Kim Hyesoons „Rede zur Poesie“ spielt in einer Liga mit Paul Celan und Gottfried Benn
Über Gedichte hat selten jemand so großartig nachgedacht wie die Südkoreanerin Kim Hyesoon in ihrer „Rede zur Poesie“ beim Internationalen Poesiefestival Berlin
Bildband „Deponie“ von Tobias Kruse: Totale Gegenwart ostdeutscher Altlasten
Tobias Kruse reiste durch verödete Landstriche, in Fußballstadien, besuchte Demonstrationen. Wie „vergiftet“ das gesellschaftliche Klima ist, zeigt seine Fotoreihe „Deponie“, die kürzlich mit dem Lotto-Brandenburg-Kunstpreis geehrt wurde
Serie „The Idol“: Dasselbe in anders
Top oder Flop? Das neue Streaming-Produkt von Sam Levinson fängt erst vielversprechend an und verliert sich dann doch wieder in den immer gleichen Details. Dobrila Kontić über die ersten Folgen von „The Idol“
„Als lebten wir in einem barmherzigen Land“ von A. L. Kennedy: Rettet euch gegenseitig
Die schottische Autorin A. L. Kennedy ist wütend, streitbar und unbequem. Sie ist die Querulantin, die wir dringend brauchen. Ihr neuer, engagierter Roman handelt von einem „barmherzigen Land“
Letzte Generation im Museum: Sichere Räume für unsichere Ideen
Der Konservierungswissenschaftler Stefan Simon erklärt, warum Museen mit Klimaaktivist*innen zusammenarbeiten sollten
Wie Papua-Neuguinea versucht, sich mit den USA und zugleich China gut zu stellen
Diese Insel wird heiß umworben: Papua-Neuguinea ist doppelt so groß wie Neuseeland, reich an Bodenschätzen und eine Schnittstelle zwischen Asien und dem Pazifik. Die USA und China machen ihre Aufwartungen. Wer hat die Nase vorn?
Arbeiterrevolte im Arbeiterstaat? Die Hintergründe des 17. Juni 1953 in der DDR
Vom Westen initiierte Unruhe? Aggressiver Generalstreik? Über den Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953 streiten manche bis heute. Tatsächlich hatte er mehr mit Wladimir Semjonow und der Sowjetunion zu tun als mit Konrad Adenauer und der BRD
Warum wir nicht von K.-o.-Tropfen sprechen sollten
In der Berichterstattung über mutmaßliches Drogen-Spiking hat sich ein Begriff eingeschlichen, der Tätern nützt und ein misogynes Frauenbild reproduziert
Bill Gates & Co.: Gefährlicher Lobby-Einfluss auf die WHO
Ein Gesetz soll die Weltgesundheitsorganisation stärken und ihre Führungsrolle in Gesundheitsfragen sichern. Bisher protestieren nur Rechte gegen eine drohende „Gesundheitsdiktatur“. Warum der Protest nicht von rechts gekapert werden darf
Wer ist Monika Gruber? Eine Witzeerzählerin aus Erding mag die Grünen nicht
Monika Gruber ist Kabarettistin und hat in ihrer bayerischen Heimat 13.000 Menschen zu einer Kundgebung „gegen die Heizungsideologie“ versammelt. Was weiß die Satire-Szene Münchens von ihr zu berichten?
Dekarbonisierung Fehlanzeige: Deutschland importiert jede Menge Kohle aus Kolumbien
Deutschland offenbart ein skurriles Verständnis der Klimapartnerschaft mit Kolumbien. Die Sorge um Umweltzerstörung und Menschenrechte in dem Land in Südamerika rückt in die zweite Reihe: Priorität hat der Ersatz von Kohle aus Russland
Mut beweisen: Hilft Zivilcourage gegen Diskriminierung?
