Querlenker

Zu den Problemen unserer Zeit stelle ich funktionierende Lösungen vor, die aber aus Gründen der Konvention, der Moral oder Faulheit niemand anpackt.
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RE: Party im Stall! | 15.09.2019 | 08:49

Das ist immerhin schon mehr als doppelt so viel wie den Schweinen im besten Fall zugestanden wird. Außerdem legen sich Laboranten während der Arbeit nicht alle gleichzeitig hin oder beißen sich gegenseitig die Schwänze ab. Sie werden auch nicht geschlachtet, sondern erhalten sogar Geld. Und Laboranten könnten notfalls für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, z.B. als Mitglieder einer starken Gewerkschaft.

RE: Tschüs, Erdgas, Erdöl, Kohle, Atom! | 15.09.2019 | 06:50

Na dann! Die Huthi Rebellen aus dem Jemen haben gerade tief in Saudi-Arabien Ölraffinerien mit Hilfe kleiner Drohnen bombardiert. Diese billige Methode ließe sich auch gut gegen die ungepanzerten Überflieger einsetzen...?

RE: Tschüs, Erdgas, Erdöl, Kohle, Atom! | 14.09.2019 | 21:35

Drei-Achser? Nein, der nächste Hype sind Lufttaxis.

RE: Tschüs, Erdgas, Erdöl, Kohle, Atom! | 14.09.2019 | 21:33

<<Schon seit den 1980er Jahren wird der Strassenverkehr als Hauptverkehrs- und Transportmittel zunehmend in infrage gestellt. >>

Das hat auch Singapur erkannt. Dort wurde die Firma Tesla von der Regierung von Singapur beschieden, dass in Singapur keine Elektroautos von Tesla zugelassen würden. Begründet wurde das damit, dass in Singapur schon heute zu wenig Parkplätze für den PKW Verkehr vorhanden sind und diese ja dann noch mit Ladesäulen für die Batterien versehen werden müssten. Auch gibt es für die Mietwohnungen in den vielen Hochhäusern keinen Platz für Ladesäulen. Singapur will keinen zusätzlichen PKW Verkehr auf seinen Straßen, sei er Benzin-, Diesel, Strom- oder Wasserstoff getrieben. Vielmehr will Singapur sein öffentliches Verkehrssystem so ausbauen, dass die meisten Menschen freiwillig auf den PKW verzichten.

So eine Strategie sollten wir für die großen Ballungsgebiete in Deutschland auch einschlagen. Für den Verkehr auf dem dünn besiedelten Land könnte man Car Sharing Fahrzeuge mit Elektroantrieb vorsehen. Platz für die Ladeinfrastruktur wäre dort ja vorhanden. Auch ein paar Tausend km Eisenbahnstrecken, die im Privatisierungswahn der Deutschen Bahn stillgelegt wurden, könnten da helfen. Die kommen ja bald ohne teure Lokführer aus.

Neulich las ich einen Artikel über ein geplantes Werk bei Hamburg zur Gewinnung von Wasserstoff mittels Elektrolyse. Es soll ein Wasserstoffäquivalent von 100 MW liefern. Das soll gerade mal ausreichen, um damit 25 LKW täglich zu betanken. Wenn das bereits das größte Werk auf deutschem Boden sein soll, dann hat die Wasserstofff-Ökonomie schon rein aus quantitativen Gründen hier keine Zukunft.

Trotzdem bin ich natürlich in Wasserstoff-Aktien investiert. Derzeit ein herrliches Gebiet zum Zocken!

RE: Andernfalls geht das Tor auf | 14.09.2019 | 21:09

„Die große Frage wird sein, ob und wie es mit dem EU-Türkei-Abkommen weitergeht“

Diese Frage hätten sich Merkel, Macron und Co bereits bei der Unterschrift unter das Türkei Abkommen stellen müssen. Dass dieses Abkommen ein politisches und finanzielles Erpressungspotentail der Türkei beinhaltet und dass die Türkei objektiv in eine Lage geraten könnte, wo der innere Druck der Flüchtlinge aus Syrien für die Türkei zu groß wird, war absehbar. Statt aber das Abkommen dazu zu nutzen, Zeit zu erkaufen für eine wirkliche Lösung des syrischen Flüchtlingselends, haben die politischen Eliten der EU nach dem Sankt Floriansprinzip die Köpfe in den Sand gesteckt: Heiliger Sankt Florian, lass die Flüchtlinge in Syrien bleiben oder woanders hin strömen, aber nicht zu uns.

Nun kommen sie also wieder nach Europa. Und Europa ist wieder unvorbereitet.

Mein Vorschlag, den ich 2016 hier als meinen allerersten Beitrag gepostet hatte, hätte das vielleicht verhindern können. Mittlerweile ist der UN Sicherheitsrat als Forum für die Lösung der großen Menschheitsprobleme aber so desavouiert, dass mein Vorschlag heute wohl nicht mehr wirken würde. Schade, denn er hätte die Lage in Nordkorea gleich mit entschärft und der Welt atomare Drohungen zwischen Nordkorea und den USA erspart.

