingsboote übers Meer

Es ist anzunehmen, dass die, die die Flüchtlingsabwehrmaßnahmen planen, das wissen - und sich auf einen lange andauernden Konflikt einstellen. Der europäischen Öffentlichkeit jedoch, die durch den Massenertrinkungstod vor Lampeduas aufgeschreckt wurde, ist anscheinend aber noch nicht ganz klar, was auf den Kontinent der Menschenrechte zukommt, wenn von der Abschottungsstrategie kein Abstand genommen wird: zunehmender Gewalteinsatz gegen Wehrlose ohne jede Lösungsperspektive.

http://derstandard.at/1381368404720/Konfliktspirale-vor-Lampedusa

dame.von.welt 13.10.2013 | 09:28

Der absichtsvolle Rechtsbruch europäischer Politiker + das Kalkül von Schleppern mag ein Grund für derzeit viele Boote sein, sicher ist der Krieg in Syrien und der kaum vergangene in Libyen ein weiterer, es ist aber in jedem Spätsommer/Herbst so, daß sich sehr viele Boote auf den Weg machen: wegen relativ stabiler Wetterlage. Das Mittelmeer ist nicht der harmlose Badetümpel, für den ihn Touristen halten, sondern ein gefährliches, da windlaunisches + strömungsreiches Meer.

Danke übrigens für alle links, die Sie zur Diskussion beigesteuert haben.

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Ehemaliger Nutzer 13.10.2013 | 11:07

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Das habe ich einmal in der Schule gelernt. Wenn man sich die Dokumention von Arte ansieht, ist der 1. Artikel unseres Grundgesetztes blanker Hohn. Aussagen des griechischen Polizisten, der im Auftrag von Frontex seinen Dienst macht, wie "Ich mache hier nur meinen Job" sind nicht nur sehr traurig, sondern auch gefährlich.

Dass Griechenland die Flüchtlinge so katastrophal unterbringt: Was hindert die EU daran, eine umgehende Veränderung dieser inhumanen Zustände mit den Zahlungen der Hilfspakete zu verknüpfen?

Über Schily, Friedrich und Schäuble möchte ich mich gar nicht äußern. Wieviel Menschenverachtung ist notwendig, um ein derartiges politische Handeln (Versagen) zu legimentieren?

In dem Beitrag reden die Polizisten öfter von 'Individuen". Soll damit umgangen werden, dass es Menschen sind?

Danke für den Link zur Dokumentation. Was ich dabei nicht verstehe: Warum werden Politiker nicht zur Verantwortung gezogen und verklagt? Ist ihre Immunität ein Freifahrtsschein?

dame.von.welt 13.10.2013 | 12:00

Jaja, der Herr Roger Köppel (a.m.S. von Elias Bierdel sehr zutreffend als 'rechter Schmierfink' bezeichnet) und seine Allianzen, von der Springerpresse über den unvermeidlichen Henryk Modest Broder zu Christoph Blocher und Tito Tettamanti - es ist recht interessant, darüber und über die politische Übernahme der Weltwoche nachzulesen. Interessant sind auch die Personen, denen die Weltwoche eine breite Bühne gibt, z.B. Victor Orban und Avigdor Lieberman und die, deren Kriminalität dort konsequent verschwiegen wird, wie z.B. bei Marc Rich (s.a. Glencore) Sehr lesenswert zur Agenda der Weltwoche ist ein Artikel aus der Schweizer Tageswoche.

Beispielhaft für deren journalistische Mittel ist ein Heft aus dem letzten Jahr, auf dessen Titel das Bild eines Kindes prangt, das mit einer Pistole auf den Betrachter zeigt. Dieses Bild wurde von Livio Mancini im Rahmen des Zyklus The Garbage Gang auf einer Müllhalde im Kosovo fotografiert. Bei der Weltwoche wird daraus die wahrheitswidrige und volksverhetzende Schlagzeile: Die Roma kommen: Raubzüge in der SchweizWeniger Leser? Mehr hetzen!

