Columbus

Händler&Helden mbH

Kommentare

portrait
20.05.2012 | 13:21 Uwe Theel
@ Monsees Weil Sie nach Theorie fragten: Hume hat den Übergang vom Sein zum Sollen als nicht kontinuierlich, quasi naturwüchsig gesehen, sondern darauf bestanden, dass es jeweils normativ zu entsche...
portrait
22.05.2012 | 00:15 Columbus
Wenn Sie mit Hume moralische Urteile fällen wollen, Herr Monsees, dann müssen Sie sich eben der Alternativen dieses Sollens stellen, das nicht aus einem Sein sich herleitet. Dazu sind Sie aber nicht bereit, obwohl ich Ihnen doch hingeschrieben habe, wie Hume ihre Fragen rund um Muslime anginge. Wenn Sie nun aber konsequent zu jedem positiven Sollenssatz sein Negativum dazu schreiben und dann die Alternativen abschätzen, kommen Sie, ganz streng nach Hume, zu einem ethischen Urteil, das nicht, bzw. wenig von einem Sein abhängt. Aber Sie sind dazu genötigt, wenn Sie überhaupt behaupten wollen eine Moral, also Vorstellungen von einem Sollen zu haben, dieses zu begründen! Da führt kein Weg daran vorbei, dass Sie, wenn Sie sich für eine der möglichen Varianten entscheiden, Sie dafür eine allgemein vermittelbare und einsehbare Begründung liefern müssen, die nach Hume übrigens auch in dem Satz bestehen kann, "Ich kann Sie nicht leiden, riechen, ertragen, ihr Anblick stört mich, etc." Sie sehen also, wie wichtig es ist, sich nicht aufzublasen und mit einem Hume Zitat um sich zu werfen, wenn das für Ihre Ausführungen zur Moral, die auch einmal keine ausreichende Begründung in einem Sein findet, gar keine Rolle spielt. Im Grunde missbrauchen Sie das Hume-Zitat, weil Sie seine Unterscheidung, die durchaus hilfreich ist, gar nicht verstanden haben, oder aber die Konsequenzen nicht nennen möchten. Beste Grüße Christoph Leusch
portrait
17.05.2012 | 22:21 Columbus
Lieber Herr Monsees, Sie müssen sich beim Sein und Sollen, sonst werden Sie doch Hume nicht gerecht, immer auch die Negation dazu denken und hin schreiben! Wenn es also heißt, „Die Muslime gehören ...
portrait
20.05.2012 | 00:47 Columbus
Lieber Herr Monsees, Leider nutzen Sie jetzt nur eine sehr einfache Möglichkeit von der ersten Herleitung der Moralprinzipien auf Beispiele auszuweichen. Ich dachte ja, Sie als erklärter Atheist schätzen an Hume seine Glaubensferne in Bezug auf Moralregeln, und meine Hinweise bezogen sich darauf, dass mit Hume eben der Gegensatz die Muslime gehörten nicht zu Gegenwart Deutschlands, an seinen praktischen Implikationen scheitert. Hume glaubte nicht an die vernunftmäßige Ableitung von moralischen Prinzipien. Er wusste, dass emotionale Komponenten, bis hin zu "gehört nicht zur Familie", "kann ich nicht riechen", eine große Rolle spielen. Was aber Hume fordert, das ist eine Prüfung der gesellschaftlichen Moralgrundsätze, an den möglichen Folgen der Entscheidungen. Wer dazu nicht bereit ist, der muss aus seiner je eigenen Realität zum Vorurteil greifen, weil er dann nur für sich