„Antigone in Butscha“: Theater kann wirklich existenziell sein
Am Schauspielhaus Zürich hatte Stas Zhyrkovs „Antigone in Butscha“ Premiere. Der Abend war schwer auszuhalten – auch weil er zeigte, wie „schlafend“ wir angesichts dieses Krieges sind
Alles über Gerechtigkeitstheoretiker: Von Paulus über Derrida bis Nancy Fraser
Vor 150 Jahren starb der liberale Denker John Stuart Mill, aber was hat seine Idee von Gerechtigkeit mit Christian Lindner zu tun? Was eint christliche und kommunistische Ziele? Und funktioniert Feminismus ohne Umverteilung? Unser Lexikon
Jörg Fausers Briefe an seine Eltern: „Man hängt halt so an dem, was man hat“
Wunderbarer Trotzkopf: Ein Band mit Briefen an die Eltern beschließt die dritte Werkausgabe, die Jörg Fauser – Ausnahmeschriftsteller der westdeutschen Nachkriegsliteratur – gewidmet ist. Porträt eines akribischen Arbeiters
„Diesseits der Mauer“ von Katja Hoyer: War die DDR gar nicht so übel?
Ilko-Sascha Kowalczuk hat Katja Hoyers hoch gelobte Studie „Diesseits der Mauer“ gelesen. Dass man Alltag und Diktatur voneinander trennen könnte, hält er für einen großen Trugschluss. Historiker sollten analysieren, nicht nacherzählen
Alva Notos „Kinder der Sonne“: Der Algorithmus füllt die Lücken
Vielen ist Alva Noto alias Carsten Nicolai durch die Filmmusik für „The Revenant“ bekannt. Hinreißend schön klingt nun auch seine Theatermusik zu Maxim Gorkis „Kinder der Sonne“
Ron DeSantis gegen Disney: Unter der Sonne Floridas
Ron DeSantis wäre gerne US-Präsident und setzt auf eine Kampagne gegen „Wokism“. Adrian Daub erklärt, warum er ausgerechnet an Mickey Mouse scheitern könnte
„Music“ von Angela Schanelec: Bilder und Wahrheit
„Music“ heißt der neue Film von Regisseurin Angela Schanelec. In ihm erzählt die für ihre fordernden Filme bekannte Regisseurin, wie ein moderner Ödipus überleben könnte
Şeyda Kurts „Hass“: Ist Hass politisch?
Bestellerautorin Şeyda Kurt widmet sich in ihrem neuen Buch dem Hass und „der Macht eines widerständigen Gefühls“. Sie schreibt über jene, die sich mit seiner Hilfe aus der Ohnmacht befreien. Julia Schramm kommt vieles darin bekannt vor
„Das Lehrerzimmer“-Regisseur İlker Çatak: „Ich will Klischees brechen“
Ilker Çataks „Das Lehrerzimmer“ wird als deutscher Beitrag ins Rennen um den Auslands-Oscar geschickt. Ein Gespräch über einen Thriller, der Schule als Mikrokosmos der Gesellschaft zeigt und doch weit mehr ist als eine Sozialstudie
„Poker Face“ von Rian Johnson: Die USA in Miniaturen
Retro-TV vom Feinsten: „Poker Face“ ist eine Hommage an Columbo, mit einer großartigen Natasha Lyonne als menschlichem Lügen-Detektor „on the road“ und einem angenehm entspannten „Fall der Woche“-Erzählrhythmus
Drei verlassene Kinder und ein 40 Jahre altes ungelöstes Geheimnis
Elvira und ihre Brüder Ricard und Ramón wurden als Kinder an einem Bahnhof in Barcelona zurückgelassen. Als Erwachsene suchen sie nach den Eltern und entdecken eine Familiengeschichte, die wilder ist als alles, was sie sich ausgemalt hatten
„Boys Club“: Hörenswerter Podcast zum Machtmissbrauch bei Axel Springer
Der Podcast „Boys Club“ nimmt sich viel Zeit, um die Machtstrukturen bei Axel Springer offenzulegen. Interviews geben Einblicke in die emotionalen Nöte, die Überforderung, die Grauzonen im Fall Julian Reichelt