Quintessenz aktueller Debatten: Machtmissbrauch ist ein strukturelles Problem und ist auf individueller Ebene nicht lösbar. Das kann feige machen, warnt Katharina Körting. Falsch, sagt Thomas Gesterkamp – Institutionen müssen sich ändern
Mauern statt Verantwortung: Europas Klimakrise und ihr Umgang mit den Opfern
Europa schottet sich ab! Die europäische Asylrechtsreform ist angesichts der drohenden Klimakrise blanker Hohn für Menschen aus dem Globalen Süden – in erster Linie Klimaflüchtende. Und ein Armutszeugnis für das Erbe eines liberalen Europas
Ob bei Rammstein, Til Schweiger oder Julian Reichelt: Die patriarchale Macht wankt
Der Musiker Till Lindemann, der Regisseur Til Schweiger und der Journalist Julian Reichelt haben eines gemeinsam: Sie bringen viel Geld ein, konzentrieren deshalb auch viel Macht auf sich. Wie bringen Frauen nun diese Macht ins Wanken?
Psychologe zur Macht von Rammstein & Co: „Fans sonnen sich im Ruhm der Stars“
Die Band Rammstein hat Millionen Fans. Aber wieso wirkt die Macht von Stars so anziehend? Wann missbraucht ein Star wie Till Lindemann seine Rolle? Der Psychologe Robert Körner schaut auf den schmalen Grat zwischen Macht und Machtmissbrauch
Moldau: Das Traumschloss der Neureichen durfte Europas Gastgeber sein
Moldaus prowestliche Präsidentin Maia Sandu empfing unlängst geballte europäische Regierungsmacht auf dem Terrain einer einstigen Wein-Kolchose. Was deren Nachbarschaft über „Schloss Mimi“, Europa und Moldaus Zukunft zu sagen hat
Wes Andersons „Asteroid City“: Hoffnung aus dem Martini-Automaten
In „Asteroid City“ fächert Wes Anderson einmal mehr einen bunten Strauß seiner klassischen Charaktere auf. Diesmal vor dem Hintergund einer abgelegenen Wüstenstadt und der Ästhetik der 1950er Jahre
Die Zerstörung des Kachowka-Staudamms und das Völkerrecht
UN-Generalsekretär António Guterres spricht von der Zerstörung des Kachowka-Staudamms als einer „monumentalen Katastrophe“. Was die Genfer Konvention zu Katastrophen wie der am Dnipro und über ihre Aufklärung sagt
Russland: Vom „Sieg“ ist dieser Tage nicht mehr die Rede in Moskau
Der Bruch des Staudamms bei Kachowka an der russisch-ukrainischen Front führt zur weiteren Eskalation des Krieges. Wie die Reaktionen in Russland darauf ausfallen, etwa die von Präsident Wladimir Putin
Inhumanes Asylrecht, Katar-Gas – Hartz IV: Das können nur die Grünen
Wenn die Grünen regieren, ist alles drin: Erst Hartz IV und Kosovo-Krieg, jetzt unsoziale Heizungsgesetze, Auflösung des EU-Asylrechts, Gas aus Katar. Annalena Baerbock und Robert Habeck schaffen, was die CSU nicht hinbekam
Kapitalismuskritiker Joseph Vogl: „Liberale denken oft, es wird schon alles wieder werden“
Klima, Krieg, Flucht, Pandemie – der Begriff „Krise“ hat sich erledigt, sagt der Kapitalismuskritiker Joseph Vogl. Wieso er zu einem pessimistischen Realismus im 21. Jahrhundert rät, erklärt er hier im Gespräch mit Jakob Augstein
Männer, die auf Kriege starren: Das Gutachten deutscher Friedensforscher ist militärisch
Ist es der Job von deutschen Friedensforschern, das Land auf einen langen Krieg einzustellen? Wo bleiben da die Friedensperspektiven? Wieso das Jahresgutachten der führenden deutschen Institute mehr Politikberatung als Wissenschaft ist
Was sich nach Beginn der ukrainischen Gegenoffensive sagen lässt
Die Gegenoffensive der Ukraine läuft, die Erwartungen an Präsident Wolodymyr Selenskyj und den Generalstab sind hoch. Bisher scheinen die russischen Verteidigungslinien schwer überwindbar. Aber der große Schlag steht erst noch aus
Altes Westberlin: Es kracht zwischen Rotlicht-Gangstern und Exil-Iranern
Im Sommer 1970 machen persische Gangs der etablierten Unterwelt Konkurrenz. Es kommt zum Showdown vor dem Restaurant „Bukarest“ in der Bleibtreustraße in Berlin-Charlottenburg