Erhard Schütz' beste Sachbücher im Juni: Samuel Beckett, Proust, Hiroshima, Maoismus
Einmal im Monat präsentiert unser Kolumnist Prof. Erhard Schütz lesenswerte Sachbücher. Dieses Mal: Samuel Beckett über Proust, John Herseys „Hiroshima“, Julia Lovells Standardwerk. Was fehlt?
Aus dem Leben geraubt: Doris Salcedo in der Fondation Beyeler
Die kolumbianische Installationskünstlerin Doris Salcedo geht der Gewaltgeschichte der Welt nach – aktuell inmitten von blitzblank gewienertem Wohlstand in der Schweiz
Ralf Rothmanns „Theorie des Regens“: Trotzige Notizen aus 50 Jahren
Ralf Rothmann ist ein einzigartiger Schriftsteller, der in seinem Schreiben zart und eigensinnig zugleich klingt. Zu seinem 70. Geburtstag sind seine Notizen aus 50 Jahren erschienen: „Theorie des Regens“ geht immer an der Sehnsucht entlang
Auftaktausstellung „O Quilombismo“: Das Haus der Kulturen der Welt beginnt neu
Das Haus der Kulturen der Welt in Berlin eröffnet seine Auftaktausstellung unter dem neuen Intendanten Bonaventure Soh Bejeng Ndikung
Antirassistischer Bestseller „Kindred“: Ein Punk auf der Plantage
Octavia Butler ist eine der Autorinnen, die das Genre des Science-Fiction geprägt haben und viel zu wenig beachtet werden. Jetzt wurde ihr antirassistischer Zeitreise-Bestseller „Kindred: Verbunden“ als Serie adaptiert. Sehenswert!
Im Reich der Panther: Teju Coles Essayband „Black Paper“
Der Kulturkritiker Teju Cole gehört zu den wichtigsten Intellektuellen Amerikas. Sein jüngster Essayband „Black Paper“ führt von berühmten Existenzen zu denen, die niemand kennt
Umwelt-Thriller „How to Blow Up a Pipeline“: Klima-Kampf als Selbstverteidigung
„How to Blow up a Pipeline“ erzählt von einer Umweltaktion, die so spektakulär in Szene gesetzt wird, als ginge es um einen Bankraub. Es ist der erste US-Film, der mit Umweltaktivist*innen uneingeschränkt sympathisiert
Netflix, Amazon, Apple TV: Mir ist die Lust am Streamen vergangen
Die Blütezeit des Streamens ist vorbei. Das Angebot ist zu gigantisch, es gibt zu viele Plattformen, ohne Kanon schaut jeder etwas anderes. Wie Streaming zur unsozialen Solo-Veranstaltung verkommen ist – und warum unsere Autorin aussteigt
„Vice“ ist insolvent: Tod durch Social Media?
Das Magazin „Vice“ löste in den Nuller Jahren MTV als stilprägend ab. Nun ist es insolvent – nicht nur wegen der Sozialen Medien
Tina Turners Vermächtnis: Wie konnte eine einzelne Frau so viel Energie haben?
Kaum jemand hat den Feminismus unserer Autorin so früh geprägt, wie Tina Turner. Präsenz, Kraft und Stimme der „Queen of Rock“ begleiteten sie eine Kindheit lang und haben ihr gezeigt, worum es im Leben einer Frau geht: Selbstbestimmung
Theatertreffen 2023: War das jetzt ein Erfolg oder nicht?
Das Publikum kam endlich zurück, doch die Kritik ist sich weitgehend einig: Die diesjährige Ausgabe des Berliner Theatertreffens war schwach. Was heißt das für die Zukunft des Festivals – und der Kunst?
