Der Job der Zukunft
Die Parole "Hartz IV abschaffen" führt nicht weit. Noch fehlt die Leitidee für eine gemeinsame Arbeitsmarktpolitik. Sie könnte Keimzelle eines neuen Projekts werden
Viele Verlierer
Der Streit um den Kandidaten Gauck hat die rot-rot-grüne Eiszeit auf Bundesebene verlängert. Das war so gewollt. Die Gegner eines Bündnisses werden frohlocken
Präsident der Panik
Wulff war der Kandidat einer Kanzlerin, die um ihr Amt fürchtete. Als Staatsoberhaupt repräsentiert er nun die Angst vor Veränderung
Nach dem Argentinazo
Die vier Tage der Feierlichkeiten zur 200-Jahrfeier waren auch Tage des Waffenstillstands in den alltäglichen Schlachten, die seit dem sozialen Aufstand von 2001 andauern
Ungeschickter als Clouseau
Die Inkompetenz, die Russlands Geheimdienst nun bewiesen hat, würde Hollywood-Satiren zur Ehre gereichen. Gefährdet sind die Beziehungen Russlands zum Westen aber nicht
Treuer Freund des Kapitalismus
Fußball hat nur ein Ziel: Er soll die Menschen von fundamentalen politischen Missständen ablenken
Unsichtbare Götter
Wie lernen wir Geschichte? Tilsa Otta erinnert sich an kein einziges Datum einer Schlacht. Aber an die "Vladivideos" unter Fujimori und an Maxi, deren Leben von der Vergangenheit ihres Landes gezeichnet ist
"Gauck hat bewiesen, dass er lernfähig ist"
Der Schriftsteller Navid Kermani darüber, warum er den rot-grünen Bundespräsidentschafts-Kandidaten wählt, und warum dieser sich mehr Pathos erlauben darf, als ein Literat
Ein ordentlicher Brocken Geld
Das spannendste neue Konzept zur Bekämpfung der weltweiten Armut hat nicht mit Gipfeltreffen oder dem Bau von Wasserkraftwerken zu tun, sondern mit Kung-Fu-Filmen
Piraten mit Lizenz
Underground von Londons Dächern: Mit "Rinse FM" wird die größte und einflussreichste Pirate Station der letzten anderthalb Dekaden legalisiert
Fest im Griff eines Deliriums
Trainer Marcello Lippi geht, Premier Silvio Berlusconi bleibt. Italiens WM-Pleite könnte trotzdem den Niedergang des regierenden Rechtsblocks beschleunigen
"Lächerliche Leistung der Abwehr"
Schluss mit Panzern und Blitzsiegen: Nach der Pleite gegen das deutsche National-Team beendet auch England den Zweiten Weltkrieg
Das erste Beatles-Mashup
Die Sechziger Jahre als Goldenes Zeitalter und als Pop-Gefängnis: Die Cut-and-Paste-Collage der Residents ist ein düsterer Liebesbrief an die Fab Four
Sisterhood is Power
Frauen auf der Bühne: "Lilith Fair Tour" schickt ausschließlich Frauen auf Tournee. Obwohl das Festival-Konzept in den USA kritisiert wird, fehlt ein solches in Europa
Neue deutsche Friedfertigkeit
Militär und Krieg sind keine Vehikel staatspolitischer Bewusstseinsbildung mehr. Das lässt sich nicht nur der aktuellen Strategie-Debatte über Afghanistan entnehmen
"Operation Lilie"
Als das postsozialistische Regime des Präsidenten Iliescu 1990 erste freie Wahlen nach Nicolae Ceausescu gewann, reagierten die Bürger in Bukarest mit Aufruhr
Eine Messe ist eine Messe
Kunst ist, was in weiße Kojen passt – die weltgrößte Kunstmesse Art Basel will mehr sein, als eine Verkaufsveranstaltung und doch geht's vor allem um eines: das Geld
Die Scheinwirtschaft
Die Unis sprechen verstärkt die Sprache der Ökonomie, in seinem Buch "Wir sind doch nicht blöd" hat sie Clemens Knobloch scharf analysiert
Ein Lichtspiel geht auf
Im Norden der Westbank bauen Freiwillige ein Kino wieder auf und geben der Stadt Jenin damit eine Bühne für mehr Kultur
Die Basis des Wandels
Ein neues gesellschaftliches Projekt wie Rot-Rot-Grün braucht Zeit – und die Einbeziehung seiner Kritiker
Pappkartons voller Träume
Der keltische Tiger wird zur streunenden Katze, seit die Regierung in Dublin ihre Sparleidenschaft entdeckt hat und nicht mehr viel für die Konjunktur tut
Der Szenegegenkönig
Vor 20 Jahren starb der Künstler „Matthias“ BAADER Holst unter einer Straßenbahn in Berlin. Zwei Bücher und eine Ausstellung erinnern an ihn
Sieh, das Gute liegt so fern
Marie NDiaye ist eine der aufregendsten Schriftstellerinnen Frankreichs. Ihr neuer Roman erzählt von Europa und Afrika
Diener in Reserve
Der Bundespräsident ist machtlos. Aber wir brauchen einen Verfassungshüter für den Krisenfall. Die Rufe nach einer nationalen Führungsfigur brauchen wir dagegen nicht