und seine enge Lebenswelt eine Moral entwickelt. Ob er das aus einem subjektiven Bedrohungsgefühl, gar aus einem Überlegenheitsgefühl oder aus dem Grunde, weil er sich dann näher an der Erfüllung seiner innersten Wünsche sieht, tut, das ist in der Denke Humes unerheblich. Wer aber die Konsequenzen seiner persönlichen Lebenswelt-Moral nicht prüft, der läuft Gefahr mit den Mitteln der anderen die diese Lebenswelt gar nicht anerkennen, nach dem Prinzip "So du mir, so ich dir" konfrontiert zu werden. Das ist aber ein Zustand den wir endgültig seit dem Nachkrieg überwunden haben sollten, auch wenn durch unsere Straßen immer noch ein paar radikale Salafisten und ein paar durchgeknallte Rechte, einschließlich ihres Wutbürgeranhangs, ziehen. Wenn Sie mit Hume anfingen, dann ist das natürlich nicht sehr geschickt, wenn nun ein Hume aus Duisburg-Marxloh eingeführt wird, der sich als "Praktiker" ausgibt, obwohl der die Implikationen seiner persönlichen Moral gar nicht erklärt hat. Beispiele dieser Art haben immer eine unangenehme Eigenschaft, die dann eintritt, wenn das Beispiel verallgemeinert werden soll. Sie selbst führten das ja an. Sobald jemand sagt, für ihn gehörten Muslime nicht zur deutschen Lebenswelt, muss er damit rechnen, man rechne ihn zur radikalen Rechten, die jede Woche in Deutschland Straftraten gegen Mitbürger begeht. So aber handeln "wir" mit den Beispielen der Muslime, die z.B. mit Messern auf Polizeibeamte los gehen, die tatsächlich die Einführung der Scharia in Deutschland wünschen, etc. Das Pars pro toto- Argument funktioniert in jegliche Richtung und es funktioniert am Besten dann, wenn tatsächlich kein festes moralisches Fundament vorhanden ist, das davor schützte, aus "Fällen" ganz einfach und subkjektiv Eigenschaften ganzer Gruppen und bestimmter Mitbürger zu machen. Dafür lässt sich Hume aber nicht als Argument nutzen. Beste Grüße Christoph Leusch
portrait
17.05.2012 | 22:21 Columbus
Lieber Herr Monsees, Sie müssen sich beim Sein und Sollen, sonst werden Sie doch Hume nicht gerecht, immer auch die Negation dazu denken und hin schreiben! Wenn es also heißt, „Die Muslime gehören heute zu unserer Lebenswelt dazu.“, in jener schlichten Sprache unserer Kanzlerin, dann müssen Sie erst einmal den logisch korrekten Gegensatz dazu bilden. Der lautete dann: „Die Muslime gehören heute nicht zu unserer Lebenswelt dazu.“ Überprüfen Sie nun zuerst die Faktizität der beiden Sätze. Nun können Sie ihre persönlichen Sollens-Sätze bilden: Ich (wir) erklären: „Die Muslime sollen heute zu unserer Lebenswelt dazu gehören.“ Ich (wir) erklären: „Die Muslime sollen heute nicht zu unserer Lebenswelt dazu gehören.