Weimarer Republik
1989: Deutsche Karriere
Bernhard Wicki erzählt in seinem Film „Das Spinnennetz“ die prophetische Parabel vom Aufstieg des Leutnants Lohse in rechtsradikalen Zirkeln der Weimarer Zeit
Fortschritt
Gregor Gysi denkt über den Unterschied von konservativ und reaktionär nach
Wer ist rechts vom Bürger?
Wer die AfD nicht als bürgerlich bezeichnen will, vergisst, dass sie von Bürgern gewählt wurde
1999: Dosierte Demokratie
Nach einer letzten Sitzung in Bonn zieht der Bundestag nach Berlin um. An seinem Bedeutungsverlust seit den 1950ern ändert das nichts
„Die Wohnungen wurden verscherbelt“
Die Enteignungsdebatte nimmt Fahrt auf. Ralf Hoffrogge von der Initiative "Deutsche Wohnen & Co Enteignen" erklärt die historischen Wurzeln der Vergesellschaftung
1919: Strafe muss sein
Der Versailler Vertrag gibt Deutschland die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg. Es verliert Gebiete, muss massiv abrüsten und Reparationen zahlen
Der falsche Gegensatz
Wer die Gefahren der "illiberalen Demokratie" bannen will, darf nicht auf den Liberalismus hoffen. Man muss zu den Wurzeln des Politischen zurück, meint Srećko Horvat
1919: Große Koalition
In Köln wird die Novemberrevolution durch ein Bündnis zwischen Konrad Adenauer und der von Wilhelm Sollmann geführten SPD abgewürgt. Sie ergänzen sich bestens
Erst nur Geplänkel
Wie kam es zur Brutalisierung im Winter und Frühjahr 1918/19? Der Historiker Mark Jones findet neue Antworten
Mehr Faschismus wagen?
Gerade den Genossen sollte bewusst sein, dass für Demokraten irgendwann eine rote Linie überschritten sein muss, die nach Konsequenzen verlangt
Geschichte wird gemacht
Die Partei, die sich mit ihrer Tradition schmückt, löst ihre Historische Kommission auf
Dokumente einer versiegelten Zeit
Die Retrospektive der Filmfestspiele will das Weimarer Kino entdecken, während das Bundesarchiv ein Onlineportal annonciert
„Etwas Neues muss her“
Der Historiker Manfred Gailus fordert ein architektonisches Sühnezeichen in Potsdam anstelle des Wiederaufbaus der Garnisonkirche
Historie, hartgekocht
„Babylon Berlin“ erzählt das Ende der Goldenen Zwanziger als Fernsehkrimi der typisch deutschen Art
1917: Der kurze dritte Weg
Als die Reichstagsfraktion der SPD fortgesetzt Kredite für den Ersten Weltkrieg bewilligt, verweigert sich eine innerparteiliche Opposition und gründet in Gotha die USPD
1917: Reise in den Umsturz
Im plombierten Waggon fährt Lenin durch Deutschland, weil in Russland die Revolution ruft. Für das Reich gilt das Prinzip: Der Feind unserer Feinde ist eine Passage wert
1918: Hindenburgs Gift
Die „Dolchstoßlegende“ lastet die Schuld an der deutschen Kriegsniederlage der Revolution an, die zur Ausrufung der Weimarer Republik geführt hat
1933: Kohlenanzünder
Im Reichstagsbrandprozess werden die Urteile gefällt. Dass sie nicht so ausfallen, wie die NS-Führung das will, hat auch mit dem damals kursierenden Braunbuch zu tun
Braunbuch, van der Lubbe und Oberfohren
Vor 83 Jahren geht in Leipzig der Reichstagsbrandprozess anders zu Ende, als von der NS-Führung gewollt. Statt der geforderten fünf gibt es nur ein Todesurteil
1926: Königliche Hoheit
Der arbeitslose Harry Domela gibt sich als Wilhelm von Preußen aus und narrt Adlige wie Großbürger. Seine Memoiren geraten zum unsentimentalen Porträt der 1920er Jahre
1926: Atempause
Deutschland wird Mitglied im Völkerbund. Eine Neuordnung der internationalen Beziehungen nach der noch nicht bewältigten Katastrophe des Weltkriegs scheint möglich
1916: Patron sucht Partner
Vor 100 Jahren erlaubte es Kaiser Wilhelm II., die Inschrift „Dem deutschen Volke“ am Reichstag anzubringen. Der Kriegsverlauf zwang ihn zur pseudodemokratischen Geste
Zwirbelbarts Traum
Das Berliner Olympiastadion verbinden viele mit dem Jahr 1936. Wilhelm II. plante schon 1916 ein Sportspektakel am selben Ort
1996: Der Spielverderber
Das Buch des amerikanischen Soziologen Daniel Goldhagen „Hitlers willige Vollstrecker“ stößt in Deutschland auf teils vehemente Ablehnung und sorgt für viel Unbehagen