Bleibt die Frage, warum der saubere Herr Köppel ein so häufig und gern gesehener Gast bei Herrn Plasberg ist. Mich kam ja das erste Kotzen bereits angesichts der Bühnendekoration Sarg mit Rose an.

dame.von.welt 13.10.2013 | 13:40

Warum werden Politiker nicht zur Verantwortung gezogen und verklagt?

Vermutlich, weil sie im Interesse der Glencores dieser Erde handeln und ihre Wähler oft Untertanen mit Eigeninteressen sind.

Ich halte es übrigens für nachgeordnet wichtig, auf Italien, Spanien, Griechenland rumzuhacken, wenn wir in Deutschland an der Quelle in jeder Hinsicht sitzen - von Deutschland ging die Flüchtlingsabwehr vor 20 Jahren aus, von deutschen Politikern wird jede Verbesserung des EU-Standards für Flüchtlinge konsequent blockiert etc.etc. - insofern ist auch Deutschland der Dreh- und Angelpunkt für den überfälligen Paradigmenwechsel.

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Ehemaliger Nutzer 13.10.2013 | 15:25

von Deutschland ging die Flüchtlingsabwehr vor 20 Jahren aus, von deutschen Politikern wird jede Verbesserung des EU-Standards für Flüchtlinge konsequent blockiert etc.etc. - insofern ist auch Deutschland der Dreh- und Angelpunkt für den überfälligen Paradigmenwechsel.

Verstanden. Und nochmal auf die Politiker bezogen: Es dürfte ja wohl kaum ein Problem sein, sie zu einer Unterlassungserklärung zu zwingen, dass ihnen Fraktionszwang bei Androhung von hohen Geldstrafen bzw. Haftstrafen drohen.

Wenn Bundeskanzler a.D. Helmut Kohl einer der wesentlichen Treiber der Festung Europa war, so müsste es doch möglich sein, ihn und die anderen Verantwortlichen aufgrund unterlassener Hilfeleistung anzuklagen. Schäuble und Friedrich mögen noch im Amt sein, Kohl nicht mehr.

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Ehemaliger Nutzer 13.10.2013 | 15:32

dass ihnen Fraktionszwang bei Androhung von hohen Geldstrafen bzw. Haftstrafen drohen.

Na, das probiere ich aber noch mal: Also dass sie mit hohen Geld- bzw. Haftstrafen rechnen müssen, sollten sie ihre Stimme nachweislich aus Fraktionszwang gegeben haben.

Wolfgang Bosbach hat in einem Interview zugegeben, dass er nur deshalb gegen den ESM gestimmt hätte, weil er wusste, dass er nicht mehr für den Bundestag kandidieren würde. Nach der Abstimmung wurde er von vielen Kollegen seiner Partei mehr oder weniger geschnitten.

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Ehemaliger Nutzer 13.10.2013 | 17:48

Glencore

Was hält die Regierung Sambias davon ab, die Kupferminen von Glencore vorübergehend zu verstaatlichen? Solange, bis sie bereit sind, die Gewinne ordnungsgemäß zu versteuern?

Die anfallenden Gewinne werden auf ein Treuhandkonto zum Beispiel der UN oder der EU geparkt und Glencore zurückgegeben, sobald sie einlenken und sich an die Spielregeln halten, die für alle gelten.

Was will die Firma dagegen unterrichten? Nichts. Erst recht nicht, wenn Staaten wie China, Russland, EU, USA und Japan die Aktion mit begleiten.

dame.von.welt 13.10.2013 | 18:26

Sie haben den Film in voller Länge gesehen und verstanden, warum Sambia die Kupferminen an Glencore verkaufen mußte?

