Friedensnobelpreis: Zwölf Uhr Mittags
Das Friedensnobelpreis-Komitee hat in diesem Jahr einen Nobelpreis verliehen, aber keinen Friedensnobelpreis. Dafür hätte ein anderer Kandidat ausgezeichnet werden müssen
Die „Generation Mélenchon“ lässt der ersten feministischen Revolution eine zweite folgen
Der Rücktritt von Adrien Quatennens als LFI-Koordinator wegen häuslicher Gewalt zwingt die Linksallianz NUPES zur Beschäftigung mit sich selbst
Betrug, Groupies, großes Geld und Schlägereien im Suff: Wie Schach zum Rock’n’Roll wurde
Die Betrugsvorwürfe von Schachweltmeister Magnus Carlsen gegen Hans Niemann haben das verstaubte Image der Schachwelt erschüttert. Dabei ist der Denksport schon lange jünger, hipper und wilder, als die meisten Außenseiter:innen denken
Atomkrieg: Angstfrei in die Apokalypse?
Wladimir Putin droht mit Atomwaffen. Moskau ist in die Enge getrieben. Doch statt eine Verhandlungsbereitschaft auszuloten, denkt der Westen über militärische Reaktionen auf mögliche russische Nuklearschläge nach
Der letzte Sohn des Schahs
Sohn des „Königs der Könige“: Mohammad Reza Pahlavi wäre ohne die Iranische Revolution im Jahr 1979 König geworden. Was denkt er über den jetzigen Aufstand?
Eckhart Nickels reizvoller Schwindel: Wenn die Milch am Schulbüdchen frequentiert wird
Eckart Nickel feiert und entlarvt in seinem Roman „Spitzweg“ den Fetischcharakter der Kunst – und damit seine Leser:innen
„Schöne neue Welt“ von Jens Friebe: As beschwingt as it gets
Schöne neue Welt? Mit seinem neuen Album „Wir sind schön“ fängt Jens Friebe die Stimmung der Gegenwart ein: Von „Nichtmehrkönnen“ und Microdosing bis hin zur neuen Spießigkeit. Und bleibt trotz allem poetisch und beschwingt
„Einmal geöffnet, braucht man so schnell nicht wieder nach Hause zu gehen“
Pastis, Pineau de Charentes, Kir de Cassis oder doch ein schlichtes Bier? So ein Aperitif ist eine ganz wunderbare Sache. Eine Hommage unseres Autors an die französische Ess- und Trinkkultur
Algerien: Unverhoffter Segen
Erdgaspreise sorgen in Europa für Krisenstimmung, in Algerien lassen sie die Wirtschaft aufblühen. Und das Ansehen von Präsident Abdelmadjid Tebbounes steigt mit der Historikerkommission zur Aufarbeitung der Beziehung zu Frankreich weiter
Literaturnobelpreis: Wenige schreiben so radikal über Klasse wie Annie Ernaux
Die Französin Annie Ernaux erhält den Literaturnobelpreis 2022 für ihr autofiktionales Werk, in dem sie Klassismus, Sexismus und Politik verhandelt. In wenigen Tagen erscheint ihr neuestes Erinnerungswerk „Das andere Mädchen“
Präsident Van der Bellen muss in Runde eins siegen oder er hat verloren
Sollte Amtsinhaber Alexander Van der Bellen bei der Präsidentenwahl Österreich in die zweite Runde müssen, wäre das eine krachende Niederlage für das gesamte Wiener Establishment
„Die Kaiserin“: Koketter Widerstand
Die Kaiserin Sissi erlebt gerade eine Renaissance. Auch Netflix will mitmischen und dem 50er-Jahre-Kino-Bild etwas entgegensetzen. Hält die Serie, was sie verspricht?
Niedersachsen: Von Hannah Arendt über Gerhard Schröder bis Scorpions
Am 9. Oktober wird in Niedersachsen gewählt, mit oder ohne gewisse Connections. Lange bevor Niedersachsen für Serienmörder, obskure Netzwerke, kitschige Balladen oder die VW-Pink Floyd-Edition bekannt wurde, war Lessing da
Literaturnobelpreis für Annie Ernaux: Zeit, ihr Werk neu zu entdecken
Sie inspirierte Didier Eribon und unterstützte die Gelbwesten. Niemand erzählt das Leben als Arbeiterkind so plastisch wie Annie Ernaux. Jetzt wird ihr der Nobelpreis für Literatur verliehen
Ernaux-Übersetzerin Sonja Finck: „Annie Ernaux bringt Sachen brillant auf den Punkt“
Die französische Autorin Annie Ernaux wird mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Was zeichnet ihre Sprache aus? 2017 hat „der Freitag“ mit ihrer deutschen Übersetzerin gesprochen
Erstmal die Füße still halten: Giorgia Meloni mimt die brave Europäerin
Italiens künftige Regierung braucht wegen zu hoher Staatsschulden dringend die Corona-Hilfsgelder aus Brüssel und wird deshalb erstmal jeden Zwist vermeiden
Grenzland: Die Ukraine hat ihre eigene Geschichte
Wie der renommierte Historiker Serhii Plokhy in „Das Tor Europas“ über die Geschichte der Ukraine aufklärt, ist ein intellektuelles Ereignis
Putin droht mit Atomkrieg in Europa – und nur die USA antworten
Eine weitere Eskalation des Ukraine-Kriegs zu verhindern, ist im ureigensten deutschen und europäischen Interesse. Doch die deutschen EU-Chefs Ursula von der Leyen und Olaf Scholz schweigen – sogar zur Nord-Stream-Attacke
Vergiss, was du weißt
Mit „Mona Lisa and the Blood Moon“ gelingt Ana Lily Amirpour ein vergnügliches Plädoyer für die Akzeptanz des Außergewöhnlichen
„Die Vierte Gewalt“: Sind unsere Medien demokratiegefährdend?
Richard David Precht und Harald Welzer haben eine scharfzüngige Medienkritik verfasst und die Welt stürzt sich drauf. Zu Recht? Was ist so falsch an ihrer Kritik? Der vielfach prämierte Journalist Malte Herwig hat das Buch für uns gelesen
Nord-Stream-Sabotage: War doch sicher Russland, oder?
Wer sich nicht mehr traut, die USA des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines auch nur zu verdächtigen, der schadet der Demokratie
Tanz der Soldatenmütter
Im ersten Tschetschenienkrieg wagten Frauen einen Protestmarsch nach Grosny
Revolution ist weiblich: Der Tanz der Jasmine
Seit Jahrhunderten ist das Phänomen bekannt – das Geheimnis dahinter bis heute ungelöst: Frauen, die plötzlich anfangen zu tanzen. Das taten sie in Ägypten, Spanien, der Türkei. Nun tanzen sie in Teheran: für die Würde und das Leben
Tanz der Co-Mächtigen
Die erste weibliche Co-Vorsitzende einer Partei in der Türkei kam aus den Reihen der kurdischen Politik