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EB | „Das war ja ein Gang durch die ganze Geschichte der Arbeiterbewegung“
Drei neuere Publikationen setzen die verdienstvollen Grabungsarbeiten fort, mit denen Jüdinnen und Juden in der Arbeiter:innenbewegung des 20. Jahrhunderts und in der DDR von der Peripherie ins Zentrum gerückt werden.
Die Weihnachtszeit als Zeichen für Zeitenwenden
Eugen Ruge streift mit „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ das Thema familiärer Wärmespeicher um Weihnachten wie schon Thomas Mann in den „Buddenbrooks“. Über den Nutzen von Festbräuchen, im Episodischen die Epoche anklingen zu lassen
Film „Monolog für einen Taxifahrer“ schafft es 1962 nicht ins DDR-Fernsehen
Zu renitent und systemkritisch: Mit seinem Fernsehfilm „Monolog für einen Taxifahrer“ testet der Regisseur Günter Stahnke mit einer Berliner Weihnachtsgeschichte die nach dem Mauerbau der DDR-Kunst versprochenen größeren Freiräume
Ostfernsehen geht vier Tage vor Westfernsehen auf Sendung
Es sind mutmaßlich 400 bis 500 Zuschauer, die vor 70 Jahren DDR-weit den Start des Versuchsprogramms aus Berlin-Adlershof verfolgen können, das sich trotzdem „sehen“ lassen kann und will
1902: Martin Dibobe aus Kamerun ist Fahrer auf der ersten U-Bahn-Strecke Berlins
Erfolgreich integriert lebt und arbeitet ein Kameruner im Berlin der Kaiserzeit und der beginnenden Weimarer Republik – bis er politische Interessen formuliert
Ernest Hemingways „Wem die Stunde schlägt“: So viele wahrste Sätze
Die brillante Neuübersetzung von Ernest Hemingways „Wem die Stunde schlägt“ zeigt, wie viel uns diese Geschichte auch nach mehr als 80 Jahren zu sagen hat
Querfront: 1934 bezahlt Kurt von Schleicher seine Kurzzeit-Kanzlerschaft mit dem Leben
Kurt von Schleicher versucht als Reichskanzler Ende 1932, den „linken“ Flügel der NSDAP, die SPD und Gewerkschaften zu gewinnen, um mit einer Links-Rechts-Front die Nazidiktatur zu verhindern. Industrie und Banken jedoch wollen Adolf Hitler
1982: Mit Leonid Breschnew stirbt der letzte Langzeitherrscher der UdSSR
Mit Leonid Breschnew verstirbt der letzte Langzeitherrscher der UdSSR. Das vorrevolutionäre Russland begründete ein Muster, das das postsowjetische Russland aufgreift: Innere Stabilität braucht personelle Kontinuität. Ein ehernes Prinzip
Vietnam-Memorial in Washington: Die Namen der Toten auf poliertem Granit
1982: Ein Denkmal in Washington für die in Vietnam Gefallenen soll den USA innere Versöhnung bringen und die Veteranen ehren, doch die Regierung glänzt durch Abwesenheit und nach Verantwortung wird nicht gefragt
1935: Die Kommunistische Internationale lässt die Theorie vom Sozialfaschismus fallen
Kommunisten, Sozialdemokraten, bürgerliche Intellektuelle: Die Kommunisten öffnen sich zur Volksfront. Für Europa läutet das neue Allianzen gegen den Faschismus ein. In Frankreich und Spanien werden linke Regierungen möglich
Richard Nixon gewinnt nicht nur – er triumphiert bei der Präsidentenwahl 1972
US-Amerikaner links von der Mitte verstehen häufig nicht, warum so viele Donald Trump wählten. Deshalb lohnt die Erinnerung an den Wahlsieger vor 50 Jahren
„Es fehlt am Willen und an der Fähigkeit, Sicherheit jenseits des Militärischen zu denken“
Der Historiker und Politikwissenschaftler Bernd Greiner äußert sich über die US-Außen- und eine alternative Sicherheitspolitik gegenüber Russland, die Gefahren eines Atomkonflikts und Folgen der US-Midterm-Wahlen