Eine Verstaatlichung wäre aus meiner Sicht ein heftiger Rechtsbruch, der fatale Konsequenzen bzgl. anderer möglicher Investitionen und vermutlich auch auf Kreditkonditionen (evtl. auf Kredit-Vergabe) von IWF/Weltbank nähme. Nehmen Sie es mir bitte nicht krumm, aber Ihre Kommentierung erscheint mir ein klein bißchen unüberlegt.

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Ehemaliger Nutzer 13.10.2013 | 21:03

Nehmen Sie es mir bitte nicht krumm, aber Ihre Kommentierung erscheint mir ein klein bißchen unüberlegt.

Kein Problem. Ihre Argumention habe ich natürlich auch bedacht. Sogar noch einen Schritt weiter .... . Was IWF/Weltbank betrifft: Dazu habe ich eine eindeutige Meinung. Es sind m.E. ausschließlich Instrumente, die dazu dienen, ressourcenreiche Länder bewusst arm zu halten. Quasi, wie im Film erwähnt, im Interesse der OECD.

Ohne die Situation in Sambia konkret zu kennen: Ich bin Pragmatiker. So wie ich den Film verstanden habe, und ich habe ihn in voller Länge gesehen, zu verlieren hat Sambia nichts. Insofern würde ich eskalieren.

Allerdings nur mit internationaler Unterstützung.

dame.von.welt 13.10.2013 | 21:41

Bitte lesen Sie über Marc Rich, den jüngst verstorbenen Gründer von Glencore. Der war sogar schon mal unter den 10 Meistgesuchten des FBI. Ich fürchte, international agierende Unternehmen wie Glencore stehen jenseits von Gesetz, Politik und internationaler Unterstützung.

Und: Sambia hat sogar sehr viel zu verlieren. Nämlich Frieden und eine wackelige Stabilität. Sambia hat eine himmelhohe HIV-Infektionsrate, eine schlechte Gesundheitsversorgung, eine lange Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, hohe Staatsverschuldung, 80% bäuerliche Bevölkerung, ein sehr mäßiges Schulsystem und eine vergleichsweise ganz gute Lage der Menschenrechte. Würden Sambia durch einen Rechtsbruch wie die Verstaatlichung der Kupferminen die Kredite gestrichen und das scheue Reh Investor verscheucht, wäre das keine wirklich gute Idee, für rund 13 Millionen Menschen nicht.

Also: bitte seien Sie Pragmatiker, lesen sich Wissen über Sambia an oder, besser: fahren hin, schreiben einen langen ausführlichen Blog darüber und machen dann erst pragmatische Vorschläge.

Zwischenzeitlich würde ich gern wieder zum Blogthema hier zurück schwimmen (der Film war 1 Beispiel, wie die Gründe für die vielbemühte Wirtschaftsflucht gemacht werden): Krieg an den europäischen Außengrenzen.

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Ehemaliger Nutzer 13.10.2013 | 22:39

Marc 'Rich', mir bekannt ...

Ich fürchte, international agierende Unternehmen wie Glencore stehen jenseits von Gesetz, Politik und internationaler Unterstützung.

Noch.

Was Ihre weiteren Anmerkungen betrifft: Folge ich.

Krieg an den europäischen Außengrenzen.

Ja. Krieg auch in vielen Unternehmen. Was früher die Fürsten, Könige und Kasier waren sind heute vielfach 'CEOs".

dame.von.welt 14.10.2013 | 13:50

Halten Sie durch die Initiative von Herrn Schulz zu mehr legaler Einwanderung nach Europa EUROSUR und Frontex für abgeschafft?

Schulz wirft in seinem Appell Flucht und Einwanderung durcheinander. An den europäischen Grenzen scheitern beide, Einwanderer und Flüchtlinge.

Wenn Sie sich davon überzeugen möchten, daß sich derzeit außer Betroffenheitsporno/Flüchtlingsabwehr wenig bis nichts bewegt, lesen Sie die heutigen Artikel zum Thema bei ZO und verpassen auch die Kommentare nicht EU-Parlamentspräsident fordert andere EinwanderungspolitikWas wir Deutschen ausrichten können gegen die Unglücke vor LampedusaDie Mär von der Entwicklungshilfe

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Ehemaliger Nutzer 14.10.2013 | 15:47

EU-Kontrollregime zur Endlösung bereit?

