Sowjetunion
1957: Bonner Küche
Die DDR-Regierung legt einen Vorschlag zur Wiedervereinigung vor, denkt an konföderative Strukturen und beruft sich auf Gespräche mit einem Minister Konrad Adenauers
1917: Weiße Lilien
Mit dem Buch „Das nackte Jahr“ schreibt Boris Pilnjak einen Schlüsselroman über die Oktoberrevolution vor 100 Jahren, indem er versucht, Russland gerecht zu werden
Der Sitzriese
Bei all den überzogen wirkenden Würdigungen des verstorbenen Altkanzlers könnte ein maßvoll differenzierender Blick auf seine politische Vita angebracht sein
Die Bomberjacke als Tarnung
Plötzlich wird Ministerpräsident Dmitri Medwedew vom Hoffnungsträger zur Hassfigur. Einst galt er in Moskau als das liberale Pendant zu Wladimir Putin
Überall der Nikolaus
In der russischen Oberschicht träumen manche wieder vom Zarismus. Eine Schule bei Moskau drillt schon mal die „Elite von morgen“
1917: Der kurze dritte Weg
Als die Reichstagsfraktion der SPD fortgesetzt Kredite für den Ersten Weltkrieg bewilligt, verweigert sich eine innerparteiliche Opposition und gründet in Gotha die USPD
Spur der Scherben
In Kiew ist vom Krieg im Donbass wenig zu spüren. Odessa trägt noch die Narben des Brandanschlags von 2014
Polnisches Schisma
Das neue Gdansker Museum des Zweiten Weltkriegs passt der PiS-Regierung nicht
Hunderte von Luftballons
Es erscheint sinnlos, nach einem Halt zu suchen angesichts der Bilder vom Anschlag in St. Petersburg. Sie haben ja den Zweck, jeden Halt zu nehmen
„Ihr Gegner ist Amerika“
Die Neue Rechte marschiert getrennt und schlägt vereint zu, sagt Volker Weiß. Der Historiker hat ein extrem beunruhigendes Buch zum Thema veröffentlicht
1957: Ein Janusgesicht
Mit den Römischen Verträgen entsteht die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWG. Sie treibt nicht nur die Einigung, sondern bald auch die Spaltung Europas voran
1957: Tragischer Vordenker
Der DDR-Philosoph Wolfgang Harich gerät mit seiner „Plattform für den besonderen deutschen Weg zum Sozialismus“ unter die Räder und muss für Jahre ins Gefängnis
1992: Aufputschmittel
Präsident Jelzin und Kanzler Kohl sind bemüht, Russland zu verwestlichen. Ihr Plan scheitert und sorgt für jene ökonomischen Zustände, die dem Land noch heute zusetzen
Am Rande des Imperiums
Das Debüt von Gusel Jachina erzählt die Geschichte einer tatarischen Bäuerin, die in den 1930er Jahren nach Sibirien umgesiedelt wird
Gaucks drei vor dem Komma
Der Noch-Bundespräsident nutzt mit der Münchner Sicherheitskonferenz die Gunst der Stunde, um mehr Aufrüstung zu empfehlen
Stars und Sterne
Die Russische Revolution wird 100 Jahre alt. Welche Bilder man mit ihr verbindet, ist auch eine Frage des Zeitgeists
Wozu denn den Fakten glauben
Die Schwierigkeiten mit der Wahrheit werden umso größer, je mehr man sich ihnen ausliefert
Ein kubanischer Garibaldi
Fidel Castro verkörperte nicht nur die Revolution – sein Vermächtnis geht weit darüber hinaus
Die Aggressorin
Wie die Autorin Ayn Rand (1905 – 1982) in den USA zur Heldin des Neoliberalismus wurde
Ständiger Begleiter
Eine Chronik des rechten Terrors von 1970 bis 2004
1946: Abgewählt, ausgedealt
Bei den US-Kongresswahlen verfangen Angriffe auf die von Präsident Roosevelt ermöglichten Sozialreformen. Die Demokraten scheitern, weil sie viel zu halbherzig agieren
Springer-Boss will Sputnik-Schock
Christoph Keese möchte die deutsche Wirtschaft revolutionieren. Seine Perspektive ist die des hiesigen Kapitals, das seine Felle davonschwimmen sieht
1956: Temporär verliebt
Durch den Aufstand in Ungarn werden viele junge Menschen in der Bundesrepublik politisiert. Manche rechnen sich später zu den 68ern. Revolutionäre werden sie nicht
"Ich habe einfach keine Angst"
Swetlana Gannuschkina kämpft in Russland für Geflüchtete – dafür legt sie sich auch mit dem Kreml an. Jetzt bekommt die 74-Jährige den Alternativen Nobelpreis