1994: Mission erfüllt
Die Treuhand hat den Osten deindustrialisiert. Anfangs gilt ihre Schocktherapie als Muster für osteuropäische Nachbarländer – doch das ändert sich schneller als gedacht
Vom Wort zur Tat
Die Zerschlagung der mutmaßlichen Terrorzelle stellt einmal mehr den Verfassungsschutz infrage. Das Beispiel zeigt, wie dort die Gefahr von rechts heruntergespielt wird
Für die solidarische Weltgesellschaft!
Wo #aufstehen raunt, glänzt #unteilbar mit Klarheit. Gerade deshalb täte Sahra Wagenknecht gut daran, den Aufruf zu unterstützen
Fisch im Wasser
Robert Biedroń will Polen aus der nationalkonservativen Erstarrung lösen und eine neue Partei gründen
Viel Holz
Dass „Die Wurzeln des Lebens“ der Roman der Stunde ist, beunruhigt
Entsetzen und Erkenntnis
Die Fixierung auf die Rechten erstickt die Politik. Die AfD muss mitregieren, dann kann sich die Linke befreien und loslegen
Der Ork in deinem Kopf
Der „Nazi-Proll aus dem Osten“ ist gerade unter Wessis ein beliebtes Klischee, das ein politisches Problem verharmlost
Ständig fallen Kastanien
Lukas Rietzschel lotet die ostsächsische Seele aus: Sie besteht zu 80 Prozent aus Ennui und dazu ein wenig Bautzner Senf
Ich glaub, es hackst
Ronald Weber erzählt das Leben des Dramaturgen Peter Hacks. Der verteidigte zuerst das klassische Theater, später nur noch die DDR
„Bloß nicht in Verdacht geraten“
Maxi Leinkauf und Lutz Herden sind die letzten ostdeutschen Redakteure des Freitags. Was macht diese Erfahrung mit ihnen?
Libertines auf Zimmerlautstärke
Tom Schilling dreht Filme, seit er sechs ist und bekam mit 24 sein erstes Kind. Nun sagt er, sei er langsam erwachsen geworden
Keine Reue, Leute
Was machen die Schlüsselfiguren des Bankrotts heute? Wer gibt Fehler zu? Und wer macht einfach weiter, als wäre nichts passiert?
Vom Förster
Bert Brecht steht im Ruf, ein Chauvi gewesen zu sein. Seine Frauenrollen seien „keine Frauen“. Einer Überprüfung hält der Mythos nicht stand
Aldi-Tüte
Bis Herbst will die Discounterkette die legendäre Aldi-Tüte abschaffen. Das Design stammt vom Münchner Künstler Günter Fruhtrunk, dem sein lukrativer Auftrag peinlich war
Die Jammerossi gibt’s nicht
Männer aus der DDR sind häufig tiefer gefallen als Frauen. Denn wer stürzt, muss zunächst mal oben gestanden haben
Im Trumpschatten
Nord und Süd nähern sich diplomatisch an – wenn die USA es zulassen
Traumzeitkontinuum
In „Sweet Country“ erzählt Warwick Thornton im Western-Format von der Besiedlung Australiens durch Enteignung
Sehe ich anders
Jana Hensel und Wolfgang Engler streiten über ihr Ostdeutschsein
Iss den Ortolan
Reichsein ist auch nicht mehr das, was es mal war
Law, Order und Multikulti
In Frankfurt (Oder) regiert seit Mai ein Linker, auf den die Bundespartei nicht mehr gut zu sprechen ist
Seht, Sesselreisen!
Erhard Schütz erfährt, dass am Rand jeder Karte so manche Monstrosität lauern könnte und findet Gefallen am Reisen im Sitzen
1993: Oh-oh, Oslo
Zunächst wird geheim und mit großer Skepsis verhandelt. Doch dann einigen sich Palästinenser und Israelis auf Verträge, mit denen der Frieden greifbar scheint
Mit unscharf, bitte
Loredana Nemes’ „GierAngstLiebe“ in der Berlinischen Galerie und Libuše Jarcovjáková im Tschechischen Zentrum
Etwas frisst uns auf
Nichts ist gut in Eva Trobischs „Alles ist gut“. Nach einer Vergewaltigung kommt nicht nur das Leben der Heldin ins Rutschen