Die im Dunkeln sitzen: Wie lockt man neue Zuschauer ins Theater, ohne alte zu verprellen?
Achtung, Publikumsumbau: Zwar sind die Säle wieder voller, doch der Schock der Pandemie sitzt tief und die Gewohnheiten haben sich geändert. Die Theater wollen neue Besucher:innen akquirieren, ohne alte zu verprellen
Südsudan: Die Hauptstadt Juba will einmal zu den Boomtowns in Afrika gehören
Juba erzählt in vielerlei Hinsicht die Geschichte des Südsudan – vom Krieg um die Unabhängigkeit wie den Folgen des bewaffneten Konflikts zwischen 2013 und 2018. Danach erlebte die jüngste Hauptstadt der Welt einen neuen „Goldrausch“
Über das verkrampfte Verhältnis der Deutschen zu ihren jüdischen Mitmenschen
„Im Großen und Ganzen hat der Deutsche Frieden geschlossen mit sich und dem Juden. Er spielt in seinem Alltag auch keine Rolle.“ Ertappt? Nein? Fein
Tschüss, Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Zwei Intendanten ziehen zurück, gut so!
Mit Michael Grosse und Barbara Mundel haben zwei Intendanten ihre Unterschrift unter der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ zurückgezogen. Das ist zu begrüßen, da die Erklärung Antisemitismus befeuerte. Aber warum zeigen nur zwei Einsicht?
Pogrome in Berlin 1923: Ein Überfall auf das Scheunenviertel wird zum Menetekel
Bei antisemitischen Ausschreitungen am 5. November 1923 werden Mitglieder des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (RjF) beleidigt und geschlagen. Nicht nur ein Mob am Alexanderplatz ist daran beteiligt, auch die Polizei steht nicht abseits
Rudolf Augstein: Mit Gorbatschow verstand er sich
Er gründete den „Spiegel“, schrieb aber nie so typisch westdeutsch wie dieser: Am 5. November wäre Rudolf Augstein 100 Jahre geworden. Der Schriftsteller Gunnar Decker erinnert an einen Vordenker der Ost-Politik Egon Bahrs und Willy Brandts
Ist Israels Plan ein Anstoß, Gaza als palästinensischen Staat auszurufen?
Zieht sich Israels Regierung unter Benjamin Netanjahu, wie angekündigt, am Ende völlig zurück, hinterließe dies einen völlig entkoppelten Gazastreifen. Er wäre allein nicht existenz-, das Gebiet aber gerade deshalb staatsfähig
„Rottet die Bestien aus!“ von Sven Lindqvist: Der Pressluftbohrer der Geschichte
Sven Lindqvists großer Reportage-Essay „Rottet die Bestien aus! Eine Reise auf den Spuren des europäischen Völkermords“ kam für das breite Publikum zu früh. Gut, dass er nun neu verlegt wird
Precht & Co.: Der Spott auf Intellektuelle ist in Mode. Wir brauchen sie aber
Vergesst die Denker, her mit den „Experten“. So ist das Motto spätestens seit Corona. Warum das vielleicht nahe liegt, aber ein Irrtum ist
Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Bettwanzen: Unterwegs mit einem Kammerjäger
Schädlingsbekämpfung boomt, sie kriechen aus allen Löchern und vermehren sich rasant: Mäuse und Ratten in Krankenhäusern, Bettwanzen in Hotelbetten, die ganze Welt ist betroffen. Warum ist das so? Unterwegs mit einem Fachmann in London
Spanien: Pedro Sánchez muss bis Ende November eine neue Regierung präsentieren
Sozialisten und Linksallianz Sumar haben sich auf eine politische Agenda verständigt, für die sie bisher aber noch keine Mehrheit im Parlament haben. Vor allem die katalanischen Parteien werden umworben
„Das rote Buch der Abschiede“ von Pirkko Saisio: Finnische Tochter ihrer Klasse
Pirkko Saisio wurde in eine Arbeiterfamilie geboren, entfernte sich aber immer weiter von ihrem Herkunftsmilieu: „Das rote Buch der Abschiede“ bildet den Abschluss ihrer autofiktionalen Trilogie. Eine Begegnung mit der Autorin