„…Die Zeitung Il Repubblica veröffentlichte am Sonntag außerdem auf ihrer Internetseite ein Video, in dem zu sehen ist, wie offenbar libysche Grenzpolizisten mit Waffen ein Boot daran hindert, in See zu stechen. Der Film enthält zudem Interviews mit Flüchtlingen, die Schußwunden, aber auch Folterspuren vorweisen. Bekannt wurde am Wochenende, daß die Grenzbehörden Libyens und Italiens am vergangenen Montag ein Abkommen unterzeichnet haben, wonach libysche Grenzpolizisten ab sofort unter Kontrolle italienischer Beamter auf Patrouille gehen. Die dafür benötigten Schiffe liefert Italien bereits seit 2009 an den nordafrikanischen Staat…“

Ganz abgesehen von der Tatsache, dass auf dem Territorium des untergegangenen Libyen „Grenzbehörden“, „Marine“, Schlepperbanden und terroristische „Milizen“ überhaupt nicht zu unterscheiden sind…stellt sich auch die Frage, ob die entsprechenden EU-Vollstreckungsorgane hier „nur“ als Strippenzieher agierten….

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Ehemaliger Nutzer 14.10.2013 | 16:09

Halten Sie durch die Initiative von Herrn Schulz zu mehr legaler Einwanderung nach Europa EUROSUR und Frontex für abgeschafft?

Nein. Aber es ist doch ein 'Anfang', dass Martin Schulz deutliche Worte spricht. Vielen Dank für die Links, werde ich mir heute Abend ansehen.

Hier noch etwas aus der Spiegel Diskussion:

Europas gefährliches Spiel mit den Afrikanern
http://www.cicero.de/weltbuehne/fluechtlinge-europas-letzte-chance/56085

Und hier, dass es durchaus Lösungsansätze gibt:

Revolution der Landwirtschaft: Äthiopiens grünes Wunder
Die Lage schien hoffnungslos: Karger Boden, versiegendes Grundwasser - Dörfer im Norden Äthiopiens sollten umgesiedelt werden. Dann bauten die Bewohner ihre Felder um. Die Methode wird zum Exportschlager.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/landwirtschaft-und-bewaesserung-im-norden-aethiopiens-a-911326.html

dame.von.welt 14.10.2013 | 18:26

Vielen Dank für Ihre Kommentare + die beiden links @Phineas Freek!

Das war für mich damals bei erster Beschäftigung mit dem Thema Flüchtlinge an europäischen Grenzen einer der größeren Schuh-Auszieher: wie viel an ex-territorialer europäischer Flüchtlingsabwehr heimlich, still und leise bereits praktiziert wird, seit vielen Jahren. In unseren Medien liest man darüber sehr wenig (über die alte und sehr schnell erneuerte italienisch-libysche Freundschaft noch am ehesten).

Es stellt sich mir z.B. die Frage, was so alles im Rahmen der 'Operation Hera' in Mauretanien, Senegal und den Kapverden inbegriffen ist, von wo Flüchtlinge in Richtung Kanaren aufbrechen. Medien- und Frontex-Berichte finden sich bei Migrants at Sea (mit dem tag Senegal die gleichen Blogs). Einige Medienberichte wurden zu Beginn der Hera-Operationen 2006 veröffentlicht, seitdem weitgehende Funkstille.

Bekannt wurde 2009 durch Report Mainz ein push back nach Senegal (das Video ist ganz oben im Blog verlinkt, Schäubles Lügen) Wir hatten nur noch drei Tage zu fahren, da hat uns ein Polizeischiff aufgehalten. Sie wollten uns kein Wasser geben. Sie haben gedroht, unser Boot zu zerstören, wenn wir nicht sofort umkehren. Wir waren fast verdurstet und hatten auch Leichen an Bord. Trotzdem mussten wir zurück nach Senegal.

