Glückliche Geiseln
Zwei Romane erzählen von der Janusköpfigkeit des Spätkapitalismus, der lächelt, während er ausbeutet
„Nennt es Diwan“
Vor 20 Jahren gründete Nadia Wassef die erste moderne Buchhandlung in Kairo – ihre Geschichte erzählt von Selbstermächtigung und ist eine Liebeserklärung an Ägypten
Die Stille vor dem Schluss
In „Supernova“ will ein Demenzkranker die Kontrolle behalten. Bei aller Melancholie hat der Roadmovie auch etwas Tröstliches
Die Laune des Wetters
Fridays for Future im Roman: Nataša Krambergers „Verfluchte Misteln“ dokumentiert eindrücklich, wie eine starke Frau beginnt, die Zeichen der grünen Welt zu deuten
„Überleben“ von Tsitsi Dangarembga: Ein Schlachtfeld
Klasse, Hautfarbe, Gender: Darüber schreibt Tsitsi Dangarembga, die Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels 2021
#MeToo im Mittelalter
Ridley Scott erzählt in „The Last Duel“ einen mehr als 600 Jahre alten Justizfall – mit Parallelen zur Gegenwart
Sehr Tschick!
Angela Lehner rückt in ihrem grandiosen neuen Roman die Monate vor den Anschlägen in den Blick, „2001“ erzählt von Kids in Österreichs Provinz. Wieso das?
31 Sekunden Dreistigkeit
Die Länge eines Songs bestimmt darüber, ob er vergütet wird oder nicht. Einige wollen das System austricksen, andere nehmen es auf die Schippe
Und dann ein schickes Wunder
Die Netflix-Serie „Midnight Mass“ ist ein wunderbar gottloses, herausragend gefilmtes Werk, das religiöse Vorstellungen als das entlarvt, was sie sind
Steile Thesen
Als „Amateur-Ethnologen“ in Kamerun „sammelten“: Wie das Humboldt-Forum koloniale Gewalt verschleiert
„Crossroads“: Auftakt zu Jonathan Franzens „Hildebrandt“-Trilogie
Jonathan Franzen will in drei Romanen von drei Generationen einer Familie erzählen – und beginnt mit „Crossroads“ am 23. Dezember 1971. Eine sprachgewaltige, einfühlsame und psychologisch komplexe Familienerzählung
Nachfolge
Wer wird Nachfolger vom Nachfolger von Angela Merkel? Kann eine Frau „die“ neue Bond verkörpern? Familienbetriebe und Diktatoren klären so etwas unter sich. Unser Lexikon
Zu Angst gut tanzen
Helene Hegemann stilisiert Patti Smith nicht zur Ikone. Und das liest sich super
Neues aus Kaltenmoor
Alles in Martin Lechners „Der Irrweg“ ist skurril. Vielleicht sogar zu skurril?
Sondermarken
Briefmarken spiegeln ihre Zeit: Österreich hat eine in Maskenform herausgebracht (mit Schlaufen). Und ohne die Black Penny gäbe es den Onlineshop der Deutschen Post nicht
„Gentzen oder: Betrunken aufräumen“ von Dietmar Dath: Diese Gegenwart
Seine Kritiker werfen Dietmar Dath oft „Theoriehuberei“ vor. Das stimmt, ist aber auch toll
Nachtseite
Zürich hat bald das größte Museum der Schweiz. Doch die Sammlung Bührle ist heftig umstritten
Vier verschwimmt
Julie Delpy legt in „On the Verge“ das Modell „Sex and the City“ mit Frauen in Los Angeles neu auf
Blut, Sex und Autos
Julia Ducournaus „Titane“ ist großartiges, alle Grenzen überschreitendes Kino
Mit Hyperkapitalismus gegen EU-Grenzen
Während andere sich einkaufen, weist die Festung Europa Tausende Flüchtende ab. Mit einer außergewöhnlichen Aktion will das Peng!-Kollektiv diese Zustände aushebeln
Epikureische Enge
Eineinhalb Jahre lang waren die hedonistischen Tempel zu. Unser Autor besucht das wiedereröffnete Berghain
Flaue Power
Sibylle Bergs Außenseiter-Ballade „GRM Brainfuck“ ist eine Flut von Missvergnügen
„Bei ihm ist alles in Bewegung“: Nobelpreis für Abdulrazak Gurnah
Der tansanische Schriftsteller Abdulrazak Gurnah erhält die weltberühmte Auszeichnung in diesem Jahr. Sein Werk erzählt von Vertreibung, auch seiner eigenen
Von Scham überwältigt
Regisseur und Autor Sobo Swobodnik denkt in „Klassenkampf“ über die Unmöglichkeit des sozialen Aufstiegs nach