Deutsche Demokratische Republik
„Bring mir bitte Blutwurst mit“
Ein kleines Buch über Postkarten präsentiert Zeugnisse eines Landes, das es nicht mehr gibt, und schafft Einblicke in bisher kaum Erforschtes
1990: Irrungen, Wirrungen
Stets ist der 13. August als Tag des Mauerbaus mit Botschaften gut ausgestattet. Wie war das vor 30 Jahren, als zusammenwachsen sollte, was mutmaßlich zusammengehörte?
Soziologie des Sex: „Porno hilft gegen Angst“
Der Soziologe Kurt Starke über den Sexfilm-Boom im Lockdown, den Reiz von Tabus und die Prüderie des Westens
„In Lütten Klein war der Lockdown anders“
Durch Corona- und Klimakrise entdecken Städter das Land für sich. Steffen Mau erwartet neue Verteilungskonflikte
Zeitgeschichte 1970: Der „Moskauer Vertrag“, Egon Bahrs Sternstunde
Trotz teils konträrer Positionen in Grundfragen unterzeichnen die Sowjetunion und die BRD ein Abkommen über Gewaltverzicht und zeigen, wie Entspannung möglich ist
1932: Revolutionäres Herz
Walter Victors Buch über Friedrich Engels wie die Schwestern Mary und Lydia Burns führt in den Garten der Liebe. Es erlaubt Einblicke in die Sexualmoral des Philosophen
Der Westen als Norm
Literatinnen aus Ostdeutschland werden derzeit mit Preisen überhäuft. In der Breite aber fehlen sie. Eine Nachfrage
Manchmal wie ein Prosagedicht
Irina Liebmann wird für ihren Roman „Die Große Hamburger Straße“ mit dem Uwe-Johnson-Preis 2020 ausgezeichnet. Das ist wohlverdient
„Man lernt zu ertragen“
Burghart Klaußner spielt mit in Rainald Goetz’ „Reich des Todes“ in Hamburg. Über die Welt denkt er am liebsten bei knatternden Segeln nach
Wunder mit Ansage
Die Sowjetunion brauchte dringend Geld, deswegen bekam Kanzler Kohl vor 30 Jahren, was er wollte
Wir Opfer
Der Rechtsruck wurzelt in politischer Machtlosigkeit und Enttäuschung, sagt der Psychotherapeut und Philosoph Andrzej Leder
Auch Totgeschlagene leben länger
Mit fünf Landessendern startete der Deutsche Fernsehfunk (DFF) am 1. Juli 1990 einen finalen Rettungsversuch, abgewickelt und beseitigt wird er trotzdem
Wertvoll wie ’ne blaue Mauritius
Alles kommt über Nacht, so auch die D-Mark vor 30 Jahren. Um erste und letzte Tage ging es dem „Freitag“-Vorgänger „Sonntag“ in der Ausgabe vom 15. Juli 1990
1990: Ultimativer Schock
Die Zahl der Erwerbslosen in der DDR übersteigt erstmals die 100.000. Die Währungsunion hat mehr kahle als blühende Landschaften geschaffen
BRD ausdünnen!
Unsere Museen müssen dringend Platz für die Kunst der DDR schaffen
„Kinder sollen selbst entscheiden“
Uta Rinklebe leitet das MACHmit! Museum in Berlin. Schon zu DDR-Zeiten folgte sie ihrem Freiheitsdrang
1950: Rote Glut
Die erste sozialistische DDR-Kommune wird im märkischen Sand gebaut, beschließt der III. SED-Parteitag. Stalinstadt – später Eisenhüttenstadt – erlebt Aufstieg und Fall
Innerdeutscher Standortwettbewerb
Früher Thüringer VEB, jetzt Teil eines US-Konzerns: Wie Mitarbeiter von Widia gegen eine „Restrukturierung“ kämpfen, die Beschäftigte gegeneinander ausspielt
„Ich bin einfach zu stark“
Der Anwalt Peter-Michael Diestel, letzter DDR-Innenminister, wünscht sich mehr Respekt und Gerechtigkeit für den Osten
Der Befreiung ausgesetzt
Ist den Deutschen der Faschismus am 8. Mai 1945 nur weggenommen worden?
„Wir wissen nicht mehr, was existenziell ist“
Felix Kramer ist seit „Dogs of Berlin“ erste Reihe. Kein Zufall, dass er jetzt einen Endvierziger mit Ost-Vergangenheit spielt
Immer wieder neu erfinden
Hier begann 1945 die DDR-Bodenreform. Nach 1990 überführt Helga Scheibner ihre LPG in eine schwankende Zukunft. Angela Städeke verliert ihren Job und rettet den Sohn
1990: Sand im Getriebe
Die Kirchen wurden in der DDR mal mehr, mal weniger bekämpft. Sie waren der Seismograf sozialer Schieflagen – und eine unverzichtbare Devisenquelle
„Ins Leere laufen“
Moritz von Uslar schrieb einen Bestseller über eine ostdeutsche Kleinstadt. Jetzt hat er sie wieder besucht