Ich glaube im Leben nicht, daß das der einzige push back ist, noch, daß mauretanische/senegalesische/kapverdische/portugiesische Polizei, spanische Guardia Civil und Frontex in Kooperation größere Menschenfreunde sind als einzeln.

Ein juristischer Aufsatz über Frontex Working Arrangements: Legitimacy and Human Rights Concerns Regarding ‘Technical Relationships (den ich auch noch nicht gelesen habe).

@Rufus T. Firefly

So hatte ich Sie auch nicht verstanden, war auch bloß als Ergänzung zu Ihrem Kommentar gemeint, Gruß zurück.

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Ehemaliger Nutzer 14.10.2013 | 20:15

Es sind immer die gleichen, die lügen:

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist für die deutsche Beteiligung an den FRONTEX-Einsätzen verantwortlich. Im Interview mit REPORT MAINZ bestreitet er, dass Flüchtlinge auf hoher See zurückgeschickt werden: „Wer in Not ist und Flüchtling ist, hat einen Anspruch auf Aufnahme und wer auf hoher See ist, wird nicht zurückgeschickt, sondern es gelten die Regeln der Genfer Konvention.“ Zurückweisungen auf See seien mit der geltenden Rechtslage unvereinbar. Schäuble wörtlich: „Das ist gegen alle Regeln.“

Zu den Frontex-Zahlen erklärt der Bundesinnenminister gegenüber REPORT MAINZ: „Solche Zahlen sind mir nicht bekannt“. Der Vizefraktionschef der Konservativen (EVP) im Europäischen Parlament, CSU-Politiker Manfred Weber, widerspricht Schäuble: „Wir haben leider Gottes Meldungen auf dem Tisch liegen, wo kollektiv zurückgeführt wird, ohne Einzelfallprüfung und das ist definitiv mit europäischem Recht nicht zu vereinbaren.“

Für den Völkerrechtler Hendrik Cremer vom Deutschen Institut für Menschenrechte werden die Menschenrechte von FRONTEX „momentan systematisch unterlaufen“. Wörtlich sagt der Jurist:“ Es liegen Berichte vor und auch Fakten seitens Frontex, dass es immer wieder zu Einsätzen kommt durch Schiffe, die Flüchtlingsboote abdrängen. Und eine solche Praxis ist ganz klar mit der Genfer Flüchtlingskonvention und mit der Europäischen Menschenrechtskonvention nicht zu vereinbaren.“

Der Bericht von 'Report Mainz' ist vier Jahre alt und hätte in den vergangenen Tagen über 400 Menschen das Leben retten können.

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Ehemaliger Nutzer 14.10.2013 | 22:06

…und genau dass, was auch RUFUS oben beschreibt ist heute beschlossen worden.

Durch eine „engmaschigere“ Überwachung (Verdreifachung des bisherigen Potentials) des Mittelmeeres durch Marine und Luftwaffe Italiens zwecks Verhinderung von Aufnahme oder gar Asyl. Diese Dreckskerle vergessen auch in diesem Fall nicht, die Verhinderung aller von ihnen selbst verursachten Fluchtbewegungen gen Europa (inkl. die aktive Ersäufung der Flüchtlinge), als Heldenepos der Seenotrettung zu verkaufen (vorhin in der ARD- Lügenschau um 20 Uhr, dafür umso mehr Krokodilstränen über das in der Tat martialische und brutale Vorgehen russischer Sicherheitskräfte gegen kaukasische Migranten). In den Hauptanstalten medialer Lügenproduktion wird das Aufbringen und vermutliche Versenken eines Flüchtlingskahns durch die libysche „Marine“ bis zum jetzigen Zeitpunkt verschwiegen…NTV brachte gestern noch einen einsamen aber gewohnt windschiefen Beitrag dazu…

http://www.n-tv.de/politik/Fluechtlinge-Wir-wurden-angegriffen-article11534401.html

