Can Atalay: Aus dem Knast ins Parlament
Der Menschenrechtsanwalt Can Atalay befindet sich seit 2022 in Haft. Trotzdem wurde er im Mai zum Abgeordneten gewählt. Jetzt müsste er eigentlich freigelassen werden, doch alle öffentlichen Appelle verhallen scheinbar ungehört
Wie begrenzt man die Macht der Superreichen?
Jahrzehnte neoliberaler Politik haben gezeigt: Vermögen tröpfelt nicht von oben nach unten. Welche Maßnahmen sind geeignet, hier entschieden umzusteuern?
Eva von Redecker im Gespräch mit Jakob Augstein: „Freiheit bedeutet, Zeit zu haben“
Reisen, Konsum, Dieselautos – für den heutigen Liberalismus sind solche Werte der Ausdruck größter Freiheit. Eva von Redecker setzt diesem Denken ihr Konzept der „Bleibefreiheit“ entgegen. Jakob Augstein hat sie erklärt, was das heißt
Partizipation: Der neue Kult der Scheinbeteiligung
Bei örtlichem Kleinkram auf Bestellung eifrig mitreden – und in der großen Politik nur brav den Erklärbären lauschen? So leicht sollten wir uns nicht abspeisen lassen
Vorsicht vor den „Beige-fluencern“: Verfechter für ein Leben in Langeweile
Eine Kerze anzünden, passende Schlafanzüge tragen, früh ins Bett gehen. Warum ist Langeweile für so viele junge Menschen ein erstrebenswertes Ziel geworden?
Die Linke: Eine verlorene Schwester der SPD
Ursprünglich gründete sich die Partei „Die Linke“, um die Sozialdemokratie zu retten. Was ist jetzt die Aufgabe der Linkspartei?
Mit Liebe und Zorn: Guillaume Paolis Essay „Geist und Müll“
In seinem brillanten Essay „Geist und Müll“ befasst sich der Philosoph Guillaume Paoli mit dem katastrophalen Zustand unserer Welt
Machtvakuum in der Bundesregierung: Kanzler, verzweifelt gesucht
Besteht die Bundesregierung eigentlich nur noch aus Grünen und FDP? Wo ist ihr Chef? Warum das unsichtbare Regieren der SPD in diesen Zeiten der Krise sehr gefährlich ist
NATO-Gipfel: Eiertanz um die Ukraine
Bereits 2008 wurde der Grundstein für eine Rutschbahn in den Krieg gelegt. Jetzt in Litauen muss etwas getan werden, um nicht ganz unten anzukommen. Hans-Georg Ehrhart über die Frage, ob es auch ohne Aufnahme der Ukraine gehen kann
Von Punk bis Podcast: Alles über Radiosender
Im Sommer startet der erste KI-Radiosender. Es ist nicht das erste Mal, dass das Medium vorne dabei ist: Es brachte legendäre Moderatoren wie John Peel hervor und bot Raum für ein aufmüpfiges DDR-Jugendprogramm. Unser Wochenlexikon
Twitter stirbt, Threads kommt: Und mit ihm ein neues Internet?