RE: Kein Deal, keine Frage | 14.09.2019 | 10:40

Hier noch Detailinformationen zu den wichtigsten Shortsellern auf einen No Deal Brexit:

Crispin Odey, 60 J, bekannt für seine Shortselling Attacke auf das Dax-Unternehmen Wirecard. Die Bafin untersagte ihm das Shortselling für 2 Monate. Gewann 2016 in der Nacht des Brexit Votums 220 Millionen Pfund, weil er auf einen Erfolg des Brexit Votums spekuliert hatte. Derzeit Shortpositionen im Wert von 313,4 Mio Pfund. Hat die Leave Kampagne mit 870.000 Pfund unterstützt.

Paul Marshall, 60 J, Vorsitzender des Marshall Wace LL Hedgefonds, Mitglied des Hedgefonds Standard Boards, verließ 2015 die Liberale Partei, weil diese gegen den Brexit ist.

Peter Cruddas, 65 J, Gründer und Vorsitzender von CMC Markets, einem der größten europäischen Online Broker, reichster Mensch Londons (1,025 Mrd Pfund), lebt aber die meiste Zeit in Monaco (da zahlt er weniger Steuern), war stv. Schatzmeister der Torys

Jon Moynihan, 71 J, Vorsitzender von Ipex Capital, einem Hightec Risiko Kapitalgeber. Leitete 2016 das Finanzkomitee der Leave Kampagne.

Jon Wood, Vorsitzender des Hedgefonds SRM Global auf den Cayman Inseln, spendete 500.000 Pfund an die Torys. War maßgeblich an der Northern Rock Bank beteiligt, die 2008 vom britischen Steuerzahler gerettet und verstaatlicht werden musste.

Robin Birley, 61 J, Besitzer des VIP Nachtclubs 5HS in Mayfair und weiterer Clubs in London. Dort berüchtigt für schlechte Bezahlung seiner Angestellten, Ihm gehört die Fastfoodkette Burley Sandwiches.

David Lilley, Vorsitzender von Red Kite und dem Hedgefond Drakewood. Ist einer der weltweit größten Metallhändler an der Londoner Börse.

Philip Harris, Manager des Tree UK Equity Growth A Fonds

JCB Finance, Leasinggeber und Mutter von JCB, einem Hersteller von Land- und Baumaschinen, gegründet von Joseph Cyril Bamford, der 2001 verstorben ist.

The Bristol Port Company, hat 1991 den Hafen von Bristol für 150 Jahre gepachtet. Vorsitzende sind Terence Mordaunt und David Ord. Ord hatte 71.000 Pfund an die Tory abgeordnete Charlotte Leslie gespendet. Leslie ist eine Brexit Befürworterin und Gegnerin des Severn Barrage, einer geplanten Sperre der Mündung des Flusses Severn, der in den Hafen von Bristol führt. Leslie wurde verurteilt, weil sie die Spende nicht deklariert hat und auch nicht ihren Interessenkonflikt bezüglich der geplanten Flusssperre. Ord ist Direktor von Open europe, einem Thinktank zur Reform der EU. Im Jahr 2017 hat Ord 930.000 Pfund an die Tory Partei gespendet. Mordaunt ist Direktor des Global Warming Policy Forums, das den Klimawandel leugnet. Terence Mordaunt ist ein Verwandter von Penny Mordaunt, die von Mai bis Juli britische Verteidigungsministerin war.

RE: Kein Deal, keine Frage | 13.09.2019 | 14:48

Nun ja, jedermann hat das Recht, sein Geld auf Ereignisse zu verwetten, die ihm wichtig, erstrebenswert oder wahrscheinlich erscheinen. Das gilt besonders für die wettsüchtigen Briten. Es ist offenbar auch nicht unüblich, dabei dem Ereignis ein bisschen nachzuhelfen, wenn man die Mittel dazu hat. So hat ja mal George Soros gegen die Bank von England gewettet und gewonnen.

Boris Johnson jedoch erinnert mich eher an einen jener Fußballer eines zweit- bis sechsklassigen Vereins, der von der Wettmafia geschmiert wurde, ein Eigentor zu schießen, damit sein Verein das Spiel verliert und so das gewünschte Wettergebnis eintritt. Immerhin haben Johnson, Cummings und Co rechtswidrig von der britischen "Wettmafia" über 600.000 Pfund erhalten. Wohl gemerkt, wir sprechen hier nicht vom Brexit, sondern vom No Deal Brexit. Dieser stand bekanntlich 2016 nicht explizit zur Abstimmung und wurde von den Leave Protagonisten heftig dementiert.

Hierzu schreibt die Byline Times:

Der Regierungscodex bestimmt, dass Regierungsmitgliedern aktuelle oder erkennbare Interessenkonflikte verboten sind. Aber welcher Interessenkonflikt könnte größer sein als ein persönliches finanzielles Interesse des Premierministers an einer Katastrophe für Großbritannien?

