„Pah-Lak“ über Annexion von Tibet bei Ruhrfestspielen: Theater als Flaschenpost
Intensive Premiere: Die diesjährigen Ruhrfestspiele haben ein tibetisches Ensemble eingeladen, auf einer europäischen Bühne zu spielen. „Pah-Lak“ basiert auf geheimen Recherchen und erzählt eindrucksvoll von einem kaum beachteten Konflikt
Filmemacher Pietro Marcello: „Ich hatte immer Glück“
Pietro Marcello dreht Filme für ganz Europa. Sein Film „Die Purpursegel“ basiert auf einem russischen Märchen und auch hierin setzt der Regisseur auf Gemeinsinn. Ein Gespräch mit einem, der sich mehr als Archivar denn als Filmemacher sieht
„Mein fabelhaftes Verbrechen“ von François Ozon: Gib mir meinen Mord zurück
François Ozon siedelt „Mein fabelhaftes Verbrechen“ zwar im malerischen Retrosetting der 1930er Jahre an, sein Film teilt mit emanzipatorischen Screwball-Elementen aber bis in heutige Diskurse aus
KI killt den Radio Star? Klarer Fall von Fauxtomatisierung
Ob ChatGPT oder DALL-E: Künstliche Intelligenz ist plötzlich überall. Einige Fernsehsender lassen sie schon Nachrichten produzieren – und jetzt auch noch Radio? Titus Blome blickt hinter die Kulissen des KI-Radiosenders
Shein lädt Influencer zur Sweatshop-Tour nach China: Der Preis des Empowerments
Influencer, die nicht den Schönheitsnormen entsprechen, feiern Fast Fashion als Ausdruck der eigenen Identität. Die umstrittene Modemarke Shein nutzte die Social-Media-Bewegung für eine ungewöhnliche Werbeaktion – jetzt hagelt es Kritik
Abschied vom Tantchen: Das „nd“ kämpft um seine Existenz
Velten Schäfer stieß 2002 zum „nd“ und hatte fast 20 Jahre mit der Zeitung zu tun. Sein Blick auf ein Blatt, das immer mehr sein musste oder wollte als eine Zeitung
Stadt, Land, Gold: „Country Queen“ ist die erste kenianische Netflix-Produktion
Patriarchale Strukturen, Kinderarbeit und Korruption: „Country Queen“ ist eine raffinierte Ausarbeitung der brennenden Themen der kenianischen Gesellschaft und der Mechanismen hinter ihnen
„Felix's Room“ am Berliner Ensemble: Ein Zimmer zu zweit
Erinnerung per Hologramm: Adam Ganz lässt in „Felix’s Room“, einer Koproduktion von Berliner Ensemble und Komischer Oper die letzte Wohnstatt seines Urgroßvaters im Mainzer „Judenhaus“ auferstehen – dank 3D-Technik
Die Schatten im Babylon Berlin: Günther Birkenfelds Moabit-Roman „Dritter Hof links“
Günther Birkenfelds Roman „Dritter Hof links“ erschien zum ersten Mal im Jahr 1929. Eindrücklich zeigt er das Elend der Jugend in dieser Zeit. Die Lektüre lohnt sich, gerade heute
Bachmannpreis 2023: Ritual des Ärgerns über den Literaturbetrieb
Valeria Gordeev gewinnt den Ingeborg-Bachmann-Preis 2023. Der Schriftsteller Jan Kuhlbrodt war seit dem blutigen Stirnritz von Rainald Götz als Zuschauer dabei. Trotz all seines Ärgers über diese „Show“ kommt er einfach nicht davon los
Triggerwarnung für Mathias Énards Debütroman: „Der perfekte Schuss“
Das Romandebüt des französischen Schriftstellers und Prix-Concourt-Trägers des Jahres 2015, Mathias Énard, handelt von einem Scharfschützen, der Befriedigung bei seiner Arbeit erfährt. Ein verstörendes Buch, manchmal deliriert die Sprache
„Kunst und Kampf im Bruderland“: Wie erlebten nicht-deutsche Künstler die DDR?