Karstadt-Niedergang: Durch Warenhäuser wurden Großstädte erst zu Metropolen
Schließen demnächst weitere Filialen des größten und letzten deutschen Kaufhaus-Konzerns, wird das Innenstädte weiter veröden lassen. Es geht an städtischer und Lebenskultur verloren, was erst auf der Schwelle zum 20. Jahrhundert entstand
Linke Sozialdemokraten und Kommunisten regieren gemeinsam in Sachsen und Thüringen
Einheitsfront 1922/23: Für wenige Monate sitzen KPD und SPD in Dresden und Weimar an einem Kabinettstisch. Dann werden sie durch die Reichswehr gestürzt
Der BVG-Streik 1932 in Berlin und die Lüge von der Querfront
Trotz Krise werden die Löhne für die Belegschaft der Berliner Verkehrsgesellschaft gekürzt. Die KPD ruft zum Streik. Dass die NSDAP mitmischt, lässt die Legenden wuchern
In Staffel III seiner Hunsrück-Saga „Heimat“ kommt Edgar Reitz künstlerisch aus dem Tritt
Zonen-Gunnar: Als die letzten Folgen des „Heimat“-Epos von Edgar Reitz abgedreht werden, gerät das Bild des Ostens arg holzschnittartig. Um dem Titel „Zeitenwende“ zu genügen, geistert ein stereotyper Ost-West-Plot durch das Werk
„Ich erinnere mich noch“: Felix Heidenreichs Erinnerungsprosa ist große Literatur
Eine erinnerungsfähige Stimme, die niemals sentimental wird: Felix Heidenreichs Romandebüt „Ich erinnere mich noch“ verdient große Aufmerksamkeit
Links in die Gegenwart
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg erforscht das gigantische Thema Frieden und Krieg in einem sehr kleinen Raum
Literaturnobelpreis für Annie Ernaux: Eine Frau ihrer Klasse
Christian Baron erzählt, wie ihn die Autorin Annie Ernaux erst abschreckte – und dann zu einer seiner literarischen Hausgöttinen wurde, die ihm Mut für sein eigenes Schreiben gab
Inhaftierte in Belarus: Demokratie bleibt Handarbeit
Die belarussische Künstlerin Rufina Bazlova lässt Bilder sticken, die vom Schicksal der Inhaftierten in ihrer Heimat Belarus erzählen. Im Kunstverein Dresden sind ihre Arbeiten jetzt zu sehen
Eine privilegierte Gegend im Berliner Grunewald lebt unter Hitler im Schatten der Welt
Die NS-Diktatur kann dem bürgerlichen Leben der Berliner Grunewald-Villen nur wenig anhaben. Das gilt auch im „Haus Sombart“, bis sein Mäzen an „Lebensverdruss“ stirbt
Literaturnobelpreis für Annie Ernaux: Zeit, ihr Werk neu zu entdecken
Sie inspirierte Didier Eribon und unterstützte die Gelbwesten. Niemand erzählt das Leben als Arbeiterkind so plastisch wie Annie Ernaux. Jetzt wird ihr der Nobelpreis für Literatur verliehen
Mit Maxim Gorkis „Nachtasyl“ steigt der Theaterolymp in die Unterwelt herab
Deklassierte werden dargestellt in Maxim Gorkis Drama „Nachtasyl“. Mit großem Erfolg in Moskau. Und nur drei Wochen später, ebenso gefeiert, auch in Berlin
Proteste in Ostdeutschland: Diffuse Sympathie für Putins starke Stirn
Aschersleben, Grimma, Halberstadt: Auf ostdeutschen Marktplätzen gilt die Nato nicht als Garant für Wohlstand und Frieden. Hört man sich um, ist das Verhältnis zu Russland ambivalent und nicht wenige fordern eine Aufhebung der Sanktionen
Zwischen Diktatur und Boheme, Krieg und Frieden: Jutta Voigts Leben in der DDR
Wild und glücklich: Mit 81 Jahren erzählt Jutta Voigt ihr Leben in der DDR als Roman. „Wilde Mutter, Ferner Vater“ ist aber mehr als das – das Buch ist vor allem auch eine faszinierende deutsch-deutsche Zeitgeschichte