Boris Pistorius will „kriegstüchtig“ werden: Da freut sich die Friedenspartei SPD bestimmt
Der Stern des beliebten Bundesverteidigungsministers von der SPD drohte schon wieder zu sinken, doch dann gab Boris Pistorius dem ZDF ein Interview – und der Applaus der einschlägig bekannten Militär- und Sicherheitsexperten ist sicher
Sarkis-Ausstellung: Von leidenden Söhnen
Sarkis beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit den Kriegen und Genoziden des 20. Jahrhunderts. Auch seine neue Einzelaustellung in der Kunsthalle in Baden-Baden hat die verschiedenen Formen des Erinnerns zum Thema
Aus Westafrika an die Front in Verdun
In „Mein Sohn, der Soldat“ erzählt der französische Regisseur Mathieu Vadepied vom Ersten Weltkrieg aus der Perspektive eines senegalesischen Vater-Sohn-Paares, das zwangsrekrutiert wurde
Grabenkrieg: Der Sommer ist vorbei, die ukrainische Offensive auch
Die ukrainischen Truppen haben seit Juni nirgendwo einen entscheidenden Durchbruch erzielt. Mit einer „Herbstoperation“ wollen sie nun einen Brückenkopf auf dem von Russland besetzten Ostufer des Dnjepr errichten
Der operative Einfluss der USA auf Israels Kriegsführung ist kaum zu übersehen
In Washington und den USA kursieren Szenarien, die in einer finalen, blutigen Zerschlagung der Hamas eine Chance für den Neustart nahöstlicher Friedensprozesse sehen. Vieles wird davon abhängen, wie viel verbrannte Erde Israel hinterlässt
Bündnis Sahra Wagenknecht: Fünf Thesen zur Anti-Establishment-Partei
Wagenknechts Parteigründung ähnelt einer leninistischen Anlehnung an das Kampagnenmodell von Bernie Sanders: Fünf Thesen über die darin enthaltenen Widersprüche und Chancen
Israelischer Schriftsteller Yishai Sarid: „Die Hamas ist ein Friedenshindernis“
Yishai Sarid ist einer der bekanntesten Schriftsteller Israels und ein scharfer Kritiker Benjamin Netanjahus. Doch angesichts der Wunden, die der 7. Oktober gerissen hat, sieht er keine andere Möglichkeit, als sich zu verteidigen
Regisseurin Justine Triet: „Wir wollten kein Klischee“
Justine Triet bricht in ihren Filmen mit Rollenklischees und Stereotypen. Mit Sandra Hüller hat sie die perfekte Schauspielerin dafür gefunden: Sie ist radikal, ihr Spiel ist ungeschönt – und sie bemüht sich nie, Erwartungen zu erfüllen
Warum UN-Generalsekretär António Guterres zum Nahostkonflikt diese Worte wählte
António Guterres war schon in Portugal dafür bekannt, über alles Mögliche unaufhörlich reden zu können. Die jüngsten Einlassungen des UN-Generalsekretärs zu Israel und Palästina hat er sicher nicht ohne Bedacht gewählt
EU-Nahostpolitik: Eine Welt der Kriege weht in die Brüsseler Blase. Und nun?
Auf die Dauer wird sich die Europäische Union nicht auf die üblichen Formelkompromisse und westliches Lagerdenken versteifen können, wenn es um die brachiale Kriegsführung Israels im Gazastreifen geht
Valentina Mira über ihre Vergewaltigung: „Auch mein Bruder hat geschwiegen“
Valentina Mira erzählt in ihrem Debütroman „X“ von einer Vergewaltigung im Milieu römischer Postfaschisten. Und versucht zu verstehen, warum es ein Tabu ist, darüber zu reden – in der eigenen Familie und in der italienischen Gesellschaft
Can Dündar über Erdoğan und die Doppelmoral des Westens: „Ihr habt das Monster geschaffen“
Can Dündar ist ein leidenschaftlicher Anhänger der republikanischen Türkei, die dieser Tage 100 Jahre alt wird, aber kaum gebührend feiert. Er sieht Fehler nicht nur bei Erdoğan, sondern auch in der Doppelmoral des Westens