“ Das ist der wesentliche Unterschied! Hume meint, dass aus dem Sein sich nicht einfach ein Sollen ableiten lasse. Das sind, wie ihr Zitat zeigt, tatsächlich unterschiedliche Dinge. Das Sollen ist ihm eine Deklaration, die aber verstandsmäßig in ihren Folgen begriffen werden kann. Überprüfen Sie nun aber, welcher der Sätze, angesichts der Faktiziät, die Sie oben überprüft haben, ein Sollen liefern könnte und dann können Sie sich auch dazu auslassen, welche praktischen Konsequenzen die jeweilige sittliche Entscheidung, die nun zur Grundlage ihres Sollens und dann Wollens machen möchten, real hätte. Was Sie, oder jene faktisch tun sollen die Sie ermächtigen, damit ihre Wahl, ihr Wille sich dann verwirklicht, sollten Sie mitteilen, damit man sich darauf einstellen kann und nicht andere Menschen, mit Hume gedacht, verstandsmäßig misstrauisch werden was Sie so vorhaben. Das wäre spannend und führte dazu, sich tiefer um den Zusammenhang von Sein und Sollen Gedanken zu machen. Denn selbst mit Humes Ansicht, dass moralische Grundsätze nur aus dem Grad an Freude, bzw. am Grad der Vermeidung von Unwohlsein und Leid, sowie an den Menschen der uns jeweils nächsten, gerade zugänglichen Lebenswelt und den Gefühlen ihr gegenüber abzuleiten seien, sie dazu auch noch einen hohen Grad an Zufälligkeit mit sich führen, also er sich keine göttliche und keine vernunftmäßige Ableitung der Moral vorstellen kann, bleibt die brennende Frage nach den praktischen Konsequenzen der Entscheidungen, die andere Menschen sehr wohl verstehen und sich danach dann, ihnen gegenüber, anderen gegenüber, entsprechend ausrichten. Kant hätte noch angemerkt, dass das einzige Wesen, das zu einer sittlichen Entscheidung imstande ist, der Mensch, überhaupt in einer Situation, in einem sittlichen Gesellschaftsvertrag, gedacht werden muss, in dem er als Zweck an sich, d.h., so wie er ist, unhinterfragbar bleibt. Das nennt man dann das Sittengesetz der Aufklärung, die goldene Regel, den einzig tragfähigen Boden der Gesellschaft, usw., usw. Nachdem Sie das verstanden haben, dürfte auch klar sein, dass das "nicht" ihres Beitrags gar nicht aus der vermeintlichen Anerkenntnis der Scharia in Deutschland abzuleiten ist. In Frankreich würde man sagen, das laizistische Sittengesetz, die vernünftige Basis des Staates, geht jedem theologischen, glaubensmäßigen Gesetz oder Brauch, auch dem christlichen, voraus. Nicht um diese Glaubenssätze und weitere, unter Umständen tradierte, sittliche Regeln zu diskreditieren, sondern um den Einzelnen vor deren Zugriff dann zu schützen, wenn er das wünscht und die Ausübung der Glaubensgrundsätze zu einer Verletzung seiner Rechte und Freiheiten, oder der anderer Bürger führte. Ich glaube aber, dass Sie sich da aus Bequemlichkeit und Scheinkenntnis auf Hume bezogen haben, um eine der meistdiskutierten Debatten, die übrigens immer mit solchen rhetorischen Scheinklugheiten beginnen, anzustoßen. Sie können doch gleich loslegen und sagen, was Sie denn nun vorschlagen. Wie soll es weiter gehen, mit Deutschland und den Muslimen, in den beiden Fällen, die mit diesem Humezitat im Gepäck, möglich sind? Auf denn! Schönen Feiertag Christoph Leusch
Kommentar zu

