Katharina Kollmann alias „Nichtseattle“: Anders als glücklich
Die Berliner Musikerin Nichtseattle etabliert sich mit ihrem neuen Album „Haus“ als kritische und berührende Stimme, die im politisierten deutschen Indie lange gefehlt hat
„Deutschlandmärchen“ am Gorki: Eine Hommage an alle Gastarbeitermütter
So schön können Tränen fließen: Das Gorki Theater in Berlin adaptiert Dinçer Güçyeters „Unser Deutschlandmärchen“. Eine der Hauptrollen in Regisseur Hakan Savaş Micans Stück spielt die Musik
Zum Tod von Peter Sodann: Der Name Ehrlicher passte zu ihm
Der Schauspieler, Theatermacher und Büchersammler Peter Sodann ist tot. Unsere Autorin besuchte ihn vor drei Jahren und erinnert an einen aufrechten, ehrlichen Kämpfer für das kulturelle Erbe der DDR, der das Plebejische in sich bewahrte
Die Ärzte, Antilopen Gang, Soffie: Viele Songs gegen rechts sind viel zu nett
Nicht spalten, nicht beißen und maximal selektiv solidarisch. So sehen viele musikalische Statements gegen rechts aus. Das geht aber besser, findet unser Autor
„Die Bridgetower-Sonate“ am Schauspiel Leipzig: Beethoven war kein lieber Bursch
Beethovens „Kreutzer-Sonate“ galt ursprünglich dem Schwarzen Musiker George Bridgetower, der das Stück 1803 uraufführte. Später widmete Beethoven die Sonate um. Das Schauspiel Leipzig ergründet den Rassismus hinter dieser Entscheidung
„Ripley“ auf Netflix: Aus dem Arbeitsleben eines Betrügers
Steven Zaillian hat Patricia Highsmiths „Ripley“-Roman adaptiert, mit langem Atem und sehr nah an der Vorlage – und einem ästhetischen Kunstgriff
Regiedebüt von Paola Cortellesi: Mehr Zuschauer als „Barbie“
Die Italienerin Paola Cortellesis trifft mit der schwarz-weißen Tragikomödie „Morgen ist auch noch ein Tag“ über die Nöte einer geschlagenen Ehefrau im Nachkriegs-Rom den Nerv eines Landes
Über Theaterwissenschaftler Hans Knudsen: „Er sah in der Deutschen Revolution eine Chance“
Hans Knudsen war 1948 Mitgründer des Instituts für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Vorher arbeitete er für Joseph Goebbels. Jan Lazardzig erforscht die NS-Vergangenheit des Theaterwissenschaftlers
Christoph Hein wird 80: Ein Glückwunsch von seinem Freund Wenzel
Der ehemalige Herausgeber des „Freitag“ Christoph Hein ist einer der bedeutendsten ostdeutschen Schriftsteller. Dieses Jahr feiert er ein Jubiläum: seinen 80. Geburtstag. Liedermacher Hans-Eckhardt Wenzel gratuliert seinem Freund
Die Aktualität antiker Dramen: König Ödipus leugnet den Klimawandel
„Antigone“, „König Ödipus“, „Sieben gegen Theben“: Antike Dramen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit auf den Bühnen. Warum eigentlich?
„Der letzte Traum“ von Pedro Almodóvar: Szenen einer Filmlegende
Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar veröffentlicht ein Buch mit Kurzgeschichten, die er zur Zeit der Franco-Diktatur in den 1960ern heimlich im Büro schrieb
Christoph Hein: Chronist der Verhältnisse
Zum 80. Geburtstag des Schriftstellers und früheren Freitag-Herausgebers Christoph Hein erscheint eine sechs Bände umfassende Jubiläumsedition. Über die Augen des Apostels Lukas, Vertreibung und das Werk eines großen Autors der Gegenwart
Wiederholungstäter: Comeback von A bis Z
Früher war es besser, glauben viele. Sie hören die Songs der 80er, Bushido, tragen gern weite Jeans und Stricken ist nicht Retro! Die jüngste Rückkehr im Fußball – von Toni Kroos ins Nationalteam – fiel triumphal aus. Unser Wochenlexikon
„Bloodbath Nation“ von Paul Auster: Land der Freiheit, Land der Blutbäder
Bestsellerautor Paul Auster analysiert den grassierenden Waffenwahnsinn in seiner US-amerikanischen Heimat
Ein Akt des Trotzes: Das Ensemble des bombardierten Theaters von Mariupol heute
Vor zwei Jahren bombardierte Russland das Theater von Mariupol. Ein Teil des Ensembles versucht im Westen des Landes, die Donezker Theatertradition lebendig zu halten
„Die Akte Kasia Lenhardt“: Notwendig oder entblößend?
Für einen Podcast recherchierten Journalistinnen die Geschichte von Kasia Lenhardt und Jérôme Boateng. Der Vorwurf gegen den Fußballstar: Partnerschaftsgewalt. Sprachnachrichten lassen das Model zu Wort kommen – trotz ihres Suizids in 2021
Josef Haders „Andrea lässt sich scheiden“: Fahrerinnenflucht in Niederösterreich
Die Frauen ziehen weg, die Männer werden immer komischer: Mit ironischem Feinsinn und etwas Schwermut seziert Josef Hader in seinem Film „Andrea lässt sich scheiden“ die Provinz
„Union. Die besten aller Tage“ im Kino: Ballsport und Betriebsalltag
Nach den soziologisch grundierten Schriftsteller-Porträts „Anderson“ und „Familie Brasch“ erzählt Annekatrin Hendel in „Union. Die besten aller Tage“ von der Kunst, einen Fußballverein zu führen
Ausstellung textiler Kunst: Der große Schwanz
Das Minsk in Potsdam zeigt Textilkunst und kann sich inmitten farbprächtiger Materialfülle nicht ganz entscheiden, was unter dem Titel „Soft Power“ im Fokus steht
Didier Eribon über das Altwerden: „Es ist immer zu früh, das zu entscheiden. Oder zu spät“
Didier Eribon schreibt in seinem jüngsten Buch „Eine Arbeiterin“ über das Leben seiner Mutter und ihr Sterben in einem staatlichen Pflegeheim. Es ist ein Dokument des Haderns, auch mit sich als Sohn. Was muss sich aus seiner Sicht ändern?
„Ich Capitano“ von Matteo Garrone: Wenn der Wind durch die Sahara fegt
In seinem Film „Ich Capitano“ zeigt Matteo Garrone den Leidensweg zweier Männer aus Senegal, die sich eine Zukunft in Europa erhoffen
Beyoncés neues Album „Cowboy Carter“: Make Country Great Again
Beyoncé machte einst traumatische Erfahrungen in der Country-Szene. Nun definiert sie mit ihrem Album „Cowboy Carter“ die traditionsreiche Musik der USA neu. Und macht deutlich, wie Schwarz die Musik vom ersten Tag an war
Make America Springfield again
„The Simpsons“ sind mit nunmehr 35 Jahren Laufzeit eine der langlebigsten Animationsserien der Pop-Geschichte. Ausgestrahlt werden sie in den USA ausgerechnet bei Fox. Ist Springfield die Wiege des Trumpismus?
Pia Frankenberg: Nicht glatt genug und auch noch ironisch
Pia Frankenberg hat nur drei Filme gedreht. Deren Witz und Hintersinn fehlen im Kino der Gegenwart. Wie sagt sie selbst dazu?