„Médée“ an der Staatsoper Unter den Linden: Schreckensfigur in Abschiebehaft
Peter Sellars aktualisiert Medea in Marc-Antoine Charpentiers Barockoper „Médée“ an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Leider missversteht er die Figur gründlich und so bietet der musikalisch beeindruckende Abend auch viel Ermüdung
Zerrissen fressen: „wir wissen, wir könnten und fallen synchron“ am Theater Bonn
Die Uraufführung des Romans „wir wissen wir könnten und fallen synchron“ von Yade Yasemin Önder am Theater Bonn bringt das Tabuthema der Bulimie auf die Bühne – mit Witz und einer starken Kulisse, aber einer etwas zu zaghaften Regie
In schummrigen Gassen: Besser nicht nostalgisch werden
Unser Kolumnist Joachim Feldmann bearbeitet die Fälle ungewöhnlicher Ermittler*innen: Es geht in das römische Köln des Jahres 87, mit dem einarmigen Ex-Detektiv Cheng nach Australien und nach Dänemark, wo ein diverses Trio ermittelt
„Die Frauen von Shonagachi“ von Rijula Das: Gewalt und Perversität im Palast des Maharaj
„Die Frauen von Shonagachi“ von der Schriftstellerin und Übersetzerin Rijula Das spielt in Kalkutta und verspricht, ein Krimi aus der Wirklichkeit zu sein. Ute Evers hat ihn gelesen
Colson Whiteheads „Die Regeln des Spiels“: Poker, Cops und Soul
In Colson Whiteheads Roman „Die Regeln des Spiels“ wird das Harlem der 1970er zum eigentlichen Protagonisten. Ein grandioser Roman, der voller genialer Twists und Verschränkungen ist, und ein längst vergangenes New York zum Leben erweckt
Michael Jeans „Tiohtiá:ke“: Eine Erzählung über das, was andere beschweigen
Er gehört zu den wichtigsten indigenen Autoren Québecs. Mit „Tiohtiá:ke“ legt der kanadische Schriftsteller und TV-Moderator Michel Jean sein neues, hochaktuelles Buch vor
„Mord“ von Anjali Deshpande: Der Ermittler als halber Mann
In Anjali Deshpandes „Mord“ muss der Polizist erst erkennen, dass die Tote einen Namen und Träume hatte. Ein Buch über die brutale Kastengesellschaft
Andreas Pflügers „Wie Sterben geht“: Die Glienicker Brücke fliegt gleich in die Luft
Virtuos und actionreich nimmt uns der Autor Andreas Pflüger mit seinem neuen Krimi „Wie Sterben geht“ mit in die alte Welt der Spionage – mit erstaunlichen Parallelen zu heute
„Women in Revolt!“ in der Tate Britain: Die Frau als Snackautomat
Die angeblich größte Schau, die es je in der Londoner Tate Britain zu sehen gab, widmet sich feministischem Protest von 1970 bis 1990 und lohnt sich sehr
„Chor der Erinnyen“ von Marion Poschmann: Die Tabuisierung des Unheimlichen
In „Chor der Erinnyen“ fragt Marion Poschmann nach den unterdrückten, gezähmten Kräften von Frauen
„Eingefroren“ von Doug Johnstone: Alle haben Leichen im Keller
Doug Johnstones Krimi „Eingefroren“ ist ein Schmöker, der an den Kultfilm „Trainspotting“ erinnert und an die gute alte berühmte Miss Marple – allerdings mit einer Assistentin der Generation Z. Ein Lesevergnügen
„The Quiet Girl“ von Colm Bairéad: Wenn die beste Zeit zu Ende geht
„The Quiet Girl“ erzählt von einem Sommer bei Fremden, in dem die Protagonistin Cáit lernt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Ein Film, der unter die Haut geht
MeToo-Film „Cat Person“: Die Ambivalenz der Anbahnungsphase
