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Blogbeiträge

13.09.2011 | 12:53 oranier

Jüdisches Leben in Bremen

Vor kurzem habe ich einen knappen Kommentar unter den Bericht über eine Stadtführung im Bremer Weser-Kurier geschrieben, in dem es um Juden in Bremen ging, der ebenso wenig Wirkung erzeugte wie ein Leserbrief zum Thema, der unveröffentlicht und ... >> mehr
02.06.2011 | 05:22 oranier

Für Titta

Liebe Christa, "So möchte man gerne schreiben können, in dieser gelungenen Mischung aus Unmittelbarkeit und Reflexion". - so schrieb ich dir vor langer Zeit in einem Kommentar zu deinem schönsten Blogtext überhaupt ("Du als über ... >> mehr
06.02.2011 | 17:14 oranier

Fürstenherrlichkeit - für Josef Allensteyn-Puch

  "Es gehört zwar nicht zu dem Thema hier, aber am 4. Februar des Jahres 1636, also auf den Tag genau gestern vor 375 Jahren, wurden anläßlich der Grablegung von Heinrich Reuß, des Herrn von Sachsen, die Musikalischen Exequien von... >> mehr
13.01.2011 | 02:24 oranier

Über Minnesang und Liebesdichtung

   Minnesang (vorzüglich Walther von der Vogelweide)    Auch wenn Minnesang und Liebesdichtung, Minne und Liebe vielfach gleichgesetzt werden, so weist doch der Minnesang kulturgeschichtliche Besonderheiten auf, die eine Differenzie... >> mehr
05.12.2010 | 01:39 oranier

Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage!

  Mein Buch des Advents- und Weihnachtsmonats stelle ich in einem eigenen Blog vor. Es gibt es auszugsweise auch als Hörbuch, begleitet von den Text kommentierenden schier überirdischen musikalischen Einlagen, zum Teil in der Metaphorik hoch e... >> mehr
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Kommentare