19. Gallery Weekend in Berlin: Wo zur Hölle sind wir jetzt?
Beim 19. Gallery Weekend war Berlin als Kunststadt wieder wer. Die Kunst war politisch und die Post Internet Art ist zurück. Doch etwas trübte die Stimmung
Clemens Meyer im Podcast-Gespräch über Christa Wolf und deutsche DDR-Literatur
Christa Wolf ist eine Ikone der DDR-Literatur. Doch was kann ihr Werk uns heute literarisch noch sagen? Und was ist mit all den anderen, oftmals fast vergessenen Autoren aus der DDR-Zeit? Darüber spricht Clemens Meyer mit Maxi Leinkauf
Anti-Heimat-Literatur: Wer geht, kommt nicht unbedingt an
Wer „assu“ geht, empfindet großen Schmerz. Wer drinnen lebt, denselben: Die Flucht aus Osteuropa wird in der neueren österreichischen Lyrik sensibel beschrieben. Eine mentale Annäherung
Franzobels „Die Viehmännin“: Des Teufels Anna
Franzobels „Die Viehmännin“ scheint den Märchen der Gebrüder Grimm entsprungen. In ihm leuchtet der Autor die Abgründe der österreichischen Gegenreformation aus. Denn die Wahrheit des Geistes hat stets mit der Ökonomie des Fleisches zu tun
Marlene Streeruwitz: „Jede Äußerung ist politisch“
Marlene Streeruwitz gilt als eine der bekanntesten feministischen Stimmen Österreichs. Die Pandemie und der Krieg waren Drehpunkt in ihrem Leben. Ein Gespräch über Feminismus, Selbstbestimmung, Schreiben und das Erbe der Donaumonarchie
Neulich beim Salone del Mobile in Mailand: „Are you showing something?“
Freitag-Kolumnistin Laura Ewert war auf der Möbelmesse in Mailand. Rückblickend wundert sie sich, warum es selbst nachts um eins gegenüber der Bar Basso um die immergleiche Frage ging
Beppo Beyerl auf der Spur der „Bösen Buben von Wien“
Strizzis mit Geschäftssinn: Beppo Beyerl ist in die Welt der „Gauner, Strizzis und Hallodris“ eingetaucht. Heraugekommen ist ein unterhaltsames Kompendium
„Nur in Wien“ von Wolfgang Freitag: Mülleimer, nobilitiert
Phänomenologie der Dinge: In „Nur in Wien: Von den kleinen Dingen, die die große Stadt bedeuten“ lässt Wolfgang Freitag Wiens Wahrzeichen aufscheinen – ganz im Sinne Walter Benjamins
„Lauter Lügen“ von Konrad Paul Liessmann: Am Anfang war der Zweifel
Der Philosoph Konrad Paul Liessmann interveniert in „Lauter Lügen“ gegen den Zeitgeist und fordert von seinen Leser:innen mehr Eigensinn
Lukas Meschiks „Würde der Empörten“: Ein Pandemieroman
Der Wiener Autor Lukas Meschik will, dass wir besser miteinander reden. In „Die Würde der Empörten“ leuchtet er den Horizont der Wutbürger:innen aus. Doch auf den Leib rückt er ihnen nicht
„Sie mussten sich von einem ganzen Kontinent schlechter Literatur absetzen“
Literaturszene Österreich: Klaus Kastberger über die Lage der österreichischen Literatur, die Werkstatt als Ort von Auflösung und die Frage, warum man seine kritische Haltung nicht an der Seminartür abgeben sollte
Petr Stančíks „Die Verjährung“: Der Henker als Richter
Petr Stančík erzählt in „Die Verjährung“ die Geschichte eines tschechischen Widerstandskämpfers. Eine Erzählung, in der Fakten und Fiktion geschickt gemischt werden