Mit „Cat Person“ wagt sich Regisseurin Susanna Fogel an die Verfilmung einer viel diskutierten Short Story aus Zeiten der #MeToo-Welle von 2017
Sammelband „Judenhass Underground“: Ein Buch, das Antworten gibt
Der Sammelband „Judenhass Underground“ hat durch die Ereignisse seit dem 7. Oktober erschreckende Aktualität. Wer wissen will, warum es in Subkulturen von Techno bis Hip Hop an Solidarität für Juden mangelt, findet hier Antworten
„Zeit wie im Fieber“ nach Georg Büchner am Schauspiel Stuttgart: Mäßig erhöhte Temperatur
Windmaschine, Megafon, „wutige Bürgerin“: Das Schauspiel Stuttgart fährt ideales Werkzeug für eine Revolution auf, sollte man meinen. Doch Björn SC Deigners als „Büchner-Schrapnell“ firmierender Abend „Zeit wie im Fieber“ gerät etwas dröge
Sachbücher: Mutige und eigenständige Frauen – die damals noch als Ausnahmen galten
Prof. Erhard Schütz stellt seine Sachbücher des Monats vor: Dieses Mal liest er von bewundernswerten und selbstbewussten Ärztinnen, Journalistinnen, Missionarinnen und Wissenschaftlerinnen
„Pulverfass Balkan“ von Florian Bieber: Für einen „Deal“ ist hier jeder willkommen
Ob Serbien oder Montenegro: Südosteuropa kennt kaum einer so gut wie der Politologe Florian Bieber, zeigt sein Buch „Pulverfass Balkan“
Netflix-Serie „Beckham“: Der Fußballstar als Imker und Ehemann
Harry und Meghan, Arnold Schwarzenegger, Lionel Messi – und jetzt auch noch David und „Posh Spice“: Barbara Schweizerhof empfiehlt die erstaunlich gute Netflix-Dokuserie „Beckham“
Intimes Porträt einer Frau, die nochmal von vorn beginnt: Doris Knechts neuer Roman
Autorin Doris Knecht erzählt in ihrem neuesten Roman „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ mit Humor und Tiefgang von einer Frau am Wendepunkt ihres Lebens
„Fremont“ von Babak Jalali: Glückskekse können mehr
„Fremont“ zeigt den amerikanischen Traum einmal anders: Eine junge Afghanin muss im Exil neuen Lebensmut schöpfen. Eine intensive Erzählung von kulturellen Unterschieden, die der amerikanischen Klassengesellschaft den Spiegel vorhält
Saim Sadiqs „Joyland“: Ein kleines Kinowunder aus Lahore
Der junge Haider schmeißt in seinem patriarchalen Clan den Haushalt – bis er an einen Job gelangt: als Tänzer in einem queeren Kabarett. „Joyland“ ist das atemberaubende Spielfilmdebüt des pakistanischen Regisseurs Saim Sadiq
„Die Zeit für Mut ist jetzt!“ von Lea Bonasera: Kleber statt Kompromisse
Lea Bonasera, Mitbegründerin der Letzten Generation, hat ihr erstes Buch veröffentlicht. Es heißt „Die Zeit für Mut ist jetzt!“ Von einer selbstkritischen Bilanz der Bewegung ist die Aktivistin weit entfernt
György Ligetis „Le Grand Macabre“ in Frankfurt: Die Apokalypse fällt aus
Toccata für Autohupen und brillante Orchesterführung: Dirigent Thomas Guggeis überspringt die eigene Messlatte und rettet in Frankfurt György Ligetis Weltuntergangsgroteske „Le Grand Macabre“ vor der misslungenen Regie Vasily Barkhatovs
Daniela Löffner über Intimität auf der Bühne: „Es ist toll, wenn Frauen da weinen“
Daniela Löffner will in ihren Inszenierungen eine unverkopfte Körperlichkeit zeigen. Ein Gespräch über Zärtlichkeit auf der Bühne, das Aufbrechen von herkömmlichen Genderrollen und was „Intimitätscoaching“ eigentlich bedeutet