Fatonis „Wunderbare Welt“: Ein bisschen Mercedes-Stern pflücken
Der Rapper Fatoni hat mit „Wunderbare Welt“ ein beeindruckendes Album veröffentlicht, voller Wortwitz und vielfältigen Sounds. Nur eins nervt: der ständige Millennial Kitsch über die Tücken des Nicht-mehr-Jungseins
Cannes 2023: Solide Veteranen, herausragende Frauen
Das Filmfestival Cannes feierte sich für einen guten Jahrgang mit einer Rekordzahl von Frauen im Wettbewerb. Die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller brilliert in zwei Hauptrollen
Von Arnold Zweig über Batman bis The Weeknd: Alles über das Neben-Ich
Rapper The Weeknd will sein Alter Ego „töten“ und trennt sich von seinem Künstlernamen. Da ist er nicht der Erste! In der Literatur dienen fiktive Held*innen oft als Sprachrohr der Autor*innen, im Yoga gilt: nomen est omen. Unser Lexikon
Die neue Erzählung von der Anpassung an den Klimawandel: Habt euch nicht so!
Wer redet noch von Katastrophe? Anpassung ist der neue Trend in der Klima-Erzählung. Ein Trend, der viele Schulmeister hat – und nichts anderes ist als eine Neuauflage des faschisierten Pseudo-Darwinismus
„Rezitativ“ von Toni Morrison: Brandaktuelles Verwirrspiel
Erstmals 1993 erschienen und jüngst wiederentdeckt: Toni Morrisons „Rezitativ“. Die einzige Kurzgeschichte der ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin ist ein geniales Verwirrspiel
„Heinrich“ von Susanne Fritz: Notizen eines Naziaufsteigers
Nach der Würdigung ihrer Mutter im vorherigen Roman, geht Susanne Fritz in „Heinrich“ den Lebensspuren ihres Vaters nach: Ein virtuos komponierter Roman, in dem die Vaterfigur repräsentativ für eine ganze Nachkriegsgeneration steht
Berlins Regierender: Wenn Bullerbü-Kai eine Metropole erbt
Die deutsche Hauptstadt ist wieder eine Metropole. Die Wirtschaft boomt. Der Grund dafür ist ein Klima, das die Union nicht versteht. Wie geht es jetzt weiter an der Spree?
Martin Schröder über Zufriedenheit von Frauen: Mittelmäßig unzufrieden
Martin Schröders Buch „Wann sind Frauen wirklich zufrieden?“ ist provokant und fast unterhaltsam. Was aber sucht man darin vergeblich?
Tina Turner: Don’t Wanna Lose You
Wir brauchen keine weitere Heldin, es gibt keinen Weg zurück. Einige persönliche Gedanken zum Tod von Tina Turner und der Letzten Generation
Laura Poitras’ „All the Beauty and the Bloodshed“: Filmisches Porträt von Nan Goldin
Schmerzmittel mit hohem Suchtpotenzial: Was Laura Poitras’ Porträt der Fotografin Nan Goldin und ihrem Kampf gegen die Unternehmerfamilie Sackler so eindrücklich macht. Eindrücke von Jens Balkenborg
Theater in Russland: In der Wischmopp-Falle
Die Verhaftung der Künstlerinnen Schenja Berkowitsch und Swetlana Petrjitschuk sowie die kurzzeitige Schließung des Maly Drama Theaters zeigen: Der russische Staat erhöht den Druck auf die Theaterszene und greift weiter durch
Michel Houellebecq: Ist „Einige Monate in meinem Leben“ sein Gang nach Canossa?
In seinem neuen Text „Einige Monate in meinem Leben“ rekapituliert der umstrittene Schriftsteller Michel Houellebecq die jüngsten Skandale um seine Person. Reiben sich seine Feinde voreilig die Hände?
„Für die sind wir die Russen“: Christoph Heins neuer Roman „Unterm Staub der Zeit“
Wer in der DDR-Debatte zu mehr Nüchternheit zurückkehren will, sollte Christoph Heins autobiografisches Buch „Unterm Staub der Zeit“ lesen. Erzählt wird nur vermeintlich eine unspektakuläre Schülergeschichte