Die heiligen Familien

Politik | 16.05.2012 | 15:30 Rudolf Walther
portrait
17.05.2012 | 02:49 Columbus
Lieber herr Walter, Die Seite in der Print-Ausgabe des dF und ihre knappen, aber informativen Texte zu den wichtigsten Ministerkandidaten heben sich löblich ab, von dem was sonst so zu lesen war. Trefferquote übrigens 5 1/2 ( Valls machte das Rennen), was die Minister und den Premier angeht. Wenn auch die Überschrift zu "Ségo", >>Die ehrgeizige Ex-Frau<<, doch ein wenig unterschlägt, wie sehr sich diese Langfristdenkerin der PS einbinden ließ. Sie hielt ihrem Ex nicht nur die politische Treue, sondern redete weniger geschwollen als zu früheren Zeiten, mitreißend und ersichtlich vom eigenen Wahlkampf ergriffen. An der Bastille, am Abend des Sieges, folgte ihr Glanzstück. - Hut ab, vor dieser Frau! Sie und Aubry, wurden derzeit nicht mit Ministersesseln belohnt. Ich glaube die beiden kommen ohne solche Ämter aus und werden noch sehr wichtig in der anstehenden kurzen Kampagne um die Nationalversammlung und dann in der Organisation des großen Mandatebündnisses. Die übrigen 18 Minister des ersten Kabinets Hollande mit dem Premier Ayrault, werden unter folgendem Link zu Radio France, mit Bild und kurzen Erklärungen für die Auswahl vorgestellt: www.franceinfo.fr/politique/le-nouveau-gouvernement-version-interactive-616485-2012-05-15 Interessant sind je Minister-Posten (+1Staatssekretär) für die Grünen (Cècile Duflot, für die versprochenen Wohnungen, Wohnungsbau, Angleichung der Lebensräume, Infrastruktur; und ein wichtiger Posten für die radikale Linke aus Übersee, Christiane Taubira (Justiz und Siegelbewahrerin, hat sicher die Aufgabe die Polizeigesetze und die Vorgehensweise der Strafverfolgung gegenüber Immigranten neu zu justieren), aus französisch Guayana. Beste Grüße und weiter Christoph Leusch
portrait
15.05.2012 | 21:25 hardob
Danke für diesen Artikel. Wenn ich mich manchmal gruseln will, dann lese ich nichts von Steven King oder ähnlich Gestricktes. Ich lese dann Kommentare in der Zeitung mit dem dahinter gesteckten klug...
portrait
16.05.2012 | 13:01 Columbus
Eine Sache, Hardob, hat tatsächlich einen Hintergrund. Ayrault wurde verurteilt, weil er als Bürgermeister eine öffentlich unterstützte Stadtzeitung, samt üppigem Etat, ohne Ausschreibung und Wettbewerb an einen befreundeten, ihm und der PS nahestehenden Organisator vergab. Er wurde verurteilt und nach fünf Jahren, wie das unter französischem Recht, bei entsprechender positiver Prognose üblich ist begnadigt, was in Frankreich, bei dieser Art Schuld und Urteil, auch die Löschung aus dem Strafregister mit sich bringt. Sonst hätte er seine Karriere kaum fortsetzen können. Beste Grüße Christoph Leusch
portrait
16.05.2012 | 11:20 Jaques
Merci beaucoup - je pense "... le jour de gloire est arrivee..." als ich den Artikel las ;-) Vielleicht hat M le president ja Glück und kann das verwirklichen. Es klingt gut,allerdings ja, viel zu sc...
portrait
16.05.2012 | 12:55 Columbus
ad aques schrieb am 16.05.2012 um 11:20: So ist es, Jaques. Ich bin ja nicht naiv. Aber Hollande und die PS haben sich über die 16 Jahre ihrer Abstinenz von der Macht wirklich Gedanken gemacht, die sich z.B. im kleinen, aber wichtigen Regionalismus auch bewährten. Sie haben das getan, was sich für eine linke Partei gehört, nämlich programmatisch orientiert und pragmatisch zugleich, gearbeitet. Was ich Hollande und seiner Partei hoch anrechne: Sie beschreiten nicht den Weg des Populismus, der die Franzosen in solche die nach Farbe, Herkunft und sonstigen äußerlichen Merkmalen passen und solche die so nicht "aussehen" unterteilen, sieh halten die Tradition Frankreichs hoch, dass es keinen wichtigen politischen Platz geben kann für jene die die Bürger auf dem Boden Frankreichs nach Merkmalen teilen wollen. Der Staat ist das höchste Gut aller Franzosen und er ist nicht für eine Klasse da. Das sind die Tugenden der Republik und sie sind derzeit bei der PS und Hollande besser aufgehoben, als bei der Rechten. Das beeindruckt und unterscheidet sich wohltuend von dem, was in den letzten Jahrzehnten, unter dem Eindruck der Wirtschafts- und Finanzkrise, in so vielen andere europäischen Länder politisch sich durchsetzte. Gleichzeitig sind es, soweit ich es beurteilen kann und ein wenig habe ich über Hollandes Team und seine Partei ja doch lesen können, kluge, gebildete, teils auch junge und entschiedene Leute, die nicht gleich weglaufen, wenn es schlecht steht und das eigentliche Motto von "Ségo", die aus vielerlei Gründen nicht gegen "Sarko" Präsidentin werden konnte, umsetzen: "Desirs d´avenir". Ohne einen gewissen Willen, auch ein wenig an eine zunächst nicht möglich erscheinende Wandlung zu glauben, geht es nicht, und wenn ein wenig geht, dann geht, so hoffe ich, bald auch noch mehr. Beste Grüße Christoph Leusch
Kommentar zu