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Ehemaliger Nutzer 16.10.2013 | 14:40

FLUCHTURSACHE REICHTUM

MIGRATION UND ROHSTOFFHANDEL IN WESTAFRIKA

http://www.medico.de/media/fluchtursache-reichtum-migration-und-rohstoffhande.pdf

Manchmal frage ich mich, warum Politiker offenbar so extrem schlecht informiert sind. Die Fakten sind alle da. Liegt es vielleicht daran, dass ein paar Strippenzieher innerhalb den eigenen Reihen davon profitieren und 'Meinungsbildner' im Sinne der Unternehmen sind?

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Ehemaliger Nutzer 16.10.2013 | 15:43

Liebe Europäer,

erneut wurden wir Zeugen eines unglaublichen Unglücks mit vielen hundert ertrunkenen Menschen vor Lampedusa. Von Söhnen, Töchtern, Brüdern, Schwestern, Müttern und Vätern welche Unruhen, Krieg und Flucht aus Krisengebieten überlebt haben um dann vor unserer Haustüre den Tod zu finden.
Der Gouverneur der Region Sizilien, Rosario Crocetta, zeigte sich fassungslos. Es sei unverständlich, dass die EU-Grenzschutzagentur Frontex das Flüchtlingsschiff nicht bemerkt habe. „Wo war Frontex am Donnerstag morgen?“ fragte er.
Fischer vor Lampedusa berichten dass die Küstenwache sogar die Rettung der Flüchtlinge behindert habe. Unterlassene Hilfeleistung von Regierungsbeamten?
Was gerade vor Lampedusa passiert ist und täglich an den EU Außengrenzen passiert, ist eine große Schande für unsere Europäische Union. Menschenverachtende und feige Politik. Das muss sich ändern!
Ich bin Europa und " Du " bist Europa! Erhebe deine Stimme für ein solidarisches und menschliches Europa! Mitleid alleine reicht nicht aus um das weitere Sterben an unseren Grenzen zu verhindern.

An: Den Präsidenten des EU Parlaments Herrn Martin Schulz, die Regierungschefs aller EU Staaten.

Wir die Unterzeichner fordern:
1. Die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen, Frontex, künftig nicht nur zur Abschottung unsere Außengrenzen einzusetzen, sondern alle Mitarbeiter von Frontex und dem nationalen Grenz-und Zollpersonal, mit dem klaren Auftrag zur Rettung von gesichteten Flüchtlingen auszustatten ( nicht erst, wenn diese gekentert sind! ).


2. Einen EU Gipfel um die europäische Flüchtlingspolitik an den Außengrenzen generell zu überarbeiten. Die vom EU Parlament verabschiedeten Pläne für ein gemeinsames europäisches Asylsystem sofort umzusetzen. Nicht erst mittelfristig!


3. Die am stärksten belasteten EU Länder wie Italien und Griechenland solidarisch mit finanziellen Mitteln und logistischer Hilfe zu unterstützen. Damit diese Länder auch die Möglichkeiten haben, die Mindestnormen für die Grundversorgung von Asylbewerbern zu gewährleisten und diese einhalten können und müssen. Was im Augenblick in Griechenland oder Italien leider noch nicht der Fall ist. Die Zeit istr reif, das das einheitliche Asyl- und Asylverfahrensrecht, in allen Mitgleidsstaaten " sofort " umgesetzt werden muß!


4. Asylbewerber aus besonders betroffenen Regionen Europas gerecht auf alle EU Länder zu verteilen. Ferner...
- ein EU weites Abschiebeverbot von minderjährigen Flüchtlingen. Die Abschiebung von minderjährigen Flüchtlingen widerspricht der EU Menschenrechtscharta. Wird aber noch praktiziert!
- Zugang zu Bildungseinrichtungen ( Sprache ), das ist der Schlüssel für gute Integration.
- schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt

Vielen Dank an alle Unterzeichner und alle Politiker die sich tatkräftig unserem Aufruf anschliessen und diesen unterstützen. Um künftig Menschenleben zu retten!

https://secure.avaaz.org/de/petition/Unsere_Stimme_gegen_das_leise_sterben_an_unseren_Aussengrenzen_1/share/

dame.von.welt 17.10.2013 | 12:19

Sie sind ein Held!

