Israel
Eine Feier des Vorurteils
Der Eurovision Song Contest lebt von Klischees – und das ist auch gut so. Das Punkte-Unser ist eben Teil des Vergnügens
Benjamin Netanjahu jubelt
Der Wind des arabischen Frühlings weht bis Palästina: Hamas und Fatah versuchen es wieder miteinander und wollen bis zu Wahlen eine gemeinsame Regierung bilden
Versöhnung der Unversöhnlichen
Fatah und Hamas haben sich bis zu Wahlen auf eine Einheitsregierung verständigt. Das Gewicht der Autonomiebewegung gegenüber Israel wird dadurch gestärkt
Ausgelöscht, auferstanden
Der libanesische Marxist Fawwas Traboulsi über die Linke und den Umbruch in Arabien, über palästinensische Irrtümer und intellektuelle Gymnastik
Assads Trümpfe
Ein Kollaps des Baath-Regimes in Damaskus würde die regionale Machtbalance erschüttern. Davon wäre auch Israel als Besatzungsmacht auf den syrischen Golanhöhen betroffen
Intifada gegen den Speckbürger
In den palästinensischen Autonomiegebieten wächst der Unmut über ein arriviertes Milieu, das sich mit der israelischen Besatzung ganz gut arrangiert
Allianzen in Abwicklung
Die Staatskrise lässt auch manches Bündnis erodieren, so dass künftig Iran und Irak wieder näher zusammenrücken könnten. Für Israel wäre das ein alarmierender Trend
Wenn die Mauern stürzen
Kritik am jüdischen Staat wird weiter mit Antisemitismus verwechselt, um existenzielle Entscheidungen zu vermeiden, die im Sog des arabischen Wandels unvermeidbar sind
Der Unversöhnte
Unterwegs in Jenin: Vor einem Jahr bereiste ich eine für mich fremde Welt, die mir durch eine Begegnung mit Juliano Mer Khamis näher kam. Am Mittwoch wurde er beerdigt
Korrektur, kein Dementi
Benjamin Netanjahu würde den Goldstone-Bericht zum Gaza-Krieg 2008/09 gern begraben. Der ist trotz einiger Änderungen in seinen Grundaussagen nicht hinfällig geworden
Die patriotische Karte ist raus
Präsident Bashar al-Assad gerät durch Massenproteste in Bedrängnis, doch kann er die korrupte alawitische Führungselite nicht entmachten, ohne sich selbst zu schaden
Weder Kosten noch Opfer gescheut
Ohne den Fernsehsender „Al Djasira“ wären die vom Umbruch erfassten Gesellschaften von Tunesien bis Bahrain kaum aus ihrer fatalistischen Lethargie erwacht
System aus den Fugen
Säulen der Stabilität und der Energieversorgung im Nahen Osten gehen verloren – der Westen muss schleunigst umdenken
Der kalte Frieden von Camp David
Udo Steinbach, langjähriger Direktor des Orient-Instituts, fordert nach dem Umbruch in Ägypten konstruktivere Verhandlungen der Isarelis mit den Palästinensern
Eine Villa im Dschungel
Die Regierung Netanjahu will die brisante Botschaft der Ereignisse in Ägypten nicht wahrhaben: Die Beteiligung Ägyptens an der Gaza-Blockade war ein Grund des Aufruhrs
Die Knochen-Mahlmaschine
Die Restaurant-Kette "Holding of Emotion" wirbt in Lemberg mit den skurrilsten Themen-Restaurants. Manche davon sind Vorposten eines antirusisschen Nationalismus
Das neue Ägypten
Der Protest in Ägypten ist so bunt, wie es niemand für möglich gehalten hätte. Doch der Westen zögert, ihn voll zu unterstützen – aus falscher Angst vor den Islamisten
Die Macht hinter dem Thron
Die Armee ist zum Balanceakt gezwungen. Die Protestbewegung drängt auf Schutz, während sich die Generäle bemühen, bis zum Abgang Mubaraks Status und Macht abzusichern
Auf den Präsidenten wartet das Flugzeug
Das Land nähert sich einem Bürgerkrieg – und noch ist offen, wer sich durchsetzen wird: das Volk, die Armee, die Islamisten oder die Reformer um Mohammed el-Baradei
Alles war erstaunlich intim
Geheime Depeschen aus der US-Botschaft in Kairo enthüllen, dass der Obama-Administration an engen politischen Beziehungen zu Präsident Mubarak bis zuletzt gelegen war
Es war Zeit, die Masken abzureißen
Die Veröffentlichung der geheimen Verhandlungsprotokolle war sinnvoll. Man weiß nun, welch hohen Preis Israel für einen Friedensschluss in der Westbank verlangt
Ein Wundertäter käme gelegen
Nachdem sich Ehud Barak brüsk aus der Arbeitspartei verabschiedet hat, gilt der bisherige Sozialminister als ein Hoffnungsträger für Israels Sozialdemokratie
Mubaraks tönerne Füße
Mit der wankenden Autokratie am Nil würden die Vereinigten Staaten einen geschätzten Verbündeten – Araber und Israelis einen geduldigen Vermittler verlieren
„Lügen und Halbwahrheiten“
Waren palästinensische Unterhändler zu großen Zugeständnissen an die Israelis bereit? Vom Guardian veröffentlichte Verhandlungsdokumente legen diesen Eindruck nahe