Ägypten
Aufbruch mit Einschränkung
Hunderttausende fliehen vor den Kämpfen in Libyen. Die Europäer fürchten, sie hätten es auf ihren Wohlstand abgesehen. Sie sitzen der Propaganda Gaddafis wie der EU auf
Aus Fronten werden Grenzen
Wie könnte die Zukunft Libyens aussehen? Gaddafis Staat könnte für längere oder kürzere Zeit gespalten sein, doch auch eine Militärintervention von außen ist denkbar
System aus den Fugen
Säulen der Stabilität und der Energieversorgung im Nahen Osten gehen verloren – der Westen muss schleunigst umdenken
Von der zweiten zur dritten Revolution
Die Regierung Bouteflika büßt für ihre wohlfeilen Kompromisse mit den Islamisten, für sozialen Notstand und Bildungsmisere - aber noch kann sie die Proteste eindämmen
Entschlossener denn je
Tunesien und Ägypten haben gezeigt, dass gewaltsames Vorgehen gegen Proteste nicht im Interesse herrschender Macht sein kann. Doch die Botschaft wird nirgendwo gehört
Der kalte Frieden von Camp David
Udo Steinbach, langjähriger Direktor des Orient-Instituts, fordert nach dem Umbruch in Ägypten konstruktivere Verhandlungen der Isarelis mit den Palästinensern
Es steht viel auf dem Spiel
Erst zielten die Proteste nur auf eine neue Verfassung und die Freilassung aller politischen Gefangenen. Inzwischen ist König Hamad al-Khalifa nicht mehr sakrosankt
Eine Villa im Dschungel
Die Regierung Netanjahu will die brisante Botschaft der Ereignisse in Ägypten nicht wahrhaben: Die Beteiligung Ägyptens an der Gaza-Blockade war ein Grund des Aufruhrs
Globaler Open Space
Die Bewegung, die für eine andere Welt eintritt, hat sich ihrer Existenz versichert. Übergreifende Theorien zu einer unabhängigen Zivilgesellschaft bleibt sie schuldig
Aufgeblasener, kranker Elefant
Ein Streik bei der pakistanischen Luftfahrtgesellschaft PIA wirft die Frage auf, ob das ägyptische Aufstandsvirus bald auch auf Pakistan übergreifen könnte
Immer wieder wächst das Gras
Das Treffen von 90.000 Globalisierungskritikern im Senegal spürte „historischen Rückenwind“, als das Meeting zusehends vom Umsturz in Ägypten überlagert wurde
Die Revolution erreicht Europa
Die Flüchtlingswelle aus Nordafrika verschafft der EU eine Chance, all den revolutionären Traktaten zu Ägypten nun auch revolutionäre Taten folgen zu lassen
Vielleicht geht’s auch ohne Präsident
Die Tunesier diskutieren über eine neue Verfassung – und könnten damit für Nordafrika wie für Europa zum Vorbild werden
Das neue Ägypten
Der Protest in Ägypten ist so bunt, wie es niemand für möglich gehalten hätte. Doch der Westen zögert, ihn voll zu unterstützen – aus falscher Angst vor den Islamisten
Rückgrat der Bewegung
Die älteste islamistische Organisation der Welt hat sich bisher bei den Unruhen in Ägypten nicht in den Vordergrund gedrängt. Wird sich das mit den Verhandlungen ändern?
Der Straße den Schneid abkaufen
Vizepräsident Omar Suleiman ist der Mann des Augenblicks, er will Zeit gewinnen und die Opposition in eine Mitverantwortung für den „geordneten Übergang“ lotsen
Die Kavallerie von Kairo
Wenn Präsident Mubarak geht, soll nicht das System Mubarak an seinen Fußsohlen kleben – darin besteht der Sinn eines geordneten Rückzugs, um den es gerade geht
Ein Brandbeschleuniger der Wut
Die Unruhen in Tunesien und Ägypten entzündeten sich auch an seit Monaten galoppierenden Lebensmittelpreisen. Es handelt sich um Vorboten einer neuen Welthungerkrise
Auf den Präsidenten wartet das Flugzeug
Das Land nähert sich einem Bürgerkrieg – und noch ist offen, wer sich durchsetzen wird: das Volk, die Armee, die Islamisten oder die Reformer um Mohammed el-Baradei
Weltmacht als Zaungast
Die USA stehen vor einem Scherbenhaufen ihrer Nahost-Politik. Für Präsident Barack Obama ist dies die bisher größte außenpolitische Herausforderung seiner Amtszeit
Mubaraks tönerne Füße
Mit der wankenden Autokratie am Nil würden die Vereinigten Staaten einen geschätzten Verbündeten – Araber und Israelis einen geduldigen Vermittler verlieren
Revolution auf Arabisch
Wenn sich die Nordafrikaner die Entscheidungsgewalt über ihre Zukunft zurückerobern, bieten sie ein überzeugenderes Beispiel für die arabische Jugend als jeder Islamist
Von Tunesien lernen
Viele Araber erkennen sich in den tunesischen Jakobinern wieder und teilen deren Hoffnungen und Schuldgefühle, aber auch deren Wut auf ein saturiertes Establishment
Muslime und Indigene
Forcierter Wille zur Abgrenzung gegen den Westen: Orient und Südamerika sind sich in ihrer kulturellen Identitätssuche verblüffend ähnlich