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09.02.2012 | 09:14 oranier
Liebe Magda, entschuldige, dass ich mich nochmal mit einigen Überlegungen einschalte, die mir zu deinem Text gekommen sind, obwohl ich nicht zu dem Lesezirkel gehöre! 1. zu dem Prädikat "romantisch...
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09.02.2012 | 12:53 oranier
Liebe Sarah, danke! Ich wollte meine Überlegungen zur Diskussion stellen, auf keinen Fall aber eine Hürde für die Veröffentlichung deiner oder anderer Gedanken aufbauen. Die Vielzahl der Sichtweisen ist bei einer solchen Diskussion gefragt. Also, Madame: veröffentliche sie nur frisch! Lieben Gruß oranier
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09.02.2012 | 09:14 oranier
Liebe Magda, entschuldige, dass ich mich nochmal mit einigen Überlegungen einschalte, die mir zu deinem Text gekommen sind, obwohl ich nicht zu dem Lesezirkel gehöre! 1. zu dem Prädikat "romantisch" würde ich mal eine Anglistin befragen, ob es im angelsächsischen Sprachgebrauch nicht womöglich eine weitergefasste Bedeutung hat als nur im engeren Sinne die Literaturepoche zu bezeichnen. So wie bei uns "Klassische Literatur" ggf. nicht nur zur Bezeichnung von Goethe, Schiller, Hölderlin gebraucht wird, sondern auch allgemein für die Vormoderne (bei "klassischer Musik" ist das noch virulenter), so könnte, da es dort die "Klassik" als Epoche nicht gibt, die Romantik diese engere und erweiterte Bedeutung einnehmen. Ich weiß es nicht, aber einer Überprüfung wäre es wert, da eine solche Verwechslung, wie du sie aufdeckst, für einen Literaten, erst recht für einen Literaturlehrer, schon verwunderlich wäre. 2. Das führt mich zu dem zweiten Punkt: Es ist m.E. nicht kleinkariert, sondern dient der Genauigkeit und eindeutigkeit, die erzähltechnischen Kategorien präzise zu differenzieren. So besteht ein Unterschied zwischen Autor und Erzähler, die du hier synonym gebrauchst. Der Autor äußert sich als solcher direkt nie im literarischen Werk, sondern ist diesem als Produzent vorgelagert, äußerlich. Im Werk kommt allenfalls der Erzähler zu Wort, je nachdem mehr oder weniger direkt oder im Hintergrund. Er ist sozusagen selber eine fiktive Figur im Werk, konstruiert und vom Autor zwischen sich und den Figuren und der Erzählhandlung geschoben, nicht mit diesem identisch. Ein Urteil des Erzählers, das ideologischer Natur sein kann, ist also nicht zwangsläufig das Urteil des Autors, sondern kann von ihm konstruiert sein, gendermäßig etwa, um das allgemeine Bewusstsein zum Ausdruck zu bringen, an dem sich die Leserin dann, wie du, reiben kann, ohne den Autor zurecht für borniert zu erklären. 3. Am Beispiel des "unheilbar romantisch" ist die Lage noch vertrackter. Die entsprechende Passage ist eine sog. "erlebte Rede". Es wird in der dritten Person erzählt, und da bleibt es schillernd, ob "Und dann wartet man auf die Auswertung, hofft auf ein «künstlerisch veranlagt»" usw. aus der Perspektive des Erzählers oder aus der der Figur, hier der Madeleine, gesprochen ist. Hier würde ich es eher als einen inneren Monolog Madeleines empfinden, aber das ist, wie gesagt, nicht eindeutig. Ganz gewiss ist es aber nicht der Erzähler, (wie begründet, schon gar nicht der Autor), der das Urteil "unheilbar romantisch" fällt, sondern das kommt von einem Prüfer ihres Examens, ob real erlebt und erinnert oder als nachwirkender Albtraum, bleibt wieder unentschieden. "„Romantisch“ ist sie – aus der Sicht des Erzählers" ist also jedenfalls ungenau. Es müsste heißen: "romantisch ist sie, wie sie selbst erinnert oder wie der Erzähler berichtet, aus der Sicht bzw. im Urteil ihres literaturwissenschaftlichen Prüfers". Auf Seite 28 meint infolgedessen auch nicht Eugenides, sondern der (auktoriale) Erzähler über die Heldin, was im Zitat ausgeführt ist. Die Sätze sprechen mich allerdings an und reizen mich zum Lesen. Abgesehen davon, dass es "Methode" statt "Methodologie" heißen müsste: die Situation, je mehr man sich an Theorie aneignet, in umso unklarere Ferne rückt der Gegenstand, ist mir aus eigenem Studium und eigener theoretischer Beschäftigung wohl vertraut. 4. Zu der Szene S.50 f finde ich, dass dein Genderblick ein Tunnelblick ist. Auf jeden Fall ist er das nach dem bisher von mir Ausgeführten in Bezug auf Eugenides (Wie ich die griechischen Namen noch von meinem Griechisch- und Philosophieunterricht liebe!). einmal abgesehen davon, dass mir unverständlich ist, wieso du die Fellatio-Nummer an der Stelle einfügst, gehört die zu der konventionellen Sicht auf Frauen? Um den Autor als altmodisch zu qualifizieren, ist seine Rolle und ist das Szenario viel zu mehrdeutig, wie es Literatur so an sich hat, schon gar von der Rezeptionsseite als nur vom Werk aus betrachtet. a) Wieso sollte ein Autor oder eine Autorin nicht Situationen gestalten, die einer konventionellen Sicht auf die Geschlechter entsprechen? Das kann ein bewusst gestalteter Realismus in Bezug auf die gängigen ideologischen Muster sein, die der Autor persönlich keineswegs teilen muss. Ein Roman, in dem sich alle Figuren genderkorrekt verhielten, wäre doch unerträglich pädagogisch. Mit Goethe gesprochen: Man merkt die Absicht und ist verstimmt. b) Du gehst einer einseitigen Deutung der Szene auf den Leim, indem du, gendermäßig inkorrekt, dem Mann, Thurston, hier unter der Hand das größere intellektuelle Potenzial im Vergleich zu Madeleine zusprichst, dich nur darüber ärgerst, dass der Autor das deines Erachtens tut, statt Madeleine zumindest gleichberechtigt zu gestalten. Wie wäre es stattdessen, die Situation und den Kommilitonen mal "solidarisch" von der Perspektive Madeleins aus zu betrachten? Da nimmt sich die Sache nämlich geradezu gegenteilig aus. Sie ärgert sich nämlich nicht über ihn, weil er der Klügere ist, sondern weil sie ihn für einen Blender hält. Damit wäre sie, wenn das Urteil zutrifft, die intellektuell Überlegene. Die "Hoffnung auf einvernehmliches Augenrollen" im Hörsaal, nämlich nicht mit Thurston, sondern mit ihrer nonverbalen Ablehnung, indem sie "den Blick um den Tisch schweifen lässt, hegt sie ja, weil sie erwartet, dass die anderen ebenfalls sein Spiel durchschauen. Was man allerdings für wirklich weiblich ansehen kann, ob als "Typisierung" oder als reale Eigenart, ist, dass ihr die soziale Übereinstimmung offenbar wichtiger ist als sachliche Zustimmung. Die findet sie nicht bei Leonard, wo sie sie sucht, im Gegenteil. Du schreibst: "Andererseits schildert Eugenides auch Madeleines Zorn nach dieser Geschichte." Aber der Zorn ist nicht blind, sondern hat einen Inhalt: "Wenn man Thurston die ganze Zeit sagen hört, wie sehr er die Sprache verehrt, würde man es nicht für möglich halten, mit wie viel Fachjargon er um sich wirft". Die Belege sind allerdings dürftig: der Fachjargon liegt für sie in Begriffen, wie "Phallus" und "Faschist". Leonard zieht das jeweils ins Lächerliche. In der Folge sitzen sie in einem Cafe, sie kommen vom Thema ab, unterhalten sich über ihre Studienfächer. Sie empfindet unversehens etwas für ihn, wird schüchtern, sprachlos, fühlt sich, gendermäßig korrekt, wie ein kleines Mädchen, er ein Hüne neben ihr. Ist Thurston ein Angeber und Blender? Das vermag ich mangels Derrida-Kenntnis nicht zu beurteilen. Seine Körpersprache deutet entweder darauf hin oder auf ein lässiges Selbstbewusstsein angesichts tatsächlicher Überlegenheit: "Thurston hatte ein Knie oben an der Kante des Seminartischs. Er kippte den Stuhl auf die Hinterbeine und verknautschte das Gesicht." Das Bild, mit dem er den Unterschied zwischen Derrida und Culler erläutert, ist entweder intelligent oder einfältig: Stereo vs. Mono. Intelligent, wenn auf eine Dialektik Derridas verwiesen wird im Vergleich zu einer Eindimensionalität bei Culler. Einfältig, wenn nur abstrakt auf höhere Errungenschaft abgezielt wird. Die Sympathie scheint mir mehr auf Seiten Madeleines zu liegen. Eine derart missratene Metaper, wie: eine Theorie "auf eine verdauliche Form herunterkochen" ihr in den Mund zu legen, diskreditiert sie aber schlimmer als Derrida nicht zu verstehen. Wie gesagt: alles doppel- und mehrdeutig. Man kann es lesen, wie man will, eine Interpretation müsste die Mehrdeutigkeiten in den Blick bekommen und zum Ausdruck bringen. In jedem Fall ist eine Konzentration auf die je spezifische Charakteristik der Figuren ergiebiger als Spekulationen auf dahinter vermutete Haltungen des Autors. Ich erinnere mich, dass in einem der "klassischen" DDR-Romane, ich weiß nicht mehr, in welchem, der Protagonist nach längerer Zeit seiner Frau oder Ex-Frau begegnet, von der er feststellt, dass sie seinen Gedankengängen adäquat folgt. "Frauen sind Mitdenkmenschen" resümiert er daraufhin. Da wäre ich nicht darauf gekommen, die Einstellung dem Autor (Kant, Neutsch ...?) zuzuschreiben. Die Szene, wo Madeleine und Leonard nebeneinander an der Bar sitzen, affiziert mich. Da möchte nan der Hüne sein. Möchte frau das kleine Mädchen sein?
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07.02.2012 | 16:06 oranier
Magda, zu den "Feuchtgebieten" hast du natürlich recht, die habe ich zum Scherz angehängt. Brigitte Burmeister: ja, auf jeden Fall eine lesenswerte Autorin, finde ich. Ich habe sie in den 70ern als Literaturwissenschaftlerin kennengelernt, der "Anders"-Roman ist mir mangels konsistenter Handlung und durchschaubarer Figuren zu artifiziell, aber sie ist eine Meisterin der Sprache. "Norma" habe ich noch ungelesen da liegen, ich mag die feinsinnigen Erzählungen, z.B. "Abendspaziergang", "Der Aussichtsturm": www.amazon.de/Herbstfeste-Erzählungen-Brigitte-Burmeister/dp/3608933077 Hier ihre Vita und ihre Publikationen, unter denen sich auch einiges über Deutschland Ost-West findet: www.literaturport.de/index.php?id=26&user_autorenlexikonfrontend_pi1%5Bal_aid%5D=198&user_autorenlexikonfrontend_pi1%5Bal_opt%5D=2&cHash=6c3e585bcb7fc5f5d5e7a573f448a23d Mein Thema war ja, von dir vorgegeben, nur allgemein und unspezifisch: gibt es männliche Protagonisten in Romanen von Autorinnen? Ja, aber "arg wenige" auf jeden Fall. Ob es so etwas gibt, wie spezifisch weibliches Schreiben, da bin ich skeptisch. In den 80ern war viel davon die Rede, aber Versuche, das eindeutig dingfest zu machen, scheiterten nach meiner Erinnerung. Ob der Aufsatz von Brigitte Burmeister dazu was hergibt, kann ich nicht sagen: "Weibliches Schreiben. Zu einigen Aspekten französischer Frauentexte der siebziger Jahre", in: Weimarer Beiträge H. 10, Aufbau 1985 Jedenfalls scheint mir die Dichotomie "weibliche Welterfahrung" vs. "männliche Festlegungen", wenn ich dich da richtig verstehe, doch zu schlicht und pauschal. Die Generation der Dorothea Schlegel, Rahel Varnhagen usw. nahm sich Lessings Minna von Barnhelm als Vorbild auf dem Weg zur Emanzipation. Vor einigen Jahren wies mich eine Literaturstudentin auf die Novelle "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler hin, der ja auch Psychoanalytiker war. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Mann sich so in die Psyche einer Frau einfühlen könne. Grüße oranier
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06.02.2012 | 17:03 oranier
"Natürlich werden von Romanautorinnen auch Männer beschrieben, aber als Haupthelden gibt es keinen." - Na ja, etwas kruder Satz. "Aber ich lasse mich gern eines besseren belehren." Dorothea Schlegel, Florentin Anna Seghers, Das siebte Kreuz Agatha Christie, Hercule Poirot Brigitte Burmeister, Anders oder vom Aufenthalt in der Fremde Charlotte Roche, Feuchtgebiete ...
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oranier
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