„Wir waren die AYBs – die Angry Young Blacks“
In den 80ern arbeitete eine Gruppe junger Schwarzer Künstler*innen gegen den Rassismus in Thatchers Großbritannien an – und stieß auf erbitterte Widerstände. Heute hängen viele ihrer Werke in der Tate Britain
Diplomatie
Warum der Westen an diplomatischen Urtugenden festhalten sollte, eine Schalmei ein Affront sein kann, Ping-Pong entspannt und Christian Schwochows neuer Politthriller sehr sehenswert ist. Unser Lexikon
Peter Zadek tobt – warum ist das „zum Niederknien“?
Der Theaterroman „Sein oder Nichtsein“ von Klaus Pohl begeistert die Szene. Dabei ist er vor allem eins: Ein Plädoyer für Psychoterror
Der Sound der 70er
Paul Thomas Anderson zeigt in der Boy-meets-Girl-Geschichte „Licorice Pizza“ die Kraft der Musik
Der Wilde Westen 2022
Zugräuber in den USA erbeuten neuerdings Amazon-Pakete. Warum das Phänomen perfekt in diese Zeit passt
Raumschiff als WG
Hohe Umsätze an den Kinokassen und immer neue Stoffe: Science-Fiction boomt – auch dank der Experimentierfreudigkeit der Streamingdienste
Ultraschall Festival 2022: Angst, zu sein
Kann die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine gelingen? Eine Roboter-Oper und das Ultraschall Festival in Berlin geben unterschiedliche Antworten
Ein bisschen wie ... Silbermond
Die neue Tocotronic-Platte „Nie wieder Krieg“ ist anders anders als die zwölf Alben davor – das weckt Melancholie
Hohelied der Niedertracht
In „Nightmare Alley“ gerät ein Wahrsager an eine raffinierte Psychiaterin
Hyper-Pop und Kritische Theorie
Zwölf Vorstellungen ausverkauft, vor der Premiere. Wie „Porno mit Adorno“ dem Publikum in Zürich ein ultradichtes, sinnentleerendes Spektakel präsentiert – und damit passend unsere kaputte Welt imitiert
Serge, Nana und Jean
Yasmina Reza schickt in ihrem neuen Roman drei jüdische Geschwister auf eine Gedenkreise nach Auschwitz
Die Schreibtischtäter
Der ZDF-Film „Die Wannseekonferenz“ hält sich strikt an das damalige Protokoll. Doch es bleiben Lücken
Zivil und pervers
Posthum erscheint David Graebers „Neue Geschichte der Menschheit“. Es ist ein kühnes, geradezu größenwahnsinniges Buch
Der Kontrastmittler
Matthias Brandt kehrt nach 20 Jahren zurück auf die Bühne. „Sachte, sachte“, will man ihm fast zurufen, so hart packt er Max Frischs „Mein Name sei Gantenbein“ dort an
Herr Faust muss weg
Goethe, Schiller und Shakespeare sind ständig unter den meistinszenierten Stücken, gern modernisiert mit Geschlechtertausch. Aber was erzählen wir uns da eigentlich?
Barfuß im Wald
Die Serie „Yellowjackets“ ist sehr viel mehr als ein „Herr der Fliegen“ mit Frauen
Ein Blick auf den Urin reicht
Agnieszka Holland erzählt in „Charlatan“ die ambivalente Karriere des tschechischen Naturheilers Jan Mikolášek
Aufgabe verfehlt
Journalist*innen werben mit ihren eigenen Gesichtern für das Impfen – warum das nicht zu ihrer Rolle als Vierte Gewalt passt
Kein Haus für alle
Fünf Jahre nach der Eröffnung ist vom geplanten Weltruhm wenig zu sehen, Vorstellungen begeistern vor allem das solvente Bürgertum aus der Umgebung. Und trotzdem ist das Konzerthaus für Überraschungen gut
Ist das der wahre Sex des Alters?
Unsere Kolumnistin besucht eine Ausstellung des Fotografen Harald Hauswald und wird nostalgisch, denn schon der Titel „Voll das Leben!“ verspricht mehr als das ganze Jahr 2022
An jeder Note die Krallen geschärft
Ronnie Spector ist tot – ihr Vermächtnis ist schon heute in sämtlichen Genres der Popmusik zu hören
Teenies gegen Omas
Jede Generation hat ihre Geschmäcker, aber nicht alle sind gleich viel wert. Ganz unten in dieser Hierarchie sind ausgerechnet die, die das Kulturleben tragen: Frauen über 40
Hörsaal, frisch gebohnert
An den Universitäten lassen sich die Veränderungen unserer Gesellschaften wie in einem Brennglas beobachten
John Heartfield: Jenseits von Dada und diesseits von Agitprop
Ist es möglich, zugleich Künstler und politischer Aktivist zu sein? Die Antwort muss immer wieder John Heartfield geben. Sein Name wurde zur Metapher für das spannungsreiche Verhältnis zwischen engagierter Kunst und der politischen Linken