Gegen die selbst verschuldete Selbstverdummung
Auch diesen Monat hat Prof. Erhard Schütz wieder einige Sachbücher gelesen: Dieses Mal waren Bücher über Antiglobalismus, Europa und das politische Feuilleton von Claudius Seidl seine Lektüre
Schluss mit kluger Literaturkritik: SWR streicht „Lesenswert" und „Lesenswert Quartett"
Das Spardiktat beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk regiert weiter. Beim SWR werden zwei Literaturformate gestrichen
Collagen von Bertolt Brecht: Hitler klebt
In London sind Bertolt Brechts Collagen zu sehen, mit denen er den Aufstieg des Faschismus zu ergründen versuchte. Viele wurden noch nie komplett gezeigt
„Déserts“ von Faouzi Bensaïdi: Zwei Geldeintreiber auf Odyssee
Der marokkanische Film „Déserts“ ist ein großartiger Genre-Mix. Irgendwo zwischen Western und Komödie erzählt der Film des Filmemachers Faouzi Bensaïdi bildgewaltig von Schuld und Verschuldung
House of the Dragon: Frauen trauern, Männer führen Krieg
Es ist bemerkenswert, wie ausnahmslos von Männerhand getrieben die Gewaltspirale diesmal gezeichnet wird. Warum sind die Frauen in „House of the Dragon 2“ so passiv?
Glaubt die CDU, dass jemand Kinder isst wegen Kunst?
In Osnabrück greift die CDU die Kunstfreiheit an, weil ihr eine Ausstellung über Mutterschaft und Kannibalismus von Sophia Süßmilch nicht kindgerecht erscheint. Hier geht es nicht um Kinderrechte – die Union ist in den Kulturkampf gezogen
Jesuslatschen an der Börse: Zehn Fakten über Birkenstock
Speckige Lehrerlatsche und gehyptes It-Piece: Die Fußbett-Ikone Birkenstock ist auch in diesem Sommer ein Must-have. Sie performt am Stausee, am Sunset Boulevard – und auch an der Börse. Aber war sie nicht mal rechts?
Fabio Stassis „Die Seele aller Zufälle“: Ein Auftrag für Commissario Leseratte
Vince Corso ist einer der originellsten Detektive: Seine Fälle löst der „Bibliotherapeut“ mit Literatur. Irmtraud Gutschke über den neuen Detektivroman von Fabio Stassi
„Bridgerton“ ist ein Booster für die britische Wirtschaft: Die Teeparty als heißer Trend
Netflix ist stolz darauf, dass es mit der Serie „Bridgerton“ eine Viertelmilliarde Pfund in die britische Wirtschaft gepumpt hat. Und dann ist da noch der „Regency-Core“-Trend, der vom Tourismus über die Mode bis zur Gartenpflege reicht
Enis Maci und Mazlum Nergiz über Karl May: „Dieses Deutschland hat nie existiert“
Enis Maci und Mazlum Nergiz haben Karl May, anders als Millionen ihrer Mitbürger, erst als Erwachsene entdeckt. Sie fragten sich: Wofür steht dieser Autor? Dann wurde die Sache kompliziert
„Mythos Nationalgericht" oder: Der große Pasta-Schwindel
Der Historiker Alberto Grandi gießt seinen italienischen Landsleuten mit „Mythos Nationalgericht“ genüsslich Essig in den Wein
Feierliche Übergabe des European Newspaper Awards an den „Freitag“ in Wien
Am 20. Juni nahmen Philip Grassmann, Lisa Kolbe und Christian Bobsien in Wien den Preis als European Newspaper of the Year in der Kategorie Wochenzeitung für den „Freitag“ entgegen
Thelma Schoonmaker über die Arbeit mit Martin Scorsese: „Wir streiten nicht!“
Seit Jahren schneidet Thelma Schoonmaker die Filme von Martin Scorsese. Jetzt hat sie selbst einen produziert. In „Made in England“ erzählt Scorsese von seiner Liebe für die Filme des Regieduos Powell & Pressburger
Fußball im KZ Buchenwald: „Eineinhalb Stunden lang keine Knüppel oder Galgen“
„Nervenbad“ für die SS, Empowerment für die Häftlinge: Eine Ausstellung in der Gedenkstätte Buchenwald beleuchtet die Rolle des Fußballs im Lageralltag. Und in Weimar wirbt eine Sportinitiative gegen rechts
„The Bikeriders“ von Jeff Nichols: Das verlorene Biker-Paradies
Jeff Nichols porträtiert in „The Bikeriders“ einen Motorradclub im Chicago der 1960er Jahre und romantisiert ein Außenseiter-Lebensgefühl bis zu dessen Niedergang
Campusromane: Drittmittel und Hegemonie
Was Campusromane von Teju Cole, Kim Wakker und der RCDS-Frau Franca Bauernfeind über die Universität erzählen
Wu-Tang Clans Vier-Millionen-Dollar-Album: So klingt die exklusivste CD der Welt
Das Hip-Hop-Kollektiv Wu-Tang Clan veröffentlichte vor zehn Jahren ein Album, von dem nur ein einziger Tonträger existiert, der (noch) nicht veröffentlicht werden darf. Unsere Autorin konnte „Once Upon A Time In Shaolin“ jetzt hören
Nach Booker-Prize: Jenny Erpenbecks Roman „Kairos“ wird kritisch nach-rezensiert
Nachdem sie mit „Kairos“ den Booker Prize gewonnen hat, wird Jenny Erpenbeck neu gelesen. Sie verharmlose in ihrem Roman die DDR, behaupten Kritiker. Aber geht es Erpenbeck nicht um anderes? Geht es den Kritikern vielleicht auch um anderes?
Autofiktion: Spricht aus der Kritik am „Ich“ in der Literatur Unbehagen am Weiblichen?
Annie Ernaux, Amanda Gorman, Karl Ove Knausgård: Literatur, die die Trennung zwischen Biografie und Fiktion in Frage stellt, boomt – und erregt das Feuilleton. Ist das Unbehagen an der Autofiktion eines an weiblich konnotiertem Schreiben?
Literarischer Coup von Alhierd Bacharevič: Balbuta kennt kein „wir“
„Europas Hunde“ von Alhierd Bacharevič ist in Belarus verboten. Er kontert mit einer Variation auf „Tausendundeine Nacht“
Soziologe Steffen Mau: „Ostdeutschland könnte für uns eine Probebühne werden“
Der Soziologe Steffen Mau sagt: Die Idee der Angleichung von Ost und West ist gescheitert, die politische Kultur wird im Osten auf Dauer eine andere sein. Welche Konsequenzen müssen wir daraus ziehen?
Comedy: Warum Briten nicht über Minderheiten lachen und Inder schon
Import, Export: Indische Comedians wie Anuvab Pal oder Urooj Ashfaq erobern Großbritannien – mit Witzen über sich selbst und über den Kolonialismus
Das Falsche sichtbar lachen
Die deutschen Theater tun sich derzeit schwer mit Komödien – kein Wunder bei der Weltlage. Doch wer genau hinsieht, findet einige sehr gelungene Abende mit politischen Satiren und selbstkritischen Persiflagen
Hamburger Schule Gate: Hurra, die Schule brennt
In den 90ern erfanden die Bands der Hamburger Schule eine neue Sprache für Pop. Seit einer NDR-Doku über die damalige Szene tobt ein Streit: Wer gehörte damals dazu und wer nicht? Was die Beteiligten sagen