Wie schwer Kritik fällt

Kultur | 15.05.2012 | 15:30 Katrin Schuster
portrait
15.05.2012 | 19:39 Columbus
Liebe Frau Schuster, Ihre Zusammenfassung dessen, was die ehrenwerten Kollegen und Publizisitk-Dozenten für die Otto-Brenner-Stiftung, nun schon in der zweiten "Expertise" über die "BILD"-Zeitung ber...
portrait
16.05.2012 | 00:40 Columbus
Ich bin ja hier in dieser Frage auch ein wenig ein Kommentar-Hansel, Frau Mohnen. Es sind so einige Ungereimtheiten in meinem Statement. Besser hätte ich von den politischen Rapunzel-Flechtzöpfen und Dutts geschrieben, als vom armen Gretchen und es ist übertrieben von "fast überall" zu schreiben. Stimmt. Das letzte Presse-Jahr hatte es aber in sich. Bedenken Sie nur, dass eine der wichtigsten und auflagenstärksten (Qualitäts)Zeitungen Deutschlands, eine direkte Konkurrentin unseres Blattes, mit sieben Buchstaben am Kopf, sich auf einen Deal mit dem beliebtesten Politiker Deutschlands einließ und dafür sogar mit ihm in ein Londoner Stundenhotel zog. Bedenken Sie, dass selbst in den besten Feuilletons Rezensionen bekannter Leute von deren Bekanntschaften und Autorenpartnern geschrieben werden. Bedenken Sie, dass selbst Qualitätszeitungen Schwierigkeiten haben, die konsumnahen Seiten ihres Schaffens von den Verlockungen der Werber dieser versch. Gewerbe frei zu halten und die Abgrenzung Redaktion zu Werbung gefährlich oft nur mehr durch ein sehr keines "-Anzeige-" , das man fast mit der Lupe suchen muss getrennt findet. Besonders die Autoseiten, das obligate Reiseteil und dann die, nach und nach eingeschobenen Extras, zu Bauen und Wohnen, zu Produktpräsentationen, zu Geld und Versicherungen, sind doch mittlerweile sehr stark von den Begriffen der Marketing-Wirtschaft der jeweiligen Branchen durchsetzt. Ich bin ja der Meinung, dass sich Journalismus daran entscheidet, ob man für dessen Unabhängigkeit bedingungslos streitet. Das ist für mich fast noch wichtiger, als ein ausgewogenes und vielleicht heute von vielen Zeitgenossen als langweilig empfundenes Urteil. Z.B. reißt doch die Marotte nicht ab, dass z.B. die Feuilletons der deutsche Filmkritik zu den Blockbustern der Traumfabriken unisono die gleichen, stinklangweiligen "Slot"-Interviews bringen. Da findet eine solche Vorkonditionierung statt, dass gar nicht mehr unabhängig berichtet werden kann. Selbstverständlich denken ich ja immer noch, dass gerade diese kleine Zeitung hier, sich die Mühe gibt, obwohl ihre Vorbedingungen schlechter sind, als die der verbliebenen Großen des Gewerbes. Daher ist es mir ja auch wichtig, nicht die Journalisten in die Tonne zu treten und ich muss Ihnen Recht geben, der Eindruck könnte entlang meines Kommentars entstehen. Erschreckend in dem Expertise-Text aus der Otto-Brenner-Stiftung ist der von Frau Schuster sehr gut getroffene, resignative Ton. BILD fand zum Journalismus, als die andere Strategie, nämlich eine langjährige Partner- und Patenschaft mit einem potentiellen Kronprinzen der Politik nichts mehr brachte. Das ist zu spät und dazu auch nur instrumentell. Leider hat es auch keine Kontinuität, den BILD pflegt seine alten Praktiken vornehmlich gegen Leute, die sich nicht mit Fachanwälten und anderem Druck wehren. Wulff war da eher untypisch und ungeschickt, was ihn letztlich zu Recht sein hohes Staatsamt kostete. Unentschuldbar bleibt für mich das Vorgehen des Chefredaktuers der ZEIT, der zwar zerknirscht ein paar Stilfehler einräumte, aber seine Planabsicht, nämlich einem Politiker den man selbst für fähig hält eine formidable Rückkehrbühne zu bauen und gleichzeitig einen Scoop zu landen, für gut hielt. Beste Grüße Christoph Leusch
Kommentar zu