Das Museum der bildenden Künste in Leipzig blickt auf die DDR als Einwanderungsland für Kunstschaffende. Die Perspektive nicht-deutscher Künstler wurde viel zu lange ausgeklammert. Doch manches irritiert auch an dieser Ausstellung
Mutige Literatur aus Orbánland: Kinga Tôths „Mondgesichter“
Viele Kulturschaffende verlassen Ungarn. Kinga Tôth gehört zu denen, die bleiben. Ihr jüngstes Buch „Mondgesichter“ erzählt verspielt und mit Humor von Krankheit. Es lässt uns aufmerksamer werden im Blick auf den eigenen Körper
Wie kommt das Gas aus Sibirien? Wilfried N'Sondes „Frau des Himmels und der Stürme“
Einblick in die kaum bekannte Lebenswelt der indigenen Bevölkerung, Kapitalismuskritik und ganz nebenbei Aufruf zum solidarischen Kampf gegen Umweltzerstörung: Der Kongolese Wilfried N´Sonde vereint all das in seinem neuen Abenteuerthriller
Sinfonie „Eisenblätter“ von Tilo Medek: Kanonen und Glocken
Tilo Medeks 1983 komponierte Sinfonie „Eisenblätter“ reflektiert den Krieg auf eine Weise, die unverhofft hoffen lässt. Dass sie gerade jetzt uraufgeführt wird, erscheint unserem Autor wie ein Geschichtszeichen
„The Crowded Room“: Man weiß nie, wen man kriegen wird
Die Existenz multipler Persönlichkeiten wird in Fachkreisen angezweifelt. Hollywood hält das trotzdem nicht davon ab, sie regelmäßig zum Plottwist zu machen. Showrunner Akiva Goldsman macht es mit „The Crowded Room“ besser
Serie „Jury Duty“: Richtig handeln im falschen Leben
Die Hitserie „Jury Duty“ dreht das Konzept der versteckten Kamera um. Statt über den Düpierten zu lachen, bewundert man ihn
True-Crime-Podcasts: Wenn der „Coldest Case“ nur noch kalter Kaffee ist
Die erste Staffel des Podcasts „Serial“ von 2014 ist legendär. Sie beflügelte den Podcast-Hype auch in Deutschland. Was folgte, war eine Schwemme schwer erträglicher True-Crime-Formate. Jetzt enttäuscht selbst die jüngste Serial-Staffel
„Verfassungsschutz“ von Ronen Steinke: Der Geheimdienst gehört abgeschafft
Der promovierte Jurist und Journalist Ronen Steinke fordert in seinem neuen Buch, das Bundesamt für Verfassungsschutz aufzulösen. Seine Argumente sind überzeugend
„20.000 Arten von Bienen“: Abschied von der Larve
Die baskische Regisseurin Estibaliz Urresola Solaguren erzählt in „20.000 Arten von Bienen“ vom Coming-of-Age eines Transmädchens – mit viel Ruhe, Naturalismus und Poesie
Ukrainischer Regisseur Stas Zhyrkov: „Ich weine bei fast jeder Probe“
Der ukrainische Regisseur Stas Zhyrkov will die Kultur seines Landes stärken und Propaganda der Menschlichkeit betreiben. In Mannheim läuft derzeit sein Stück „Tell. Eine ukrainische Geschichte“
Über Oschmann, Punks, Fußball und die AfD
Frank Willmanns Krimi „Der Pate von Neuruppin“ wurde über Nacht zum Bestseller. Die hier versammelten Tagebuchnotizen seiner Lesereise erzählen von Denkzettelstimmung, Wut auf grüne Politik, freundlichen Punks und Studenten
Sexualstraftaten: Im Zweifel für den Angeklagten! Oder soll man es lassen?
Jeder gilt als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist. Zugleich fordert die MeToo-Bewegung: Glaubt den Opfern. Wie lässt sich der Widerspruch auflösen? Über eine Debatte, die alle Seiten überfordert – und doch geführt werden muss
Abhöraktion Letzte Generation: Eingriff in die Pressefreiheit
Über Monate wurden Handys, E-Mails und das Pressetelefon der Letzten Generation von der bayrischen Polizei überwacht. Dass das in die Pressefreiheit eingreift, hat anscheinend niemanden interessiert