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Um der Staatsräson willen
Wenn Kanzlerin Merkel heute Israels Premier empfängt, muss sie dessen Siedlungspolitik öffentlich kritisieren. Es sei denn, sie will sich in der EU weiter isolieren
Deutsche Exportschlager
Die Debatte über Panzergeschäfte mit Saudi-Arabien zielt auf mehr Parlamentskontrolle. Es sollte besser um damit verbundene Ausfuhren von Macht und Technologie gehen
Mursis Macht
Der Präsident in Kairo nutzt die Gunst der Stunde zum innenpolitischen Machtausbau. Das ändert nichts daran: Für den Westen bleibt er momentan unverzichtbar
Operation Himmelfahrt
Die Bundesrepublik Deutschland will endlich auch als Militärmacht im Nahen Osten vor- und vorankommen. Ein Vorsatz mit riskanten Optionen
Schwarzer Dienstag
Die Euro-Finanzminister sind mit ihren Griechenland-Sondierungen über den toten Punkt nicht hinausgekommen. In einer Woche dürfte die Lage kaum besser sein
Hinein ins Vergnügen
Was ist Mali gegen Anatolien? Vor drei Wochen erst bewarb sich die Bundeswehr um einen Platz an der Sonne Nordafrikas. Jetzt gerät auch der Nahe Osten ins Programm
Auf der Suche nach Feinden
Mit seiner Gaza-Strategie tut Premier Netanjahu so, als habe sich das arabische Umfeld der Konfliktzone nicht verändert. Nun aber greifen Kairo und Tunis diplomatisch ein
Koste es, was es wolle
Im Umgang mit dem Schuldensünder gilt die permanente Drohkulisse offenbar als unverzichtbar. Was wäre eigentlich, wenn wir so viel kürzen müssten?
Auf Gegenmacht kommt es an
Ein historischer Moment für Europas Gewerkschaften. Von Belgien bis Griechenland gibt es Massenproteste gegen den Aufmarsch des Neoliberalismus und brachiale Spardogmen
Aus dem Vollen
Man habe nicht vor, den Westen zu kopieren, heißt es auf dem laufenden Parteitag in Peking immer wieder. Die neue Führung tut gut daran, bei diesem Vorsatz zu bleiben
Good Morning, Mister President!
Der imperiale Einfluss dürfte weiter schrumpfen. Doch wird Barack Obama die nächsten vier Jahre nicht als Konkursverwalter im Weißen Haus regieren
Es war nur ein Moment
Wer seit 1989 die USA regiert hat, muss viele Entscheidungen verantworten. Doch gibt es bei allen Präsidenten den Augenblick, in dem sich eine ganze Amtszeit spiegelt
Auf Kosten der anderen
Mit der Drohung eines EU-Austritts lässt sich in London politisch immer noch mehr anfangen als mit einem Austritt, egal wie viele Abstimmungen David Cameron verliert
Kräftiger Mann am Bosporus
Premier Erdogan hat sich selbst eine EU-Warteschleife von mindestens zehn Jahren auferlegt. Das riecht nach einem Abschied, zumindest einer Abkehr von Europa
Wir sind überall
Mit ihren Auslandseinsätzen bringt es die Bundeswehr seit 1991 auf eine ansehnliche, zugleich erschreckende Quote. Jetzt soll auch noch Mali ins Repertoire
Haircut beim griechischen Patienten
Es zeichnet sich seit längerem ab: Auch die öffentlichen Gläubiger Griechenlands könnten viel Geld verlieren. Ein Schuldenerlass wird immer unausweichlicher
Es grenzt an ein Wunder
Syrische Fronten drohen auch dem Nachbarland, das mit einer fragilen inneren Machtbalance leben muss. Ein militärischer Konflikt käme vor allem dem Iran ungelegen
Adieu, Chérie
Das deutsch-französische Verhältnis wird zu einer Partnerschaft ohne Parität. Paris sollte sich daher andere Verbündete suchen – am besten im Süden Europas
Prädikat systemrelevant
Die EU bekommt einen ideologischen Rettungsschirm. Mit ihrer tatsächlichen Bilanz hat das nur bedingt etwas zu tun
Fiskalunion oder -autokratie?
Kurz vor dem nächsten EU-Gipfel schockt Finanzminister Schäuble die Euro-Partner, weil er den EU-Währungskommissar zum Brüsseler Oberaufseher befördern will
Ermutigung der Entmutigten
Die EU wird durch das Nobelpreiskomitee für ihr Friedenswerk in Europa ausgezeichnet, obwohl es dabei Brüche gibt und die Zukunft im Ungewissen liegt
Viel missionarischer Eifer
Die Türkei könnte unversehens im syrischen Sumpf stecken, weil sie als Regionalmacht zu wenig Zurückhaltung walten lässt, wie auch der jüngste Luftzwischenfall zeigt
Ohne Skrupel, ohne Erbarmen
Da der Besuch von Angela Merkel viele Griechen nicht zu Freudentränen rührt, findet das Ereignis unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und dauert nur sechs Stunden
Vergeltung und Versuchung
Ankara hält die Zeit offenbar für reif, sehr direkt und sehr riskant in einen Konflikt einzugreifen, der ihr als Regionalmacht nicht entgleiten soll
Die Farbe Rot
Premier Netanjahu lässt kaum Gelegenheiten verstreichen, seine Meinung über den Umgang mit dem Iran kundzutun. Besonders gegenüber der US-Regierung wird er deutlich