Aldi-Tüte
Bis Herbst will die Discounterkette die legendäre Aldi-Tüte abschaffen. Das Design stammt vom Münchner Künstler Günter Fruhtrunk, dem sein lukrativer Auftrag peinlich war
Der Kommunismus ist ...?
Clemens Meyer war zwölf, als die Mauer fiel, und er hat noch kein Buch von Juli Zeh zu Ende gelesen
Die Jammerossi gibt’s nicht
Männer aus der DDR sind häufig tiefer gefallen als Frauen. Denn wer stürzt, muss zunächst mal oben gestanden haben
Traumzeitkontinuum
In „Sweet Country“ erzählt Warwick Thornton im Western-Format von der Besiedlung Australiens durch Enteignung
Sehe ich anders
Jana Hensel und Wolfgang Engler streiten über ihr Ostdeutschsein
Iss den Ortolan
Reichsein ist auch nicht mehr das, was es mal war
Umarmt die Fehler!
Jakob Augstein weiß, dass Beichten gut tun kann. Doch kann es die aktuelle Regierung aus der Krise retten?
Seht, Sesselreisen!
Erhard Schütz erfährt, dass am Rand jeder Karte so manche Monstrosität lauern könnte und findet Gefallen am Reisen im Sitzen
Mit unscharf, bitte
Loredana Nemes’ „GierAngstLiebe“ in der Berlinischen Galerie und Libuše Jarcovjáková im Tschechischen Zentrum
Mehr als ein Facebookstatement
Ihr wollt etwas Gutes tun? Zieht nach Chemnitz, Leute
Etwas frisst uns auf
Nichts ist gut in Eva Trobischs „Alles ist gut“. Nach einer Vergewaltigung kommt nicht nur das Leben der Heldin ins Rutschen
Noch mal neu
Viel zu lange war die Kunst ein Spielzeug von Experten und Eliten. Doch deren System kollabiert
Kunst nach Chemnitz
Kunst ist immer politisch, sagen Ina Wudtke, Thomas Kilpper und Dieter Lesage. Sie sehen in ihr ein wichtiges Korrektiv
Sind Sie ein Täterversteher?
Der Chef der New York Review of Books geht, weil er einem Radiostar, der sexueller Übergriffe beschuldigt wird, eine Plattform gab. Ist das konsequent?
Serienwahn
In den großen Zeitungen will niemand mehr über das lineare Fernsehen schreiben. Dabei schauen immer noch viele Millionen Menschen Sendungen wie „Promi Big Brother“
Von Werten vernebelt?
Häufig wird so getan, als sei kritischer, sorgfältiger Journalismus nur dann möglich, wenn Journalisten sich nicht von ihren Werten leiten lassen. Das stimmt nicht
Rot auf Schwarz
Berlin ist immer noch die Stadt der Projekträume. Im Decad Room etwa kann man betörende Schönheit erleben
Ja, Pathos
Der Regisseur Ulrich Rasche mag es gern monumental und hält Ironie auf der Theaterbühne nicht mehr für zeitgemäß
„Da gab es ja vorher nix“
Wie Verdrängung und Ausschluss in der Stadt vonstattengehen, erklärt Tashy Endres
Antilopenangst
Ich möchte gern das Klima retten und fahre zum Protestcamp. Dort lerne ich geheime Zeichen, werde Teil eines Fingers und entdecke ungeahnte Widerstände in mir
Peter Handke: „Ich habe keine Schublade“
Peter Handke zieht es nach Afrika, aber was soll er dort? Ins ehemalige Jugoslawien fährt er immer noch oft
Kapitalistische Spiele
Monopoly war ursprünglich als Spiel gegen das Monopol gedacht – dann wurde die Erfinderin abgezockt. Über russisches Roulette und Scheingeld: unser Wochenlexikon
Trond öffnet die Fenster
Es musste erst ein Norweger kommen, damit sich in Bukarest eine queere Bar etablierte
Hyper, hyper!
„My Boyfriend Came Back from the War“ machte Olia Lialina 1996 berühmt, sie ist der Marcel Duchamp des Internets