Wie schwer Kritik fällt

Kultur | 15.05.2012 | 15:30 Katrin Schuster
portrait
15.05.2012 | 19:39 Columbus
Liebe Frau Schuster, Ihre Zusammenfassung dessen, was die ehrenwerten Kollegen und Publizisitk-Dozenten für die Otto-Brenner-Stiftung, nun schon in der zweiten "Expertise" über die "BILD"-Zeitung berichten, passt in den dF. Denn dieses kleine Wochenblättchen kämpft mit den gleichen Schwierigkeiten die schon länger auch die anderen Qualitätsmedien erfasst hat, die "BILD" aber schon lange und intensiv befriedigt. Das Publikum will eine andere Qualität auch im Politischen, und längst haben sich das Journalisten und Politiker zu eigen gemacht und schließen mündliche Verträge, bzw. wenn sie z.B. aus Niedersachsen vom Viehmarkt kommen, Handschlag-Abkommen. Ob nun die offenen Haare der Gretchen in der deutschen Politik gezeigt werden, ob es zum literaturrecherchierten Reportagefiktionalismus in den Hobbykellern der Politik geht, ob die Grillspieße sich ausreichend in der Uckermark drehen und das Grillgut nebst Bierchen auch dem Reporter schmeckt, ob der Seehofer-MP einem C-Parteienfreund Röttgen persönlich oder über die BILD-Zeitung die Meinung sagt, ob ein Hochtzeitskleid zum Parteitag uns die ungebührliche Schönheit der Politik vor Augen führt, die Trennung zwischen Geschäften auf Gegenseitigkeit, journalistischer Arbeit und dem Meinen, das auch das Lesepublikum und das Bloggoversum ganz gut hin bekommt, ist fast überall aufgehoben, egal welcher Zeitungskopf über allem prangt. Die wichtigste Botschaft, Sie griffen sie auf, lautet, "Wir können gar nicht mehr anders, sonst können wir bald gar nicht mehr." Ich denke, das kommt bei einigen Lesern weniger gut, bei vielen jedoch, sehr wohl, an. Beste Grüße Christoph Leusch PS: Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass dFC-Mitglied Magda bereits zwei Blogs zum Thema verfasste: www.freitag.de/community/blogs/magda/preis-fuer-bild-und-eklat www.freitag.de/community/blogs/magda/bild-dir-einen-preis
portrait
15.05.2012 | 18:43 Ullrich Läntzsch
Glückliches Frankreich.
portrait
15.05.2012 | 19:05 Columbus
Genau. Erst einmal glückliches Frankreich, Herr Läntzsch, und nicht diese sauertöpfische Berichterstattung hierzulande, die sich zu 95% darauf konzentriert die derzeit aktuelle Chartplatte, wird er Angela Merkel unserer Euro-Queen Schwierigkeiten bereiten, nachplappern. Ob es "1:30" bei Schönenborn oder eine Stunde und dreißig Minuten bei den Phönixen ohne Farben sind, die kriegen die Zeit mit so einem Einspalter locker rum. Das war dann auch schon alles an Interesse, Kenntnissen und dem, was die Redaktionen offensichtlich nicht mehr irgendwo nachschlagen, sondern gegenseitig abkamellen. Peinlich für ein Land der Dichter und Denker, peinlich für eine scheinaufgeklärte, aber mehr zu Klatsch neigende Infotainment-Gesellschaft. Beste Grüße Christoph Leusch
Kommentar zu

Zieh, Vater

Alltag | 13.05.2012 | 11:00 Maxi Leinkauf
portrait
14.05.2012 | 00:18 Columbus
Liebe Frau Leinkauf, Hinter Ziehvater steht, ganz passend zum Muttertag, die Göttin, Pallas Athene. Für Odysseus inkarniert sie sich sogar als Mentor. Sie tritt aber durchaus auch als Mentorin ganz u...
portrait
15.05.2012 | 18:54 Columbus
Liebe Anne Mohnen, Frau Leinkauf entgeht dem Klatsch nur, weil sie überwiegend von sich berichtet. Da finde ich es sehr ehrenwert und notwendig, gerade im Journalismus "göttliche" Mentorinnen und halbvergottete Mentoren zu kennen, -kein junger Journalisten-Mensch sollte ohne sie auskommen müssen-, dann aber nicht in dieser Abhängigkeit zu erstarren. Über den Sexus der Göttin wäre zu reden, aber ich glaube das ginge dann besser in einem eigenen Blog/Artikel zu solchen Göttlichkeiten. Ich habe ja schon Schwierigkeiten zu verstehen, wie sich die Frauen in die Nähe eines "Nachstellers" wie Oh,la,la,la- DSK bringen können. So, dass sie reihenweise vor dem Ogre flüchten müssen. Das Beste für Sie und schönen Abend Christoph Leusch
Columbus
Versuchen Sie, nur einmal für fünf Minuten, alles durchgehen zu lassen. Diese Freiheit!
Mitglied seit:
3 Jahre 12 Wochen
Zuletzt aktiv:
22.05.2012
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 137
Kommentare: 2558
Logbuch
04:44
weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:42
mcmac hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:36
weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:28
Hänsel & Gretel Mustermann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:20
freedom of speech? hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG