„Dekonstruktion ist ja nicht Destruktion“
Der Philosoph Rachid Boutayeb über Islam, Sexualität und Sprache – und seine Idee der solidarischen Kritik
Kleider machen Leute
Viel schlechter Geschmack und untauglich für „Dialog“ – wer Pegida mit den Mitteln der Popkulturkritik analysiert, stellt fest: das ist der ganz normale rechte Mainstream
Immer an dem Brand lang
Burhan Qurbani hat die Bilder von Lichtenhagen in einen Spielfilm übertragen. Seine Faszination und sein Verständnis sind erstaunlich
Kein IQ-Preis für Edward Snowden
Der Vorstand des Hochbegabtenvereins Mensa will den Whistleblower nicht ehren und setzte die Wahlkommission unter Druck. Danach verschwand Snowden von der Kandidatenliste
90 Jahre eine Frage
Theodor Michael wurde in der Weimarer Republik als Sohn einer Berlinerin und eines Kameruners geboren. Erinnerungen an einem kaum bekannten Teil der deutschen Geschichte
Armutszeugnisse
Die Forderung nach mehr gesellschaftlicher Relevanz in Literatur und Wissenschaft wird lauter. Mit welchem Recht?
Wir waren alle blond
Unsere Autorin hat auch mal als Hostess gearbeitet. Ein Bericht aus dem „Ich bring dich ganz groß raus“-Business
Wie war das mit der „Risikogesellschaft“?
Der Soziologe Ulrich Beck ist gestorben. Sein Verdienst war es, grundlegend verändert wahrgenommene Krisen auf einen Begriff gebracht zu haben
Die Stile vor dem Schuss
In Berlin läuft ein großes RAF-Programm, mit Filmen von Holger Meins und Philip Werner Sauber
Verfallsstadien
In Frankfurt am Main zeigen Fotografien von Yves Marchand und Romain Meffre die Pracht alter US-amerikanischer Filmtheater
Lyrik und Prosa von Russland bis Mekka
Verschwundene DDR, antike Götter, Stimmen polnischer Exilliteraten. Die aktuellen Literaturzeitschriften führen in die Geschichte und ferne Länder. Ein Überblick
Sein oder Nicht sein
Percival Everett schreibt glänzende Satiren auf die US-Gesellschaft und ist als Erotiker auch noch viel besser als Philip Roth
„Don’t worry“, sagt Bashiru
Eine Berliner Familie hat einen Asylbewerber aus Nigeria aufgenommen. Unverhofft enden die gemeinsamen Tage
Ewig wartend
Was bedeutet Heimat in Zeiten der Globalisierung? Sprache und Alltag, sagt ein Israeli, der in Deutschland ein zweites Zuhause fand
Der Gefahr ins Gesicht lachen
Mohammed-Karikaturen sind in muslimischen Ländern nicht denkbar, heftige Satire schon. Wie Komiker sich über ihre politischen Führer und Feinde lustig machen
Einsatz für Pägeida
Über eine Bewegung, die man dem Zeitgeist folgend, Pägeida nennen muss: Für sie gehören jedoch Eichhörnchen und Eichelhäher zu den schlimmsten Feinden
Dschungel
Alles wirklich Wichtige dieser Welt findet sich im Urwald: Balu der Bär tanzt, König Gilgamesch wütet, und auch das Urbane fügt sich zu einem großen Bild. Unser Lexikon
Auf der Gegenseite
Eine neue Biografie über Helmut Schmidt zeigt: Der Ex-Kanzler wusste mehr von den NS-Verbrechen, als er stets behauptet hat
Rosarotes Schweineleben
Auf der Landwirtschaftsmesse erleben Besucher das Bauernleben hautnah. Das sei jedoch schöngefärbt, meinen Tierschützer. An den größten Heuchler verleihen sie einen Preis
Knips oder stirb: vom Selfie zum Survivie
Bislang galten Selbstporträts in sozialen Netzwerken als purer Narzissmus. Aber sie können auch Leben retten, sagt die Bergwacht
Sex selbst
Soziologisch erzählt Tatjana Turanskyj in „Top Girl oder la déformation professionnelle“, wie Arbeit und Alleinerziehung in der Ich-AG funktionieren
Der bekehrte Mann
Der neue Roman von Michel Houellebecq ist wie der Westen selbst: Spielerisch, ironisch, flatterhaft
Alles auf Null
In Rupert Wyatts Remake von „The Gambler“ brilliert Mark Wahlberg als Dozent mit einem klaren Auftrag: Selbstzerstörung
Begriffsklärung zum Unwort des Jahres
Wer sich aus dem Sprachfundus des Dritten Reichs bedient, braucht sich über den Widerspruch der Anständigen und Geschichtsbewussten nicht zu wundern