Nach genau diesem link suche ich schon seit Tagen, ich konnte mich nicht mehr erinnern, von wem die Untersuchung stammte, danke!

Tut mir leid, daß ich Sie hier ganz allein habe hängen lassen, ich war in den Diskussionen bei ZO unterwegs, wo einem die Füße nicht nur einschlafen, sondern absterben: vor lauter Angst, Uninformiertheit und Aggression vieler Meinungsinhaber.

Haben Sie die beiden Blogs von ed2m schon gelesen? Falls nicht: Für eine Handvoll Stimmen und Unser Meer.

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Ehemaliger Nutzer 17.10.2013 | 14:36

Sie sind ein Held!

Sie übertreiben. Sie sind hier die Heldin sowie die Mitforisten für diesen exzellenten Blog. Wer weiß, vielleicht haben Sie aufgrund der Informationsdichte der Diskussion den einen oder anderen Journalisten inspiriert.

Tut mir leid, daß ich Sie hier ganz allein habe hängen lassen,

Überhaupt kein Problem, bin es irgendwie gewohnt ...

vor lauter Angst, Uninformiertheit und Aggression vieler Meinungsinhaber.

Ja. Angst und Desinformation wo man nur hinsieht. Was dabei rauskommt, ist denn das Parteiprogamm der CDU, die Zuwanderung ablehnt

„die darauf gerichtet ist, die europäische Freizügigkeit zu missbrauchen und die sozialen Sicherungssysteme unseres Landes auszunutzen“.

Ihnen weiterhin viel Spaß bei ZO. Bin da 2x derart absurd zensiert worden, dass ich da nicht mehr bin. Pech gehabt, Ihren Ausführungen nach zu urteilen genau genommen Glück.

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Ehemaliger Nutzer 20.10.2013 | 11:54

Ein Maßnahmenkatalog, von einem anderen Foristen aufgelesen, den man sofort umsetzen könnte:

1. Export subventionierter Produkte in Entwicklungsländer stoppen
2. Waffenexporte in Entwicklungsländer, ob direkt oder über Drittstaaten, vollständig verbieten und knüppelhart strafverfolgen
3. Illegale Aktivitäten europäischer (hochsubventionierter) Fischereiflotten in fremden Hoheitsgewässern stoppen und strafverfolgen
4. Europäische Märkte stärker für afrikanische Produkte öffnen
5. Handel mit Diktaturen stoppen, insbesondere siehe Punkt 2, Verstöße strafverfolgen
6. Konventionelle Entwicklungshilfe stoppen, versickert eh nur in Korruption und Waffen
7. Müll- und Giftmüllexporte stoppen, Millionen Tonne europäischenMülls werden jährlich in afrikanische Länder verschippert oder illegal in deren Hoheitsgewässern verklappt
8. Ausbildungsabkommen mit Krisenländern scließen, die europäische Länder verpflichten, pro Jahr auf unsere KOsten soundsoviele Ingenieure etc. aus diesen Ländern auszubilden und nach Abschluß der Ausbildung zurückzuschicken oder ihre Ausbildung vollständig abbezahlen zu lassen mit Zins und Zinseszins
9. Gründlich kontrollierte Labels für Produkte entwickeln, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurden, und Konzernen, denen man Kinderarbeit und SKlaverei nachweisen kann (und das sind schon heute einige) ewiges Importverbot nach Europa auferlegen
....

PS auf hoher See eine Nußschale abzudrängen und zur Umkehr zu zwingen, grenzt an Mord!