RE: Kein Deal, keine Frage | 13.09.2019 | 09:14

<<Die Brexit-Kampagne ist aber nicht nur ein Täuschungsmanöver, sondern auch ein zwischen Politik und Wirtschaft abgekartetes Spiel: Die von Premier Cameron vertretene Finanz- und Wirtschaftselite setzt seit Monaten die ganze Macht der von ihr finanzierten Medien dafür ein, den Ausgang des Referendums zum eigenen Vorteil – also zum Verbleib in der EU - zu beeinflussen.>>

Offensichtlich ist aber jetzt das genaue Gegenteil richtig. Wie die Byline Times gerade in ihrem Beitrag "Brexit Desaster Capitalism" enthüllt, haben mehrere britische Hedgefonds Short Positionen auf einen No Deal Brexit aufgebaut und wetten insbesondere mit Leerverkäufen auf einen fallenden Pfundkurs im Fall eines No Deal Brexit.

Besonders sticht hier der Shortseller Crispin Odey hervor, der dem deutschen Publkikum als der Mann bekannt ist, der die Aktie von Wirecard durch Shortselling zum Absturz brachte. Odin verdiente bereits 2016 in der Nacht des Brexitvotums 220 Millionen Pfund, weil er anders als die meisten Konkurrenten, auf den erfolg von Leave gewettet hatte. Derzeit hat Odey wieder 313,4 Mio Pfund in Shortpositionen investiert, davon das meiste als Wette auf einen fallenden Pfundkurs bei einen No Deal Brexit.

Die Shortpositionen der 100 größten Shortdealer findet man im Short Interest Tracker.

Insgesamt haben britische Hedgefonds 8 Milliarden Pfund in Short Positionen gesteckt, die durch einen No Deal Brexit profitieren würden. Darunter haben direkte Unterstützer von Boris Johnson 4,563 Milliarden Pfund in die Wette auf einen No Deal Brexit investiert. Diese Firmen haben Boris Johnsons Brexit Kampagne mit über 600.000 Pfund direkt unterstützt. Erlaubt wären nur 150.000 Pfund gewesen. Unter diesen direkten Unterstützern sind neben Odey eine Reihe von Short-Dealern, die man in Deutschland nicht kennt: Paul Marshall, Peter Cruddas, Jon Moynihan, Jon Wood, Robin Birkey, David Liley, Philipp Harris, JCB (Joseph Cyril Bamford) und The Bristol Port Company (Eigentümer: Terence Mordaunt und Sir David Ord).

Weitere No Del Brexit Wetten im Wert von 3,711 Mrd Pfund kamen von weiteren Unterstützern des Leave Lagers.

Zwischen Januar und Mai 2016 wurden in Großbritannien wöchentlich 10 neue Shortpositionen auf einen No Deal Brexit ausgegeben. Seit Boris Johnson am 16.Mai seine Kandidatur für den Tory Parteivorsitz angekündigt hat, stiegen die neuen Short Positionen auf 100 pro Woche an.

Die Byline Times erhielt keine Antwort auf die Frage, ob es diese Erwartungshaltung der britischen Hedgefonds ist, die Boris Johnson veranlassten, zu behaupten, er würde eher tot im Straßengraben liegen als in Brüssel um einen Aufschub des Austrittsdatums zu bitten. Denn dann würden die 8 Mrd Pfund Shortpositionen ja platzen.

Ist also die vornehmste Aufgabe der Regierung in Großbritannien jetzt, als Erfüllungsgehilfe für Finanzwetten britischer Hedgefonds zu agieren?

RE: Kein Deal, keine Frage | 12.09.2019 | 21:53

Wenn nach dem Brexit alles so weiter läuft wie vorher, dann heißt das z.B. dass die EU Fischer weiterhin in britischen Gewässern fischen und dass alle Normen und Regeln so weiter gelten wie bisher, z.B. die Veterinärvorschriften für die Einfuhr von walisischem Schaffleisch in die EU. Warum machen die Briten dann überhaupt einen Brexit?

Wenn ich afrikanischer, syrischer oder afghanischer Flüchtling wäre, würde ich das Brexit Chaos an der britischen Grenze nutzen um nach Großbritannien zu gelangen, solange mich die EU nicht haben will. Insbesondere, solange Lastwagen aus Calais in Dover einfach durchgewunken werden

Ganz schlechte Karten hat Gibraltar. Obwohl die Gibraltarer 2016 zu 95% gegen den Brexit gestimmt haben, werden die Wartezeiten an der Grenze zu Spanien wieder 4 Stunden oder mehr betragen, wie ich es noch selbst Anfang der 2000er Jahre erlebt habe.

In Irland denken einige Nationalisten schon darüber nach, ob man den Nordiren nicht den Strom abstellen sollte.