Mark Zuckerberg will Twitter an den Kragen und bringt den Kurznachrichtendienst „Threads“ auf den Weg. Der Gedanke dahinter ist simpel: Twitter minus den unberechenbaren Besitzer Elon Musk. Doch ganz geht diese Rechnung nicht auf
Präzedenzfall: Die Regierung Malis zieht Konsequenzen aus einer gescheiterten UN-Mission
Mali und MINUSMA konnten sich zuletzt immer weniger einigen, wer wo zu bekämpfen ist. Die Vertrauenskrise gegenüber der UNO erwies sich letztendlich als irreparabel. Sabine Kebir vernimmt einen Paukenschlag im UN-Sicherheitsrat
„Frieden ohne Krieg“ von Yevgeniy Breyger: Wie eine lyrische Rückeroberung
Wie schreiben im Angesicht des Krieges? Mit seinem Gedichtband „Frieden ohne Krieg“ ringt der ukrainische Schriftsteller Yevgeniy Breyger um seine Sprache, um bloß nicht zu verstummen
Wahlerfolge der AfD: Ein Grund zur Panik
Kathrin Gerlof blickt mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen in der deutschen Politiklandschaft. Denn: Wer glaubt, die AfD sei mit Argumenten zu bekämpfen, der irrt. Es ist ein Kulturkampf, den wir endlich führen müssen
Filmemacher Pietro Marcello: „Ich hatte immer Glück“
Pietro Marcello dreht Filme für ganz Europa. Sein Film „Die Purpursegel“ basiert auf einem russischen Märchen und auch hierin setzt der Regisseur auf Gemeinsinn. Ein Gespräch mit einem, der sich mehr als Archivar denn als Filmemacher sieht
Westbank: Omar al-Khmour trug einen Brief bei sich, gefaltet und zerfranst
Palästinenser tragen Abschiedsbriefe an ihre Eltern bei sich. Ein Verhalten, das umso verbreiteter ist, je explosiver die Situation. Sie wollen eine letzte Botschaft hinterlassen, sollten sie bei israelischen Angriffen getötet werden
Aufstand in Frankreich: Die Gräben werden sich nicht mehr schließen, wissen die Aufrührer
An vielen Hauswänden in Frankreichs Hafenstadt Marseille steht nicht nur das übliche „ACAB“ (all cops are bastards) und „Gerechtigkeit für Nahel“, sondern auch die Drohung: „Ohne Gerechtigkeit nie mehr Frieden!“
Der Tag, an dem die französische Polizei Mbappé erschoss
Keine zwei Wochen vor Nahel Merzouks Tod wurde in Westfrankreich Alhoussein Camara, 19, von der Polizei erschossen. Anders als in Nanterre gibt es jedoch keine Bilder: Die mobile Kamera des Polizisten war angeblich nicht aufgeladen
„Mein fabelhaftes Verbrechen“ von François Ozon: Gib mir meinen Mord zurück
François Ozon siedelt „Mein fabelhaftes Verbrechen“ zwar im malerischen Retrosetting der 1930er Jahre an, sein Film teilt mit emanzipatorischen Screwball-Elementen aber bis in heutige Diskurse aus
Shein lädt Influencer zur Sweatshop-Tour nach China: Der Preis des Empowerments
Influencer, die nicht den Schönheitsnormen entsprechen, feiern Fast Fashion als Ausdruck der eigenen Identität. Die umstrittene Modemarke Shein nutzte die Social-Media-Bewegung für eine ungewöhnliche Werbeaktion – jetzt hagelt es Kritik
Abschied vom Tantchen: Das „nd“ kämpft um seine Existenz
Velten Schäfer stieß 2002 zum „nd“ und hatte fast 20 Jahre mit der Zeitung zu tun. Sein Blick auf ein Blatt, das immer mehr sein musste oder wollte als eine Zeitung
Bundestag entscheidet über Suizidhilfe: Der letzte Wille, den man bereut
Lange wurde die Debatte verschoben, dabei hatte das Bundesverfassungsgericht bereits 2020 geurteilt: Jeder Mensch hat das Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Eine gesetzliche Regelung gibt es aber weiterhin nicht
Das Risiko, sich mit Söldnern einzulassen, gab es lange vor den „Wagners“
Während der Irak-Besatzung griffen die USA auf private Dienstleister zurück wie DynCorp International und Blackwater. Die wollten auch in Afghanistan zum Zug kommen, bewarben sich aber vergeblich darum
Mickrige drei Prozent: Die SPD drückt sich um notwendige Mindestlohn-Erhöhung
Eine Erhöhung des Mindestlohns um 41 Cent ist in Zeiten von Rekordreallohnverlusten blanker Hohn. Dem Kapital gefällt das. Und die SPD setzt auf einen sozialdemokratischen Taschenspielertrick