„Die Filmnazis sind so 1991“
David Begrich über Glatzen im deutschen Kino und Regisseure, die die Wirklichkeit nicht interessiert
Neoliberal wird zu neofeudal
Häufig dauert es Monate, bis bei den Berliner Ämtern ein Termin frei ist. Gegen Geld geht es schneller
Smells like Teen Spirit
„About a Girl“ erzählt in schöner Schnoddrigkeit vom Erwachsenwerden
Verdammt, Alter, du stinkst
Mit „Mein Vater ist Putzfrau“ hat die Französin Saphia Azzeddine das ideale Buch für alle Altersklassen geschrieben
U + E = Unsichtbar
Knapp 30 Jahre nach ihrem Entstehen erscheint „Die unsichtbare LP“ von Die Tödliche Doris als Box-Set
Die Randzone spricht
Eine starke Poesie, die die Verhältnisse zum Tanzen bringt, findet man heute vor allem in der Popmusik
Radikale Freiheit der Neunziger
Die Bremer Ausstellung „Im Inneren der Stadt“ zeigt, wie Kunst auf den öffentlichen Raum reagiert
Die Wasserrutsche des Diktators
Unser Autor war als Tourist in der Demokratischen Volksrepublik Korea
Im Keller
Alles, was die dominante Nachrichtensemantik unterbricht, wäre derzeit eine produktive Störung. Zum Beispiel Peter Nestlers irritierender Agitprop-Kurzfilm von 1965
„Zack, geht doch!“
Der Schweizer Theatermacher Milo Rau hielt im Kongo Gericht über den Bürgerkrieg. Und konnte erleben, wie der Macht die Spucke wegbleibt
Wenn Cary Grant mit Tito fachsimpelt
In „54“ erzählt das italienische Autorenkollektiv Wu Ming mit antikapitalistischem Turboantrieb aus der Nachkriegsgeschichte
1965
Max Frisch schreibt über Arbeitskräfte, die Menschen sind. Joseph Beuys erklärt einem toten Hasen die Kunst und France Gall gewinnt den Grand Prix: 1965 als Lexikon
Ein kaum fassbarer Verlust
Die Berliner Volksbühne hat Bert Neumann wie kein anderer für neue Stile geprägt. „Unfassbar“ müsste nun eigentlich auf dem Banner an der Stirn des Theaters stehen
„Literaten meiden heute den Irrsinn“
Auf neue Prosa von Marcel Beyer warten wir seit Jahren. Sein Wohnort Dresden böte doch wahrlich genug Stoff. Wann also kommt endlich der große Nach-Nach-Wende-Roman?
„Mann ist ein Schimpfwort“
Der Schriftsteller und Musiker Thomas Meinecke bezeichnet sich als Feminist. Frauen hält er ohnehin für die besseren Intellektuellen
Kassieren und blamieren
Skandal im Land der Dichter und Denker: Das Bundesarchiv vernichtet historisches Filmmaterial laufend und in großem Stil
„Einmal ohne alles, bitte!“
Glutenfreie Pfannkuchenmischung mit Tapioka, mit Stevia gesüßte Marmeladen, laktosefreie Nusscreme: über die neuen Freiheiten im Supermarkt
Nichts wie weg hier
Mit der Entdeckung des erdähnlichen Planeten Kepler-452b erblühen neue kosmische Fluchtfantasien
Unser Mann in Übersee
Christian Krachts umstrittener Roman „Imperium“ ist jetzt auch in den USA erschienen
Donald Trump
Mit seiner Geburtsurkunde sollte er nachweisen, dass er nicht von Orang-Utans abstammt. Unterhaltsam ist „The Donald“ jedenfalls. Unser Lexikon der Woche
Die Jugend von gestern
Noah Baumbachs „Gefühlt Mitte Zwanzig“ stellt die Lebensstile verschiedener Generationen gegenüber – leider recht schematisch
Unser Status: scheiße
Michèle Rotens „Wir sind selig oder: Oder“ klärt über die Probleme ihrer Generation mit der Elternschaft auf
Rhapsodie in Beton
In der DDR blieb „Erziehung eines Helden“ ungedruckt. Nun liegt der Roman vor
Krieg der Knöpfe
Wie steht es um die Protestkultur? Um diese Frage zu klären, blickt die Schau „Politische Kunst im Widerstand in der Türkei“ bis in die 1970er Jahre zurück