Alles bewegt sich wieder
Die Ausstellung „Animismus“ in Berlin zeigt den Marxschen Fetischbegriff und Georg Lukács’ Rede von der „Verdinglichung“ als originelle Perspektiven statt als Erkenntnisse
Vor und nach Facebook
Die Erfahrung der ersten Web-Generation, dass man auch Infrastrukturen selber schaffen kann und muss, wird neu formuliert. Das zentrale Stichwort lautet Mesh-Netzwerke
Protest und Diskurs: Kreuzberg will kein Guggenheim-Lab
Berliner CDU- und SPD-Politiker stellen den Protest der Kreuzberger gegen das BMW-Guggenheim-Lab in die Ecke der Provokation und Intoleranz. Das greift aber zu kurz
Zarte Risse
Die fünfte Staffel der Erfolgsserie Mad Men ist gestartet. Wir schreiben inzwischen das Jahr 1966. Die Zeiten haben sich geändert - aber Don bleibt Don. Und die Frauen?
Willkommen beim Establishment
Rainald Goetz hat den Berliner Literaturpreis erhalten und wird die Heiner-Müller-Gastprofessur an der FU antreten. Bei der Verleihung las er auch aus seinem nächsten Roman
Queen of Schrott
Unsere Kolumnistin hat ernsthafte Anstrengungen unternommen, sich in das neue Madonna-Album zu verlieben. Vergeblich. Schluss machen will sie mit Madonna trotzdem nicht
Geld macht Liebe
Die Regisseurin Małgorzata Szumowska setzt in „Das bessere Leben“ Prostitution vorurteilsfrei in Szene. Der Film krankt jedoch am Blick auf die Ökonomie der Geschlechter
"Auge geht über Ohr"
Brauchen Jungs eine andere Erziehung als Mädchen? Der Psychologe Holger Schlageter sagt: Erst die Gesellschaft bringt Jungs zu einem Verhalten, das dann als Problem gilt
Ist da überhaupt noch auf?
Thomas Gottschalk steht mit seiner Vorabend-Talkshow in der Dauerkritik. Mit Zuschauern im Studio soll nun alles besser werden. Ein Besuch
Der Ton macht die Musik
Sven Regeners Wutrede gegen die Kostenloskultur im Netz hat hohe Wellen geschlagen. Trotzdem fehlt es der Diskussion bislang an Ernsthaftigkeit
Like a Slayer
Madonna begräbt mit ihrem neuen Album "MDNA" den guten, alten Pop. Die Welt erobern längst ganz andere in Benghazi, Istanbul oder Kairo
Brot und Spiele
Seit Doris Brandt einen Kinderwagen durch Hamburg schiebt, hat sie ganz neue Perspektiven auf die Stadt. Diesmal begegnet ihr ein Zirkusbau, der auch schon Asylheim war
Gegen das Getue um Bio-Enten
Holger Witzel karikiert in seinen Kolumnen Ost-West-Gegensätze bis zur Kenntlichkeit. Nun sind die „Pöbeleien aus einem besetzten Land“ in einem Buch gesammelt. Könnte Ärger geben
Steinmail für Dich!
Wann fing der Mensch an, sich durch Schriftzeichen zu verständigen? Vielleicht schon Zehntausende Jahre früher als gedacht, glauben zwei Forscherinnen
CW ... ungeklärt
In Café, Bus oder Bahn: Das Leben hat eben die besten Dialoge zu bieten. Immer montags gibt es im Alltag die Ausbeute der Woche. Heute: Nein sagen
Malen statt zahlen
Kann man wirklich nur mit Euro bezahlen? Von wegen, alternative Währungen florieren. Entlohnt wird nicht mit Geld, sondern lieber mit Bonuspunkten oder Kunst
Kreuzung am Ende des Tunnels
Auch wenn er am Ende kneift und den Hoffnungsjoker zieht: Wolfgang Fritz Haugs "Hightech-Kapitalismus in der Großen Krise" ist eine scharfe Analyse der Kapitalismuskrise
Major Fellner
Verführerisch ist wohl das richtige Wort: Der überaus gekonnte Wiener "Tatort: Falsch verpackt" verbreitet Freunde, weil er glaubhaft Lust an Spiel und Witz vermittelt
Der geht immer
Darth Vader lebt auch Jahre nach Ende der Star-Wars-Reihe weiter – als Hauptfigur in Werbespots. Toys'R'US lässt lässt ihn diesmal in Kopenhagen landen. Warum nur?
Zirkus mit einem Unbekannten
Alfred Otto Wolfgang Schulze war arm, aber ein durchaus bekannter Künstler unter dem Namen Wols. Die Bremer Weserburg widmet ihm eine Ausstellung: "Circus Wols"
Ein Leben ohne Papiere
Calais ist eine Anlaufstelle für viele Flüchtlinge aus Afrika. Ihren Alltag ohne Aufenthaltsgenehmigung zeigen nur wenige gerne. Diese hier haben es gewagt
Grüner Geist gibt auf
Die "Kommune" war einmal das inoffizielle Theorieorgan der Grünen. Seit sie eine ganz gewöhnliche Partei sind, wird die Zeitschrift nicht mehr gebraucht
Besinnungstheater für den Mittelstand
"Der demografische Faktor" im Schauspielhaus Köln ist ironisch gegeltes Format-Theater, ein bunter Abend gedanklicher Diarrhöe. Gut, dass wir drüber geredet haben
Warum schmeckt ein Gericht jedes Mal anders?
In der Küche möchten viele ganz präzise sein. Der Koch plädiert dagegen für mehr Gelassenheit – wahre Kochkunst sei von Exaktheit eben weit entfernt